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Boredom of Draenor oder: gut gemeint ist noch lange nicht gut gemacht

Blizzard wollte ja mit seinem neuen Addon „Warlords of Draenor“, das inzwischen bei vielen „Boredom of Draenor“ oder auch „Borelords of Draenor“ genannt wird, vom Start weg vieles anders, besser und vor allem richtig machen.

Also war die Idee, man schafft eine parallele Zeitlinie und lässt das Gebiet einer der bisher beliebtesten Erweiterungen, nämlich von „The Burning Crusade“ vor seiner Verwüstung wiederauferstehen. Dies hatte für viele seinen Reiz, weil TBC von vielen als eines der besten oder gar das Beste Addon bisher angesehen wird, die Meinungen teilen sich da zwischen „Wrath of the Lich King“ und dem eben auf.

Blizzard wollte auch das Raiden vereinfachen; früher waren häufig die größten Beschwerden aus dem Raidlager, dass man neben dem Raid zu viel Zeit für Dailies, Berufe und Farmen aufbringen müsste und außerdem das Twinken viel zu lange dauern würde.

Blizzard hat auf all diese Beschwerden reagiert und gewaltige Veränderungen eingebaut:

  • gegen eine Gebühr von 50€ kriegt man jeden beliebigen Charakter von 1 direkt auf 90 katapultiert und ein solcher Boost liegt jeder Erweiterung kostenlos beim Kauf bei,
  • jeder Spieler bekommt nun eine Art Farmville in WoW verpasst, nämlich die Garnison. In der Garnison kann man sich im Laufe der Zeit so ziemlich alles herstellen lassen, was einem das Herz so begehrt und wird zum reinen Selbstversorger. Berufe skillen oder noch Materialien und Rezepte für seine Berufe sammeln? Sinnlos, das macht nun die Garnison. Noch Sachen im Auktionshaus kaufen oder verkaufen? Vieles dank der Garnison nun überflüssig.
  • die Zeit selber, die man benötigt, um ohne Instanzen einen Charakter von Level 90 auf Level 100 zu bringen, dürfte je nach Geschwindigkeit des Spielers ca. 15-20 Stunden benötigen. Und das für 10 Level, so schnell ging das bisher kaum, das Maximallevel zu erreichen,
  • das Umschmieden wurde komplett entfernt,
  • jeder Charakter erreicht automatisch Trefferwertung/Waffenkunde-Caps,
  • die meisten Sockelsteine, Sockel und Verzauberungen wurden entfernt,
  • die Charakterwerte (Stats) wurden vereinfacht, alte Werte gestrichen und (zu viele) neue Werte eingeführt, von denen die Entwickler einen Teil schon wieder wie Mehrfachschlag entfernen wollen,
  • in die heroischen Inis kommt man nur noch rein, wenn man in der jeweiligen Skillung mit dem jeweiligen Charakter die Feuerprobe auf Silber besteht – für manche offenkundig ein Ding der Unmöglichkeit, an dem sie schier verzweifeln,
  • der LFR wurde weiter vereinfacht, ein Flügel soll aktuell nur noch 15-20 Minuten dauern. Ob das stimmt, keine Ahnung. Jedenfalls sieht nun die Rüstung aus dem LFR optisch deutlich schlechter als die Rüstung aus den normalen Raids aus und Setboni gibt’s auf den Rüstungen im LFR auch keine mehr,
  • Berufe bringen keinerlei Boni mehr für die Charakterwerte,
  • alle Klassen wurden radikal vereinfacht, Zauber gestrichen oder zu passiven Talenten umgewandelt. In der Beta verkündeten die Entwickler stolz, man könne nun den Gleichgewichtsdruiden, also die Eule aka Moonkin, nun problemlos mit dem Controller einer Xbox spielen. Vielen Spielern sind die Klassen nun deutlich zu einfach und deutlich zu sehr fader Einheitsbrei geworden.

Dazu kommt noch als fragwürdige Dreingabe, dass Fliegen auch auf dem Maximallevel nicht möglich ist und auch im kommenden Patch weiterhin nicht möglich sein wird. Gerade dieses Flugverbot spaltet die Spielerschaft sehr extrem.

In meinen Augen ist Warlords of Draenor ein extrem auf die Raid zugeschnittenes Addon, das die Raider bedienen soll, indem es den Arbeitsaufwand abseits des Raids massiv reduziert hat. Nebenbei hat es aber auch so ziemlich alle Berufe kaputt gemacht, denn wozu noch die Arbeit machen, wenn man das Meiste von der Garnison auch so geliefert bekommt? Dazu kommt auf viele Berufe aktuell ein Cooldown.

Gerade aber dass es die Berufe kaputt gemacht hat, nehmen Blizzard viele Spieler übel, die eben weder wirklich PVP noch Raids gemacht haben, sondern eben lieber Twinks gebaut und im Auktionshaus ihren Spaß gehabt haben.

Außerdem ist ein weiteres Problem ganz einfach, dass sich vieles sehr stark wie mit der heißen Nadel gestrickt anfühlt und es im Endspielbereich eben außer Raids und PVP gefühlt deutlich weniger zu tun gibt als früher. Viele Spieler beklagen die mangelnde Vielfalt und Langeweile, sowie dass man ja im Prinzip nur noch in der Garnison rumhängt, weil man da zwar der Kommandant ist, aber diese ständig wie in Farmville am Laufen halten müsse.

Und ich kann es durchaus nachvollziehen. Für Spieler, die eben keiner der großen, beiden klassischen Bereiche anspricht, ist Warlords of Draenor in der Tat eher mit Inhalten dünn besät. Es sind zu Beginn des Addons ja mindestens drei Millionen Abos wieder reaktiviert worden, aber ich denke, davon werden auch sehr viele schneller wieder weg sein, als Blizzard lieb ist, denn für viele haben sie’s diesmal ordentlich vergeigt.

World of Warcraft als Sucht

Heute möchte ich mal ein wenig über ein Thema schreiben, das viele nicht mehr hören können oder wollen, aber dennoch seine Wichtigkeit hat, nämlich World of Warcraft als Sucht. Gibt es was, wie passiert das, was ist daran schuld oder ist das alles nur ein hysterisch aufgebauschtes Mediengetue, um da friedliche Spieler in die Pfanne zu hauen wie RTL das getan hat?

Zunächst einmal starte ich mit folgender Feststellung:

Ja, World of Warcraft kann süchtig machen!

Wichtig dabei ist: es kann dies tun, es muss dies nicht zwangsweise tun. Es kommt dabei auf die Person vor dem Gerät an, ob die gefährdet ist oder eben nicht. Die meisten Spieler haben das mehr oder weniger gut im Griff, aber es gibt dennoch Menschen, die sich an das Spiel (oder andere wie League of Legends, Day of the Ancients 2 usw.) verlieren.

Die erste, wichtige Frage in dem Zusammenhang ist ganz einfach diese: wie definiert man in diesem Kontext denn nun eigentlich Sucht?

Die Weltgesundheitsorganisation definiert Sucht folgendermaßen, und der Definition schließe ich mich an:

  • Unbezwingbares Verlangen zur Einnahme und Beschaffung des Mittels
  • Tendenz zur Dosissteigerung (Toleranzerhöhung)
  • Psychische und meist auch physische Abhängigkeit von der Wirkung der Droge
  • Schädlichkeit für den Einzelnen und oder die Gesellschaft
  • Verlust der Kontrolle über das eigene Verhalten.

Auf WoW übertragen ist Sucht die Unfähigkeit, WoW verantwortungsvoll zu spielen. Verantwortungsloses Spielen kann einen davon abhalten, persönliche Ziele zu verwirklichen und Beziehungen zu Freunden und der Familie schädigen.

Oder anders gesagt: es sind Menschen, die ihr Leben dem Spiel unterordnen und nicht umgekehrt. Wo die Grenzen für verantwortungsvolles Spiel sind, ist dabei von Person zu Person verschieden.

Und wahre Geschichten von Leuten, die durch das Spiel sehr viel verloren haben, gibt es genug, wenn man nur einmal ein wenig forscht. Aber zuhören muss man ihnen schon selber.

Aber WoW ist doch nur ein Spiel – oder?

Ja, WoW ist nur ein Spiel. Ein Spielautomat in einer Gaststätte ist auch erstmal nur ein Stück Technik, das rumhängt und auf Kundschaft wartet, und dennoch gibt es genügend Leute, die solchen Automaten hoffnungslos verfallen sind. Da darf man sich mal nicht täuschen.

Auch wenn WoW nur ein Spiel ist, so gibt es dennoch einige Sachen, die es von anderen Spielen deutlich unterscheiden. Das Wichtigste dabei ist, dass einfach immer etwas los ist und passiert. Auch wenn man schläft, so passiert was im Spiel und man bekommt das möglicherweise nach dem Einloggen mit.

