Blödsinns-Blabla von Varnish Tomorrow zum Fall Curio ./. Hush

Varnish Tomorrow begibt sich auf juristisches Gebiet und formuliert einen offenen Brief an alle SL-Kreativen, die Content-Designer. So weit, so gut. Worum es dabei geht, wurde hier schon genug berichtet, daher erspare ich es mir das erneut zu erzählen.

Varnish bezeichnet die Art und Weise, wie nach dem DMCA in den USA verfahren wird, als fehlerhaft. Das mag sein, ist aber für beide kein Trost noch tut es groß etwas zur Sache.

Der Brüller aber ist folgende, ernst formulierte Meinung Varnishs:

At the face of it, this is also something that happens every day in Second Life, or anywhere else on the web, and to be fair, it went both ways: Curio filed a DMCA on Hush, Hush filed a DMCA on Curio. For me, as someone who’s not on either side of the fence, and really has no clue about the Second Life skin scene, it looks like an average SL cat fight. I can’t even understand the demonization of Hush, as the comparison between her and Curio’s skins show pretty clearly that she didn’t just rip Gala off and sold her creation, but she modified and built upon them to such an extent, that the original was not even recognizable anymore. To me, that’s a pretty good example of fair use, if there ever was one.

Für alle, die mit dem Terminus Technicus "Fair Use" nichts anfangen können: damit ist eine Sonderregelung des Urheberrechtssystems in den USA gemeint, dass man gebührenfrei geschützte Werke und ohne Genehmigung des Inhabers für gewisse Verwendungszwecke benutzen darf. Beispiele für Benutzungen, die unter "Fair Use" fallen, sind Zitate, Parodien, Archivierung, Forschung, Bildung und einige, andere mehr.

Keinesfalls aber fällt "Ich kopiere mir ohne zu fragen das Zeug vom Konkurrenten und verkaufe es dann leicht abgeändert unter meinem Namen!" unter dieses Gesetz. Da ist die Grenze nämlich des erlaubten eindeutig überschritten, aber genau das sieht noch Varnish Tomorrow als "Fair Use" an.

Hätte sie besser mal vorher in die Wikipedia geschaut... und das man die Skins von Hush nicht mehr mit Curio verwechseln konnte ist auch glatt gelogen, wenn man sich mal die Beispielseiten bei Flickr ansieht. Sind das nun massive Ähnlichkeiten oder nicht? Also!

Curio Update von Gala Phoenix

Beim bloggenden Elf drüben gibt es ein Statement von Gala Phoenix zum aktuellen Stand von Curio gegen Hush. Das ist eine verflixt eklige Angelegenheit, wie eine eitrige Wunde und wird vor allem eines: sehr, sehr teuer.

An meine loyalen Kunden, Freunde und Unterstützer,

ich habe euch schon letzten Monat geschrieben um mich bei euch allen für die Unterstützung in dieser schlimmen Zeit zu bedanken. Es bedeutet mir so viel und hat mir mehr geholfen als ich ausdrücken kann. Aber die Zeit verging mit nur wenig Erklärungen von meiner Seite, ihr habt weitere Fragen und das ist verständlich. Ich möchte euch erzählen, was mir bisher passiert ist und euch weiter um Unterstützung bitten.

Im März entdeckte ich, dass Hush Darkrose Skins verkaufte, die meinen sehr ähnlich sahen. Ich habe oft mit Skins zu tun, die meinen eigenen ein wenig zu ähnlich sind, so schütze ich mein Copyright. Ich reichte eine DMCA Takedown Notice ein, aber als Hush eine Counter-Notice einreichte unternahm ich gar nichts.

Im April dann ließ sich Hush in Kanada das Copyright für ihre Skins eintragen. Im Mai dann reichte sie eine gegen mich gerichtete Beschwerde der Verletzung ihres Copyrights in einem kanadischen Gericht ein, und reichte parallel bei Linden Lab eine DMCA Takedown Notice ein. Sie schickte dazu auch noch Linden Lab eine Kopie ihrer Beschwerde.

Die meisten von uns wissen wenig über den DMCA. Wir wissen, wie die Takedown und Counter-Notice-Prozedur funktioniert. Was ich aber nicht wusste war, dass wenn eine Person die eine Takedown-Notice einreichte Linden Lab von der gerichtlichen Verfügung informiert, man nicht fortfahren kann seinen Content zu verkaufen, selbst wenn man eine Counter-Notice eingereicht hat. Das ist der Grund, warum ich Anfang Juni kurzzeitig gesperrt war: ich verkaufe meine Skins einfach weiter nach Einreichen meiner Counter-Notice und begriff nicht, dass das ein Problem war.

