Jaja, die Ewiggestrigen 1er-Viewer-Benutzer - mal historisch aufgedröselt

Zasta hat es heute mal wieder in seinem Blog mit den Leuten hat, die noch die 1er-Viewer wie Phoenix und dergleichen benutzen und nicht mehr versteht, wieso man diese Viewer noch freiwillig einsetzen kann, wo ihnen doch z.B. ganz einfach die multiplen Tattoolayer fehlen und der aktuelle Lindenviewer mit Abkömmlingen wie Firestorm inzwischen um einiges weiter ist. Dabei ist die Antwort darauf recht einfach, wenn auch vielschichtig.

Die wichtigste Erkenntnis dabei ist diese: der Viewer ist für die Bewohner von Second Life das Tor nach SL, damit ihr Werkzeug und wichtigstes Programm zur Nutzung von Second Life überhaupt.

Machen wir uns dabei ruhig nichts vor: der 1er-Viewer war und ist von der Usability her gesehen eine Katastrophe gewesen, ein historisch gewachsenes Chaos, das innerhalb von fast 9 Jahren entstand und immer mehr und mehr üppig wucherte. Er hatte dabei einige wirklich gute Ideen gehabt, wenn man sie entsprechend zu nutzen weiß, wie das Tortenmenü. Jaja, ich weiß manche können das nicht leiden, aber es ist auch nicht totzukriegen. Während sie im offiziellen Lindenviewer verschwanden gibt es Spekulationen darüber, ob in MS Office 15 nicht diese eingeführt werden, um die Nutzung auf Touchscreens zu erleichtern.

Aber wie auch immer: der 1er-Viewer war von der Usability her gesehen die reinste Katastrophe, der Punkt dabei ist allerdings der: wir kannten und hatten nichts besseres zur Hand gehabt. Jeder, der früh genug mit Second Life anfing, musste sich erst einmal mühsam durch diesen Viewer quälen und sich mit ihm anfreunden - oder er hörte irgendwann in dieser Arbeit einfach auf. Die Lernkurve zur Beherrschung dieses Viewers war extrem steil gewesen und für viele frustrierend hoch, zu hoch. Es gab zwar Projekte wie Imprudence, die sich auf die Fahnen schrieben, alles besser machen zu wollen und es in Details auch taten, aber niemals den Drive und die Masse entwickelten, in Second Life wirklich relevant zu werden.

Wer noch heute davon schwadroniert, wie leicht und einfach die 1er-Viewer zu bedienen seien, der lügt sich selbst in die Tasche. Es fällt einem nur deswegen leicht, weil man es eben so gewohnt ist und sich da inzwischen mit schlafwandlerischer Sicherheit bewegen kann, aber bis man diese Sattelfestigkeit erreicht hatte, das dauerte mitunter Wochen! Ein wirklich einfach und intuitiv zu bedienendes Programm sieht anders aus, mir fallen da beispielsweise von früher Kais Power Tools unter Windows ein.

Das ist auch der Grund, weswegen Linden Lab irgendwann einmal damit anfing, seinen Viewerdschungel 1 genauer zu analysieren und - ich finde zu Recht - einen der Hauptgründe, warum viele Benutzer nur einmal einloggten und danach nie wiederkamen in der absolut unterirdischen Usability dieses Viewers ausmachte. Im Klartext: das Programm hat einfach die Mehrheit der potentiellen Benutzer so dermaßen überfordert gehabt, dass sie genau einmal einloggten und dann nie wiederkamen, weil sie sich einfach diesen Mist nicht geben wollten.

Die richtige Entscheidung von diesem Desaster ist gewesen, dass man den Viewer grundauf von der Benutzeroberfläche her renovieren wollte - und das auch tat. Damit wollte man die Zahl der Benutzeranmeldungen steigern und dafür sorgen, dass man sich sofort einfacher zurecht findet in Second Life. Das ist im Prinzip eine Entscheidung gewesen, die nach wie vor richtig ist, nur die Umsetzung an sich ist das absolute Debakel gewesen.