WoW erlaubt es nicht, Spielstände zu speichern. Wenn man gewisse Tätigkeiten erledigen will, dann muss man diese entweder am Stück erfolgreich erledigen (mitunter braucht man dazu Mitspieler) – oder macht es eben gar nicht. Gerade dadurch ist aber für gewisse Ziele ein gewisses Mindestengagement einfach nötig.

Das Hauptspiel in WoW findet auf dem Endlevel ab 90 statt. Man kann sich entweder im PvP versuchen, oder aber probiert es im PvE. Mancher züchtet einfach haufenweise weitere Charaktere.

Die grundlegenden Triebfedern für WoW sind dabei diese:

  • es gibt haufenweise für alle möglichen und unmöglichen Taten Erfolge. Diese kann man sammeln, sich dieser freuen oder damit angeben. Manche Erfolge sind schwerer als andere, und wenn man einen Erfolg schafft, dann gratulieren fast alle einem dazu und man wird dadurch motiviert, weiter zu machen. Dadurch, dass es sehr, sehr viele Erfolge gibt, ist die mögliche Motivation und das aufpolierte Selbstbewußtsein sehr hoch.
  • die Leistungsfähigkeit des eigenen Charakters hängt neben dem Spielverständnis sehr, eigentlich zu sehr von den angelegten Aufsrüstungsgegenständen oder Items ab. Nur um sich komplett auszurüsten, braucht man Wochen wenn nicht länger. Kaum ist man damit fertig, muss es dann noch ein Zweitcharakter sein, dne man ausrüstet oder der neue Schlachtzug kommt heraus und die bisherigen Gegenstände sind hoffnungslos veraltet, so dass man sich wieder mühsam eine neue Ausrüstung erarbeiten muss. Und das dauert dann. Das ist es, was viele die Itemspirale nennen. Im Grunde ist es wie ein Esel, an dessen Rücken man einen Stock mit einer Karotte befestigt, die vor seiner Schnauze baumelt und er rennt ständig durch die Gegend. Das Spiel lässt sich damit beliebig verlängern, wenn man nur für genügend Nachschub sorgt, und genau das macht Blizzard.
  • Neben der geplanten Veraltung der Gegenstände ist – und damit sind wir wieder beim Spielautomat – eine weitere Triebfeder von WoW im Bereich des PvE im Grunde reines Glücksspiel. Und das geht so: jemand, meinetwegen ein Druide, will unbedingt endlich eine neue Waffe bekommen, weil seine bisherige noch aus dem alten Schlachtzug ist. Er weiß aber genau, im aktuellen Schlachtzug gibt es diese erst bei Boss drei und später Boss 14. Boss 14 hat seine Gruppe noch nicht legen können, also hofft er Woche für Woche darauf, dass es bei Boss 3 dabei ist. Nun hat Boss 3 insgesamt einen Fundus von 22 unterschiedlichen Gegenständen, den seine Leiche nach erfolgreicher Bewältigung präsentiert. Wieso ausgerechnet 22 Gegenstände? Es gibt im Spiel aktuell 11 spielbare Klassen, also pro Boss für jede Klasse zwei mögliche Gegenstände. Wenn denn bei 10 Leuten im Raid er also zwei Gegenstände präsentiert, dann gibt es eine Chance von 2/22 pro Woche, dass die Wunschwaffe darunter ist. Eine Überprüfung auf bisherige Beute findet nicht statt, und genau das ist eben Glücksspiel. Genau das erzeugt bei vielen eine Menge Frust, aber weil sie dann häufig eben doch nicht aufgeben, auch große Glücksgefühle, wenn sie die Wunschwaffe/objekt endlich bekommen.

Nur ist der Unterschied zwischen Spielautomaten und WoW, dass Spielautomaten erst ab 18 Jahren legal genutzt werden dürfen. WoW aber ist ab 12 Jahren freigegeben, obwohl es in dem Bereich Spielautomaten stark ähnelt. Gut, man verliert in WoW allerdings kein Geld, aber die Mechanismen dahinter sind dieselben.

Im Grunde ist es in WoW also so, dass es eben immer und ständig, stetig und überall etwas zu tun gibt. Es ist, wenn man so will, für viele eine endlose Plackerei mit dem Ziel, sich zu verbessern nur um dann mal wieder festzustellen, dass es neuen Schlachtzug, neues Glück und Beute gibt. Diese Erneuerung gibt es ständig und es wird von Blizzard forciert. Die wären ja auch schön blöde, wenn nicht. Nun möchte ich Blizzard keinerlei böse Machenschaften unterstellen, aber sie sind eben eine Firma, die ihr Geschäft am Laufen halten muss, das in dem Bereich auf einem Abomodell basiert. Also tun sie alles, um die Spieler möglichst lange ans Spiel zu binden, denn je länger sie spielen, desto länger zahlen sie.

Die Community im Spiel übrigens ist häufig kein Grund mehr noch zu spielen. Die ist einfach inzwischen viel zu sehr für den Arsch.

So. Natürlich sagt jemand, den man vor einem Aldi befragt ob er Aldi gut findet kaum, dass er Aldi hasst. Dementsprechend werden die wenigsten aktiven Spieler in WoW sagen, dass sie ein WoW-Problem haben. Die meisten haben keines, und diejenigen, die eines haben könnten oder haben, erkennen es oft einfach nicht.

Sollte man aber der Meinung sein, dass WoW einen beherrscht und nicht umgekehrt, dann ist die berechtigte Frage: wie kann man das schaffen?

1. Man sollte offen zugeben, dass man ein Problem hat und mit anderen darüber reden. Das ist der Anfang und verdammt hart, aber die Einsicht in den Fakt, dass einen das Spiel beherrscht und nicht umgekehrt ist der erste und vor allem wichtigste Schritt zurück in ein selbstbestimmtes Leben.

2. Man sollte sich mal dies überlegen: man soll mal an den Tag zurückdenken, an dem man das Spiel das erste Mal gespielt hat. Hätte man es damals gekauft, wenn man schon damals alles gewusst hätte, was man heute weiß? Dann sollte man sich dies vorstellen: angenommen, man spielt das Spiel in zwei Jahren noch und denkt an den heutigen Tag zurück, an dem man die Entscheidung fällte, weiter zu machen oder aufzuhören. Wie fühlt es sich dann an, wenn man weiter machen würden?

3. Finde heraus, was deine Sucht verursacht hat. Was genau ist es, was einen an WoW so fasziniert? Sind es die Kontinente, die man niemals besuchen kann? Ist es die Rolle als Tank oder Magier? Was auch immer es ist, man sollte die durch WoW erzeugte Freude minimieren und versuchen, statt dessen sich neue Hobbies im wirklichen Leben zuzulegen, die einen mindestens genau so befriedigen. Sei es das Erlernern von Kampfsport, das Lesen von Büchern, das Abhalten eines LARPs und anderes mehr.

4. Man besorge sich selber einen schnellen Burnout. Also man setze einen Privatserver auf, levele da ein wenig, gebe sich Adminrechte und sieht im Grunde wie schnell man Level haben könnte. Dies zerstört ziemlich sicher die Faszination und zeigt WoW als das, was es ist: es ist nur eine Simulation mit künstlichen Regeln. Danach fühlt sich meist das Spiel auf den offiziellen Servern einfach nur noch wie ein Hamster in einem Drehrad an.

5. Suche dir Mitstreiter! Vieles geht in einer Gruppe besser und viele spielen WoW im Grunde nur deshalb, weil ihre Freunde es spielen. Es kann auch helfen, seine Familie und Freunde um Mithilfe zu bitten.

6. Nutze die elterliche Freigabe! Es gibt im Battle.net die Möglichkeit einer elterlichen Freigabe, um Spielzeit und -dauer zu beschränken. Man setze diese selbst und vergebe ein so kompliziertes Password, dass man besser schnell vergisst. Oder noch besser, man bittet einen Freund oder Familienmitglied darum, für einen diese Freigabe einzurichten.

7. Verplane deine Freizeit anderweitig! Ein guter Weg ist es, sich einen Nebenjob zu suchen, um die mögliche freie Spielzeit zu reduzieren. Oder man unternimmt was mit Freunden, betreibt Sport, engagiert sich ehrenamtlich. Wichtig dabei ist, dass diese Dinge außer Haus statt finden, fern vom Computer. Es gibt sehr viele Dinge, die mindestens genau so spannend sind wie WoW und eine Gilde ist kein Ersatz für echte Freunde.

8. Verschenke dein gesamtes Inventar und lösch all deine Charaktere! Dies ist keine einfache Lösung für das Problem, aber es fühlt sich wie ein Reset an. Wenn kein Charakter mehr spielbereit auf Level 90 da ist, der einen lockt, verliert man die Bindung zum Spiel. Es kann aber auch zum Bumerang werden und in einen den Wunsch erzeugen, erneut zu leveln.

9. Verkaufe deinen Account! Es gibt genug Leute, die für einen gut ausgerüsteten Account immer noch einiges an Geld bezahlen.

10. Bezwinge das Spiel! Wenn alles andere nichts hilft, dann sollte man spielen bis man den Höchstlevel erreicht. Dann schaue man auf den Weg dahin zurück, und überlege sich mal, ob es das wert war.