Im Mai, kurz nachdem sie ihre Takedown-Notice eingereicht hatte, schrieb Hush einen Blog-Post. In diesem beschuldigte sie mich der Verletzung ihres Copyrights und behauptete, dass ein Gericht die "Beweise gesichtet hätte" und ihren Anspruch für rechtens erklärt hätte. Sie nahm sogar einige Formulierungen ihrer Beschwerde und schrieb diese so um, damit es so klingt, als hätte ihr das Gericht eine einstweilige Verfügung gegeben.

Es gibt keine einstweilige Verfügung. Kein Gericht überhaupt hat bisher irgendwelche Beweise überprüft. Ihr Blog-Post ist eine reine Erfindung und nichts weiter.

Ich wiederhole es, weil ich darin klar sein will: es gibt keine einstweilige Verfügung gegen mich. Kein Gericht hat jemals irgendwelche Beweise überprüft. Es gibt keine gerichtliche Entscheidung gegen mich. Ich habe kein fremdes Copyright verletzt. Hushs Blogpost war erstunken und erlogen. Meine Skins waren nur deswegen offline, weil genau das der Weg ist wie das DMCA durchgesetzt wird.

Weil es bereits ein vor Gericht anhängiges Verfahren gibt, werde ich ziemlich wahrscheinlich vor Gericht gehen müssen, um meinen Namen reinzuwaschen und um mein Geschäft wieder ausüben zu können. Solch ein Copyright-Prozess ist leider sehr kostspielig. Schon ein kleiner Fall wie dieser kostet etwa 20.000$,, und das meiste davon sind Gerichtskosten, die nicht erlassen werden dürfen selbst wenn ich in Kanada einen Rechtsanwalt finden würde, der den Fall kostenlos um des Prinzips wegens annimmt (ich habe einen Anwalt in den USA).

Curio ist meine Haupteinnahmequelle, und ohne diese tue ich mir schwer, über die Runden zu kommen und kann mir sicherlich keine 20.000$ für ein Gerichtsverfahren in einem anderen Land leisten. Allerdings ist Curio auch mein Baby, und ich werde sicher nicht mich zurücklehnen, damit die Lügen und Intrigen eines Mitbewerbers mich dieses Geschäfts berauben können.

Vom 9. bis 16. Juli werden extrem einige großherzige Content Creators im Truth District für mich einen Fundraiser veranstalten. Ich kann meine tiefe Dankbarkeit darüber nicht in Worte fassen und für jeden Second Life Bewohner, der dorthin geht und für meinen Kampf spendet. Ich werde zusätzlich bei IndieGoGO eine Kampagne starten, um Geld für den Fall einzusammeln.

Ich weiß, dass ich um viel bitte. 20.000$ sind eine große Summe Geld. Aber selbst eine kleine Summe hilft, und vielleicht können wir uns so gegen jemand wehren, der hier ein System missbraucht, das eigentlich dafür gedacht ist uns alle zu schützen.

Gala

Da drin ist sehr viel Juristensprech drin, das man so nicht direkt versteht. Daher noch einige Hintergrundinformationen dazu.

Wie jede Copyrightsache, so ist auch diese ziemlich verworren. Fakt ist aber, dass es von der Community genügend zusammengetragene Indizien gibt, die Gala Phoenix Sicht der Dinge, dass Hush kopiert haben soll, bestätigen. Fakt ist auch, dass der von Hush selbst in ihrem Blog geschriebene Post, in dem sie Gala Phoenix der Copyrightverletzung beschuldigte, sehr schnell dort wieder gelöscht worden ist. Allerdings vergisst das Internet nichts, und es gibt genügend Kopien und Screenshots von diesem. Ich glaube daher den Ausführungen von Gala Phoenix.

Mit DMCA ist der Digital Millenium Copyright Act gemeint, ein Gesetz in den USA, das 1998 unter Bill Clinton verabschiedet wurde und Copyrightinteressen durchsetzen soll. Zu beachten ist, dass unser Rechtssystem mit anderen Begriffen arbeitet, Copyright ist nicht gleich Urheberrecht!

