Dieser interessante Blogpost von Sascha Lobo dreht sich um das Thema Kommunikation bzw. genauer Nichtkommunikation von Großkonzernen mit ihren Kunden durch Callcenter. Ich denke, wer einen Shop in Second Life betrieben hat oder noch betreibt, der kann das eine oder andere doch sehr gut nachfühlen.
Kurze Durchsage von Hiro: ab sofort gibt es keine Town Hall Meetings im OSgrid mehr!
Hiro Protagonist macht Ernst und schafft beerdigt weiter etablierte Elemente der Communitymitarbeit. Er berief dazu extra ein Town Hall Meeting ein, um genau diesen Punkt kundzutun:
[2013/02/10 14:05] Hiro Protagonist: The only business we will cover is that this will be the last meeting. This ‘function’ will, in the future, be served through a set of suggestion boxes near each of the plaza landing points. We will cook those notecards down once a week into a set of like comments, complaints, or issues, and address each issue (not each notecard) in a weekly post to a locked forum thread. [2013/02/10 14:06] Hiro Protagonist: This will cut the signal to noise ratio down to a level where every one can be heard without being shouted down. [2013/02/10 14:06] Hiro Protagonist: including me. [2013/02/10 14:06] Hiro Protagonist: Thank you all for coming [2013/02/10 14:06] Hiro Protagonist: /me waves
[Mehr]
Hiro Protagonist, der neue Diktator vom OSgrid
Das OSgrid hat ein massives Problem namens Hiro Protagonist. Früher wurde es bei einer Universität in Kalifornien gehostet, zog aber Ende 2012 zu einem kommerziellen Provider um. Damit verbunden war auch ein Wechsel an der Spitze, Nebadon Izumi, der bisher Chefadministrator des Grids war, hörte auf und zurück kam dafür Hiro Protagonist, ein strammer, konservativer Südstaatler. Hiro zahlt aus einem Privatvermögen nun alleine 1/4 der laufenden Kosten, wie man es dreht und wendet, man kommt um den Purschen also momentan nicht herum.
Diplomatie ist auch nicht seine Sache und vor allem hat er ein Feindbild, welches er am Liebsten in OSgrid auszurotten scheint: Kinderavatare. Er hat sich schon mehrfach öffentlich in Town Hall Meetings gegen diese ausgesprochen und gesagt, er würde nun die Regeln auf den öffentlichen Plazas wie Wright Plaza durchsetzen, dass diese dort unerwünscht seien. Mehr noch, er wirft bei Town Hall Meetings in den Plazas Leute, die als Kind kommen, direkt von der Sim und löscht angeblich sogar deren Accounts.
[Mehr]Linden Lab muss 2013 endlich seinen iMac bauen!
Ich erinnere mich noch genau an das Jahr 1998. Die 90er-Jahre waren für Apple, dem heute ach so lukrativen Konzern von Weltruf, alles andere als besonders einfach und gemütlich. Microsoft schickte sich an, mit Hilfe von Windows dem Macintosh mächtig Konkurrenz zu machen und Apple hatte keine klare Linie damals gehabt. Macs galten damals als zu langsam, zu teuer, zu veraltet, unsexy und als Nischenwerkzeug für einige, wenige reiche Spinner und Kreativlinge, mehr auch nicht. Trotz einiger Produkte, die ihrer Zeit deutlich voraus waren wie der Newton, schaffte es Apple nicht wirklich, damals noch auf Dauer profitabel zu arbeiten.
Vor allem das in die Jahre gekommene Mac OS 8 hatte so eine Tücken, es war ziemlich hausbacken, instabil und nicht mehr wirklich an die Erfordernisse der damaligen Zeit erweiterbar. Es war auch die Zeit, in der es für ein kurzes Fenster anderen Herstellern möglich war, von Apple die Mac-Technologie zu lizenzieren und eigene Clones legal zu bauen, genauer von 1995 bis 1997. Man wollte so seinen Marktanteil von 7% ausbauen, und einige der Clones waren deutlich besser als die Originale von Apple selber und billiger.
[Mehr]Das war 2012!
Wenn man sich so ein wenig in den Sessel zuücklehnt und das Jahr 2012 aus Sicht auf Second Life Revue passieren lässt, dann gibt es doch einige wichtige Ereignisse, die diese Plattform beeinflusst haben und es teilweise bis heute tun.
