Gut gemeint ist das Gegenteil von gut gemacht

Eingetragen in: Role play | 6

Nehmen wir einfach mal an, es gäbe eine Sim, die die rollenspielerischen Aktionen mit Fremden und externen Sims ein wenig vermehren will, indem sie eine offizielle Kernzeit von 20-23 Uhr einführt. Das ist an und für sich eine gute Sache, von der alle profitieren können, abgesehen davon entwickelt sich auf den meisten Sims sowieso eine Kernzeit für das Rollenspiel im Laufe der Zeit von alleine.

Nun wird das dort per Mehrheitsbeschluß abgesegnet und man kommt dabei auf die Idee, dass zu dieser Kernzeit die Spieler sich auch nicht mehr in ihren Privathäusern/wohnungen aufhalten dürfen.

Die Absicht dahinter ist klar verständlich: wer nur zuhause hockt, der macht in erster Linie sein privates RP, aber steht für Rollenspiel an sich mit Externen eben nicht zur Verfügung, und wenn das zu viele tun, dann nervt dies mitunter. Nichts ist frustrierender, als abends zur typischen Spielzeit sich auf eine Sim zu begeben, alle hocken in den Häusern und sind mit irgendwas beschäftigt, aber keiner geht raus. Ganz klar.

Nur ist das eben mit der Mehrheit so eine Sache: gesetzt den Fall, man würde wirklich so eine Regelung fällen, dann versucht hier die Mehrheit in die privaten Spielgewohnheiten jedes Einzelnen einzugreifen und diese zu lenken. Jeder bezahlt für seine Wohnung und möchte natürlich diese nutzen, wann er/sie es will. Und wenn derjenige typischerweise tagsüber normal arbeitet und nur abends die Möglichkeit hat, genau in dieser Zeit online zu kommen und zu spielen, dann ist solch eine Regelung einfach schlecht.

Warum ist sie dies? Weil man natürlich auch ab und an mal das berechtigte Bedürfnis haben wird, sich für mehr private Spielaktionen aus der Öffentlichket zurückziehen zu wollen. Man kann nicht die Spieler einfach per Edikt dazu verdonnern, ihren eigenen Wohnungen, für die sie bezahlen, in der Kernspielzeit fern bleiben zu müssen, auch wenn eine irgendwie geartete Mehrheit der Meinung ist, das sei möglich und die Spieler würden dies mitmachen.

Das ist es eben nicht! Denn hier greift die Mehrheit in die Spielmöglichkeiten jedes Einzelnen in seiner mitunter knapp bemessenen Freizeit  an, und wozu würde das dann führen, sofern ein Spieler damit nicht einverstanden ist?

Ich sehe hauptsächlich da diese Möglichkeiten:

  • die Spieler pfeifen einfach auf diesen Beschluss und machen weiterhin genau das, wann und wo sie auf der Sim wollen, und kriegen ggf. einen Rüffel. Wenn das aber genügend Spieler so tun, dann kommt man möglicherweise schnell zu der Erkenntnis, dass so etwas einfach nicht wirklich durchsetzbar ist und lässt es wieder fallen. Das wäre dann ganz simpel die normative Kraft des Faktischen.
  • den Spielern ist schon die Chuzpe, solch einen Beschluss überhaupt zu fällen, eindeutig zu viel und sie verlassen direkt die Sim, weil sie darauf absolut keine Lust haben. Für einige, die sowieso schon über einen Weggang nachdachten, wäre das vielleicht mitunter der berühmte Tropfen, der das Faß zum Überlaufen bringt und sie gingen dann tatsächlich.
  • die Spieler halten sich zur Hauptkernzeit einfach woanders auf, nur nicht auf ihrer Heimatsim, weil sie so nach wie vor machen können, was sie wollen und ihnen dann keiner reinredet noch sie rüffelt.
  • Oder aber sie führen ellenlange Diskussionen mit den Simleitern, um ihren Unmut darüber Nachdruck zu verleihen und diesen Beschluss wieder zu kippen.

So oder so, solch ein Beschluss, wenn er wirklich gefällt worden würde, ist zwar gut gemeint, aber realistisch gesehen würde er nur Unruhe in die Spielerschaft bringen und diese spalten, da viele einfach so über sich nicht in ihrer Freizeit über sich von anderen bestimmen lassen wollen und dies nicht akzeptieren würden. Er würde die Gemeinschaft nachhaltig, wenn er zu lange ernsthaft aufrecht erhalten würde, schädigen, weil viele einfach den Weg des geringsten Widerstandes gehen würden und die Sim über kurz oder lang verlassen würden.