11. Unternehme Sachen im wirklichen Leben, die sich für dich auszahlen wie Kochen lernen, Fitness betreiben oder erste Hilfe und mindestens dieselbe Befriedigung wie das Leveln verschaffen.

12. Lerne Blizzard zu hassen. Das mag zuerst seltsam klingen, aber wenn man gewisse Standards entwickelt wie den Wunsch, von den Gamemastern immer fair behandelt zu werden, genau auf Bugs achtet und die Unvollkommenheit im Spiel sowie ein sich ein wenig mit den Gechäftsmethoden von Blizzard auseinandersetzt, könnte es sein, dass man irgendwann das Gefühl bekommt, dass eine andere Firma das eigene Geld viel mehr verdient hat.

WoW Mists of Pandaria: The good, the bad and the ugly – ein Fazit zur aktuellen Erweiterung

World of Warcraft 5.4 ist nun in seiner endgültigen Raidsaison angelangt, mit der ebenfalls eine neue PVP-Saison eröffnet wurde. Ein Patch 5.5 zur Vorbereitung auf die kommende Erweiterung – vermutlich erscheint die Ende 1. Quartal oder irgendwann 2. Quartal 2014 – ist noch ziemlich sicher. Danach war es dann erst einmal mit Pandaria und der Zirkus zieht weiter. Zeit also, mal ein kleines Fazit zu ziehen, was denn nun an der Erweiterung „Mists of Pandaria“ gut und was denn schlecht war.

The good

Eindeutig gut waren an der Erweiterung die Schlachtzüge, die sich im Gegensatz zu Drachenseele äußerst ansprechend gestaltet und auch vor allem als nicht allzu leicht zeigten. Das begann schon mit Mogushangewölbe und dem Gruppenfilter Steinwache sowie Elegon darin, ging weiter mit dem Thron des Donners und gipfelte nun im Schlachtzug „Schlacht um Orgrimmar“, in dem man Garrosh höchst selbst verprügeln darf. Am Ende rettet denn sogar Varian Wrynn Garrosh das Leben, damit dem in Pandaria der Prozess gemacht werden kann und der Häuptling der Dunkelspeere, Vol’jin, wird zum neuen Kriegshäuptling der Horde gewählt.

Blizzard hat seine Liebe zu epischen Schlachtzügen mit 12 Bossen und mehr wieder entdeckt und dieser gefröhnt.

Ebenfalls gut war, dass Blizzard es tatsächlich geschafft hat, neue Inhalte zuverlässig in kurzem Zeitraum zu liefern. Alle sechs Monate gab es einen neuen Schlachtzug – T14: Mogushangewölbe, Herz der Angst, Terrasse des endlosen Frühlings, T15: Thron des Donners, T16: Schlacht um Orgrimmar – so dass es wirklich für jeden genug zu tun gegeben haben dürfte, denn die Möglichkeiten gingen da so schnell nicht aus.

Überhaupt Pandaria: der ganze Kontinent selber ist einfach der bisherige Gipfel von Blizzards Schaffenskraft, er ist sehr liebevoll gestaltet und eben eine Hommage an Fernost. Natürlich nahm man auch da wieder ordentlich Anleihen an die Geschichte, so soll beispielsweise dem Donnerkönig Lei-Shen Qin Shihuangdi, der erste Kaiser Chinas, als Vorbild gedient haben.

Ebenso war das Aufholen für Nachzügler recht einfach. und auch abseits der Raids gab es genug zu tun, wie beispielsweise die Kampfgilde, die Szenarien oder wenn man Hexenmeister ist die Questreihe für das grüne Feuer.

Ebenfalls als gut zu bewerten ist die Einführung des flexiblen Schlachtzugs mit Patch 5.4 – das hat dem Raiden einen ordentlichen Auftrieb gegeben.

Auch sind die Ackerbauern nicht zu verachten, überhaupt war Gold für Leute, die sich nur ein wenig umtummelten, in dem Addon sicherlich kein Problem. Es gab genug davon und wenn nicht – macht man eben ein paar Dailies, fertig.

Ein Novum war es ebenfalls, das seit langem sich eine Erweiterung wieder im Grunde hauptsächlich um den Dauerkonflikt zwischen der Allianz und Horde drehte und man nicht irgendeinen Oberbösewicht wie Arthas oder Todesschwinge ersann, gegen den beide gemeinsam kämpften.

Auch war die Einführung von Dungeons im Herausforderungsmodus (Challenge Mode) eine gute Sache, die für Kurzweil sorgte, es machten nur allerdings wirklich wenige sich auf, das zu probieren.

Mir persönlich gefiel die mit Patch 5.2 eingeführte Insel des Donners als Daily Quest Hub besonders gut: man konnte sich entscheiden, ob man PVE oder PVP machen wollte, sie wurde phasenweise frei geschaltet und mit Hilfe von Soloszenarien wurde die Geschichte vorangetrieben.

Die Gegenstandsaufwerter, genannt Leerenbinder, waren auch eine der besseren Ideen: so hatte man was länger von seiner Rüstung und konnte den aktuellen Raid, wenn man wollte, individuell ein wenig vereinfachen. Außerdem lohnte es sich so, Tapferkeitspunkte zu farmen.

Mir persönlich gefallen auch die Haustierkämpfe, ideal in Raidpausen und die Pandaren als Rasse. Mit den Pandaren konnte sich ja nicht jeder anfreunden, aber sie sind eben schon seit langem Bestandteil der Lore und nun eben auch im Spiel eingebaut und verfügbar. Damit muss man leben.

The bad

Wo viel Licht ist, da ist auch viel Schatten. Längst nicht alles an der Erweiterung ist gut und keine Erweiterung verlor bisher so viele zahlende Kunden wie diese. Wo also liegen deren Schwächen?

Zunächst einmal im PVP: das hat Blizzard ordentlich in den Boden gerammt. Den PVPlern schmeckte es absolut nicht, das mit jedem Patch die standardmäßige PVP-Abhärtung stückweise angehoben wurde, man war anfangs bei 40%, dann bei 60% und ist nun irgendwo bei 72% (Abhärtung bedeutet man nimmt weniger Schaden im PVP).

Dann fehlte Blizzard irgendwie in Mists of Pandaria ein wenig der rote Faden, und was sie eigentlich wollen: mit 5.0 wurde die Grenze von 25 Tagesquests (Dailies) aufgehoben und man bekam anfangs sechs satte Ruffraktionen mit teilweise wirklich extrem lieblos gestalteten Dailies (Goldener Lotus FTW), bei denen der Rufanstieg langsamer vonstatten ging als das Pech in dem einen Experiment in Australien tropft. Dazu kam, das manche Ruffraktionen voneinander abhängig waren, man konnte erst bei der nächsten Fraktion Ruf erwerben, wenn man den goldenen Lotus auf einem gewissen Niveau hatte. Extrem unschön, daher so war es und das brachte daher dem Addon am Anfang den Spottnamen „Mists of Farmdaria“ ein. Blizzard hatte es einfach damit am Anfang deutlich übertrieben, nun sind sie ins exakte Gegenteil verfallen. Dazu später mehr.

Ebenfalls unschön ist der Anstieg des Itemlevels innerhalb des Addons, es dürfte bisher kein Addon gegeben haben, in dem der so krass gewesen ist wie in diesem. Die heroischen Inis beispielsweise waren auf Gearscore 430 hin designed worden, nun wirft er aktuelle Raid im Flexmodus schon Gearcore 540 ab, Normalmodus 563. Das bedeutet nichts anderes, als dass die „heroischen Dungeons“ inzwischen wertlos geworden sind, und heroisch waren sie noch nie. Inzwischen reicht ein gut ausgerüsteter Schadensmacher alleine aus, um da wie Butter durch zu marschieren. Wenn das so weiter ginge, dann würden im nächsten Addon alle mit GS > 600 herum laufen und jeder mindestens eine Million Leben haben. Selbst Blizzard hat da inzwischen ein Einsehen gehabt und für die kommende Erweiterung eine Gegenstandsquetsche angekündigt, um das wieder in sinnvollere Bereiche zu bringen, die alternative Idee des Megaschadens haben sie verworfen.

Überhaupt der spielerische Anspruch in der Levelphase und den heroischen Dungeons ist nicht mal mehr ansatzweise vorhanden; das Spiel ist einfach viel zu einfach geworden. Das ist einfach nur noch schlecht, und der Sprung davon ins meinetwegen Raidgeschäft ist dann enorm.

Die mit Patch 5.3 eingeführte und nur da aktive wöchentliche Quest im nördlichen Brachland war eine radikale Abkehr von den bis dahin stattfindenden Dailies: man musste gewisse Vorräte sammeln und bekam dafür dann 200 Tapferkeitspunkte. Das Ganze dauerte, wenn man nur die Kommandanten kloppte, maximal 45 Minuten und man war damit durch. Einerseits schnell verdiente Taperkeitspunkte, andererseits für eine neue Quest Hub deutlich zu wenig.