Man kann auf Basis des DMCAs eine Beschwerde einreichen, und diese kann eine Takedown-Notice nach sich ziehen, das ist nichts anderes als eine Aufforderung die entsprechenden Inhalte zu löschen bzw. unzugänglich zu machen. Tut der Betreiber des Dienstes das nicht zeitnah, dann kann das für ihn harte Geldstrafen nach sich ziehen. Eine Counter-Notice ist nichts anderes als ein Widerspruch und eine Injunction eine einstweilige Verfügung. Aber selbst wenn man zu einer DMCA-Beschwerde Widerspruch einlegt, dann bleibt die Beschwerde dennoch weiterhin rechtskräfitg - wie man hier nun sehen kann - und über die Angelegenheit muss ein Gericht entscheiden. Und das kostet richtig teuer Geld.

Da kann man natürlich sagen "Ja, was soll das denn?", aber überlegt mal, bei uns läuft das Spiel genauso. Angenommen, ich bin Gläubiger irgendeines zahlungsunwilligen Schuldners und will endlich an mein Geld kommen. Was macht man dann? Richtig - man startet ein gerichtliches Mahnverfahren und baut darauf, dass der Schuldner auch in den zwei Wochen Frist für den Widerspruch, die er hat, nicht reagiert, um irgendwann dann einen Titel in der Hand zu haben und damit zum nächsten Gerichtsvollzieher marschieren zu können, und was der macht, ist dann klar - er pfändet dem Schuldner das Geld unter dem Arsch weg. Soweit, so gut. Nur wenn der Schuldner widerspricht, dann ist diese Angelegenheit eben strittig, denn der Gläubiger behauptet "Du schuldest mir so und so viel Geld!", während der Schuldner mit dem Widerspruch sagt "Ich schulde dir weniger/gar kein Geld mehr!" - und damit gehört die Sache dann vor ein Gericht, das darüber entscheiden muss.

Auch hier ist die Sache strittig, da es zwei beteiligte Parteien gibt, die der jeweils anderen Partei vorwerfen, voneinander kopiert zu haben. Und damit ist leider auch klar, dass auch das nun vor einem ordentlichen Gericht entschieden werden muss, in dem Fall eben in den USA. Und solange das Gericht nicht entschieden hat, gilt weiterhin die Takedown-Notice und bis es entschieden hat, das kann eben dauern.

Warum nun der Weg über Kanada gegangen worden ist - keine Ahnung. Kann sein, dass einer der Beteiligten in Kanada wohnt, kann aber auch sein, das war nur ein juristischer Winkelzug, ich weiß es nicht.

Fest steht nur, sofern Gala recht hat, dass die Sache einfach zum Himmel stinkt und sie es schwer haben wird, bis sie ihre Skins wieder verkaufen kann.

Einige Gedanken zu Cloud Party

Nachdem ich einige Zeit mit Cloud Party experimentiert habe, ist es an der Zeit, dazu einige Gedanken zu formulieren.

Viele sehen Cloud Party ja bereits als eine ernstzunehmende Alternative zu Second Life an. Ist es das bereits? Ich denke nein, es ist momentan offiziell erst in der Beta und wie der CEO Samuel Thompson schreibt, bisher das Ergebnis von gerade einmal neun (!) Monaten Programmierarbeit. Nach Aussage von Thompson besteht die Firma bisher aus vier extrem motivierten Programmieren sowie einem Grafiker in einem Büro mit Ameisenproblem, die einfach mal etwas Neues ausprobieren wollten. Man kommt ohne große Risikokapitalgeber aus und die Mehrheit arbeitete vorher bei Cryptic Studios, dem Entwickler von Star Trek Online, Neverwinter Nights, City of Heroes u.a.m.

Allerdings hat Cloud Party dennoch, wenn die Firma es richtig entwickelt, das Zeug dazu, massiv im Bereich von Second Life zu wildern und möglicherweise in Zukunft in Konkurrenz zu Second Life zu treten.Schließlich verfolgen beide gänzlich unterschiedliche Ansätze, und viele Funktionen müssen bei Cloud Party erst noch implementiert werden oder werden es gerade, die man von Second Life her eben schon kennt. Beispielsweise arbeitet man an einer Weltkarte, Webshop u.v.m. Dies geschieht aber wie es scheint sehr flott, dazu kommt dass Sam Thompson oft auf einer seiner Inseln auch rumsteht und man mit ihm von Avatar zu Avatar direkt sprechen kann, wenn man denn will.