So etwas wäre eindeutig ein massiver Griff ins Klo, der wenn man daran fest hielte, nur zu einem selbst verschuldeten, signifikanten Spielerweggang führen würde.

Staff of Damascus

Eingetragen in: Role play | 4

Da mich der Stab doch zu sehr fasziniert hat, habe ich ihn heute mal in world gesucht und gefunden. Hergestellt wird er von "The Forge", und dies ist ein Teil der Beschreibung:

Introducing the Staff of Damascus - This is a staff scripted to do 40% and 35% damage and also low 'slave' damage, primarily for the Gorean Meter.

Also da das Ding ist für's Gorean Meter gedacht, vom Typ her dürfte es ein Zweihandschwert sein und hat sogar die Option für Sklavenschaden. Es spricht ja nichts dagegen, solche Sachen an und für sich zu bauen, da das GM ja auch in anderen Rollenspielen als Gor eingesetzt werden kann und wird (beispielsweise US-Bürgerkriegssims), aber der Erbauer hier zielt damit ganz klar auf die Zielgruppe Gor ab.

Dabei hat das mit Gor so viel zu tun wie Darth Vader. Der Stab könnte glatt aus World of Warcraft stammen oder einem ähnlichen Fantasy-Spiel, aber Gor? Im Leben nicht. Nur dann sag mal jemand, der damit auf Gor rumeiert, dass der da absolut unpassenden Müll gekauft hat. Gut, derjenige hätte sich natürlich vorher informieren können, aber dennoch.

EZ_Staff_of_Damascus_Gold

Der Ring der Nibelungen auf Gor

Eingetragen in: Role play | 3

Heute sah ich diese sympathische, junge Dame auf Gor, die sich offensichtlich bei dem Gewande in der Tür geirrt hat. So läuft man doch normal nur im Ring der Nibelungen herum... naja, fast. Bei bestem Willen: mit Gor hat das Aussehen absolut rein gar nichts zu tun, das kann man drehen und wenden, wie man will. Und dieser Stab von EZ Weapons? Brrr.

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Der "Feted Inner Core" mal anders

Eingetragen in: Role play | 9

Prokofy Neva, die Berufskassandra des Untergangs von Second Life seit bald einem Jahrzehnt, hat einen Begriff geprägt, der in amerikanischen SL-Kreisen die Runde machte und bis heute dort etabliert ist, nämlich den des "Feted Inner Cores." Gemeint ist damit, dass es in Second Life einen elitären Zirkel an Avataren, gäbe, die von den Lindens bevorzugt würden und wichtige und für sie nützliche Informationen schon lange vor dem Rest bzw. der Veröffentlichung zugesteckt bekämen.

Nun ist das eine schöne Verschwörungstheorie, und sie ist plausibel. Damit ist sie schwer zu beweisen oder zu widerlegen, einmal in die Welt gesetzt, bekommt so etwas ein Eigenleben und kann zu einem Monster werden, das man nicht mehr unter Kontrolle kriegt.

Im Grunde ist FIC nur eine schöne Umschreibung für Vetternwirtschaft, Nepotismus oder aber auch nur, dass einige eben gleicher als der Rest sind, aus welchen Gründen auch immer. Bisher dachte ich nur, der FIC sei eben so eine Sache, aber nun weiß ich: es gibt ihn durchaus. Wie hätte es auch anders sein können, wo Menschen sind, da passiert eben auch das, aber - und das ist nun das interessante daran - es gibt ihn auf einer Rollenspielsim.

Nun wäre solche Klüngelei auf einer Rollenspielsim, wie sie Kasra nun einmal ist, noch lange nichts schlechtes, wenn sie sich nur ein aufs Rollenspiel beziehen würde, denn auf einer guten Rollenspielsim muss der Grundsatz natürlich sein, man spielt in character gegeneinander, aber out of character natürlich miteinander. Aber das ist in Kasra nicht der Fall, dort wird sowohl in character als auch out of character massiv gegeneinander gespielt und es kommt häufig vor, dass manche IC-Entwicklung, die dem Klüngel nützt sich aber noch zu deren Ungunsten entwickeln könnte, dann abrupt von den üblichen Verdächtigen beendet wird.

