Alles Neu und so

Ein kurzer Hinweis in eigener Sache: da mit dem Erscheinen von WordPress 3.8 und dem Update auf 3.9 die Installation hier immer ranziger wurde, musste ich heute das WordPress von Grund auf neu installieren. Sollte also etwas nicht so funktionieren wie bisher gewohnt, dann liegt das eben daran. Wenn jemanden so etwas auffallen sollte, dann bitte eine kurze Mitteilunge hinterlassen. Vielen Dank.

 

Blogs und Foren

Bei Avameet gibt's mal wieder die Nekromantendiskussion zum Thema "Blogs gegen Foren." Es ist ja nun nicht so, als wären Blogs noch etwas wirklich Neues - WordPress wurde kürzlich 10 und Movable Type gab's schon einige Zeit vorher - aber viele sehen in Blogs noch immer etwas böses oder schlimmes, schlechtes bzw. schädliches.

Dabei bedienen beide Konzepte völlig unterschiedliche Zielgruppen bzw. Arbeitsweisen.

Ein Forum ist dafür da, etwas in aller Ausführlichkeit ausgiebig diskutieren zu können mit einem vorher unvorhersehbaren Verlauf. Ein Forum ist damit die klassische "Frage&Antwort"-Plattform. Man stellt eine Frage und kriegt seine Antworten.

Ein Blog dagegen ist wie ein Vortrag in einer Runde, bei dem nach dem Ende des Vortrags Fragen gestellt werden können und diskutiert werden. Kommentare sind dabei zwar möglich, aber werden nicht unbedingt erwartet, während ein Forum eben genau davon lebt.

Und wer es noch genauer wissen will, der schaut sich mal folgende Vergleichstabelle an. Da sind die konzeptionellen Unterschiede sehr schön dargestellt.

Seine Berechtigung haben übrigens nach wie vor beide Formen. Im Idealfall ergänzen sie sich und im schlechtesten Fall existieren sie einfach nebeneinander her. Fertig.

Gleich und gleich gesellt sich gern, denn Gegensätze ziehen sich bekanntlich nicht an

Es gibt zwei alte Sprichwörter, nämlich "Gleich und gleich gesellt sich gern" sowie "Gegensätze ziehen sich an." Während das erstere oft genug zutrifft, so ist das Letztere einfach nur Mumpitz.

Das Ergebnis einer solchen Flockung von Leuten ist, dass man irgendwann nur noch in seiner eigenen, kleinen hübsch anzusehenden Wahrnehmungsblase gefangen ist, aber dabei gleichzeitig oft völlig unfähig, noch überhaupt über den eigenen Tellerrand hinaus zu sehen. Aber das ist völlig in Ordnung, denn so lebt man eben in seiner eigenen, kleinen Welt und man kennt sich da ja.

Solch ein sich selbst verstärkender Mechanismus kann denn entweder positiv ausfallen, sofern man auf ein gemeinsames Ziel hinarbeitet oder auch negativ, wenn die ganze Welt nur noch eine ach so traurige Bühne ist, alles so rundum furchtbar und einem am Ende nicht mehr viel als der eigene Spott bleibt, weil man einfach so einen gewissen Weltschmerz pflegt, am Leben selbst schier nur noch zu verzweifeln scheint und wenn man gewisse Sachen ertragen mag, dann nur noch mit Sarkasmus, Spott und Galgenhumor.

Das Paradebeispiel für eine solch negative Entwicklung ist Zastas Blog mit seiner dort heimisch-boshaften Clique an Lästerschwestern. Nun bin schon ich nicht gerade in der Hinsicht ein Heiliger und ledere mal gerne ab, aber was in letzter Zeit dort so abgeht, das ist nun wirklich nicht mehr besonders feierlich. Die Welt besteht da nur noch aus lauter Lulz, wie es aussieht, und man gibt sich da nicht viel besser als vor zwei Jahren die Hackergruppe LulzSec, die der Welt mit ihren diversen Aktionen vor allem nur mächtig auf den Sack ging. Man braucht da seine tägliche Portion Lulz zur Unterhaltung, und wenn diese aufgebraucht ist, dann sucht man sich eben die Nächste und freut sich so des Lebens.

