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Mikroaggressionen, oder: wie die Opferkultur eine Generation von manipulierbaren, unmündigen Trotteln heran züchtet

Habt ihr schon einmal den Begriff Mikroaggression gehört? Nein? Dann seid ihr aber nicht auf der Höhe der Zeit, denn dieser wird gerade mehr und mehr benutzt, um ganz alltäglichen Sprachgebrauch zu brandmarken.

Also: was ist eine Mikroaggression? Es geht dabei um (aus Wikipedia abgeschrieben) winzige, übergriffliche Äußerungen in normalen Sätzen, die den Gegenüber entwerten sollen, die uns häufig nicht bewusst sind, aber doch da sind.

Man unterscheidet dabei zwischen Mikroangriffen, Mikrobeleidigungen und Mikroentwertungen.

Beispiele für Mikroaggressionen, wenn man mit einem Schwarzen spricht, sind unter anderem diese:

  • Schwarze sind gut im Sport.
  • Schwarze können gut tanzen.
  • Man fragt nach der Herkunft seines Gesprächspartners.
  • Man erklärt, der Gesprächspartner spreche ein sehr gutes, akzentfreies Englisch.
  • Man sagt, man bewundere das Haar Schwarzer.
  • Man äußert, eine farbige Person sei »hübsch«.
  • Man erklärt, man schätze »schwarze Kultur«.

Denn das alles würde das Gegenüber herab setzen. Die Universität von Wisconsin hat noch eine viel dickere Liste, Beispiele daraus sind:

  • Man fragt sein Gegenüber, woher er oder sie komme oder wo er oder sie geboren seien.
  • Man erklärt, der andere spreche ein gutes Englisch.
  • Man erklärt im Gespräch, man habe verschiedene schwarze Freunde.
  • Man behauptet von sich, man sei kein Rassist.
  • Man erklärt einer Person asiatischen Aussehens, sie könne sich sehr gut ausdrücken.
  • Man bittet eine asiatisch aussehende Person um Unterstützung bei naturwissenschaftlichen oder mathematischen Problemen.
  • Man erklärt, es gebe nur eine Rasse, nämlich die menschliche Rasse.
  • Man vertritt die Auffassung, Amerika sei ein Schmelztiegel, und wenn man jemanden ansehe, so ignoriere man die Rasse.
  • Man vertritt die Auffassung, die für eine Aufgabe am besten qualifizierte Person solle unabhängig von der Rasse den entsprechenden Job bekommen.
  • Man erklärt, jeder könne unabhängig von seiner Rasse in der Gesellschaft erfolgreich sein, wenn er hart genug arbeite.
  • Man erklärt gegenüber einer schwarzen Person, die zu laut ist, sie solle leise sein.
  • Man erklärt gegenüber einer asiatisch aussehenden oder spanischstämmigen Person, die zu ruhig ist, sie solle »lauter sprechen«.
  • Man hält eine farbige Person fälschlicherweise für eine Angestellte oder Angestellten, wenn man sich in einem Ladengeschäft aufhält.
  • Man bezeichnet jemanden als »schwul«.
  • Man äußert sich beeindruckt über den Dialekt oder den Akzent einer anderen Person.

Das Problem an dem Begriff ist damit auch schnell erkannt: man kann im Grunde so ziemlich jede Aussage als Mikroaggression auffassen, wenn man nur will und sich dann stetig, ständig und überall als Opfer fühlen, gedemütigt, mißhandelt und in seinen Gefühlen verletzt.

Natürlich bleibt es nicht dabei, dass sich die vermeintlichen Opfer mit der Rolle zufrieden geben, denn sie wollen diesen für sie unhaltbaren Zustand beenden, indem entweder sie oder besser jemand anderes die für sie mißliebigen Ideen und Konzepte einfach aus ihrem Dunstkreis verbannt. In dieser Opferkultur benötigt man einfach eine moralische Autorität, zu der man hinauf schaut und die für einen das Übel aus der Welt schafft, da man sich selber nicht in der Lage sieht.