Schlecht ist auch, das im Grunde des Spiel nur noch fast auf den Endbereich hin ausgerichtet worden ist: Leveln macht so nicht mehr wirklich Spaß, sondern ist nur noch reiner Mittel zum Zweck.

Und dann gäbe es da noch die „legendäre Questreihe“ um den schwarzen Prinzen Furorion, den letzten unverderbten Schwarzdrachen Azeroths. Da gibt es im Grunde drei Belohnungen, nämlich einmal einen speziellen Stein für shaberührte Waffen, einen speziellen Metastein für Helme und einen legendären Umhang GS 600. Den speziellen Stein für Waffen jedenfalls kann man schon nicht mehr verwenden, und ob das so gut ist, sei mal dahin gestellt. Später zu der Reihe noch mehr.

Dazu kommt der LFR, also „Looking for raid“, der Raidfinder für Leute, die keine Zeit/Lust haben, sich eine feste Gruppe zu suchen. Einerseits eine schöne Sache, andererseits ist es da drin schlimmer oft als bei RTL und vor allem gerade dieser ist Nachrüstmechanismus Nummer Eins. Wirklich Spaß macht der nicht mehr.

Ach ja, überhaupt Rüstung: Blizzard könnte auch mal darüber nachdenken, ob der jetzige Mechanismus mit dem Zufallsgenerator der eben nicht prüft, ob man schon gewisse Rüstungsteile hat, noch wirklich zeitgemäß ist. Es gibt Leute, die wochenlang einer Waffe aus der Saison hinter her rennen und das ist nicht mehr besonders schön.

Und dann wären da noch die Münzen: es gibt auf einmal wieder so viele, unterschiedliche Münzen, dass es nicht mehr schön ist. Jede Raidsaison eine eigene, da soll man nochmal durchblicken – und im Grunde kann man sich für Gerechtigkeitspunkte irgendwann nichts sinnvolles mehr anschaffen. Da herrscht Handlungsbedarf.

Ja, schlecht war auch der Anstieg in der Schwierigkeit vom LFR zum normalen Schlachtzugsmodus, deutlich zu steil, hart und schroff. Das hat Blizzard inzwischen mit der Einführung des flexiblen Schlachtzuges behoben.

Schlecht ist auch, dass man für die legendäre Questreihe zwei Schlachtfelder erfolgreich bestreiten muss, nämlich den Tempel von Katmogu und die Silberbruchmine. Das ist einfach nur unschön.

The ugly

Nun wird es richtig hässlich, was geht in der Erweiterung absolut nicht? Zu allererst und überhaupt die Community, die im Grunde zu einer asozialen Uncommunity verkommen ist. Es gibt kaum ein Spiel, das Neulingen asozialer und unfreundlicher gegenüber ist wie WoW. Die Community ist absolut nichts, worauf Blizzard stolz sein könnte noch womit man noch werben könnte. Im Grunde sind viele nur noch auf ihren eigenen Vorteil bedacht, man gesteht dem Gegenüber das Machen von Fehlern nicht zu und jedwede Community, die mit besonderer Abscheu wie in WoW die Wörter „Noob“ für Neuling, die Phrase „L2P“ für „learn to play“, also lern erstmal gescheit spielen und „Casual“ für Gelegenheitsspieler als Schimpfwort gebraucht, kann nicht mehr besonders knusper sein.

Weiterhin ist der Aufwand inzwischen übel und total übertrieben, den man betreiben muss, wenn man seinen Charakter im PVE-Endspiel oder PVP betreiben muss. In der Levelphase braucht man im Grunde nur einen Bruchteil seiner Fähigkeiten, man kommt locker solo durch, aber im Raid auf einmal wird man zuerst mit einem Handbuch von 40 Seiten Din A4 erschlagen, das man besser lesen sollte, um seine Klasse ordentlich fahren zu können. Und natürlich stammen diese Infos, genannt Guide, nicht von Blizzard selber, sondern von engagierten Spielern. So etwas schreckt einfach nur deutlich mehr ab, als dass es nützt. Nur weil man gewisse Sachen möglichst komplex gestaltet, heißt das noch lange nicht automatisch, dass es deswegen auch automatisch gut wird.

Im Gegenteil: die besten Spiele, die sich lange halten, haben im Grunde recht einfache Regeln (wie Dame), aber sind gerade deswegen leicht verständlich und motivieren dauerhaft. Denn trotz dieser einfachen Regeln gibt es eine ungeheure Spieltiefe. Blizzard hat ja mit dem Entrümpeln der alten Talentbäume vorgemacht, dass sie es können, also sollten sie in der nächsten Erweiterung auch mal den Mut haben, das bei den Klassen entsprechend zu machen. Übrigens ist es auch unschön, das gefühlt jede Klasse inzwischen fast alles kann und es mehr und mehr zu einer Art Einheitsbrei verkommt und das vormals scharfe Profil mancher Klasse inzwischen verschwimmt.

Absolut hässlich waren die vielen Bauarbeiten, die Blizzard jeder Klasse im Laufe dieses Addons angediehen ließ: da hatte man wirklich das Gefühl, sie wissen nicht, was sie wollen und selbst die neue Klasse Mönch blieb davon nicht ungeschoren, sondern wurde fast neu in diesem Addon erfunden.

Ebenfalls unschön ist die mit Patch 5.4 eingeführte zeitlose Insel, die die Amis in Anlehnung an die Bezeichnung „timeless isle“ inzwischen als „timewaste isle“, also Insel der Zeitverschwendung bezeichnen. Auf dem Papier las es sich soll: eine Insel mit nur einigen, wenigen Dailies, die man ansonsten selbständig erkunden kann und mit dynamischen Weltereignissen, an denen man teilnehmen kann, wenn man will.

Liest sich toll, aber die Umsetzung ist einfach eine Katastrophe: die Insel selber ist für stark bevölkerte Realms wie Aegwynn viel zu klein geraten, und im Grunde gibt es auf ihr vor allem eines zu tun: stupide Mobs kloppen. Wenn man das tut, bekommt man zeitlose Münzen und erwirbt so Ruf bei Kaiser Shao-Hao, für den man dann wiederum bei dessen Rüstmeister Spaßobjekte bekommen kann. Das ist in Ordnung für die Leute, die das wirklich wollen, die sind dann damit wochenlang beschäftigt, denn für den Raidbetrieb/PVP ist die Insel nicht nötig. Es geht auch ohne, wer aber für 100.000 zeitlose Münzen und ehrfürchtigem Ruf beim Kaiser die Zügel für die neue Wolkenschlange haben will, der braucht eben grob geschätzt seine drei bis vier Wochen mindestens dafür. Dafür ist die Insel da.

Und die Insel dient vor allem als Aufholmechanismus für Twinks; es gibt überall Truhen, in denen es dann zeitlose Rüstungsteile GS 496 gibt, die an den Account gebunden sind und man benutzen kann. Die Werte darauf sind manchmal leicht zufällig generiert, aber mit ein wenig Arbeit schafft man es in ein bis zwei Stunden einen frischen 90er immerhin in den aktuellen LFR bringen zu können. Das ist dann das Einzige, wofür sie wirklich taugt.

Absolut übel aber ist auch der legendäre Umhang aus der Questreihe um Furorion: einerseits ist er ein wirklich schönes und auch brauchbares Teil. Er ist immerhin GS 600, aufgewertet GS 608 und damit sicher bis zum Ende der Erweiterung „best in slot“, also das Nonplusultra. Hat man den erst einmal, dann braucht man da nichts anderes mehr.

Das wäre noch in Ordnung, wenn der Umhang nur von den Werten her so gut wäre, aber nein, er hat auch noch einen speziellen Effekt, der zur jeweiligen Spezialisierung passt und zufällig aktiv ist. Dieser Effekt hat es aber in sich, oft genug macht dieser Zufallseffekt dann in Raids 8-10% der jeweiligen Leistung einer Klasse aus, beispielsweise bei Heilern. Das habe ich schon oft genug so erleben dürfen. Er ist damit extrem mächtig, eigentlich schon übermächtig und im Grunde ein Teil, das man für einen gescheiten Raid haben will, ja haben muss – mancher Raid besteht darauf.

Und da wird es dann problematisch, denn da geht es ins konzeptionelle: WoW war schon immer ein Spiel, in dem man neben dem eigenen Spielvermögen auch die dazu passende Ausrüstung benötigte. Das ist nichts Neues, aber jetzt gibt es auf einmal ein Stück Ausrüstung, das alleine getragen durch reinen Zufall 8-10% der Spielleistung ausmacht und dessen Erwerb selbst wenn alles klappt mindestens drei bis sechs Wochen dauert, wenn nicht gar mehr. Denn der Questfortschritt bei der legendären Reihe ist einzig und alleine an den jeweiligen Charakter gebunden, nicht an den Account, und will man mit einem Twink raiden gehen, dann muss man mit dem erneut die komplette Reihe durchmachen.

