Die Zeugen Gretas, oder: was, wenn sie doch Recht hat?

Greta Thunberg ist in unseren Medien seit Monaten allgegenwärtig. Entweder wird sie verehrt oder gehasst, dazwischen gibt es nicht viel - sie polarisiert extrem. Manchmal beschleicht einen dabei das Gefühl, dass sie mit ihren gerade einmal 16 Jahren schon kurz vor der Heiligsprechung stünde. Viele fühlen sich durch sie auch einfach nur noch tierisch genervt.

Thunberg selbst sagt ja, sie sei unwichtig und nur der Überbringer einer wichtigen Nachricht. Man möge nicht auf sie, sondern die Wissenschaft hören und diese auch gefälligst ernst nehmen. Das ist einerseits richtig. Andererseits ist sie aber auch Identifikationsfigur, und wer aktuell an Klimaschutz denkt, der denkt oft zuerst an sie. Ohne ihr Engagement gäbe es heute kein “Fridays for Future.”

Beide Seiten verheben es sich auch gehörig; nur weil jemand Asperger hat, wird er deswegen noch lange nicht zum merkbefreiten Deppen. Andererseits spricht sie seit Monaten zu und mit den Mächtigen der Welt als Teenager, also kann und darf man sie in der Sache auch durchaus kritisieren. Und keiner kann von ihr verlangen, dass sie ohne CO2-Rucksack durchs Leben geht, denn das ist extrem schwer möglich - ihrer aber dürfte im Vergleich zu vielen anderen Mitmenschen deutlich kleiner sein als Ergebnis ihrer Lebensweise.

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Der Mann, des ewig unerreichte Wesen

Ich traf vorgestern irgendwo eine alte Bekannte. Die klagte mir ihr Leid, das sich mit “es gibt da draußen keine echten Männer mehr, die einen zähmen” zusammenfassen lässt.

Da baut sich also jemand einen Götzen als Mannsbild, überfrachtet mit allen möglichen und unmöglichen Wünschen, sucht danach ernsthaft und verzweifelt daran, dass es diesen Götzen in Wirklichkeit nicht gibt.

Dazu kann man wirklich nicht mehr viel sagen… und es käme auch nicht an. Würde sie ihre Ansprüche auf ein realistisches Maß reduzieren, dann könnte sie wohl glücklich werden, aber so? Nie im Leben.

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Schwachsinnsrhetorik, heute: "Du weißt aber schon, dass ..., oder?"

Wenn es in letzter Zeit eine Phrase gibt, die sich wie Unkraut verbreitet hat, und die ich so richtig hasse, dann diese:

“Du weißt aber schon, dass der Himmel blau ist, oder?”

Diese Art der Rhetorik ist einfach nur gegenüber dem Anderen eine Frechheit. Warum?

Nun: jeder macht Fehler und weiß etwas nicht, also kann man höflich darauf hinweisen.

Mit der Einleitung “Du weißt aber schon” wird der darauf folgende Nebensatz als gutes Allgemeinwissen eingeordnet, das eigentlich jeder normale Mensch, der nicht auf dem Mond gelebt hat, wissen sollte. Und durch das “, oder?” wird dann der Gegenüber potentiell diskreditiert, denn

  • entweder er weiß es, ja warum hat er das Wissen dann nicht vorher angewandt, oder
  • er weiß es eben nicht, dann kann der ja nur eine richtig dumme Type sein, wenn er so etwas einfaches nicht weiß.

In der gehobenen Form kann man diese Art der Rhetorik auch noch benutzen, um vermeintliche Fakten als Fakt dem Gegenüber unterzuschieben, die dieser als Fantasterei ablehnt, beispielsweise sowas wie Biophotonen, Orgonenergie usw.

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Von der Qual der Wahl

Ich gehöre der Generation an, die den Großteil ihrer Jugend von Helmut Kohl (CDU) regiert worden sind. Helmut Schmidt bekam ich noch nicht bewusst mit, und so wurde ich mein halbes Leben lang von Helmut Kohl regiert.

Wenn ich aus dieser Zeit für mich eine Lehre gezogen habe, dann wohl diese: zwei Amtszeiten sind für das Amt des Bundeskanzlers genug, 16 Jahre wie bei Kohl bedeuten zwangsweise bei jedem noch so guten Politiker irgendwann nur noch Stillstand und Ideenlosigkeit. Was Kohl seinerzeit rettete, das war die unerwartete Möglichkeit der deutschen Einheit, sonst wäre er schon sicherlich vorher abgelöst worden. Ich bin für eine strikte Begrenzung der Amtszeit auf zwei Legislaturperioden, andere Länder haben damit gute Erfahrungen gemacht und uns fehlt das einfach.

Nun haben wir nach sieben Jahren Gerhard Schröder (SPD) also schon über 12 Jahre Angela Merkel (CDU) erleben dürfen, und wieder geht es einer jungen Generation genau so wie mir: sie kennen bisher nur diese Kanzlerin und sonst keinen weiteren.

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T.I.P. = to insure promptness

Jeder kennt in Second Life das Trinkgeld, auf Englisch einfach Tip genannt - ok, viele sind auch nur sprech- und tippfaul und nutzen einfach nur noch Tip.

Woher aber kommt Tip? Aus dem Teehaus Twinings in London, dort gab es nämlich eine Holzbox, in die man Geld einwerfen konnte, wenn man prompte Bedienung wünschte. Und so sah das Ding aus:

Und T.I.P. war ursprünglich die Abkürzung für “to insure promptness”, also “um prompte Bedienung sicherzustellen.” Twinings startete übrigens als Kaffeehaus, aber machte dann den Tee in England zum Nationalgetränk.

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Alufolie

“Weird Al” Yankovic besingt die Vorzüge der guten, alten Alufolie:

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Facebook ist eine Insel

Was haben sowohl Second Life als auch Facebook gemeinsam? Richtig: beide sind eine Insel, man kommt sehr schnell rein, aber nur äußerst schwierig wieder raus.

Hinweis: Die ursprüngliche Grafik „Die Aufteilung des World Wide Web" ist nicht mehr verfügbar (externes Bild offline).

Anhand der Grafik kann man schön sehen, wie es ums Web bestellt ist: es gibt den Bereich an der Wasseroberfläche, den Suchmaschinen problemlos sehen und erfassen können, der also für jedermann durchsuchbar und einsehbar ist. Dieser Bereich macht vielleicht 10% des WWW aus.

Danach kommt das Deep Web, das sind Webseiten, die für die Suchmaschinen nicht mehr einsehbar sind, darunter fallen beispielsweise Fachlexika, für die man Abogebühren bezahlen muss, Zeitungsartikel hinter einer Paywall, aber auch soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter, die von Suchmaschinen auch nur kaum erfasst werden können.

Danach kommt dann die dunkelste Ecke, das Dark Web. Dieses wird für alle möglichen Informationen und Tätigkeiten genutzt, darunter fallen illegale Aktivitäten, aber auch das Umgehen der Firewall von Diktaturen und ähnlichem mehr.

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