Eine Sache, die man häufig in virtuellen Welten, Plattformen und Spielen hört - egal ob Second Life, World of Warcraft, SWTOR und ähnlichem - ist dies: “Das sind doch meine Freunde, die kann ich doch nicht alleine lassen!” Was aber ist eigentlich genau da dran?
Viele Menschen machen es sich in solchen Spielen ja inzwischen zur täglichen Übung, stundenlang miteinander per Sprache zu kommunizieren - ob dabei das Mittel der Wahl nun Skype, Teamspeak oder etwas völlig anderes ist, ist dabei herzlich egal. Sie sind täglich stundenlang miteinander im Kanal, reden über Gott und die Welt, erleben möglicherweise gemeinsam Dinge und das nennen sie dann schon Zusammengehörigkeit und Freundschaft!
Ich finde, das greift denn doch ein wenig kurz. Nur weil man sich gut versteht und stundenlang miteinander spricht und zusammen spielt, hat man noch längst nicht eine Freundschaft miteinander. Dazu gehört einfach ein wenig mehr. Damit eine Freundschaft entstehen kann, muss man sich gegenseitig genügend kennen und auch gegenseitig helfen. Nur - und damit beginnt es schon - haben viele genau auch eben darauf aus guten Gründen einfach keine Lust. Die arbeiten täglich Vollzeit, stehen mit beiden Beinen mitten drin im Leben und wenn sie abends ins Spiel ihrer Wahl gehen, dann ist das letzte, was sie erleben wollen, wenn da andere noch ihre RL-Probleme breit treten und hoffen, da auf irgendwelche Hobbypsychologen zu treffen, die ihre lädierte Seele streicheln.
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