Forfax ist zurück

Aus für "gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen" erreichte mich heute die überraschende Mitteilung, dass die Sim Forfax zurück ist. Zunächst einmal gibt es den Blog dazu hier und das Taxi dazu hier. 

Das Blog gibt sich Englisch und richtet sich an ein internationales Publikum. Ansprechpartner für die Sim sind Bonnylestrange sowie ein Tomas Lionheart. Tomas Lionheart verweist in seinem Profil auf den Blog onolisicious.wordpress.com, der im Moment privat geschaltet ist. Onoliscious ist jedenfalls kein Unbekannter, sondern beispielsweise auch auf dem Victoria-Infoblog hier verewigt - es handelt sich dabei schlicht und einfach um Beric, auch bekannt als Cato.

Die Websuche nach Forfax zeigt denn auch folgendes Bild:

forfax

"built by Del-ka Aedilis", also gebaut von Del-ka Aedilis. Del-ka Aedilis war und ist, erinnern wir uns, der Shop von Nea Narstrom und Beric. 

Forfax selber als Name ist auch absolut nicht unbekannt, sondern ein früheres Projekt von Nea, das immer mal wieder existierte und mehr oder weniger mal bespielt wurde, als Ausgleich für Gor und anderes. Es fand beispielsweise schon Erwähnung im GIM, auf Neas Blog (per Google Cache) oder auch in Slinfo.

Langer Rede kurzer Sinn: Forfax ist wieder da und damit höchstwahrscheinlich das Nachfolgeprojekt von Victoria.

Der homöopathische Vollrausch

Momentan beschäftigt mich eine medizinische Glaubensrichtung sehr stark, nämlich die Anhänger der Lehren Samuel Hahnemanns - die Homöopathen. Homöpathie gibt es ja seit über 200 Jahren und wird von vielen Leuten sehr hoch gehalten. Homöopathen haben für alle möglichen Leiden sogenannte Globuli, das ist eine sehr starke Verdünnung eines ursprünglichen Wirkstoffes in der Form, dass im "Medikament" selber keinerlei Molekül der Substanz selber mehr enthalten ist - die Homöopathen aber behaupten dann, die Information sei darin gespeichert und je mehr man es verdünne, desto wirksamer sei es. Meistens werden diese Globuli in Form von Zuckerkügelchen dargereicht und sind recht teuer.

Nur das Problem an der Sache ist, dass es nach wie vor keinerlei wissenschaftlichen Beweis gibt, dass die Homöopathie auch wirklich wirkt. Einen medizinischen Wirkstoff zeichnet aus, dass er unabhängig von der eigenen Einstellung zu diesem wirkt - wer meint, das sei Humbug, der soll mal 5 mg Strychnin in seinen Kaffee geben und dann daran nicht glauben, es wird dennoch eine Wirkung eintreten. Bei der Homöopathie dagegen ist die Wirkung der Globuli davon abhängig, dass man daran glaubt - es ist im Grunde nichts anderes als der sog. Placeboeffekt. Bisher ist es keiner wissenschaftlichen Studie über Homöopathie gelungen, eine Wirkung der Globuli festzustellen, die signifikant über den Placeboeffekt hinaus geht. Damit ist Homöopathie nichts anderes als Scharlatanerei und teurer Humbug.

Der Grund, warum viele darauf schwören und meinen, sie wirke, ist eben, weil sie daran glauben - wer daran glaubt, dessen Körper entspannt sich und ist eher bereit, seinen Körper heilen zu lassen. Diese Wirkungsweisen sind von der Psychologie eingehend untersucht worden, und es gibt genug Methoden in der Psychologie, dasselbe ebenfalls herbei zu führen.

Nun werden viele sagen, dass Homöopathie bei ihren Tieren wirkt und wie könne das bei Tieren wirken, wenn diese ja nicht darum wissen. Nun, auch bei Tieren greift erwiesenermaßen der Placeboeffekt und das deutlich stärker, als man vielleicht als Laie annimmt: der Halter entspannt und damit eben auch die Tiere, unter anderem.