Viele nennen diese Mitglieder der neuen Opferkultur auch die Generation Facebook, die damit groß geworden sind und nun langsam an die Universitäten kommen. In den USA ist das inzwischen ein wachsendes Problem, aber auch bei uns weitet sich das massiv aus.

Das folgende Video beispielsweise zeigt, wie ein Professor namens Nicholas Christakis der Universität Yale (!) von seinen Studenten angegangen worden ist, weil er ihnen keinen warmen, kuschligen Platz schaffte. Der Grund? Die Studenten verschickten eine Email, in denen sie eine Art Dresscode (!) für Halloweenkostüme festlegten, was sie als akzeptabel und nicht akzeptabel ansehen. Christakis widersprach dieser Email, er fand das Ansinnen einfach nur schädlich und verwies dabei auf die Freedom of Speech.

Dieser studentische Mob ist dann das, was ihm passierte: er wurde nur ständig von den Kriechlingen und Jammerlappen angegangen, dass er sie nicht beschützen würde, und wenn er denn mal was sagen wollte, wurde ihm sofort das Wort abgewürgt und die Leute kommentierten das noch mit dem Fingerschnippen als Mißbilligung, wenn er was sagen wollte.

Und das an Yale, einer der Eliteuniversitäten der USA.

Sowas kann man sich kaum ausdenken, aber das ist die Realität und irgendwann werden diese emotionalen Kuschelkrüppel und Berufsopfer mal an der Macht sein. Oh weia. Für Demagogen sind die jedenfalls das gefundene Fressen.

Und was machen die Studenten mit solchen Leuten, die sie mißbilligen? Sie fordern deren Entlassung, und treiben diese voran. Das ist übrigens inzwischen nicht mehr nur eine Erscheinung in den USA, auch in Deutschland ist diese Unart inzwischen angekommen.

Ein weiteres Video aus Australien treibt das auf die Spitze, wo das mal enden wird, es ist allerdings gestellt und dennoch wer weiß...

Jedenfalls kann man mit solchen emotionalen Krüppeln keine Wissenschaft betreiben, so viel ist klar.

Ein Mittel der Opferkultur ist die Bereinigung der Sprache von Wörtern, die ja angeblich so böse sind. Wer sich das mal genauer anschauen will, was das bedeutet, der kann sich das bei der deutschen Frontfrau der Bewegung Lann Hornscheidt in Ruhe durchlesen. Und ja, das war schon mikroaggressiv, weil ich das Wort "Frau" gebraucht habe. Zumindest würde sie (auch schon wieder aggressiv) das so empfinden.

April, April...

Heute ist ja der erste April und da können es viele nach wie vor nicht lassen, alle möglichen Scherze zu verzapfen. Georg hat seinen Ausstieg aus Gor und den Bau eines rosa Ponyhofs angekündigt, Thor Tracer ein Gorgütesiegel erfunden, weswegen 2/3 aller Sims geschlossen werden müssten (im Grunde keine ganz schlechte Idee!) und vieles anderes mehr.

Am plausibelsten war aber noch diese Meldung in der englischen Gruppe "Blue Caste of Gor" heute, die da lautete:

Due to pending litigation on behalf of the John Lange estate, Linden Labs plans to shut down all Gorean sims because of copyright  infringement.

In a supposed 20M dollar lawsuit the John Lange estate has threatened Linden Labs with copyright infringement litigation if they do not cease and desist supporting violation of John Lange's copyright.   Lang who writes under the pen name John Norman has commented in the past that he believed Second Life to be a place that was full of copyright violators but appa

Der Inhalt: wegen eines angedrohten Rechtsstreits plane Linden Lab, alle Gorsims zu schließen. So.