Was ist unter anderem so alles passiert? Mh, vieles, wie beispielsweise diese Sachen:
- mit großem Getöse und Tralala wurde Pathfinding eingeführt. Der potentielle Nutzen schien groß, aber die Adaption bei den Benutzern ist denkbar gering, man braucht es bis auf wenige Spezialprogrammierungen eben nicht wirklich.
- der Mesh-Deformer sollte kommen, kam aber nicht wirklich und wird wohl irgendwann 2013 zu uns kommen. Linden Lab scheint es damit nicht besonders eilig zu haben, wie es scheint.
- Linden Lab veröffentlichte mit Creatorverse und Patterns zwei auf den Tablet-Markt zielende Produkte, die mal eben so rein gar nichts mit Second Life zu tun haben. Weitere sind in der Pipeline, die Zielsetzung ist die Diversifizierung der Produkte, was auch bitter nötig zu sein scheint.
- Mit Projekt Sunshine wurde angekündigt, unter anderem Texture Baking in Zukunft bei Linden Lab ablaufen zu lassen.
- Wegen Projekt Sunshine und anderem hat man bei Phoenix angekündigt, den alten Phoenix-Viewer endlich in die wohlverdiente Rente schicken zu wollen.
- 2012 hat Linden Lab so viele Regionen verloren wie schon lange nicht mehr in einem Jahr, und der Trend hält weiterhin spürbar an. Langsam wird es für Linden Lab Zeit, da wirklich gegenzusteuern oder aber es wird schwer werden, noch Gewinne einzufahren.
- Merchant Outbox und Market Place Direct Delivery wurden eingeführt - endlich braucht man zum Auspacken von Items keine Sandbox mehr.
- Kirsten erschien kurz wie Kai aus der Kiste mal wieder auf der Bildfläche und hat seinen Viewer-Veteranen “Kirsten’s Viewer” ein kleines Update verpasst gehabt, nur der Rest zog eben schon weiter.
- Firestorm&Phoenix waren und sind die Viewerschwergewichte, dagegen kommt selbst Linden Lab nicht wirklich an.
- Rod Humble verbreitet zwar nach wie vor eine Art “Feel Good”-Atmosphäre im Lab und bei seinen Kunden, aber der wirkliche Turnaround und wirtschaftliche Erfolg hat sich noch nicht eingestellt. Linden Lab dümpelt so vor sich hin und Second Life schrumpft nach wie vor. Entweder schafft er es nun 2013 endgültig, den Trend umzukehren oder aber sein Stuhl wird langsam das Wackeln anfangen.
Und die Zukunft? Meiner Meinung nach senkt Linden Lab 2013 wirklich mal seine Preise für Land oder sie werden es schwer haben, sich noch behaupten zu können. Mit Cloud Party hat es im Browser einen jungen, agilen Konkurrenten und bisher hat noch jede technische Innovation, die Linden Lab eingeführt hat nicht zu einem Mehr an Neuanmeldungen geführt. Mit einer weiteren, starken Schrumpfung ist zu rechnen.
Hat der eigene Avatar das Recht am eigenen Bild?
Bei Kiu gibt’s im Piratenbeitrag mal grob gesagt um das Thema, ob der eigene Avatar das Recht am eigenen Bild hat oder nicht und diese verhindern kann bzw., wenn es unerlaubt veröffentlicht worden ist, ob man dagegen Schritte welcher Art auch immer einleiten kann.
Das ist eine eigentlich eine einfache Frage, die bei näherer Betrachtung aber nicht einfach beantwortet werden kann.
Zunächst einmal ist es ja so, dass man sich mit der Benutzung von Second Life mit deren Terms of Services, also Nutzungsbedingungen einverstanden erklärt hat. In denen ist so etwas durchaus geregelt, und wenn jemand meint, es habe jemand dagegen verstoßen, so kann er eine Beschwerde bei Linden Lab in Form eines Abuse Reports einreichen und warten. Vielleicht bekommt derjenige dann einen Zwangsurlaub verpasst oder mehr, Einfluss auf irgendwelche Abbildungen im Internet kann und wird Linden Lab aber nicht nehmen.