Es spricht generell erst einmal nichts gegen den Einsatz von Globuli, da man damit im Grunde nur überteuerten Zucker in Mengen schluckt, die nicht einmal dick machen und solange man daran glaubt und es einem danach besser geht, ist das in Ordnung.

Es spricht allerdings sehr wohl etwas gegen den Einsatz von Globuli bei Krankheitsbildern, bei denen es richtig zur Sache geht und der Glaube an eine Besserung alleine leider fast immer nicht ausreicht, wie beispielsweise Krebs, ADHS,  Depressionen, Gallensteine oder einer Leberzirrhose. Wer hier nur mit Globuli hantiert und sich nicht in eine normale, ärztliche Behandlung begibt, der handelt grob fahrlässig, entweder an seinen Kindern oder sich selbst und seiner Gesundheit.

Die GWUP (Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften e.V.) veranstaltet übrigens den 10:23-Tag: sie schlucken hoch potenzierte Globuli von bekannten Herstellern, die angeblich bei zu starker Einnahme tödlich wirken müssten, auf Ex - und passiert ist dabei noch nie etwas. Eindrucksvoller kann man kaum den Humbug und die Wirkungslosigkeit dieser "Wissenschaft" entlarven als das.

Zu der Zeit, als die Homöopathie aufkam, war die Medizin noch nicht weit entwickelt und man wusste eben vieles nicht besser, sie war ein Erklärungsversuch für manche Sachen, der in einem engen Anwedungsfeld sogar fruchtete. Heute aber ist man eben weiter.

Übrigens war die Wirkungslosigkeit der Homöopathie schon den Nationalsozialisten bekannt; diese wollten eine Art deutsche Medizin und weg von der "verjudeten" Medizin ihrer Tage, also untersuchten sie durchaus wohlwollend eben Hahnemanns Lehren systematisch. Das endete im "Donner-Report", der die Homöopathie und ihre Lehren ungespitzt in den Boden rammt. 

Victoria, Neuville sur Mer und Turmus - eine Zusammenfassung

Entgegen meiner bisherigen Meinung schreibe ich nun doch noch etwas länger über Victoria. Der Grund dafür ist dieser Kommentar von Fauna über Victoria, den ich nicht unkommentiert stehen lassen will. Vom Bau her ist Victoria fraglos eine sehr schön und liebevoll gemachte Sim, aber das ist nur ein wichtiger Baustein für eine Rollenspielgemeinschaft, der andere ist, wie man mit seinen Leuten umgeht und da sieht es dann doch ein wenig anders aus.

Manch einer wird nun sagen, wo Erfolg ist, da gibt es eben Neider und wo gehobelt wird, da fallen Späne sowie "allen Leuten recht getan ist eine Kunst, die niemand kann" - richtig, das ist so. Aber hier sind es mir denn doch einfach deutlich Leute zu viel, die sich großteils nicht mal kennen und dennoch über einen längeren Zeitraum verteilt übereinstimmend meist über dasselbe klagen, so dass man dies nicht einfach so mit diesen Sprüchen vom Tisch wischen kann.

Turmus, Neuville sur Mer und nun Victoria am Vosk - diese Reihe von Rollenspielsims stehen in der Tradition von Nea und Beric, Turmus und Neuville sind inzwischen Geschichte, Victoria aber seit Mai 2014 im laufenden Spielbetrieb. Die Vorgängersims waren in etwa jeweils so um die sechs Monate aktiv.

Nun ist die Spielerschaft dieser drei Sims teilweise gänzlich unterschiedlich, die Probleme aber, die man von ehemaligen Spielern dieser Sims so mitbekommt und über die diese Spieler klagten, sind aber weitestgehend deckungsgleich. Ein Teil der Mitspieler zog von Turmus bis Victoria mit, ein Teil aber machte gewisse Erlebnisse nur einmal mit und dann reichte es ihm für's Leben dicke.