Das ist nun näher an der Realität, als man meinen mag, denn vor einigen Jahren wurden so ziemlich alle Star Wars RPs in Second Life dicht gemacht, weil George Lucas Firma dagegen vorging. Mit Gor wäre es ganz genau so möglich, wenn denn John Norman nur wollte, denn lizenziert ist dies RP nun einmal eben gar nicht.

Ebbe Altberg ist der neue CEO von Linden Lab

Das ging ja mal schnell: kaum ist Rod Humble von Linden Lab gegangen, gibt es heute schon die offizielle Pressemitteilung, dass Linden Lab in Ebbe Altberg einen neuen CEO gefunden hat. Wow!

Er hat über 25 Jahre Erfahrung in der Softwareindustrie, vor allem im Aufbau von Teams und bei Microsoft, Ingenio und zuletzt Yahoo gearbeitet. Sein Profil bei Linkedin findet man hier. Zuletzt war er also Chief Operations Officer bei Branchout.

Über einen Hintergrund in der Spieleindustrie scheint er nicht zu verfügen. Es gab von ihm das übliche, kurze Statement dass er sich freue, zum Wachstum beizutragen. Warten wir es mal ab, was nun noch kommen wird, denn irgendwie scheint er in virtuellen Welten bisher keinen Background zu haben. Die Frage ist also, was seine Ziele sein werden.

Lebensmittel, deren lügende Industrie und die willigen Verbraucher

Zunächst einmal gibt es von mir diesen Hassknecht zum Thema "Wozu ist die Nahrungsmittelindustrie eigentlich genau da und wie dumm ist eigentlich der Verbraucher":

http://www.youtube.com/watch?v=ZJiztCA8Iro

So. Also, was soll das? Nebula schreibt bei sich drüben über Lebensmittel und die Lügen der Nahrungsmittelindustrie. Genauer unter anderem über Lightprodukte und teure, aber minderwertige Wunderlebensmittel, die nicht halten was sie versprechen.

Im Grunde ist es, wenn man denn abnehmen will, an und für sich eine simple Sache, bei der man aber den Willen braucht, dies auch durchzusetzen. Nämlich diese: man muss die tägliche Energiezufuhr massiv runter fahren und nach Möglichkeit sollte man seine körperliche Betätigung, also Sport, gleichzeitig rauffahren. Dies hat das Ziel, täglich mehr Energie zu verbrauchen als seinem Körper zuzuführen. Nur wenn man dies lange genug durchhält beginnt der Körper nämlich, Fettzellen abzubauen.

Also sich bewußter ernähren ist der Schlüssel dazu. Dazu kommt, dass man nach neueren Erkenntnissen der Ernährungswissenschaftler genau drei Mahlzeiten am Tag zu sich nehmen sollte und nicht, wie früher häufig propagiert, fünf. Drei Mahlzeiten ist aber inzwischen die offizielle Empfehlung von Mediziniern (sofern man nicht Diabetiker oder älter ist), mit Pausen von vier bis fünf Stunden zwischen jeder Mahlzeit. Warum? Ganz einfach, um zu unterstützen, wie der Körper funktioniert. Nach jeder Mahlzeit schüttet die Bauchspeicheldrüse einen mehr oder weniger hohen Pegel an Insulin aus. Insulin im Blutkreislauf bringt die Fettzellen dazu, Fett einzulagern. Es dauert einige Zeit, bis der Spiegel dermaßen unten ist, dass die Zellen beginnen Fett freizugeben. Wenn man aber fünf Mahlzeiten oder mehr am Tag isst, dann sind die Zellen ständig nur auf Einlagerung von Fett gepolt und mit dem Abnehmen wird es schwerer.