Und das ist einfach nur noch ein konzeptioneller Fehlschlag, denn es hält viele Twinks davon ab, in die Raids zu gehen. Besser wäre es da, Blizzard hätte den Questfortschritt an den Account gebunden – das haben sie aber nicht. Erwerben kann, wenn man ausdauernd genug ist, diesen Umhang jeder. Aber der zeitliche Aufwand ist so immens, dass man das nicht für mehr als einen Charakter machen will.

Übel ist auch, wie sich inzwischen viele Realms zu Geisterrealms entwickelt haben und Blizzard verdient daran, hat bisher nichts dagegen unternommen und das Feature, welches die Probleme beheben soll – die virtuellen Realms – kommt erst irgendwann. Immerhin ist es bei zwei US-Realms inzwischen im Probebetrieb. Die kleinen Realms werden so immer kleiner, die vollen wie Aegwynn, Blackmoore und Antonidas aber immer voller.

Fazit

Wo viel Licht ist, da ist auch eben viel Schatten. Mists of Pandaria ist trotz allem inhaltlich die beste Erweiterung seit langem, aber da Blizzard absolut keine rote Linie fuhr, was sie denn nun eigentlich wollen, auch die Erweiterung mit den meisten Aboverlusten seit langem. Man startete mit 10,2 Millionen Abos und zum Ende des 2. Quartals 2013 war man noch bei 7,6 Millionen Abos, für das abgelaufene Quartal ist weiterhin ein deutlicher Rückgang zu erwarten.

WoW ist als Spiel eben inzwischen in die Jahre gekommen und der Hype um „The Wrath of the Lich King“ scheint nicht wiederholbar zu sein; außerdem tut dazu das Abomodell sein übriges. Viele sind einfach nicht mehr bereit für ein Abo monatlich Geld zu bezahlen, andere wiederum spielen WoW nur noch etappenweise und gehen dann wieder in Pause.

Als logische Folge dessen hat Blizzard inzwischen für Asien einen In Game Shop gebaut, mit dem man sich wie bei F2P-Spielen üblich Levelerleichterungen und ähnliches kaufen kann. In Asien ist WoW aber auch kein Spiel mit Abogebühren, sondern man bezahlt es stundenweise.

Auch ist die Grafikengine von WoW absolut nicht mehr zeitgemäß, sie nutzt moderne Grafikkarten nur zu einem Teil aus, und das merkt man eben.

Blizzard selber hat ja noch mindestens drei weitere Erweiterungen in der Planung und stockt als Antwort sein Entwicklerteam gehörig auf. Sie wollen nun jährlich eine neue Erweiterung bringen und als Ziel jeden Monat neue Inhalte. Mal schauen, ob das klappt.

Episch breite Rollenspieldiskussionen gibt es längst nicht nur in Second Life

…sondern auch in den WoW-Foren. Es gibt ja tatsächlich so etwas wie Rollenspielrealms, die im Laufe der Jahre diversen Schwankungen unterlagen. Und weil die Menschen nunmal überall gleich sind, verlaufen die Diskussionen zum selben Thema dann doch meistens erstaunlich ähnlich, beispielsweise diese hier namens „Schlechtes Rollenspiel.“

Lord Finsterbrötchen und Lady Sonnenbirne sind dabei wohl sogar schon noch gar bessere Vertreter des Rollenspiels an sich, wer weiß, was denn Graf Zahl so von sich gibt. Vielleicht plant der ja tatsächlich, alle Stellen von Pi aufzusagen? Das wäre doch mal ein Vorhaben!

Auch der altbekannte Satz „Früher war alles besser!“ fehlt nicht, verbunden mit dem Hinweis, dass es heutzutage nur noch Fastfood-RP geben würde, alle nur noch direkt als Großkaiser von Hyppostadt ins RP springen, man Respekt bekommt und sich nichts mehr verdienen will. Das kommt einem dann doch irgendwie sehr bekannt vor, oder?

Alles in allem sehr amüsant zu lesen und es zeigt nur, egal wo man ist, die Probleme ähneln sich doch sehr, sehr stark…

Wow wie langweilig!

Momentan befinde ich mich in einer Phase, in dem mir World of Warcraft einfach so zum ersten Mal seit Anfang Mai 2012 so richtig, richtig stinklangweilig geworden ist. Mein Antrieb, noch im Spiel überhaupt einzuloggen, ist inzwischen sehr gering geworden und dort noch etwas zu reißen, ebenso. Damit scheine ich in guter Gesellschaft zu sein, denn viele die ich auf meinem Realm kannte, habe ich schon wochenlang nicht mehr online gesehen.

Was ich eigentlich in WoW gerne machen würde, ist ganz einfach das: Raids. Aktuelle Raids, genauer gesagt auf dem normalen Schwierigkeitsgrad und das am Liebsten zweimal wöchentlich zu festen Terminen. Und haargenau das aber wird immer schwerer und schwerer und schwerer… es macht einfach keinen Spaß mehr.

Der Casus Knaxus
Früher, also zu Zeiten von Cataclysmus und davor, war auf meinem Realm deutlich mehr los als heutzutage. Der Realm wird von Seitens Blizzard immer noch als mittlere Population eingestuft und ist damit noch weit entfernt davon, nun ins Reich der Geisterserver zu gehören, aber er ist dennoch spürbar leerer geworden.

Zu Cataclysmus war es für viele Gilden, wie auch der meinigen, kein Problem einen gildeninternen Raid zu betreiben, wer genügend Mitglieder hatte, der konnte sogar noch einen heroischen Raidzug installieren. Den gab’s damals immerhin auch, wenn auch nicht besonders erfolgreich. Auch wurden ständig Randoms für alle möglichen Sachen gesucht, der Handelskanal war voll genug und das Auktionshaus gut gefüllt.

Mit Mists of Pandaria wurde das dann alles anders. Vom Standpunkt der Weiterentwicklung der Geschichte, dem Schwierigkeitsgrad der Raids und auch sonst, was man so nebenbei treiben kann, hat da Blizzard sehr viel richtig gemacht, und es ist in der Tat in meinen Augen schon alleine im Vergleich zu Cataclysmus eine gelungene Erweiterung.

Aber Blizzard hat es vor allem mit einem total übertrieben, denn das Reizwort des Addons heißt nunmal und nicht ohne Grund Dailies. Es gab von Anfang an sechs Ruffraktionen mit täglichen Quests, die zu lösen sind und der Ruf, den es da gibt, ist charaktergebunden. Das wäre kein Problem, wenn nicht auch gewisse Items für die Rüstung nur noch gegen Ruf und Tapferkeitspunkte dort abzugreifen wären, und die sich bei manchen Fraktionen so zäh ziehen wie ein altersschwacher Kaugummi. Abwechslung? Gleich Null, es fühlt sich nicht wie ein Spiel an, sondern einfach nur wie stupide Arbeit und staubtrocken, zieht sich gefühlt endlos dahin, und wer Unterhaltung will, der liest besser irgendeinen Gesetzestext. Denn solch ein Text erscheint dann auf einmal im Vergleich zu den Dailies wie allerbeste Unterhaltung pur und interessant (beispielsweise die §§961 bis 964 BBG, das sog. Bienenrecht – köstlich)!

Blizzard hat das inzwischen auch selbst eingesehen, dass sie es mit den meisten Dailies hoffnungslos übertrieben haben und mit den Belobigungsabzeichen, die man bei jeder Fraktion erwerben kann, den Rufaufbau gehörig beschleunigt. Das aber ändert nichts an der Tatsache, dass die Dailies bei den Klaxxi oder dem goldenen Lotus einfach nach wie vor total stupide und völlig uninteressant geraten sind.

Bei der neueren Fraktion, der Operation Schildwall/Herrschaftsinitiative mit Patch 5.1, hat sich das dann stark geändert, denn hier wird die Geschichte weiter gesponnen durch zusätzliche Quests. Hätten sie mal alle Ruffraktionen von Anfang an so gestaltet, dann wäre das auch weniger problematisch. Haben sie aber nicht, damit ist und bleibt mein Fazit zu den Dailies bei MOP: sie saugen unendlich und nerven, da es aber keine Wappenröcke mehr wie früher gibt, sind sie je nach dem eigenen Spielstil eine Notwendigkeit. Wer etwas anderes sagt, der lügt.

Dazu kommt, dass dieses Addon für Twinks absolut unfreundlich geraten ist. Wer einen Twink raidfertig bekommen will, der muss im Vergleich zu früher deutlich  mehr Zeit ins Spiel investieren als früher, eben genau weil man die Ruffraktionen bedienen muss. Belobigungsabzeichen dabei nun hin oder her, wem die eine Fraktion schon keinen Spaß machte, der wird sie beim zweiten Mal noch weniger Spaß machen.

Die Raids an sich
Die Raids an sich sind abwechslungsreich und anspruchsvoll. Die Bosse können deutlich mehr und man muss sich vor allem auch bewegen können, sonst hat man bei einigen Bossen definitiv keine Sonne mehr und es hängt auch bei einem Boss wie Elegon viel mehr am Verhalten des einzelnen Spielers, denn wenn bei Elegon schon alleine ein DD stirbt war es das mit dem Bosskill gewesen, dann können sich alle hinlegen und aus die Maus.