Kasra steht schon lange gorweit im Ruf, dass sie nur im Grunde das ausspielen wollen, wo sie am Ende relativ gut dastehen und ungeschoren dabei heraus kommen, aber ansonsten Sachen einfach ins Leere laufen lassen, wie es ihnen passt. Bisher hielt ich es für ein Gerücht, nun aber weiß ich es besser: das war kein Gerücht, sondern das ist eine Tatsache. Da ich früher, wenn überhaupt, nur immer sporadisch auf der Sim unterwegs war, war es mir egal noch bekam ich es wirklich mit. Es hat seine Gründe, warum ich spiele, wo ich spiele, und der Hauptgrund ist einfach dieser, dass ich Ratssitzungen im RP absolut nichts abgewinnen kann, diese in Kasra aber ein fundamentaler Bestandteil des Rollenspiels an sich sind.

Ich habe selber in meiner Talboter Zeit genug Sitzungen im Rat erlebt um zu wissen, wie wenige das interessiert und wie nutzlos sie letztendlich sind, dazu kommt noch meine jahrelange Vereinserfahrung im RL. Ratssitzungen im RP sind meist sinnlose Schwafeltralalaveranstaltungen, die letzten Endes nur dazu dienen, dem Kurs der Simleitung einen demokratischen Anstrich zu verleihen, der in Wirklichkeit absolut nicht vorhanden ist, weil in Second Life noch immer im Zweifelsfall das alte Motto "wer zahlt, der bestimmt die Musik, die läuft" gilt. In Vereinen im RL ist das verdammt nochmal nunmal anders, weil man da von der Mitgliederversammlung gewählt wird, innerhalb der Satzung seine Aufgaben hat, in die einem keiner reinreden kann und man gemeinsam wirklich zu gewissen Ergebnissen kommen kann und darum ringen muss. Das sind gänzlich andere Voraussetzungen als in einem Rats-RP in einem Rollenspiel an sich.

Kasra hat in den letzten Jahren vom rollenspielerischen Schwerpunktthema eine gravierende Wandlung durchlaufen, und das nicht über Nacht: man startete als heitere, sich selbst nicht ganz ernst zu nehmendes Wirtshaus mit einem Wirt, der selber sein bester Kunde war, einer biologischen Massenvernichtungswaffe namens Fischsuppe, einer geistig leicht unterbelichteten Wirtin, die immer barfuß rumlief und nicht einmal wußte, dass 2 + 2 = 4 ist, dazu den beiden Kampfkajirae, die die Kunden bedienen sollten aber in Wirklichkeit sich viel lieber selbst gegenseitig an die Gurgel gingen und dabei gnadenlos alles verwüsteten, was nur eben gerade ging.

Der Feuerkrug war die zentrale Spielstätte in Kasra, und dann entwickelte es sich langsam, aber stetig weg von diesem heiteren und recht amüsanten RP hin zu dem heutigen Intrigantenstadl, wie er sich aktuell darstellt. Für mich ist dabei die sichtbare Zäsur Kasras, die den Wandel einleutete, der Weggang des alten Wirtes.

Nun entwickelt sich das Rollenspiel einer Sim ja immer dahingehend, wie die Mehrheit es dort wünscht, so sollte man meinen und die Entwicklung müssen ja genügend mit tragen, sonst wird das nichts. Also ist die Entwicklung an und für sich für Kasra gut, weil man eben genau das in Kasra so wollte und haben will, fein, nichts dagegen, das war und ist eben so.

Dennoch war das Spiel früher in Kasra deutlich angenehmer als heutzutage, wo im Prinzip nun jeder nur noch damit beschäftigt ist, sich Macht zu verschaffen (und dabei notfalls massiv OOC mitzubekommen, wo der da Hammer im Zweifelsfalle wirklich hängt), sie zu behalten und zu verteidigen, koste es, was es wolle. Solch ein ständiges Intrigrantenstadl verschleißt IC wie auch OOC rapide die Mitspieler, die dem ausgesetzt sind.