Und natürlich ist die Nahrungsmittelindustrie in dem Punkt da, uns zu belügen. Die Leute da wissen doch ganz genau, was eine wirklich dauerhafte Diät benötigt, das ist nunmal eben mühsam und diese Mühen wollen nicht viele wirklich auf sich nehmen, also suchen sie irgendwelche Wundermittelchen, die vermeintlich das Gleiche leisten sollen. Die "Weight Watchers" beispielsweise gehörten lange Zeit zu Heintz, dem US-Ketchupproduzenten, der nach wie vor Essen für die herstellt. Die Nahrungsmittelhersteller wissen aber auch ganz genau, dass vielen Verbraucher einfach der Wille zu einer wirklichen Diät, genauer einer Umstellung ihrer Ernährung, fehlt und sie bereit sind, mehr Geld für Lebensmittel zu bezahlen, die den Anschein erwecken, "leichter" zu sein und einem so fast automagisch schlanker zu machen.

Von Diäten, die dabei den Verzicht auf eine Gruppe wie Fette, Kohlenhydrate oder ähnliches propagieren, sollte man ohnehin die Finger lassen. Sofern sie Erfolg bringen und nicht zu Mangelerscheinungen führen, dann ist der spätesten am Ende der Diät schneller wieder weg als ein Eiswürfel in der Sahara schmilzt. Das Ziel einer Umstellung der Ernährungsweise kann und muss es immer sein, sich möglichst vollwertig zu ernähren. Das bedeutet aber auch, dass man keine Nährstoffgruppe wie Fett ausspart, sondern diese in vernünftigen Mengen nach wie vor zu sich nimmt.

Warum? Beispielsweise daher, weil Fett eben auch Träger für Geschmacksstoffe ist und manche Vitamine (A, D, E und K) nur in Fett löslich. Wer also eine Karotte ohne Fett mampft, der wird kaum Vitamin A von der in seinen Körper kriegen.

Das nennt sich dann im Jargon dieser Industrie "functional food", also sowas wie Actimel von Danone (hoho, welch Käse!), Rama Creme Fine und vieles, anderes mehr. Die Leute denken "gut", obwohl sie in Wirklichkeit ja beim Gang auf die Waage merken, dass es nichts hilft, wollen sich aber betrügen lassen und werden so bereitwillig von der Industrie mit meist absolut minderwertigen Produkten abgemolken. So läuft das Spiel.

Der Mensch will eben betrogen und belogen werden, und in dem Punkt hat dann der Onkel Hassknecht da oben absolut recht: wer ständig nur alles möglichst billig haben will, wie die meisten Verbraucher, der muss sich dann auch nicht wirklich wundern, wenn er denn billig in die Regale und damit auf den Tisch gepackt bekommt. Gute Lebensmittel haben nämlich ihren Preis, den aber längst nicht alle bereit sind zhu bezahlen, dabei hat man letzten Endes deutlich mehr davon.

Und wenn man denn die Umstellung wirklich konsequent umsetzt, dann bedeutet das letzten Endes auch, dass man dem, was in den Supermärkten herum steht viel kritischer wird. Muss wirklich jedes Lebensmittel mit Chemie vollgepumpt werden, dass es nur so dröhnt? Das bringt als weitere Folge, dass man früher oder später deutlich mehr Obst essen wird und in der Küche stehen wird als früher sowie anders einkauft.

Wer übrigens auf der Suche nach einem gescheiten Programm zum Abnehmen ist, der kann sich neben den Weight Watchers mal "Abnehmen mit Genuss" von der AOK anschauen. Das ist fundiert und hat sich ebenfalls bewährt.

Es schadet auch nicht, sich einfach mal die Inhaltsliste eines Lebensmittels in Ruhe anzusehen; die mengenmäßig meisten Inhaltsstoffe kommen zuerst, da hat man dann schon eine gute Idee darüber, was da wirklich drin ist. Ein weiteres Feld sind Aromen, auch da wird sehr viel Mist getrieben. Dieser Artikel aus dem Manager Magazin ist da sehr erhellend. Und eine Lektüre der Artikel von Udo Pollmer hilft auch ungemein weiter.