Schon auf nicht heroisch überfordern die Bosse viele Spieler, so dass sich vor allem eines deutlich heraus kristallisiert hat: die Raids auf Normalstufe brachen und brechen weg, entweder gehen die Spieler nur noch in den LFR oder direkt alles auf heroisch. Wer aber heroisch gehen will, der muss eine gewisse Portion gesunden Masochismus mitbringen um all die Vorarbeiten zu leisten, die dafür die meisten Gilden voraussetzen in Sachen auf Ruf farmen und dergleichen – und so masochistisch bin ich einfach nicht veranlagt. Punkt.

Im Vergleich zu Catacylsmus gibt es irgendwo in der Größenordnung 10000-15000 weniger Gilden, die noch NHC laufen nach WoW Progress. Schon alleine diese Zahl spricht Bände.

Eine mögliche Lösung: Charaktertransfer
Nun ist es so, dass es schon noch genügend Gilden gibt, die Spieler auch auf NHC suchen, nur befinden die sich eben auf anderen Realms. Also könnte ich in der Tat x*20€ nehmen und die Blizzard dafür in den Arsch schieben, sie also noch dafür belohnen, dass sie es seit Jahren nicht mehr schaffen noch sich darum kümmern, die Serverlandschaft zu pflegen und endlich mal zu bereinigen, was nichts anderes bedeutet als Server schließen und zusammenlegen. Nur warum sollten sie das tun, wenn nach wie vor genügend Spieler dazu bereit sind, für den Transfer eine völlig überteuerte Gebühr zu bezahlen, nur damit sie endlich wieder ein Weilchen woanders den Spaß haben können, den sie früher auf ihrem eigenen Realm hatten?

Eben, die wären ja schön blöde! Wer übrigens bei Google mal nach dem Begriff „Geisterserver WoW“ sucht, der merkt auch, dass das Problem alles andere als neu ist, aber es wird und wird nicht besser.

Jetzt steht Patch 5.2 vor der Türe, er bringt eine neue PVP- und Raid-Saison mit sich, es kann ja sein, dass einige Spieler zu dem wieder zurück kehren werden. Aber ernsthaft glaube ich nicht daran, denn was bringt 5.2 neben dem neuen Schlachtzug mit sich? Genau das, was das Spiel ums Verrecken nicht gebraucht hat, eine neue Ruffraktion mit – genau das! – Dailies! ARG!

Kurz gesagt ist es nunmal so: ich würde gerne raiden, raiden, raiden gehen, aber dank der Spielmechaniken muss ich dafür Dailies, Dailies, Dailies machen und nachdem ich seit Monaten in keinen gescheiten Raid rein komme, habe ich auch keinen triftigen Grund mehr die stumpfsinnigen Dailies noch irgendwas zu machen. Der Spielspaß ist einfach momentan knallhart weg und ob ich neuen finden werde, das ist fraglich. Ich habe zwischendurch mal mit einem vollen Set Erbstücken aus Langeweile einen zweiten 90er innerhalb von zwei Wochen hochgezogen, aber das kann es nun auch nicht sein, mir eine möglichst große Twinkarmada zu bauen. Denn so lustig ist das Questen nämlich nach Gegend  nun auch wieder nicht.

Persönlich hocke ich daher inzwischen auf halb gepackten Koffern; sicher, ich könnte auf einen der vollen Realms wie Antonidas, Blackmoore oder Frostwolf transferieren und dort wieder meinen Spaß haben, nachdem das auf dem eigenen Realm raidtechnisch nahezu unmöglich geworden ist, da er schon recht tot ist. Auf anderen Realms haben die Leute nach der Zeit inzwischen alle drei Raids komplett durch, was auf meinem Kaff gildenintern ein Ding der Unmöglichkeit ist. Erfolge auf Teufel komm raus machen ist nunmal nicht mein Ding und PVP halte ich in WoW für eine absolute Lachnummer, denn erstens ist es absolut unbalanciert und zweitens gibt es kaum einen größeren, erbärmlichen Haufen an Jammerlappen auf dieser Welt als die PVPler in WoW, die ständig, immer und überall nur darüber klagen, wie a) unbalanciert das Spiel ist, b) übermächtig die Klasse X ist (Krieger, Jäger beispielsweise) oder c) viel zu schwach doch die eigene Klasse ist. Und oh, d) Wintrading ist böse und wenn jemand erfolgreich ist, dann kann er es natürlich nur über Wintrading erreicht haben!

Blizzard tut dann aber leider, gar nicht faul, meistens irgendwas, damit die Jammerer zumindest etwas Ruhe geben und meistens das Falsche. Dazu kommt, dass man im PvE darunter dann oft genug leidet, weil PVP und PVE absolut nicht voneinander getrennt ist.

Aber ebenso, wie viele Autofahrer es nicht einsehen, an den Klos in einer Raststätte für Sanifair 70 Cent berappen zu müssen, sehe ich eben das mit der überteuerten Transfergebühr weit jenseits meiner Schmerzgrenze absolut nicht ein.

Also werde ich es wohl noch ein Weilchen so beobachten, vielleicht pausieren und entweder kommt der Spielspaß denn eben wieder oder das war’s mit WoW mal wieder. Wenn ich mir aber ansehe, was 5.2 so bringen wird, halte ich das mit dem zurückkehrenden Spielspaß für unwahrscheinlich.

Andere Spiele sind auch ganz nett, und mein guter Sith-Inquisitor Knarfolomew wartet nur darauf, seine Ausbildung endlich gegen Ffon beenden zu können und Lord Zash sieht doch auch irgendwie ganz bösartig sexy aus.

Oder ich mache eben wieder so wie gestern Rollenspiel in Turmus und reiße das Heft gnadenlos an mich, das geht auch. Brom hat darüber schon genug geschrieben, es war für mich eine Mordsgaudi. Ich glaube, so richtig wussten sie nicht ganz, was ihnen da nun geschieht und überhaupt, da ich es aber liebe die Leute zu verwirren, war das in Ordnung und passte.

World of Grindcraft

Pandaria ist schöööön. Aber damit hat es sich auch schon, wer wirklich in die Raids gehen will und sich darauf richtig vorbereitet, der hatte in den letzten Wochen ungewohnt viel zu tun gehabt.

Es gibt gerade mal schlappe sechs Ruffraktionen bisher in Pandaria und mit Patch 5.1 kündigt sich für jede Fraktion bereits die siebte an, bei denen man einzig und alleine durch das Lösen von täglichen Quests an Ruf gewinnen kann. Wappenröcke wie zu Cataclysmus gibt es keine mehr, und so hat man da gut zu tun.

Nun ist es so, dass man sich auch auf den Standpunkt stellen könnte, man lässt es eben bleiben, Pech nur dass es manche brauchbaren Rüstungsteile nur bisher wirklich bei den Rüstmeitern dieser Fraktionen gibt. Also muss man da dann eben doch ran, es sei denn man will auf die Dinger verzichten.

Dazu kommt, dass man zuerst die Fraktion „Goldener Lotus“ genügend hoch im Ruf bekommen haben muss, bevor man bei den anderen Fraktionen wirklich richtig loslegen kann. Und dann geht die Party richtig los…

Kurz und gut, es zieht sich für manchen dahin wie ein alter, zäher Kaugummi, der einfach durchs Kauen nicht besser schmeckt noch wirklich befriedigt. Antun aber muss man sich das dann eben dennoch, sei es weil man Rüstungsteile will oder die Toprezepte für seine eigenen Berufe, dazu gilt es  noch als Nebenaufgabe das Kochen auf dem jeweiligen Weg der Wahl zu perfektionieren plus bei den Ackerbauern täglich seine Felder zu bestellen. Felder sind gut, da wächst alles Mögliche und nette Zeug für uns drauf, aber man muss sie eben auch täglich bestellen, sonst wird das nichts bis zu den 16 Feldern am Ende, die man haben kann. Aber es lohnt sich.

Summa summarum bedeutet das, dass man hoffentlich eine wirklich gemeinschaftlich arbeitende Gilde hat, aber auch dass man für eine gute Raidvorbereitung im Vergleich zu früher ungleich mehr Zeit investieren muss. Und das gefällt nicht jedem.

Sollte man dann doch mal wider Erwarten Leerlauf machen, dann zerlegt man mit einer zufälligen Gruppen eben Galleon oder das Sha der Angst, denn da gibt es ja mit ein wenig Glück fette Rüstungsteile, die man gut gebrauchen kann, sonst gibt es nur eben Gold.

Eine weitere Folge des ganzen Schindens ist es, dass die Lagerplätze aus allen Nähten platzen. Irgendwas soll da auch kommen, aber auf keinen Fall größere Taschen, man arbeitet daran. Oder so. Wie auch immer.