Dazu kommt dann noch die besondere Konstellation: es wäre noch relativ unschädlich, wenn man nur IC gegeneinander spielen würde. Da aber sich hier massiv OOC-Entscheidungen mit IC vermischen und diese oft so gefällt werden, dass IC gewisse Sachen nicht verfolgt werden und IC gewisse Personen sich alles erlauben können, während andere, die dem FIC in Kasra nicht angehören, sich ständig behaupten und beweisen müssen in der Hoffnung oder Angst, dass man sie in Ruhe lässt bzw. relativ ungeschoren und ihre Rolle nicht kaputt macht.

Denn die meisten Spieler sind nicht dumm und bekommen das natürlich mit, wie da so der Hase läuft. Manchem liegt so eine Spielweise, aber es ist ein sehr guter und praktikabler Weg dafür, massiv Spieler zu verschleißen, denn wer möchte sich schon dauerhaft wie ein "Spieler zweiter Klasse" fühlen? Eben, das wohl so richtig niemand.

Damit man mich da nicht falsch versteht: wären solche Ränkespiele in Kasra nur rein IC, dann wäre das vollkommen in Ordnung. Da dies in Kasra aber absolut nicht der Fall ist, wie wild in den Häusern rumgecammed wird und keiner mehr wirklich sicher sein kann, wo da im RP noch das IC ist und das OOC beginnt, ist es das nicht mehr.

Und wie gesagt, den Ruf hat Kasra nicht erst seit gestern. Wenn ich so darüber nachdenke, dann hatte ich früher nie wirklich begriffen, wieso Georg - der mit seinem Schmied in Kasra einfach eine rollenspielerische Bank war und praktisch immer da - auf einmal da für mich überraschend 2012 weg ging, um fortan nur noch mit einem Alt in Jort's Fähre den Händler zu geben. Ich kann da nur mutmaßen, aber sollte es sich schon damals ähnlich so wie heute von der spielerischen Grundstimmung her gezeigt haben, dann wäre das ein guter und möglicher Grund. Ebenso überraschend war es für mich damals auch gewesen, als das Sklavenhaus Pinion, die immerhin der Gründergeneration Kasras angehörten, sich auch zeitlich ähnlich angesiedelt aus Kasra verabschiedeten.

In dem Sinne teile ich damit Coris Auffassung zu Kasra nicht, dass sie da alles knallhart ausspielen würden, was sie anfangen. Das tun sie eben nicht, sie fangen Sachen an und wenn es ihnen deutlich mehr nützt, dass die ins Leere laufen, dann sorgen sie dafür IC wie OOC, dass das passiert.

Das ist eben inzwischen meine Meinung auf Basis persönlicher Erfahrungen innerhalb der letzten Zeit, was da genau alles gelaufen ist, darin möchte ich mich nicht weiter verlieren, aber was zu viel ist, das ist eindeutig zu viel. Das mag jetzt dem einen oder anderen nicht besonders "nett" erscheinen, dass ich hier so plakativ meine Meinung über Kasra formuliere, aber ich habe in den letzten Tage Sachen erleben dürfen, eher erleben müssen, wie z.B. OOC-Ausraster im offenen Chat auf eine von mir rein IC vorgebrachte und gut begründete Rumnerverei meines Avatars in seiner Rolle, die ich so in meiner langjährigen Laufbahn noch nie erlebt habe und mich hinter dem Monitor nur sprachlos ließen, ganz einfach weil das nicht hätte passieren dürfen. So viel Selbstdisziplin setze ich normal schon getrost bei jahrelangen Gorspielern voraus, dass sie auf gut begründetes, ohne jedwede Gedankenemotes vorgebrachtes IC mit IC reagieren und dann nicht so plötzlich und direkt ohne Vorwarnung ins OOC abgleiten, wie ich es erleben musste. Und das war dann noch längst nicht alles - your mileage may vary.

Ich habe fertig!

Gor- und Urban-RP im Konzeptvergleich

Eingetragen in: Role play | 17

Momentan macht sich im deutschsprachigen Second Life ja zunehmend deutsches Urban-RP breit, und das erfolgreich. Im Vergleich dazu hat es das Gor-RP nicht so einfach, noch überhaupt zu begeistern.

Woher aber mag das kommen?