Es ist nunmal so, und da kann man sich auf den Kopf stellen und mit den Beinen wackeln wie man will, das ändert nichts daran: der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Hat er sich erst einmal an eine Plattform gewöhnt, dann will er diese auch in der Art und Weise damit arbeiten können, wie er es gelernt hat und sich nicht auf einmal durch eine neue Version der Software wieder vorkommen wie ein kleiner Pennäler in der Schule. Er erwartet einfach, dass die Menüs genauso weiterhin aufgebaut sind, wie er es gewohnt ist, die Buttons da sind, wie er es gewohnt ist und genauso aussehen, und und und…

[Mehr]
Kategorien: programming  Stichwörter: business  programming  second-life  viewer 

Phoenix Firestorm 3.3.0.24880 im Test

Da liegt sie also nun vor mir, das zweite offizielle Release des Viewers, auf den viele Lindenviewerhasser all ihre Hoffnungen projiziert haben, dem designierten Nachfolger des erfolgreichen Phoenixviewers aus derselben Schmiede, das Ergebnis von mannjahrelanger Arbeit: Phoenix Firestorm 3.3.0.24480.

Habe ich vom ersten Release, welches damals eigentlich genauso gut die Versionsnummer 1.0 nicht allzuviel erwartet, da man von solchen Versionen ohnehin nicht allzuviel erwarten darf, so ist es mit der Version nun anders. Bei konservativer Versionierung würde diese Phoenix Firestorm Viewer Version 1.1 heißen.

Es ist üblich, dass bei solchen Versionen hauptsächlich die gröbsten Fehler bereinigt werden, Sicherheitslöcher beseitigt werden und die Effizient erhöht wird. Genau das wurde mit dem Firestorm nach offizieller Aussage auch getan plus dem Hinzufügen einiger, weitere Features.

Ich habe mir den Viewer unter Windows 7 64 bit Professional nach einem Clean Install installiert und dabei getestet, ganz einfach weil ich es immer interessant finde, was es alles so auf dem Markt gibt - die Viewer stellen ja inzwischen so etwas wie ein eigenes Ökosystem dar - und welcher Viewer wohl für meine Bedürfnisse am Besten geeignet ist.

[Mehr]

Erste Alpha vom Mesh-Deformer verfügbar

Erinnern wir uns: während Kirstens Viewer am Ziel von 25.000 Pfund beim Crowdfunding scheiterte, so schaffte es Maxwell Graf die benötigten 5.400 US$ zur Programmierung eines parametrischen Mesh-Deformers durch Karl Stiefvater (Qarl Fizz, vormals Qarl Linden) einzusammeln. Danach erfuhr man noch, dass Linden Lab sich an der Entwicklung beteiligen wolle, indem sie sich ständig mit Stiefvater abgleichen und es wurde ruhig um das Projekt… bis heute.

Karl Stiefvater hat sich mit einem Video bei Youtube zurückgemeldet, welches den ersten Prototyp des Deformers bei der Arbeit zeigt. In der ersten Hälfte des Videos zeigt er einen normalen Viewer, ändert den Bauchumfang des Avatars und man sieht - der Bauch überdeckt das Mesh. In der zweiten Hälfte, die er mit seinem Projektviewer aufgenommen hat, sieht man dagegen, wie sich das Mesh automatisch allen Änderungen des Avatars anpasst! Aber schaut selbst:

yoOywmSKG2k

Stiefvater merkt dazu an, dass dies noch nicht das fertige Produkt ist, da es nun an die Feinjustierung ginge, aber die schwersten Arbeiten seien erledigt. Er stellt den Sourcecode für jedermann offen in seinem Blog in Form eines Patches zur Verfügung, und er fordert vor allem die Programmierer von Third Party Viewern dazu auf, diesen schnellstmöglich in ihre Viewer einzubauen, da er Feedback benötige.

[Mehr]
Kategorien: programming  Stichwörter: deformer  mesh  programming  second-life  viewer 

Ein kleines Update zu Kirstens Viewer

Die Entwicklung von Kirstens Viewer liegt ja momentan auf Halde. Der Programmierer hinter dem Teil, Lee Quick, hat eine Crowdfundinginitiative gestartet, welche die Zukunft des Viewers sichern könnte, vorausgesetzt es finden sich genügend edle Spender, die bereit sind dafür zu bezahlen und am Ende kommt mindestens eine Summe von 25.000 britischen Pfund heraus.

Das würde die Entwicklung für ein ganzes Jahr sichern, in der Softwarebranche ist das nicht mal ein allzu üppiges Gehalt wohl. Das Problem daran ist, gibt es wirklich genügend Menschen, denen es bares Geld wert ist, dass dieser Spartenviewer auch weiterhin läuft?