Die üblichen Klagen, die man dann von zu vielen unterschiedlichen Personen hört, die sich teilweise nicht einmal kennen und auch zeitlich wohl niemals kennengelernt haben, sind dabei diese:

  • es wird stark nach Drehbuch gespielt und Abweichungen vom Drehbuch sind nicht vorgesehen noch erwünscht, daher würden diese sabotiert,
  • die Simbesitzer würden mit ihren zahlreichen Alts teilweise wichtige Positionen besetzen, um das Spiel in ihrem Sinne weitgehend im Griff zu haben,
  • egal ob es nun Turmus oder Neuville sur Mer sei und damit Gor oder Gegenwart, das Grundthema sei immer eine unglückliche, tragische Liebschaft zwischen Nea und Beric, die dann in allen möglichen Variationen durch exerziert werden würde, und sei man einmal damit fertig, kein Ding, dann mache man einfach eine neue Rolle und zurück auf Anfang,
  • wenn eigene Rollenspielplots der Spieler, die mit dem Hautplot nichts zu tun haben und die Spieler des Hauptplots nur am Rande involvieren, zu sehr an Fahrt gewinnen sollten, dann werden diese bestenfalls ignoriert, schlimmstenfalls aber von der Simleitung abgewürgt, da es nicht anginge, dass neben dem großen Hautplot noch Nebenplots am Laufen seien, wo die Hauptakteure eben nicht involviert seien,
  • im Laufe der Zeit unliebsam gewordene Mitspieler müssten sich darauf einstellen, dass man sie mehr oder weniger direkt mit diversen Mitteln hinaus komplimentiert,
  • die Geschichten der diversen Rollenspielblogs würden für die Fortentwicklung des Spiels IC benutzt, oder deutlicher gesagt, OOC-Wissen fließt oft ins IC ein,
  • viele fühlten sich im Grunde auf der Sim auch nur als geduldete Statisten, deren Zweck es einzig und alleine war, gewisse Rollen im Hauptplot abzudecken und für schöne Bilder in den Blogs herzuhalten, sonst aber unwichtig seien - und wenn sie denn doch mal am Hauptplot teilnehmen wollten, dann ist das nicht immer möglich,
  • wenn denn der Simleitung die Lust verginge, kann es sein, dass es mit der Sim überraschend sehr schnell vorbei sei,
  • und dazu kommt noch eine häufiger von den Frauen vorgetragene Klage: es sei nahezu unmöglich, Beric mal länger als fünf Minuten wo alleine zu sehen, spätestens dann käme Nea irgendwie dazu.

Wenn man nur ein wenig lauscht, dann gibt es genügend Leute, die darüber klagen und da ist eine gewisse Konstanz drin, sei es Turmus, Neuville oder Victoria und die Spieler kennen sich nicht einmal und habe nie wirklich miteinander gespielt - die Klagen sind immer dieselben und früher oder später gingen diese Spieler frustriert von der jeweiligen Sim und tauchten in Nachfolge-RPs auch nicht mehr auf. Egal nun ob Turmus, Neuville sur Mer oder Victoria, ich kann für jede dieser Sims spontan mindestens jeweils fünf Spieler aufzählen wenn nötig, denen das so ergangen ist.

Womit manche Spieler ein gewisses Verständnisproblem haben, das ist die Rolle, welche Nea und Beric OOC einnehmen. Dabei kann man das bei Auryn klipp und klar nachlesen: sie sind die Simbesitzer (Owner für diejenigen, die das sonst nicht verstehen) und zeitgleich aber auch die OOC-Administratoren. Ja, Nea und Beric haben sich selber als Administratoren bezeichnet, sie waren es auch, aber sie haben zeitgleich auch eine klare Grenze gezogen, die man salopp so formulieren kann: wir kümmern uns nur um die wirklich wichtigen Sachen und weigern uns, für euch den Kindergärtner zu geben - und was wirklich wichtig ist, das entscheiden im Zweifelsfalle wir!

Das ist eine gesunde Einstellung, dagegen kann man nichts sagen, nur viele kommen eben mit so etwas leider nicht klar. Wie auch immer.

Als Turmus seinerzeit eingestampft wurde, da war für viele der Grund des Anstoßes das was, sondern das wie - quasi über Nacht und ohne jede Vorwarnung, sich noch irgendwie überhaupt schadlos da weg spielen zu können. Als dann direkt im Anschluss danach Port Kar und Cos von den beiden das Licht der Welt erblickten, mangelte es da deswegen an Spielern und keiner wollte so richtig dort mitspielen. Also verschwand das recht schnell wieder und Neuville sur Mer ward geboren.