Man ist momentan in einem Stadium, dass eine gescheite Raidvorbereitung vielen schon zu viel Arbeit für ihren Geschmack abverlangt, und selbst die alten Hasen sagen zu Zeiten von Classic war das nicht so viel Arbeit wie heute.

Was bleibt? Das Farmen als mehr oder minder großer Zwang, der keinen Spaß macht, aber so nötig wie nie zuvor ist und damit vielen auf den Sack geht, aber man grummelt sich eben irgendwie so durch in der Hoffnung, irgendwann möge es dann doch mal bitte aufhören.

Jaja, die Analysten und ihre Moppelkotze

Analysten sind manchmal für mich wie Eunuchen: sie wissen ja, wie’s geht und geben Empfehlungen ohne Ende, damit verdienen sie dann gutes Geld und das reicht ihnen locker aus. Ob sie nun wirklich Ahnung haben oder nur gut geschmiert wurden, das spielt bei ihren Empfehlungen dann keine wirkliche Rolle.

Nun hat irgendeine obskure Investment-Bank sich nach dem Start von Mists of Pandaria dergestalt geäußert, dass sie mal ihre Glaskugel angeworfen hätten und – siehe da – Blizzard hätte nur 700000 Einheiten der Erweiterung verkauft. Daher fanden sie das enttäuschend und taten es der Welt so kund, letztendlich basierte das auf reinster Mutmaßung, denn die wirklichen Verkaufszahlen waren bis dato nicht publiziert.

Nun hat Blizzard selber inzwischen aktuelle Verkaufszahlen veröffentlicht und, siehe da, nach den eigenen Angaben hat man die Erweiterung bisher 2,7 Millionen mal verkauft und die Zahl der Abonnenten ist wieder auf über 10 Millionen gestiegen. Damit hat sich die Erweiterung zwar bisher nicht ganz so gut wie Cataclysm verkauft, aber das sind doch für Blizzard sehr erfreuliche und solide Zahlen, die weitab der Schwarzmalerei der Analysten liegen.

Merke: Volker Pispers hat nach wie vor mit seinem wertvollen Beitrag zu dem Thema absolut Recht – und die Welt geht noch nun lange nicht unter!

http://www.youtube.com/watch?v=ko5CCSomDMY

Und das nennen sie nun „Spaß“!

http://www.youtube.com/watch?v=UBuSgpTtZGo

Das obige Video zeigt einmal mehr deutlich, wieso die momentane Implementierung der Cross Realm Zones in WoW ein einziger Epic Fail ist!

Was sehen wir da genau? Wir sehen einen der Knotenpunkte, an dem viele Charaktere einfach im Laufe ihres Lebens beim Leveln durchmüssen, nämlich das Dunkle Portal in den verwüsteten Landen. Passierbar wird das Portal ab Level 58.

Das Video zeigt nun eindrucksvoll die Auswirkungen des Cross Realm Zonings, wenn die Zone von mehreren PvP-Servern zusammengelegt wird. Ein Haufen asozialer, gelangweilter 85er-Charaktere, denen ansonsten todlangweilig ist und die mit sich selber nichts anzufangen wissen, campen vor dem Portal und hauen dort reihenweise Leute um, die im Bereich ab Level 58 aufwärts dort durch wollen. Das kann mir keiner weiß machen, dass bei diesem Haufen an Leichnamen nicht genügend Leute aus dem mittleren Levelbereich darunter wären.

Natürlich haben diese keinerlei Chance, denn ein Kampf eines Level 58 gegen einen Level 85 darf man sich so vorstellen, als würde mal eben ein Säugling gegen Wladimir Klitschko einen Boxkampf anstrengen wollen.

Nun kann man sagen: selber schuld, wer auf einem PvP-Server das Spielen anfängt! Stimmt zwar, aber das ist zu kurz gegriffen, denn die Leute auf dem eigenen Server kennt man noch halbwegs, dort hat man mitunter noch einen Ruf zu verlieren und da kann man noch halbwegs entgegen steuern.

Wenn aber auf einmal all die Griefer von mehreren Realms sich in der Zone vermengen und auf einen losgehen, dann hat man da keinerlei soziale Handhabe mehr und das macht auch sicher alles, nur keinen Spaß.

Blizzard reagiert halbwegs auf die CRZ-Kritik

In den US-Foren gab’s heute vor genau fünf Stunden einen offziellen, blauen Post zu der massiv aufgelaufenen Kritik am neuen Feature der Cross Realm Zones. Dieser fiel, wie es zu erwarten war, ein wenig länglich aus – da man möglichst viel von der Kritik erschlagen will.

Wenn ich mir den Post so durchlese, dann muss ich sagen: er ist enttäuschend. Die Kritik am Feature ist halbwegs bei Blizzard angekommen, aber die Art und Weise, wie sie nun das lösen wollen, entspricht nicht dem, was viele gerne hätten.

Aber nun einmal der Reihe nach, was Blizzard denn nun so genau von sich gegeben hat…

Cross-realm zones are a new technology that allows players in underpopulated areas of the world to meet, group up, and adventure with players from other realms. This technology effectively populates low-level zones and other previously uninhabited areas, resulting in a livelier game world. Cross-realm zones allow players to form a group with other players from within a select pool of realms in order to quest just like they normally would, while still allowing the social structures of their home realms to remain intact.

Schon der erste Absatz, in dem erklärt wird, was Cross Realm Zones eigentlich sein sollten, zeugt eben davon, dass Blizzard offensichtlich nicht verstanden hat, was viele Spieler wollen und was nicht.

CRZ sorgt eben dafür, dass die sozialen Strukturen des heimatlichen Realms massiv geschädigt werden. Viele Spieler haben sich aus guten Gründen meinetwegen für niedriger bevölkerte Realms entschieden, eben genau weil sie das so haben wollten – mit High Life in den normalen Levelgebieten geht man diesen Spieler nur massiv auf den Keks.

Dazu kommt, dass manche auch teures Geld für Realmtransfers ausgaben, da sie gewisse Spieler einfach nicht mehr sehen wollten. Gewisse Realms haben eben meinetwegen den Ruf, nur von Kiddies bevölkert zu sein, und das wollte man sich nicht mehr geben. Da man aber dank CRZ nun teilweise in den eigenen Städten und Levelgebieten auf einmal die Spieler, die man nicht mehr sehen wollte – und der eigene Realm hat schon genug Problemfälle – wieder doch ertragen muss, ist das verständlich, dass sich da sehr, sehr viele gerade von Blizzard massiv verarscht vorkommen. Keith Watanabe hat das in seinem Blogpost hier namens „Cross Realm Zones – the cluster fuck“ auch sehr schön zusammengefasst, was man daraus hätte machen können und was daraus für ein unsäglicher Mist geworden ist.

Nun ist es ja nicht so, dass Blizzard es nicht hätte besser wissen können – das entsprechende Feedback der Amis ist zwei Wochen alt, mindestens. Aber man hat sich bisher nicht wirklich darum gekümmert und in den US-Foren kocht die erzürnte Volksseele so hoch wie letztens bei der Einführung von Real-ID. Ich bezweifle, dass die Ankündigung von Blizzard nun schon genügend Luft aus dem Zorn ablassen wird, denn diese löst nur einen Teil der Probleme.

Weiter schreibt Blizzard unter dem Terminus „Lack of Realm Community“ dies hier:

We understand that players are concerned about CRZ potentially impacting the sense of community. Cross-realm zones were intended to make lower level zones feel less empty, but may also impact other more populated zones. With more populated areas, we’re aware of concerns over increased competition for resource nodes as well as quest and rare mob spawns. This is something that we’re in the process of evaluating. We’ve already taken some steps to address it by increasing the spawn rates of most rare spawns. If a zone becomes too populated, we’re capable of adjusting how many realms are able to connect to it. Just keep in mind that we do choose spawn times of creatures and profession nodes with a certain zone population in mind — CRZ affords us the ability to better maintain those populations.

Please note that Pandaria zones will not have CRZ enabled when Mists of Pandaria is released, but players can group up cross-realm in Pandaria with Real ID or BattleTag friends. The Wandering Isle, the pandaren starting area, will also not have CRZ enabled at launch, though we’ll have multiple instances of this zone running as needed for each realm, in an attempt to prevent overcrowding.

Auch das ist wieder herrlich an der Wirklichkeit vorbei geredet; denn CRZ kann nicht nur potentiell die Gemeinschaft schädigen, es tut es definitiv. Es ist ja auch schön, dass sie nun anfangen sich mal zu überlegen, wie man die Spawnprobleme bei den bisherigen hochleveligen Kräutern und Rare Mobs lösen könnte, nur wieso lässt man solch ein Feature erst der früheren Bananensoftware gleich auf den Kunden los, anstelle dass man von vorne herein die Zeitabstände verkürzt – und wieso nicht einfach auch gleitend zur Anzahl der Charaktere in der Gegend?

