Stiller Himmels neues Blog und seine Abschiedsnachricht auf Deutsch

Stiller Himmel legt sich ein neues Blog unter einer neuen Adresse zu.

Das ist an und für sich nichts, worüber es sich zu schreiben lohnen würde, allerdings verband er es mit einer Nachricht auf Englisch, in der er seine Gründe erklärt. Da aber eine deutsche Fassung fehlt und dem einen oder anderen der ehemaligen Mitspieler Stillers die Beweggründe doch interessieren dürften, andererseits nicht jeder des Englischen so trittfest mächtig sein dürfte, die Nachricht wirklich zu verstehen, anbei eine von mir angefertigte Übersetzung ins Deutsche.

Here we go:

Ich werde meine Fashion-Posts unter folgender Adresse fortführen:

http://silentsky.tumblr.com/

Die Gründe dafür sind:

  • Ich will Tumblr ausprobieren,
  • Ich will einen Neuanfang,
  • Ich möchte nicht mehr mit Gor in Verbindung gebracht werden.

Die Langfassung: ich habe diesen großen Haufen Schrott lange genug vor aller Augen gerechtfertigt. Aber ich kann einfach nicht mehr weiter über Themen und Denkweisen des goreanischen Rollenspiels diskutieren ohne mich dabei völlig bescheuert und unwohl zu fühlen. Diese Unwohlsein beginnt mit dem Blognamen und hört bei den Artikeln, die ich einmal schrieb, noch lange nicht auf. Ich würde eher noch Fotografien meiner Aluminiumhutsammlung [veröffentlichen] als weiterhin in dieser kranken Phantasie zu schwelgen, die Norman erschaffen hat. Die Grenze ist erreicht. Ich habe mir lange genug vorgemacht, dass es alles nur ein amüsantes Spiel sei, aber:

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Kurz notiert...

Deutschgors “Assi-Mecker-Kotz-Blog” (Eigenbezeichnung der Autorin) Nummer 1 ist wieder offen lesbar und alle Artikel mitsamt den Aufregern der letzten Wochen sowie Kommentare sind unverändert dort vorhanden. Könnte ja für den einen oder anderen doch interessant sein…

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Kommet zu mir, meine Schafe!

In Second Life gibt es unter anderem die goreanischen Sims und Simverbünde Südland, Ivalo, Caithris, Anjum, Freya, Farnacium, Folkvangar, Hrungnir, Isle of Chains, Ti und Trudvangar, nach aktuellem Stand sind das 19 Sims. Allen diesen ist mehr oder minder gemeinsam, dass sie den Gorean Meter benutzen und Combat mit Waffen dieses Meters innerhalb gewisser Regeln erlauben.

Alle diese Sims nutzen eine gemeinsam gepflegte Liste, in der festgehalten wird, welche Waffen erlaubt sind oder auch nicht. Das ist schön und finde ich gut, immerhin mal eine Sache, auf die sich gemeinsam viele Simbesitzer also einigen konnten. Gemeinhin ist diese Liste bekannt als die “gemeinsame Waffenliste” und an vielen Orten einseh- sowie abgreifbar.

Nun kommen und vergehen ja Waffenhersteller, z.B. gibt es AC Creations nicht mehr, die früher sehr populär gewesen sind, ähnlich ist es mit iPwn oder kleineren Marken. Die Waffenherstellung ist eben eine sehr anstrengende Sache in Second Life, manchmal klappt auch wohl nur Trial und Error richtig, weil man sehr stark auf die Physik angewiesen ist und längst nicht alles in Sachen Physik mit LSL wirklich gut dokumentiert worden ist.

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Gor als Aufreger der Nation

Nun, das ist vielleicht ein wenig übertrieben, aber als Aufreger gibt es das tatsächlich. Wer es nicht glaubt, der muss sich nur einmal diesen Thread mit bis heute 625 Posts im sonst so zivilisierten Slinside in Ruhe durchlesen, der auf den schönen Namen “Der ANTIGOR-Thread” hört, viel Spaß dabei.

Worum es dabei letztendlich geht ist, wie so oft, recht schwer zu begreifen. Die Argumentation der Gegner ist teilweise sprunghaft, watteweich und wie Nebel. Natürlich ist es so, dass Gor viele Element wie Sklaverei und dergleichen enthält, die in unserer heutigen, zivilisierten Welt weitestgehend abgeschafft sind. Keine Frage.