Wem denn die ganze Welt nur noch ein Lieferant für Lulz zu werden scheint, der wird eben mitunter komisch, aber so ist das eben im Leben. In dem Sinne: for the lulz!

lulz

In eigener Sache: Feedburner abgeschaltet

Ich bin gerade ein wenig beim Frühjahrsputz hier und habe im Rahmen meiner Aufräumarbeiten hier im Blog Feedburner rausgeworfen.

Was das bedeutet? Ganz einfach, dass der RSS-Feed dieses Blogs wieder direkt vom Server hier und nicht mehr von Googles Infrastruktur geliefert wird. Es sollte zwar normal alles klar gehen, kann aber ggf. nötig sein, dass ihr den Feed neu abonniert.

http://blog.no-carrier.info/feed/ ist dabei die URL zum normalen Feed des Blogs hier.

Bust out of your bubble challenge

Nein, einen Aprilscherz spare ich mir, den haben ja andere schon zur Genüge und irgendwie gibt's die so überall an allen Ecken der Blogosphäre, dass man ohne einen solchen sowieso mehr aus der Masse hinaus ragt als mit.

Statt dessen gibt's von mir einen Bericht über die "Bust out of your bubble challenge" von Skylar Cueur, hier die dazu passende Flickr-Gruppe. Eigentlich betrifft die Idee Second Life Fashion Blogs und ist ganz interessant, so dass es mich wundert, dass sie bisher in deutschen Landen offensichtlich nicht angekommen ist.

Dabei geht es um folgendes: es gibt bei den Fashionistas bekannte Veteranen-Blogger, die jeder kennt aber auch jede Menge Neulinge, die sich noch einen Namen machen müssen und daher eben bisher nicht jeder kennt.

Was liegt also näher, als dass mal ein altgedienter Blogger da mit einem Neuling zusammen ein Modepost mitsamt gemeinsamen Bild anfertigt? Eben! Nur trauen sich da viele möglicherweise nicht dazu, die alten Bloggerhasen anzusprechen, die können sich dann vertrauensvoll an Skylar Coeur mit ihrem Wunsch wenden und diese bringt Blogger zusammen. Mehr noch, wenn man einen speziellen Wunschkandidaten hat, dann versucht sie auch das hinzukriegen.

Alles in allem eine nette Idee, die doch sicherlich auch hier ihre Unterstützer finden dürfte. Oder etwa nicht?

Mh, es gibt schon interessante Sachen...

Ich lebe noch, nur hatte ich viel zu tun, zum bloggen keine Lust und einfach besseres vor. Aber so langsam kommt die Lust wieder.

Bei meinen Streifzügen im Internet habe ich ein interessantes Blog aus der Abteilung "Merkwürdiges und Kurioses" gefunden: es nennt sich schlicht und ergreifend "Kizunias Blog."

Tja, da bloggt angeblich unter Pseudonym Kizunia eine sehr erfolgreiche (?) Raidleiterin einer Progressgilde und lässt da die Sau raus. Damit das Ansehen (?) des Hauptcharakters nicht leidet, muss eben der Alt herhalten.

Wenn man sich das Ganze dann so durchliest, kommen dann einem schon einige Fragen: Meint der/die das Ernst? Gibt es wirklich solche Leute? Oder macht sich da jemand einfach einen Riesenspass, gibt die Rampensau und weidet sich daran, wie die Leute so reagieren?

Für mich wirkt es ja wie ein Kunstprojekt, eine Trollingperformance par excellence. Trolling is an art und unter dem Gesichtspunkt macht das Blog einfach eine Menge Sinn. Und damit amüsant zu lesen, aber ansonsten nicht weiter ernst zu nehmen, denn wenn es wirklich ernst gemeint sein sollte, naja, geht man solchen Personen lieber großräumig aus dem Weg.