Der Kommentar, dass man bedenken solle, dass die Spawnzeiten der Kräuter und NPCs im Hinterkopf für eine gewisse Mindestpopulation gedacht gewesen sind ist auch so etwas, was manche als Schlag in die Fresse auffassen dürften. Sie haben sich bewusst für ihren Realm entschieden, waren da jahrelang glücklich und auf einmal kommt dann Blizzard daher mit „Möp, möp, zu wenig Leute bei euch hier, also stocken wir das gehörig auf.“ Ja, wie drollig!

Dass da die Startgebiete von Mists of Pandaria anfangs nicht Cross Realm sein werden, mag da für manche nur ein schwacher Trost sein.

Der Oberhammer ist dann aber unter „Low Population Concerns“ dieser Absatz:

Cross-realm zones are the first step toward improving the play experience when leveling on a low-population server. The world will be more populated, opening up the possibility for you to make BattleTag friends who you can then invite on future adventures. World of Warcraft is meant to be a massively multiplayer role-playing game, so we want to give players on lower population realms access to a larger community to play with.

Damit zeigt Blizzard eindeutig, dass es die Wünsche vieler Kunden, eben auf einem Server mit weniger Population in Ruhe spielen zu können, nicht verstanden hat. Viele wollen das eben genau so nicht haben, die haben sich am Anfang bewusst für ihren Server entschieden, entweder weil sie PVP wollen, PVE, RP und dann bei der und der Population und fertig. Aber nun kommt Blizzard daher, sagt nur noch „Stop! Zu wenig los hier, also sorgen wir dafür, dass mehr los ist!“ – und tritt denen so gewaltig auf die Füsse. Klar, dass das nicht gut ankommt, die Frage ist was da noch evtl. Feintuning bringen wird.

Noch mehr wie ein Hohn klingt dann das hier:

Cross-realm zones won’t fix economy-related issues for lower populated realms and it wasn’t intended to. Regarding the suggestions for a cross-realm auction house, this is something we can evaluate at a future date. However, great care must be taken and we must carefully evaluate its impact on realm economies if such a change were to occur.

Vielleicht hätte ja Blizzard auch mal die Idee kommen können, dass CRZ möglicherweise der fein austarierten „Ökonomie“, sagen wir besser dem Berufsgefüge der wenig bevölkerten Realms Schaden zufügen könnte, bevor man es so unfertig auf die Gemeinschaft loslässt. Aber so sagen sie nur „CRZ wird die Wirtschaftsprobleme nicht lösen und war nie dafür gedacht“, fein, aber umgekehrt damit dass es der „Wirtschaft“ Schaden zufügen könnte, damit haben sie keine Probleme. Grumpf.

Dazu kommt dann noch der übliche Satz nach dem Motto „Wir schauen uns nun alles an und arbeiten mit Hochdruck an Verbesserungen“:

We’re working behind the scenes to look into and address many of the recently shared CRZ concerns. In addition to the hotfixes that have already been applied to help streamline the player experience, we have some additional hotfixes on the way to address some of the known bugs.

Letzten Endes sagt damit Blizzard ja dies: CRZ als Feature wird bleiben, wir arbeiten an der Feinjustierung, aber was da genau wie wo kommen wird, können wir noch nicht sagen und bitte schaut euch die Liste mit den Hotfixes an, wenn wir welche veröffentlichen.

Damit halten sie am Feature eindeutig fest, was zu erwarten gewesen ist, und haben noch längst nicht so richtig verstanden, was genau eigentlich vielen deshalb quer im Magen liegt. Damit wird die Luft aus der anhaltenden Kritik noch lange nicht raus sein, im Gegenteil. Besser wäre es wohl, sie würden mal einige gleichartige Realms zusammenlegen, wenn das denn wirklich nötig wäre und fertig.

Blizzards Epic Fail des Tages (mindestens): realmübergreifende Zonen!

World of Warcraft leidet ja bekanntermaßen an schwindenden Kundenzahlen. Das hat zur Folge, dass die Bevölkerung mancher Realms hoch ist, anderer zu niedrig und Blizzard sich genötigt sah, da etwas daran zu tun. Man wollte wohl wieder mehr Bevölkerung auf die Server bringen und überlegte sich, wie man das schaffen kann.

Eine Möglichkeit wäre ja, dass man einfach einige Server schließt und zusammenlegt, wie das beispielsweise bei SWTOR der Fall gewesen ist. Das hat man aber nicht getan, das wäre wohl zu einfach – man hat sich etwas anderes ausgedacht, was unter dem Begriff realmübergreifende Zonen firmiert und heute auf die erstaunte Spielerschaft losgelassen worden ist.

Die Idee dahinter ist dabei grob die folgende: angenommen im Realm Arthas ist im Startgebiet „Wald von Elwynn“ vor den Toren Sturmwinds wenig los, es sind nur ein paar Spieler unterwegs und das wars gewesen. Dann greift seit heute ein Automatismus, der von die Spieler von mehreren unterschiedlichen Realms desselben Serverpools meinetwegen nach Arthas verfrachtet. Das System achtet beispielsweise dabei immerhin noch darauf, dass zum Beispiel nicht PvE-Spieler auf einem PvP-Realm landen.

Das Ergebnis? Auf einmal steht vor den Toren Sturmwinds, wo sonst wenig los ist, ein Haufen von 40 Charakteren und duelliert sich, was das Zeug hält. Wenn diese Leute aber nun nach Sturmwind, das in den meisten Realms bevölkert genug ist, gehen will, dann landen sie wieder im Sturmwind ihres eigenen Realms – da wird also Phasing betrieben. Man kann kaum den Leuten des Realms eben folgen.

Erkennen tut man diese Charaktere übrigens daran, dass ihre Namen länger als üblich sind. Ist also beispielsweise der Char Popeye vom Realm Anetheron auf Arthas unterwegs, dann trägt er dort den Namen „Popeye-Anetheron (*)“. Am (*) erkennt man zuverlässig realmfremde Charaktere.

Warum aber nervt nun diese Feature tierisch? Aus mehreren Gründen, als da wären:

  • gewisse Realms haben innerhalb der Szene eben einen gewissen, nicht so guten Ruf. Manche gehen daher diesen Realms lieber aus dem Weg und haben daher dort bewusst keine Charaktere. Jetzt aber landen auf einmal möglicherweise Spieler dieser Realms, mit denen man nichts mehr zu tun haben wollte, auf dem eigenen Realm. Glasklar, dass das keine gute Laune bringt.
  • Questen wird zum Geduldsspiel. Nehmen wir beispielsweise das High Level Gebiet Uldum (83-84). Dort, wo früher vielleicht bisher zeitgleich maximal 6-8 Chars unterwegs waren, sind es auf einmal dank des neuen Features 30, und davon machen dann garantiert mindestens noch drei denselben Quest, den man auch gerade macht. Bitte Nummer ziehen und warten!
  • Neben Questen hat das natürlich auch Folgen fürs Farmen von Fischen, Kräutern, Erzen usw., denn wenn Gebiete zusammengelegt werden heißt das noch lange nicht automatisch, dass die schneller wachsen. Nein, aber eine Gegend muss dann die Kräuter wenn es schlecht läuft für fünf verschiedene Realms liefern, was bedeutet die Preise steigen gehörig im Auktionshaus und es wird zu einem Geduldsspiel.

Das sind erst einmal die offenkundigen Folgen, dazu kommen aber noch weitere Nervsachen:

  • manche gelangweilte 85er machen sich einen Spaß daraus, Leute beim Questen zu killen. Wie das geht? Ganz einfach: da muss der gelangweilte Alte sich nur in die Nähe eines Mobs stellen, den man für Quest/Farmen/sonstwas braucht, stellt sich auf PvP und der Quester macht weil er es nicht bedenkt Flächenschaden auf den Hirni. Der freut sich dann, dass er nun duellieren kann und tötet ihn gleich mal, vielleicht dazu noch etwas Ganking, wo man sonst nichts zu tun hat. Herrlich!
  • Wenn sich jemand systematisch daneben benehmen will, ist das nun einfacher, denn nichts ist simpler als auf einem fremden Realm dort ordentlich Spieler zu beleidigen, wenn die umgekehrt nicht zu einem selber kommen können.

Entweder sollte Blizzard lieber ein paar Server wirklich zusammenlegen, oder diesen Mist auf Dungeons beschränken. Denn mit so etwas wie hier auf dem Bild nun dargestellt löst man absolut keine Probleme, und wie hier auf diesem Bild des dunklen Portals dürfte es vielerorts aussehen:

Blizzards Epic Fail

Und so sieht es auf einmal vor den Toren Sturmwinds aus, vorhin war’s noch schlimmer – danke, Blizzard, danke für diesen DRECK! Mal ernsthaft, andere Spiele wie Guild Wars instanzieren grundsätzlich die Außenbereiche der Städte so, dass nicht mehr als acht Spieler sich gleichzeitig im selben Bereich aufhalten, damit sie ihre Ruhe beim Questen haben, und ihr? Ihr findet, es sei zu wenig los und legt es zusammen – ihr habt sie doch wirklich nicht mehr alle im Karton!