Victoria aktuell hat schon einige Spieler verloren, es kam zur Gründung von Argentum und der letzte Spieler, der ging, war Kenny mit seiner Gefährtin Lycia. Wenn man sich die Rede von Prätor Quintus in Kennys Blog mal in Ruhe zwischen den Zeilen durchliest, so sieht es aus, wenn jemand wie Kendrick eben am Kotzen ist, aber es rein in character ausspielt und bis auf ein kurzes Aufflackern OOC dazu schweigt.

Schon vor Quintus verließ aber Valerius mitsamt Gefolge Victoria, er wurde rausgeworfen und verarbeitete das seinerzeit bei sich denn in aller Ausführlichkeit. Sicher ist es nicht besonders stilvoll, das zu publizieren und auch nicht von mir stilvoll, das nun zu verlinken, andererseits halte ich das aber für notwendig, weil es deutlich zeigt, welcher Umgangsstil da miteinander gepflegt worden ist: wenn ich nämlich mit jemanden und seiner Spielweise ein Problem habe, dann kommt das vor und das kann immer passieren. Aber normalerweise sucht man dann zuerst einmal das persönliche Gespräch und versucht, die Sache so zu klären - hier aber sieht es für mich so aus, dass damals an Zwieback direkt und ohne Vorwarnung diese Notecard mit dem Rauswurf kam und fertig. Das ist ein direkter und unvermittelter Schlag in den Magen ohne jede Vorwarnung.

Übrigens zu den Nordmännern in Victoria: das Haus Crispus hatte auch so einen Torvaldsländer als Leibwache unter Vertrag, der recht offen sein Torvaldsländertum auslebte und ständig was von Schädeln seiner Feinde sprach, die er sammelte und einige davon trug er auch offen zur Schau. Daran störte sich zumindest in der einen Woche, als ich dort aktiv war, nicht wirklich jemand.

Das ist jetzt sicher nicht das Ende von Victoria, aber es gleicht eben doch stark Neuville und Turmus. Allerdings hat man ja dazu gelernt und Victoria geht nun unter anderer Regie weiter, nur die Spieler, die man bis heute verschlissen hat, sind eben weg - und kommen sicherlich auch so oder so kaum wieder, um dort nun dauerhaft zu spielen, weil sie inzwischen längst woanders eine neue Heimat gefunedn haben.

Hier ist noch ein Taxi zur neu bebauten Homesteadsim, auf der Victoria nun spielt. Ach ja, und Neas Blog ist inzwischen wieder öffentlich zugänglich.

Ein Ring, sie zu knechten und finden

In Second Life gibt's seit einiger Zeit die Sim "Stokes Croft", die im englischen Bristol der Gegenwart spielt und unter anderem anfangs einen Geheimbund namens "The Ring" auf einer Burg beherbergte, der nicht ganz tageslichttauglichen Beschäftigungen nachging. Auf die Burg kam man nicht einfach so, sondern wurde wohl entweder dorthin verschleppt oder musste sich sonst irgendwie den Weg dorthin erspielen. Stokes Croft hatte anfangs auch "Stokes Croft - The Ring" in der Landmarke drin stehen gehabt, also bildete das ursprünglich eine Einheit. Vor kurzem zog dann aber die Subgruppe der Spieler, die den Ring betrieben, von Stokes Croft fort.

Gestern tickerte durch alle möglichen, deutschsprachigen Rollenspielgruppen die Nachricht über einen "Abend ohne Gesicht" der Organisation "The Ring." Da mir noch die Verbindung Ring und Stokes Croft ein Begriff war, ging ich zuerst mal dorthin und dachte, da würde nun irgendwas in der Art statt finden, aber weit gefehlt - ich erfuhr dann, der Ring zog weiter und macht nun sein eigenes Ding.

Als ich dann diese Mitteilung genauer las, wurde mir auch klar, dass es sich in der Tat nun um eine eigenständige Sim handelt, die natürlich nicht mehr Stokes Croft ist.