Einige der Unterschiede sind:

Viewer
Um Second Life nutzen zu können, muss man zuerst einen Viewer seiner Wahl herunterladen (30-40 MB) und anschließend mit Adminrechten installieren. Es gibt eine Vielzahl an Viewern, aus denen man wählen kann. Bei Cloud Party dagegen muss man nur die Webadresse its.cloudpartytime.com aufrufen und das ist es dann auch schon gewesen. Da Cloud Party komplett im Browser abläuft, hat man automatisch bei sich immer die aktuellste Version der Software am Laufen, man muss sich also nicht selbständig um Updates kümmern und es gibt auch nur genau eine Version

Kurz gesagt: Cloud Party "läuft einfach" sofort und direkt los, während man bei Second Life einen sehr fetten Viewer installieren muss und dafür ggf. Adminrechte braucht. Cloud Party kommt also all denjenigen entgegen, die eine Sache einfach problemlos benutzen wollen ohne sich um den Rest kümmern zu wollen, sehr entgegen. Dass damit Geschäfte zu machen sind, ist spätestens seit dem iPhone jedem klar.

Facebook-Integration
Bei Cloud Party reicht es aus, bei Facebook eingeloggt zu sein und man kann sofort diese Welt mit Facebook-Namen betreten. Login erstellen? Unnötig, man sieht bereits die Welt am Aufbauen, wählt seinen Avatar und legt los. In Second Life dagegen muss man erst auf der Webseite alles auswählen, Viewer installieren und kann dann rein. Das dauert länger, und während man in Cloud Party schon das Tutorial am Abarbeiten ist, ist bei Second Life vielleicht gerade mal der Viewer endlich fertig installiert.

Solch eine Integration mit Facebook-Logins wäre sicherlich auch für Second Life machbar, es würde einiges an Vorteilen in der Akquise bringen, aber ich denke kaum, dass diese noch kommen wird.

Grafik
Hier hat Second Life klar die Nase vorn, aber für eine Beta sieht Cloud Party schon mal nicht schlecht aus. Die Bodentexturen kommen mir sogar durchweg besser vor von der Auflösung her als in Second Life. Auch hier gilt aber, dass CP sich noch erst entwickeln muss, und keiner weiß, was da noch alles kommen wird.

Einfachheit der Erreichbarkeit
Angenommen, ich will einem Freund von mir, das sich mit Spielen auskennt aber nicht in Second Life bisher ist, in Second Life etwas zeigen. Dann kann ich dem eine SLURL geben, er muss dann den Viewer herunterladen, installieren und sich einen Avatar machen. Erst dann kann er es sehen. Ganz schön umständlich, nur um kurz mal etwas sehen zu können.

Da verschenkt Second Life ungeheuer viel Potential, denn eine virtuelle Welt sollte auch Leuten es ermöglichen können, sich kurz etwas anzusehen - und dann später erst richtig anzumelden. Also ein kurzer, webbasierter Schnupperzugang für Second Life, wie er 2010 bereits mal in der Beta gewesen war, der fehlt einfach bis heute und da wird ungeheuer viel verschenkt.

Bei Cloud Party ist das nun anders, es läuft ohnehin im Browser und sehr viele nutzen Facebook, denen gibt man einfach einen Link in der Form wie diesen hier https://its.cloudpartytime.com/#-53.4,-51.8,28.4,-0.9_2000 und fertig, ein Klick und schon ist er haargenau dorthin unterwegs, wohin man es möchte. Mit dieser Einfachheit kann Second Life nicht konkurrieren und genau das ist einer der größten Vorteile von Cloud Party: die Einfachheit der direkten Erreichbarkeit.

Kosten
Geld machen will man einerseits mit dem Verkauf einer virtuellen Währung zum Festpreis (20 Cloud Coins sind 1 US$) sowie dem Vermieten der Inseln. In CP ist alles Mesh, es gibt keine Prims.

Eine private Insel hat die Fläche von 100x100x100 Metern und kann im Moment 350 Objekte fassen, davon 25 dynamische Objekte (mit Skript, Physik oder animiert) und darf maximal 300.000 Polygone besitzen. Kosten soll dieser Spaß 14,95 US$ / Monat.

Eine Insel vom Type Deluxe hat dann die Fläche von 500x500x500 Metern, fasst maximal 1200 Objekte, davon 100 dynamische und stellt maximal 1.000.000 Polygone dar. Diese kostet 99,95 US$ / Monat.