Ein Blick auf die Projektseite verschafft da Klarheit: die Aktion läuft seit Mitte September und bisher sind Zusagen über 4317 Pfund eingegangen, das Zahlungsziel liegt aber bei 25000 Pfund. Die Sammelphase läuft noch 34 Tage weiter, aber sollten sich nicht einige finden, die gleich mal 2000 Pfund oder mehr auf einen Schlag investieren wollen, ist die Sache einfach: der Viewer wird tot bleiben.

[Mehr]
Kategorien: programming  Stichwörter: programming  second-life  viewer 

Idee: Despammer für Phoenix Firestorm

Wir alle kennen das doch: wer viel einkauft oder unterwegs ist, wird nach dem Betreten von Shops, meistens schon Sims mit diversem Gruscht regelrecht zugemüllt. Seien es Landmarken, Notecards, Gruppeneinladungen, man bekommt alles mögliche, immer und immer wieder und es nervt einfach nur. Lesen tue ich diese Sachen sowieso nicht mehr, sondern klicke es einfach nur noch weg.

Wieso sollte man diese Arbeit nicht den Viewer direkt für einen erledigen lassen können? Das sollte doch recht einfach machbar sein und wäre eine große Erleichterung für uns alle, so meine Idee, fast schon ein Killerfeature in meinen Augen, das das In World Erlebnis für viele stark aufwerten würde.

Also habe ich mich hingesetzt und im JIRA von Phoenix das als neue Feature-Idee für Firestorm unter dem Key #FIRE-527 eingereicht. Mal schauen, was daraus werden wird, ich bin ja gespannt…

Kategorien: programming  Stichwörter: firestorm  jira  programming  second-life  viewer 

Drama um Emerald: so sehen schlechte Verlierer aus!

Das Drama um den Emerald-Viewer und vor allem die Äußerungen des noch verbliebenen Restteams um Arabella Steadham zeigen vor allem eines: so sehen total angefressene und schlechte Verlierer aus!

Was macht ein schlechter Verlierer, der sich ungerecht behandelt fühlt und weiß, dass seine Zeit abgelaufen ist? Richtig: er kartet nach und hofft, dass es den neuen King im Ring ordentlich schaden möge! Und genau das hat nun das Restteam um Emerald auch gemacht, zuerst in einem sehr länglichen Post namens “Dear Linden Lab”, später hat dann Linden Lab den Zugang von Arabella Steadham einfach gelöscht und sie schreibt nun auch darüber in “Beware The Thought Police.”

In eigener Übersetzung ins Deutsche schreibt Arabella Steadham dabei nämlich folgendes, Anmerkungen von mir sind dabei in eckigen Klammern gesetzt:

Liebes Linden Lab,

ich habe die heutigen Neuigkeiten gelesen, oh Mann.

Ich frage mich ernsthaft wieso ihr meint, dass eure Neudefinition des Wortes „Transparenz“ eine solch gute Sache sei, da diese sicher nichts mit Ehrlichkeit oder Integrität zu tun hat. Es ist ein sumpfiger Film aus Halbwahrheiten, Intrigen und Schwindeleien. Ich frage mich, wieso ihr den Benutzern von Second Life (50% davon nutzten nach euren eigenen Statistiken Emerald) nicht gesagt habt, dass die neuen von euch genehmigten Third Party Viewer von ehemaligen Griefern geschrieben worden sind, die ihr früher geteert und gefedert aus Second Life rausgeworfen habt.

[Mehr]
Kategorien: business  Stichwörter: emerald  programming  second-life  viewer 

Llkdu, Emkdu und OpenJPEG oder: was ist was und wozu braucht man es?

In allen Diskussionen um den Emerald-Client wird auch immer wieder über die Emkdu.dll diskutiert, viele wissen nicht wirklich, wozu diese gebraucht wird noch was sich hinter diesen verschiedenen Begrifflichkeiten wie OpenJPEG und Llkdu verbirgt. Ich will hier einmal das Knäuel ein wenig aufdröseln.

Die Basis von allem: JPEG2000.

Second Life basiert auf 3D-Objekten, die mit Texturen beliebigen Inhalts überzogen werden können. Da diese Texturen viel Bandbreite bei der Übertragung und auf Seiten Linden Labs dauerhaft Speicherplatz benötigen, war beim Design von Second Life eines der Ziele gewesen, einen Standard zu wählen, der möglichst viel Information bei möglichst wenig Speicherbedarf abbilden kann.