Mein Problemchen mit Fashion Feeds

Als ich heute mal wieder bei Momo las, dass "Fashion Feed of SL" nun dicht ist, geriet ich ein wenig über Sinn und Unsinn dieser Einrichtungen ins Grübeln.

Zunächst einmal ist ein Fashion Feed das, was man allgemeiner und vor allem auch gebräuchlicher als Planet bezeichnet. Technisch gesehen ist das nichts anderes als ein Stück Software, dem man eine gewisse Menge an RSS-Feeds zum Fraß vorwirft und welches daraus eine lesbare Seite generiert. Eigentlich ist ein Planet damit ein einfach gestrickter RSS-Client, der als Ausgabe aber eben wieder eine Webseite erstellt und fertig. Auf Englisch hat sich neben Planet dafür auch die Bezeichnung "River of news" eingebürgert, die von Dave Winer geprägt wurde. So sieht das übrigens am Beispiel der New York Times aus.

Dabei gibt es eine gewisse Anzahl an Implementierungen, zwischen denen man wählen kann, angefangen vom simplen Python-Skript, das dann statische Seiten generiert. Das geht los bei Planet in Python, geht weiter zu Planet Venus und diversen PHP-Systemen, die das so nebenher erledigen können wie WordPress oder Drupal. Es gibt sie in genügend Auswahl.

Das Problem ist nicht, solch ein System zu installieren und ans Laufen zu bekommen, das schafft man wenn man Übung hat in unter zehn Minuten. Danach lässt man stündlich einen Cronjob laufen, und das Ding grast die Feedliste nach Neuigkeiten ab, baut sie ggf. in die lokale Seite ein und das war's.

Nein! Das Problem an der Sache ist etwas anderes: die Auswahl der Feeds! Wenn man schon einen eigenen Planet gründet, meinetwegen beispielsweise einen deutschsprachigen RP-Geschichtenplanet über Second Life, dann muss man erstmal eine gewisse kritische Masse an Feeds finden, die es sich zu integrieren lohnt. Der Maßstab, was man aufnimmt und was nicht, ist man dabei selber.

Dann muss man noch seinen eigenen Planet auch bewerben und darauf achten, dass die Autoren der feedenden Blogs nicht aufmucken. Kann ja sein, manche mögen's nicht, wenn sie dann in einem solchen Planet gelistet werden und wollen da lieber raus. Darauf muss man dann eben achten.

Und natürlich muss man das Ding dann auch noch irgendwie bewerben, damit es eben bekannt wird.

Also alles in allem gewisse Arbeiten, die man leisten muss plus auch regelmäßig die Feeds warten, ggf. nicht mehr existente Blogs rauswerfen und neue aufnehmen. Wobei bei neuen Blogs es so eine Sache ist, wenn der Planet dann bekannt genug ist, klopfen die Autoren häufig und gerne von alleine mit der Bitte um Aufnahme an. Aber man kann eben nicht alleine darauf bauen, denn manches interessante Blog will so gefunden werden.

Das Problem an Fashion Feeds in Second Life ist dabei aber nicht die Software, sondern einfach die Mode an sich. Es wird wohl schwerer, geeignete Blogs für einen qualitätvollen Feed zu finden, wenn man denn nicht unbedingt die üblich-modischen Hackfressen sehen will, sondern beispielsweise sowas hier wie Maci Restless.

Von einem gut geführten Planet haben im Endeffekt sowohl der Betreiber als auch die Blogs was, denn es macht die aufgeführten Blogs bekannter und der Betreiber bildet eine Art Knotenpunkt der Szene. Sowas aufzubauen bedeutet aber einiges an Recherche, dann ständiger Wartungsarbeit und auch einiges an Ärger. Das darf man nicht unterschätzen.