[Mehr]Phishingattacke auf Marketplace-Benutzer
Momentan macht in diversen Gruppen eine Phishingattacke auf Benutzer des Marketplace ihre Runde. Geworben wird in schlechtem Englisch für einen Avatar, der Null Lindendollar kosten soll und folgende URL möge man dafür bitte ansteuern:
http://seconfree .my3gb .com/secondlife.html
Wer auch nur ein wenig Bescheid weiß, der sieht bereits an der Adresse, dass das keine offizielle Seite von Linden Lab sein kann. Da aber der Loginbildschirm vom Marketplace einfach kopiert wurde, sieht man es nicht, wenn man nicht auf die Adresse schaut.
Hier dazu noch ein einfach verständliches Video, dass das Problem genauer erklärt:
Oskar Linden ist also weg...
Gerade habe ich bei Maddy gelesen, dass Oskar Linden von Linden Lab entlassen worden ist. Oskar war derjenige, der seit knapp zwei Jahren die Serverreleases betreute und hatte in der Community einen guten Stand sowie einen guten Draht zu den Benutzern.
Schade. Die Gründe für die Entlassung bleiben im Dunkeln, da Oskar nicht nachtritt. Das ist gut so, denn er will ja auch sicher einen neuen Job und im Zeitalter des Internets mit dem amerikanischen Hire&Fire wäre er, wenn er nachtreten würde, sicher um einiges schwerer vermittelbar.
Aber das, was er durchblicken lässt, ist schon komisch genug. Als Grund für die Entlassung wird die Beschwerde eines Griefers angegeben, den er auf einer Sandbox gebannt haben soll. Außerdem soll es Probleme mit seiner Kommunikation gegeben haben, gerade das ist ein Vorwurf, den viele absolut nicht nachvollziehen können werden.
Aber da sieht man mal wieder, dass das Lindiversum intern anders tickt als die Bewohner gerne hätte. Auch darf er zu Linden Lab nichts negatives sagen, da der Aufhebungsvertrag ihm das verbieten würde.
[Mehr]Die EU plant eine Regulierung des Stromverbrauchs von Grafikkarten
Heute gibt es einen leicht angegammelten, aber nicht weniger interessanten Bericht aus der Reihe “What the fuck?”, der wenn es denn so kommen sollte Auswirkungen auf alle grafiklastigen Spiele und virtuelle Welten haben wird.
Haltet euch fest, denn man höre und staune: die EU plant tatsächlich, den Stromverbrauch von 3D-Grafikkarten zu regulieren und zu deckeln. Zumindest wenn man nach AMD geht, dann ist die EU kurz vor der Verabschiedung einer entsprechenden Richtlinie, die dann wohl 2014 in Kraft treten soll.
Highend-Grafikkarten werden von der Richtlinie zwar verschont bleiben, dennoch hat AMD Angst davor, dass es viele seiner jetzigen Grafikkarten treffen könnte und diese dann vom Verkauf innerhalb der EU ausgeschlossen sein werden.
Kurioserweise scheint sich dabei die EU irgendwie bei der Leistung an der Speicherbandbreite zu orientieren und nicht am reellen Verbrauch, das mögen die Experten auseinanderpflücken. So oder so aber ist Fakt, da ist momentan etwas in der Art auf jeden Fall in der Mache und es könnte bald verabschiedet werden, so dass es dann in nationales Recht umgesetzt werden muss.
[Mehr]Interview mit HBO im Handelsblatt
Im Handelsblatt gab es neulich ein lesenswertes Interview mit den Richard Plepler, bisher Co-President von HBO und zukünftiger CEO sowie Michael Lombardo, dem Programmdirektor. Der Anlass des Interviews ist der Einstieg von HBO im deutschen Bezahlfernsehsender Sky gewesen.
Es geht dabei um den deutschen Fernsehmarkt und wieso es einerseits einen großen Hunger bei uns nach qualitativ hochwertigen Serien gibt, denn manche US-Serien finden ja regen Anklang hier, aber auf der anderen Seite die deutsche Fernsehlandschaft trotz einiger der in den Augen dieser beiden Männer talentiertesten Autoren, Regisseure und Schauspieler es bisher nicht zustande bringt, diesen Bedarf zu bedienen.
Sie sind der Meinung, Deutschland sei wie die USA vor 20 Jahren - alles war vorhersehbar und es gab eine vorgegebene Richtung, bis HBO etwas völlig neues anfing und heute macht das jeder.
Interessant finde ich auch die Zahl, dass HBO im Jahr nur etwa 100-120 Stunden Originalprogramm produziert. Ich hätte die Zahl für deutlich höher gehalten.