Die Grundlage jeglichen Rollenspiels ist natürlich unsere Sprache. Sprache ist das Mittel und das Werkzeug, mit dem wir alle unsere Geschichten transportieren und dank dem überhaupt erst dieses reizvolle Hobby möglich wird. Nun ist Sprache nichts, was sich ein Wissenschaftler ausgedacht hat, sondern etwas lebendiges, das sich immer auch an die jeweilige Zeit anpasst. Eine lebendige Sprache wie Deutsch ist daher einem ständigen Wandel ausgesetzt, es kommen neue Wörter dazu, andere kommen außer Mode und eine sehr dynamische Sache.
Sprache ist aber auch gleichzeitig ein Herrschaftsinstrument und kann massiv als solches eingesetzt werden. Wer den Roman “1984” von George Orwell gelesen haben sollte, der weiß damit genau, was ich meine: Neusprech. Auch wenn diese Idee einer Dystopie entstammt, so findet sie inzwischen im wahren Leben massive Anwendung - dazu später noch mehr.
Und natürlich gibt es auch gewisse Modewörter, die einige Zeit lang einfach überall lauern und dabei alte, deutlichere Wörter ersetzen. Beispielsweise ist “angedacht” für mich solch ein Modewort, genauer: ein Unwort. Typischerweise benutzt man es im Zusammenhang von “es ist angedacht, dass…” - was im Grunde nichts anderes als “es ist geplant/vorgesehen, dass…” bedeutet. Nur klingt angedacht einfach in seiner ursprünglichen Bedeutung in den Köpfen vieler deutlich schwächer, und daher benutzt man dieses Wort häufig lieber als seine aussagekräftigeren Synonyme. Wer mal die aktuellen Medien darauf hin genauer durchforstet, der wird dieses Mistwort an vielen Ecken und Enden finden.
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