Schauen wir uns dazu doch einmal die Unterschiede zwischen beiden RP-Arten an:

  Gor Urban-RP
Zeitalter Fantasy (Gegenwart auf einem fiktiven Planeten) meist Gegenwart oder nahe Zukunft
Definition des Settings schwammig und widersprüchlich klar definiert
Kleidungsstil eingeschränkt und restriktive im Prinzip (fast) alles möglich, ohne das Setting zu verbiegen
Combat-Meter-Kampf fast überall möglich möglich (beispielsweise DCS2), aber auf deutschen Sims kaum verbreitet
externes Rollenspiel kommt oft vor, da sehr viele Sims selten, da die Grundgeschichte der externen Sim zur eigenen passen muss (beispielsweise in Orillia Beach nicht möglich)
Lernkurve für den Einstieg recht steil und holprig einfach bis moderat
"Furry-Diskussion" nicht möglich kommt mitunter vor
Globale Rahmenhandlung meist nicht vorhanden meistens vorhanden
Erzählweise meist in sich abgeschlossene Episoden meistens durchgängiger Erzählbogen

 

Also alles in allem kein Wunder, das bessere Konzept setzt sich eben letztendlich durch. Gor hätte da nur eine wirkliche Chance, wenn man es quasi von Grund auf neu gestaltet.

Spiel und Spaß mit Inkassobüros

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Bei einem Freund von mir schlug kürzlich eine Rechnung eines Inkassobüros auf, die man getrost als Phantasierechnung betrachten kann: die Forderung an sich inklusive Zinsen lag irgendwo grob um die 20 Euro und die Inkassogebühr bei satten 81 Euro. Dazu kommt das übliche Drohgebilde mit Schufa blablabla, und bitte direkt an sie überweisen.

Ein dummer oder eingeschüchterter Mensch bezahlt so etwas sofort; ein vernünftiger Mensch stellt sich erst einmal die Frage "Woraus setzt sich denn da die Inkassogebühr zusammen und ist diese in der Höhe überhaupt gerechtfertigt?" Immerhin ist sie um den Faktor vier größer als die Forderung selber.

Rechtsanwalt vs. Inkassounternehmen

Es gibt dabei einen einfachen Grundsatz, um die Höhe solcher Gebühren zu beurteilen: was wäre gewesen, wenn der Gläubiger sich an einen Rechtsanwalt gewandt hätte und wieviel darf dieser maximal an Gebühren verlangen.

Inkasso darf in Deutschland jeder machen, der gewisse Voraussetzungen erfüllt, dazu bedarf es keiner gesonderten Berufsausbildung. Ein Rechtsanwalt dagegen hat meist deutlich mehr Zeit und Mühen in seine Ausbildung investiert, ein Studium hinter sich und dazu noch zwei Staatsexamina. Wenn also das, was der Rechtsanwalt nach RGV maximal verlangen darf, niedriger ist als das, was das Inkassobüro will, dann ist das Büro nur auf schnelles Geld aus und hofft auf die Unwissenheit seines Opfers.

In dem Fall ist das eindeutig so; bis zu einem Streitwert von 100 Euro beträgt die maximale Gebühr eines fachlich deutlich besser qualifizierten Rechtsanwaltes 32,50 Euro und keinesfalls 80 Euro.

Damit ist die Gebühr, die das Inkassobüro gerne hätte, unzulässig hoch.

Was tun?

Ganz einfach: die Hauptforderung inkl. Verzugszinsen und ggf. Mahngebühr (2,50 Euro pro Mahnung rechnen) ist direkt an den Gläubiger zu überweisen und fertig

Den Brief vom Inkassobüro kann man ignorieren; kommt ein zweiter Brief von dem Büro, erteilt man diesem einen freundlichen Hinweis darauf, dass die Hauptforderung bereits an den Gläubiger bezahlt worden ist und man daher die Forderung zurückweist. Es kann auch nicht schaden, die telefonische Kontaktaufnahme zu verbieten und ebenso die Weitergabe der persönlichen Daten an Dritte. Übrigens schlampen viele Büros auch gerne beim ersten Anschreiben; eigentlich gehört die Gläubigervollmacht mit dazu, viele sparen sich das aber aus Kostengründen.

Die meisten Inkassobüros werden es dann zwar noch weiter versuchen, mit Briefen einen einzuschüchtern, aber es dabei dann bewenden lassen, da sie genau wissen, dass diese unzulässig hohen Inkassogebühren nicht realistisch sind noch zwangsweise einzutreiben.