Kleiner Exkurs: Dateisysteme unter Linux

Einfach mal so, gerade weil mir danach ist, ein kleiner Exkurs zum Thema "Dateisysteme unter Linux." Das sind die Arbeitspferde, die im Hintergrund eines Betriebssystems hoffentlich unbeachtet ihren Dienst tun. Sollten sie mucken, dann ist es wie Zahnschmerz: besser, man hat ihn nicht.

Zunächst einmal: was ist ein Dateisystem? Das ist eine Ablageorganisation für Dateien auf einem Datenträger (Festplatte, Bandlaufwerk, CD-Rom, Diskette...) des Computers. Es ist eine Abstraktionsschicht zwischen der Hard- und der Software: Dateien/Ordner müssen angelegt, umbenannt und gelöscht werden können. Die Dateien können dabei von sehr klein (einige wenige Bytes) bis sehr groß (mehrere Gigabyte und mehr wie bei Videos) im selben Dateisystem schwanken. Für unterschiedliche Einsatzzwecke gibt es dabei unterschiedliche Systeme.

Linux als quelloffenes Betriebssystem kommt dabei, im Unterschied zu Windows das im Grunde nur mit NTFS arbeitet, von Hause aus mit einer Myriade an unterschiedlichen Systemen daher. Hier nun in einigermaßen chronologischer, kurzer Auflistung die Wichtigsten.

ext2

ext2, die Abkürzung für Extended Filesystem 2, war lange Zeit der Betriebssystemstandard von Linux. Der Vorgänger war ext, welches sich wiederum an UFS von BSD orientierte. Im Grunde ist es inzwischen veraltet, da es maximal 16 TB als Dateisystemgröße erlaubt, was heutzutage schnell erreicht ist und kein Journaling (dazu später mehr) erlaubt.

Aber es ist ein robustes System und wird für diverse Zwecke, wie Bootpartitionen, nach wie vor gerne benutzt.

ReiserFS

Dieses System wurde von Hans Reiser entwickelt und brach mit etlichen Dingen. Es verwendete intern Bäume und war das erste System, welches ein brauchbares Journaling benutzte. Journaling war und ist die Antwort auf das Problem eines Stromausfalls. Setzte dieser ein, so musste beim anschließenden Dateisystemcheck bei ext2 die komplette Festplatte überprüft werden. Anfangs war das kein Problem, als dann aber die Platten zu Gigabytegröße und mehr anschwellten, wurde es das, denn der Check konnte so schlimmstenfalls einen stundenlangen Ausfall bedeuten, den man sich nicht leisten konnte oder wollte.

Journaling bedeutet dabei, dass das Dateisystem jedwede Änderung zuerst in ein Journal, im Grunde ein Transaktionslogbuch, schreibt und dann auf die Platte. Kommt es also zu einem Stromausfall, dann muss man nur noch das Journal verifizieren und hat danach wieder ein Dateisystem in einem konsistentem Zustand. Das dauert im Vergleich zu Dateisystemen ohne Journal höchstens wenige Minuten, dazu recht unabhängig von der Größe des Dateisystems. Ein Schutz vor Datenverlust ist aber auch das nicht, den bietet nur ein anständiges Backup. Das Journal ist nur dafür da, den Check deutlich zu beschleunigen.

ReiserFS Version 3 ist inzwischen in die Jahre gekommen und Reiser arbeitete danach an der Mutter aller Dateisysteme, ReiserFS 4. Dazwischen kam ihm allerdings, dass er seine Frau ermordete und man ihn dafür ins Gefängnis warf. Ein ehemaliger Mitarbeiter übernahm die Entwicklung, und während das System noch immer einige, wenige lautstarke Fans hat, so ist im Grunde vom Produktiveinsatz aller Reiserdateisysteme inzwischen abzuraten.

ext3

Dies ist eine Weiterentwicklung von ext2. Die Dateisystemgröße wuchs auf 32 Terabyte an, man spendierte dem System ein Journal und einen schnelleren Mechanismus, Dateien in Verzeichnissen anzuzeigen. Aber auch dies ist in die Jahre gekommen, aber es ist zu ext2 vom On-Disk-Format her weitgehend kompatibel.