Man kennt diese Problematik bereits aus dem WWW, dort ist JPEG das verbreitetste Kodierungsverfahren für Bilder aller Art. Wichtig dabei ist, dass JPEG Bilder verlustbehaftet komprimiert, das bedeutet, es gehen je nach Qualität mehr oder weniger gut sichtbar Informationen verloren. JPEG basiert dabei auf verschiedenen Kodierungsschritten, wobei das Herz ein aus der Mathematik bekanntes Verfahren namens diskrete Cosinus-Transformation darstellt

[Mehr]
Kategorien: programming  Stichwörter: graphics  programming  second-life  viewer 

Scaling issues - again

Second Life is growing again, which is a good thing. The concurrency level of logged in users is reaching new heights, so no one really knows why at the moment, and if it is going on like this we are going to have around 70K users logged in in two or three weeks. Nice.

What’s bad about is, is that the underlying architecture of the grid is still the same and while it’s been able to handle the normal loads now, it yesterday started to stutter badly, again. This hasn’t happened in such drastic manner for quite some time, now. I guess it’s really time that the new architecture, which is designed to scale more nicely, should be implemented and rolled out as soon as possible.

Kategorien: programming  Stichwörter: programming  scaling  second-life 

Some new stuff and such

Well, what’s new anyway in the meantime in SL?

  • Mono has been deployed to the whole grid. This means, that all LSL scripts now might run on this new engine, which makes computation of scripts up to 200 times faster than the former one. As a side effect, every script has now 64 KB of memory for data instead of 16 KB. But it seems that if you want to run Mono, you have to recompile the script for yourself. Old scripts are not going to be recompiled automatically, a thing, that perhaps might happen in the future, though, since it’s for sure not going to happen that both engines are going to be supported parallel for long, meaning the old LSL engine is going to fade out slowly. If you want to compile your scripts on Mono, you need a viewer of the 1.21-series at least.
  • The Lindens have a new communication policy for their blog, it is undergoing a big relaunch at the moment in the background. While some are happy, that now Torley Linden cannot put up his “pink-green neon glowing junk of happiness” on the homepage anymore, others wonder what happened there in general. They are planning to change their ways of communication, again, well so far we have to see what is going to happen in October. For the meantime we have to live with it like it is.
  • People are wondering which kind of product SLim is going to be and when it is going to be launched. So far, there are only rumors around despite the fact that Linden Lab recently applied for that trademark. Most agree, though, according to the application it is going to be some kind of messenger. This is exciting, because a new product is really something that might come in handy for Linden Lab to stand out against the less complex competition for an audience, for which Second Life is too complex, power hungry, whatever, in general not appealing enough. A first preview is expected though within the next couple of weeks. Makes me wonder… is this a project which has been initiated by Mark Kingdon aka M Linden or did the foundation for it already happen under Philip Rosedale’s reign as CEO still?
  • The next big thing in the background might be the standarization of the protocol to build the intergrid, the thing at which they are working together with IBM.
  • Copybot is supposed to get support for cloning prim attachments of avatars. I wonder, if this is ever going to really happen.
  • Land prices still stay quite low. This is bad for land barons, who need to make money on sales, but good for the inhabitants and other content creators, too.
  • Oldtimer Gwyneth Llwellyn ran an essay named “No more limits”, outlining some ways in which Second Life might develop in the future, for example more prims per sim (again), bigger or smaller sims than 256x256 meters, allowance of megaprims and getting rid of the limitations of LSL. Some of those might really happen sooner or later in the future.
Kategorien: business  Stichwörter: admin  business  communication  programming  second-life 

realXtend: Second Life's Apache?

Gentle reader,

today I want to talk a little about the realXtend project which came upon my radar recently and impressed me great lengths. Their goal is, put in simple terms, to develop the InterGrid about which Gwyneth Llewellyn spoke recently in one of her own blog posts. Well, she even mentions the project in her post.

The InterGrid, put in simple terms again, is the ability to make your own region/regions/grid and take your avatar on grid A, B or C and also take the inventory of it with you. This means your avatar becomes quite more flexible, it can travel around the different grids if done correctly, but also there’s quite much work to do until that goal is going to be achieved. This project is using OpenSim as their platform for serving regions, they’ve already enhanced it with quite much advanced and sophisticated features and also forked the Second Life viewer into an own thing, although this can still connect to the Second Life grid in a compatibility mode.

[Mehr]
Kategorien: business  programming  Stichwörter: business  development  programming  realxtend  second-life