Gesetzt den Fall aber, das Inkassobüro leitet ein gerichtliches Mahnverfahren ein, was für dieses weitere Kosten bedeutet, dann ist auf den Mahnbescheid unbedingt mit Widerspruch zu reagieren. Dem Gericht ist dabei mitzuteilen, dass die Hauptforderung bereits direkt an den Gläubiger beglichen ist, und dann geht es letzten Endes nur noch um die Inkassogebühren. Solch hohe Gebühren wie in diesem Fall sind nicht einklagbar, kein Gericht in Deutschland wird diese in der Höhe anerkennen und das wissen die Inkassobüros ganz genau. Sie werden daher in der Regel spätestens dann einen Rückzieher machen, weil ein Prozess kostet nur weitere Zeit und Geld, mit keiner Aussicht für sie auf wirklichen Gewinn. Da sie aber meist nur das schnelle Geld wollen, wenden sie sich lieber anderen "Opfern" zu, es gibt ja genügend.

Leap Motion in Aktion

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Bei all dem Gerede über Oculus Rift ist mir bisher eine Technologie weniger aufgefallen, die einfacher einzusetzen ist und auch die Handhabung eines Rechners ordentlich auf den Kopf stellt, nämlich Leap Motion.

Nun, was ist das? Einige mögen vielleicht Kinect von der Xbox kennen, eine Sensorphalanx, mit der man seine Xbox einfach per Körperbewegungen steuern kann. Nun stellen wir uns mal diese Sensoren ordentlich verkleinert und in einer Computertastatur eingebaut, dann haben wir Leap Motion. Es ist im Grunde der Computersteuerung sehr ähnlich, die manche im Scifi-Film "Minority Report" sahen, nur mit dem Unterschied, dass man dazu keine Handschuhe anziehen muss und die Technik bereits heute verfügbar ist und gerade damit angefangen wird, sie in manchen Notebooks serienmäßig einzubauen.

Ein Video sagt mehr als tausend Worte, und es gibt schon seit über einem Jahr im Second Life Viewer von Linden Lab eine eingebaute Unterstützung für Leap Motion. So sieht das dann eben aus:

Ich kann mir vorstellen, dies ist für Leute, die hauptsächlich gerne per Voice unterwegs sind, sehr praktisch.

Man kann den Controller auch einzeln kaufen, er wird dann per USB an den Rechner gesteckt und ist in etwa so groß wie ein Feuerzeug. Windows steuern kann man damit übrigens auch:

The Elder Scrolls Online

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Am 4. April wird "The Elder Scrolls Online" seinen Betrieb aufnehmen, das erste MMORPG im "The Elder Scrolls"-Universum eben. Es wird auf derselben Engine wie Skyrim basieren, aber das Gebiet soll deutlich größer sein und die Geschichte 1000 Jahre vor Skyrim angesiedelt sein.

Grafisch wird das zweifelsohne ein opulentes Festmahl werden, und es sind schon die ersten Frühstarter darin unterwegs, ob es sich aber wirklich lohnt in ein gerade startendes MMORPG einzusteigen, bezweifele ich doch ein wenig, denn da dürften noch viele Bugs drin sein, die dann erst so nach und nach behoben werden. Drei bis sechs Monate nach dem Start dürften dann die gröbsten Schnitzer endgültig beseitigt sein und dann wird es sicher langsam interessant werden.

Eine Sache könnte für uns Europäer nervig sein, anfangs werden alle Server in den USA stehen, angeblich damit das Administratorenteam bei Problemen schneller eingreifen kann. Was das für uns bedeuten wird ist klar: Lag ohne Ende. Erst wenn die Server einigermaßen stabil sind, sollen einige davon nach Europa umziehen. Schon alleine daher ist es fraglich, ob es sich lohnt, wenn man denn Lag nicht mag.

TESO wird übrigens anfangs auf einem Abomodell basieren und pro Monat 12,99€ kosten. Die Frage ist, ob es wirklich gelingen wird, dieses Bezahlmodell durchzusetzen oder aber das Spiel früher oder später auf "Free to play" umstellen muss und man dem Spieler dann eben anderweitig das Geld auf vielfache Art und Weise aus der Tasche zieht.

Ich bin jedenfalls gespannt, wie sich das Spiel so schlagen wird. Es hat durchaus das Zeug dazu, vom MMORPG-Markt sich ein gutes Stück zu sichern, denn bekannt und beliebt ist "The Elder Scrolls" allemal genug.

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