Den Gegnern kommt Gor - wie so oft - mehr als eine Art Sekte als nur ein RP vor, was manche Gorspieler auch teilweise selber schuld sind. Man muss sich nicht im Rest von SL ständig in Gorklamotten zeigen, mit Collar rumrennen oder mit dem Meter über dem Kopfe. Wie so oft begreifen die Kritiker hier mal wieder nicht, dass es einen gehörigen Unterschied gibt zwischen etwas, was man freiwillig spielt und etwas, wozu man gezwungen wird. Kein Mensch wird dazu gezwungen, in ein Rollenspiel irgendwelcher Art zu gehen und dann da eine Rolle zu spielen, die ihm nicht gefällt. Das aber blenden viele bereits aus.

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Und so zerbröselt der Keks nunmal

Ich habe heute das erste Mal seit ein paar Tagen wieder meine Blogroll durchforstet und blieb beim Lesen an einem Post von Mia Dioz aus Lydius längere Zeit hängen. Mia selber war längere Zeit wegen RL - so verstehe ich das - kaum bis gar nicht im Spiel, ist es jetzt aber wieder und wundert sich, wieso denn keiner mehr mit ihr spielen würde. Viele der guten Spieler seien gegangen, was sie schade findet, es fehle ihrer Meinung nach an einem Konzept für Lydius und sie fragt sich, ob denn Weglaufen die bessere Wahl sei.

Nun ist das zuerst einmal eine Einzelmeinung, und wenn man sie bewertet ist die Frage natürlich ob das zutreffend ist oder nur am Sommerloch liegt oder beides. Wobei, dieses Jahr ist das mit dem Sommerloch so eine Sache, meine Heimatsim hat nämlich keines, sondern wir können ohne Probleme einen Trek mit 15 Leuten veranstalten und selbst dann sind das noch nicht alle von uns. Also erscheint Sommerloch alleine als Erklärung etwas wenig.

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Der Trend geht zum Zweitberuf

Das kennt man ja: da ist man gefangen gewesen bei den ach so bitterbösen Piraten, kommt nackig und mit Collar wieder so nach Hause, da will man den Mist doch schnellstmöglich loswerden. Meist war früher das Problem, dass es zu wenig Schmiede gab und selbst wenn man einen hatte, dann war er garantiert dann nicht bei der Arbeit wenn man ihn brauchte. Also greifen da inzwischen viele Spieler zur Selbsthilfe und eigneten sich im Laufe der Zeit erstaunliche Schmiedefähigkeiten an. Ein Collar abbekommen, für das man keinen Schlüssel hat? Kein Problem, das macht der autodidaktische Hobbyschmied virtuos in unter fünf Minuten! Die Sklavin da drüben hat einen Keuschheitsgürtel umgelegt, aber man will dennoch seinen Spaß mit ihr haben? Kein Problem, das macht der echte, kantige Goreanerkerl mal eben so im Vorübergehen in unter einer Minute. Wie das? Vermutlich hat er Supermans Hitzeblick, er muss das Schloss nur schief anschauen und schon springt es vor lauter Furcht von alleine auf oder aber der Blödsack von Schmied, der den Gürtel anfertigte, hat schlecht gearbeitet. Ein beherzter Ruck am Schloss und schon ist es auf!

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Sommerloch?

Am Freitag abend war es soweit, wir starteten von meiner Gruppe aus ein länger geplantes, gemeinsames RP. Die Idee war ganz einfach mal wieder als geschlossene Karawane durch einen vorher ausgesuchten Simverbund zu ziehen, um so außerhalb mal etwas Flagge zu zeigen, zwei bis drei Tage innerhalb des Verbundes aktiv zu sein, zu kampieren und zu schauen, wem man so im Rollenspiel begegnet. Der Grund für die Reise war die Auslieferung von 30 Thalarions, diese wurden als Avatarattachments mitgenommen und auch sonst hatte jeder entweder ein Reittier oder einen Wagen mit sich, das er zog. Alles in allem war dies eine Gruppe von etwa 15 Avataren, die so mitmachte und durch die Sims marschierte. Wer eifriger Radargucker ist, der hätte dabei auch zunächst auf die Idee kommen können, dies sei ein Raid, so aber ist es nicht gewesen.

Alles in allem eine bewährte Idee, wir hatten das schon einmal vor zwei Jahren so in einem anderen Verbund gemacht gehabt und es kam durchweg mehrheitlich positiv an. Am Freitag war es denn so, dass die erste Sim auf der wir wirklich Mitspieler entdeckten, eine Homesteadsim gewesen ist, die mit dieser Avatarlast einfach nicht zurechtkam. Es kam, wie es eben so kommen musste, ein unendlicher Megalag und die Kollegen flogen reihenweise aus SL, da die Sim irgendwo länger zwischen 0,1 - 2 FPS hatte. Also war danach das Kommando zurück und weiter zum ausgesuchten Rastplatz.

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Yo, behold my mad typing skillz!!!