Ich bin mir aber sicher, wer - wie ich - die Mitteilung zuerst nur überflog, der kam zu einem ähnlichen Trugschluss. Eine kurze Information darüber, dass man mit dem Ring umgezogen ist, wäre schön gewesen.

Avameet nun seit über einer Woche offline

Avameet, die Plattform für virtuelle Welten aller Art, ist seit dem 31.08.2014 wegen eines Hostingproviderwechsels offline.

Der Betreiber, Silvio Interflug, wollte nach eigener Aussage den bisherigen Managed Server, der im Jahr mehrere Tausend Euro an Gebühren kostet, kündigen und die Installation auf eine preiswertere Maschine umziehen. Der aktuelle Status ist auf dem Google-Plus-Profil von Avameet zu finden. 

Seitdem ist aber nicht viel passiert bis auf eine Aussage von Silvio, dass es sich deswegen verzögert, weil er aus dem bisherigen (teuren) Hostingvertrag nicht so einfach raus käme wie gedacht und er immer noch hoffe, sich mit dem bisherigen Provider einigen zu können.

Diese Aussage stammt vom 1. September, und seitdem herrscht Funkstille.

Neuausrichtung in Victoria

Victoria erlebt gerade eine Neuausrichtung. Der Blog von Nea (Nea notiert) ist seit einigen Tagen nicht mehr öffentlich und privat. Vor der Schließung war noch ein Artikel zu lesen, in dem von einem Umzug geschrieben stand, neuen Herausforderungen im wirklichen Leben und daher weniger Zeit für's Second Life.

Ein gewisse Menge der bisherigen Spielergruppe hatte sich schon vor einiger Zeit abgespaltet und Argentum gegründet gehabt oder zog nach dessen Gründung dahin.

Ansonsten schreibt Gilgalad noch mehr zu den Ereignissen hier. Ein wesentlicher Punkt dabei ist, dass alle nach ihrer Aussage am Ende nur noch zuhause rumhockten und keiner ging mehr raus, um Rollenspiel zu betreiben. Warum auch immer.

Das Wort zum Sonntag: Finger weg vom VoIP-Anschluss der Telekom!

Und nun das Wort zum Sonntag, nämlich eine Warnung: lasst momentan bis auf weiteres die Finger vom Voice over IP-Anschluß der Telekom! Wirklich, das will sich keiner antun!

Worum geht es? Nun, es gibt in Deutschland im Grunde inzwischen drei Telefonnetze, das alte analoge Telefonnetz, ISDN seit den 90ern und seit einigen Jahren Voice over IP (VoIP). Die Telekom arbeitet intern inzwischen überwiegend mit VoIP, weil es einfach günstiger ist und will ihr komplettes Netz darauf umstellen. Dadurch kann sie die bisherigen Leitungen besser nutzen und in den Ortsvermittlungsstellen einen Haufen an Geräten rauswerfen und endlich verschrotten. Das macht also für die Telekom durchaus Sinn. Ursprünglich wollte sie bis 2016 jeden Festnetzanschluß in Deutschland darauf umgestellt haben, nun ist das aktuelle Endziel bis 2018.

VoIP bedeutet dabei, dass man von der Telekom nur noch eine reine DSL-Leitung ins Haus gelegt bekommt, mehr nicht. Darüber läuft dann Internet wie bisher plus in Zukunft eben die Telefonie. Die telekomeigenen Speedportrouter enthalten eingebaute analoge Buchsen, die automatisch in VoIP umwandeln und es gibt auch ISDN-Konverter für diese Geräte, die dann aber extra kosten.

Als Nebeneffekt wird bei vielen noch das Internet an sich schneller, weil nun endlich die gesamte Telefonleitung für DSL genutzt werden kann und sich nicht mehr die Leitung mit altmodischen Telefonübertragungen teilen muss. Diesen Anschlußtyp nennt man im Fachjargon übrigens auch Annex-J, entbündeltes DSL also oder im Telekomjargon splitterloses DSL.

Das klingt alles also nach einer tollen Sache und irgendwann werden wir sowieso zwangsweise darauf umgestellt, nur will man es in Wirklichkeit schon haben? Nein.