ext4

Die Weiterentwicklung von ext3 und der aktuelle Stand, was diese Systeme anbelangt. Dies wird von vielen Distributionen nach wie vor als Standarddateisystem eingesetzt. Das Journal wurde verbessert, die Geschwindigkeit erhöht und die Dateisystemgröße ordentlich aufgemotzt, so dass diese momentan bei einem Exabyte liegt. Auch wie hier gilt: ältere Partitionen von ext2 oder ext3 können von dem System eingehängt werden, nach unten ist es nicht wirklich kompatibel.

Es ist ein robustes Dateisystem und wenn man nichts falsch machen will, dann greift man dazu, so schnell wird dieses nicht mehr veraltet sein.

JFS

JFS ist ein Dateisytem, welches ursprünglich von IBM 1990 für AIX entwickelt worden ist und steht dabei ganz einfach für Journale File System. Von den Eigenschaften her mit ext4 vergleichbar, aber fristet im Einsatz mehr ein Schattendasein.

XFS

XFS wurde 1994 von Silicon Graphics Inc. für deren eigenes Unix-Derivat entwickelt und später auf den Linux-Kernel portiert. Auch dies ist von den Features her mit ext4 vergleichbar, aber es ist eines der wenigen Dateisysteme, welches beispielsweise unter Linux eine garantierte Lese/Schreibleitung liefern kann, was beispielsweise für Videostreamingserver wichtig ist. Das System wurde dabei auf höchstmögliche Leistung getrimmt. Es ist ein stabiles, ausgereiftes Dateisystem.

Btrfs

Btrfs ist ein noch in der Entwicklung befindliches Dateisystem, welches eines Tages das Standarddateisystem von Linux sein könnte. Es wurde ursprünglich von Chris Mason, damals angestellt bei Oracle, eingeführt und die Features lesen sich dabei wie eine Kopie von ZFS von damals Sun. Btrfs ist ein sog. Copy-on-Write-Dateisystem, was bedeutet, wenn Dateien geschrieben werden, werden die alten Blöcke nicht überschrieben, sondern freie Stellen dafür genutzt und erst dann die alten frei gegeben. Es versieht jede Datei mit einer Prüfsumme, man kann es im laufenden Betrieb vergrößern oder verkleinern, Platten ein- oder aushängen und vieles mehr. Inzwischen wurde Sun von Oracle aufgekauft und Mason ist nun bei einer anderen Firma namens Fusion IO angestellt.

Da es aber noch offiziell als experimentell gilt, ist die Performance in vielen Bereichen verbesserungsbedürftig und es ist nicht als fehlerfrei anzusehen. Ein Einsatz im Produktivbetrieb ist nicht empfehlenswert. Wer ein COW-Dateisystem im Serverbetrieb haben will, der sollte lieber zu ZFS wie mit FreeBSD oder ZFS on Linux greifen. Da ist man eben einfach weiter und ZFS ist eben schon längst stabil.

ext5?

Ein ext5 ist unwahrscheinlich, da der Autor der ext-Dateisysteme selbst bisher in der Sache nichts hat verlautbaren lassen und außerdem Btrfs als zukünftigen, möglichen Standard ansieht.

Designing Skyrim

Joel Burgess hat bei sich einen extrem interessanten Artikel auf Englisch veröffentlicht, wie Bethesda Game Studios beim Entwerfen von Skyrim modular vorgeht. Wer schon immer mal wissen wollte, welche Art von Baukastensystem da vorherrscht und welchen Aufwand man dafür betreiben muss, der sollte es unbedingt mal in einem ruhigen Moment lesen. Es ist höchst interessant, wie da ein mit 90 Personen recht kleines Team eine solch große Spielewelt gestalten konnte, wofür andere Spiele deutlich größere Entwicklungsteams beschäftigen.