Bei Zasta gibt es gerade drüben in den Kommentaren zum gestrigen Blogpost eine mittlere Diskussion über den Sinn und Unsinn von Paraemoting. Paraemoting, was ist das? Dazu muss man für diejenigen, die diesen Terminus technicus nicht kennen, kurz ausholen.

Also: Paragraph ist das englische Wort für Absatz, ganz simpel. Das Para in Paraemote kommt daher, also ein Emote, der für sich alleine gesprochen schon einen guten Absatz füllt. Andere, synonym dafür verwendete Begriffe sind auch Para-RP, Roleplay in Paragraphs oder einfach Rollenspiel in ganzen Absätzen. Wie das in der Praxis aussehen kann, findet man in Kommentar zwölf bei Zasta schön erklärt, daher einfach mal dahin verlinkt als Beispiel.

Nun ist es aber so, dass Rollenspiel in Absätzen nicht immer angebracht oder gerne gesehen ist. Die Gründe dafür sind vielfältig. Wenn jemand ständig nur solche Klopper loslässt, dann stört es den Fluss des RPs an sich mitunter gewaltig und irgendwann schaltet der Rest der mitlesenden Spieler nur noch geistig auf Durchzug, das geschieht bei vielen früher oder später. Also es kommt auf die Situation darauf an. Dann ist es auch so, dass natürlich nicht jeder Mitspieler gleich schnell im Schreiben auf der Tastatur ist. In der Zeit, in der einer meinetwegen gerade mal mühsam im Zweifingersuchsystem einige Wörter zusammenstellt, tippt der andere schon einen fein ziselierten Fünfzeiler mit wunderschönen Beschreibungen.

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Zu Besuch in Ostia

Nachdem ich es ein wenig mit Ästhetik hatte, ist es mir mal ein Bedürfnis ein wenig über eine englischsprachige Sim zu schreiben. Ich war neulich durch Zufall auf der Sim Rive de Bois, die früher bei mir mehr unter Ballersim rangierte, zu Gast und besuchte dort die buchnahe Stadt Ostia. Die Sim ist heutzutage alleinstehend und wurde wohl vor kurzem völlig neu bebaut. Auf ca. 1/4 der Sim breitet sich die Stadt aus, daneben gibt es noch einen Wald mitsamt Pantherstamm sowie eine Gruppe die in den Dschungeln um Schendi angesiedelt ist, sagt zumindest die aktuelle Notecard mit den Regeln. Meter ist entweder das GM oder ein einfaches RP-Titler mit Würfeln, wer CM-Kampf nicht mag.

Die Stadt selber wurde von hauptsächlich von einem Builder, nämlich Jake Molinaro, erbaut, der zudem sehr viel Ahnung und gutes handwerkliches Können besitzt. Die Bauten selber sind eher einfach gehalten, aber in sich extrem stimmig und mit sehr guten Texturen versehen worden. Alles wirkt und ist extrem durchdacht, detailreich ist es sowieso und es fehlt so ziemlich nichts, was man in einer Stadt braucht. Man kann sich sogar regelrecht in der Stadt verlaufen, wenn man nicht aufpasst, die Straßen haben erhöhte Steine zum trockenen Überqueren für Fußgänger und es wirkt eigentlich alles wie direkt aus der römischen Antike entsprungen, es gibt sogar Kanäle, und und und… ich könnte noch stundenlang schwärmen.

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Echte Rollenspieler und ihr blinder Fleck

Wir sind ja je nach Ansichtsweise im besten oder schlechtesten aller Leben, und das Leben könnte doch so schön sein: wir sind alle freiwillig im Rollenspiel, wir sind alle hier um miteinander Spaß zu haben und es ist für uns alle ein Hobby. Ja, so einfach könnte doch das Leben sein, nicht wahr? Ist es aber nicht, weil längst nicht alle mit denselben Voraussetzungen ins Rollenspiel einsteigen und das merkt man auch!

Eine Gruppe, die eigentlich besonders pflegeleicht sein sollte, ist dabei leider meiner Meinung nach  in der Praxis öfters auffällig und schwerer zu handhaben, nämlich die echten Rollenspieler aus der Pen&Paper-Ecke. Woher kommt das und was ist das Problem?

Ich erkläre es mir so: beim P&P-Spiel sitzt man sich gegenüber und erlebt das gesamte Spektrum der menschlichen Kommunikation ungefiltert, also Stimmlage, Mimik, Körperhaltung und Körpersprache. Dazu kommt, dass das Setting relativ feststeht, es meistens umfangreiche Regelwerke gibt und vor allem auch einen akzeptierten Spielleiter, der seine Pappenheimer kennt und dementsprechend mal einschreitet, wenn jemand zu sehr ausufernd spielen will. Dazu ist der Kreis der Mitspieler überschaubar, man kennt sich mitunter schon jahrelang untereinander und ist möglicherweise noch gut befreundet.

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