Was die Telekom nämlich verschweigt ist, dass mit diesem Telefonanschluß die Telefonie deutlich unzuverlässiger wird: wenn man keine DSL-Verbindung hat, dann geht auch kein Telefon. Dazu kommt, dass ein analoges Telefon auch bei Stromausfall funktionierte und ISDN-Telefone immerhin noch direkt am NTBA. Beim entbündelten DSL aber benötigt man dann für den Router eine stromnetzunabhängige Stromquelle, also beispielsweise einen Akku - oder man benutzt eben ein Mobiltelefon.

Das ist die eine Sache. Die andere ist aber, dass die Telekom seit 31. Juli 2014 mit einer massiven Ausfallserie zu kämpfen hat. Ein Kunde meinerseits, ein Einzelhändler, der auf sein Telefon angewiesen ist, stellte Mitte August darauf um und hat den Schritt inzwischen bitter bereut, denn seitdem hatte er nicht weniger als drei Störungen von mindestens jeweils vier Stunden Dauer zur Hauptgeschäftszeit zu beklagen gehabt, an denen die Telefonie teilweise gestört (konnte nicht angerufen werden, aber noch selber telefonieren) oder komplett gestört war - und das über Stunden. Die Foren der Telekom sind inzwischen voll von gefrusteten Kunden, die da ihren Dampf ablassen, Facebook und soziale Medien sowie "Telekom hilft" ist auch nicht anders.

Kurz gesagt: für Geschäftsleute und Mitmenschen, die auf ein funktionierendes Telefon angewiesen sind, um Geld damit zu verdienen und bisher das alte Telefonnetz gewohnt sind, ist VoIP momentan eine deutliche Verschlechterung und dessen Einsatz potentiell geschäftsschädigend, wenn diese Pannenserie weiterhin so anhalten sollte. Daher kann ich nur eindringlich momentan von dem Einsatz des Tarifes "Call und Surf over IP" warnen, bis die Telekom die Probleme endgültig in den Griff bekommen hat.

Da die Telekom übrigens für die Leitung meines Wissens eine Verfügbarkeit von 97% garantiert, ist es da auch rechtlich gesehen schwierig, etwas zu erwirken, denn 97% Verfügbarkeit auf das Jahr gerechnet bedeuten, dass es immerhin fast insgesamt über 11 Tage ausfallen darf.

Und was macht die Telekom? Von der Telekom gibt es eine Menge an Beschwichtigungen plus nun die Ankündigung einer Taskforce, die sie zusammen mit ihrem Netzausrüster Ericsson gebildet haben, um den Problem auf den Grund zu gehen. Das ist eine schöne Umschreibung für "wir haben keine Ahnung, was los ist, und machen uns nun endlich an die Fehlersuche."

Update: aktuell ist die VoIP-Telefonie seit heute 16:35 Uhr schon wieder gestört, Ende ungewiß. Na dann - gute Nacht da draußen!

Ice Bucket Challenge my ass

Momentan macht ja ein virales Marketing im Web die Runde, nämlich die sog. Ice Bucket Challenge. Es geht dabei vorgeblich darum, dass man das Bewußtsein um eine Krankheit namens ALS fördern will. Ideengeber ist eine gewisse ALS Association aus den USA. Wer sich einen Kübel voll Eiswasser über den Kopf schüttet, der soll 10 Dollar spenden und wer ihn sich nicht über den Kopf schüttelt, der möge bitte 100 Dollar spenden an die ALS Association. Egal ob man's tut oder nicht, danach soll man einige weitere Leute nominieren.

Nun habe ich mich bisher nicht daran beteiligt noch einen Aufruf bekommen und ich werde es auch nicht tun, weil es mir einfach zu albern ist.

Nicht albern ist es aber, sich mal mit der ALS Association genauer zu befassen: diese angeblich wohltätige US-Organisation hat nämlich in 2013 50% der Spendeneinnahmen alleine für ihre Mitarbeiter ausgegeben, also für den Verwaltungsapparat! Da weiß ich wahrlich zig bessere Organisationen, denen ich mein Geld spenden will als diesen raffgierigen Leuten, die sich in Wirklichkeit mein Geld verdient haben. Pfui!