Das Äquivalent dazu in Second Life wäre die Homestead und Fullprimsim. Wie sich diese obigen Limits wirklich auswirken werden denke ich, das weiß noch keiner, nicht einmal die Macher von Cloud Party selber, da es bisher kaum nennenswerte Designer in CP gibt. Das ist aber auch kein Wunder, da man ja dort gerade erst am Anfang steht und es sicher einige Zeit dauern wird, bis die ersten Shops entstehen, die ihre Waren feilbieten werden. Aber das wird sicher früher oder später kommen. Daher ist es denkbar, dass sich diese Limits im Laufe der Zeit und wenn man Erfahrungen damit gesammelt hat, noch nach oben ändern könnten.

Gleichwohl - und das ist neben der einfachen Erreichbarkeit der weitere interessante Faktor - sind diese Preise um Längen günstiger als in Second Life. Die private Insel ist doch für sehr viele erschwinglich, da hat man durchaus das Potential von Millionen von Kunden. Wenn Blizzard es schaffte, weltweit zu einem gering niedrigeren Preis 12 Millionen Abonnenten für WoW zu finden, wieso sollte dann da nicht ein ähnliches Potential darin stecken?

Voice
Das ist einfach: Cloud Party verfügt über keinerlei eingebaute Voicefunktionalität, Second Life nutzt schon seit Jahren Vivox. Wer also in Cloud Party voicen will, der ist auf Skype und ähnliche Programme angewiesen, was kein großes Problem darstellen sollte. Vorstellbar für mich ist es, dass man ähnlich wie Google Voice etwas auf Basis von WebRTC direkt im Browser implementieren wird.

Und wozu das alles?
Ich kann mir das gut so vorstellen: irgendwer richtet sich in Cloud Party auf einer privaten Insel sein virtuelles Wohnzimmer ein, fröhnt da seinen Vergnügungen und lädt ab und an neue Facebook-Freunde oder sonstige Freunde dazu ein, ihn dort doch einfach mal so zu besuchen, indem er den Link weitergibt. Einigen von denen gefällt es dann so gut, dass sie auch dort aktiv bleiben und sich ebenfalls eine Insel besorgen. Unrealistisch? Ich denke nicht, auch wenn natürlich das Potential für virtuelle Welten immer schwer absehbar ist.

Aber Cloud Party ist nun einmal da, und vor allem für den Typ Anwender, der sich nicht direkt mit Viewern rumschlagen will, sondern der erwartet, dass eine virtuelle Welt einfach und problemlos funktioniert, sicher ein Segen. Viele Probleme, die man in Second Life hat, gibt es prinzipbedingt in Cloud Party eben nicht und ein ständig aktueller Viewer wie bei CP hat seine Vorteile, wie es auch große Vorteile hat, dass es genau nur den einen gibt.

Fotografie von Sims in Second Life und die Terms of Services

Fredi macht ihr Blog dicht. Warum? Sie hat einen kleinen Laden in Second Life, in dem sie Bilder mit Simaufnahmen verhökert und eine Simbesitzerin beschwerte sich offenkundig bei Fredi darüber.

Zitat Fredi:

Weil ich den "Hinweis" bekam dass ich mit meinen Bildergalerien die Rechte einer Simdesignerin verletze und es verboten ist da die Bilder ihr Werk zeigen. Ob das nun so stimmt oder nicht ist mir letztendlich egal, mit so einem Quark will ich mich nicht beschäftigen. Ich werde einen Teufel tun und weiter ein RP oder RP-Sims promoten auf denen ich selbst nicht mal spiele und dann auch noch das Risiko tragen meinen Ava zu verlieren.

Fast 1,5 Jahre mache ich das ehrenamtlich, es kostete mich Geld und verdammt viel Zeit. Unter diesen Umständen gibts nur noch den ausgestreckten Mittelfinger von mir.

Zasta selber findet es nur schräg in den Kommentaren, die einfache Frage ist aber doch: wer hat Recht?

Dazu muss man in die Terms of Services, also die Nutzuzngsbedingungen von Second Life schauen, die jeder Avatar im Laufe seines Lebens samt Änderungen möglicherweise gleich mehrfach abgenickt hat, ohne sie verstanden oder gar gelesen zu haben - zudem sind diese auf Englisch. Nun sind diese ToS im Laufe der Zeit immer umfangreicher geworden, einfach weil es immer mehr und mehr Regulierungsbedarf gegeben hat, es gibt also neben den ToS eine Reihe von weiteren Unterdokumenten, im Lindensprech Policies and Guidelines, also Grundsätze und Richtlinien auf Deutsch, die Bestandteil der ToS sind. Es gibt fast nichts, was nicht geregelt ist, insgesamt sind es momentan 17 Unterdokumente. Ganz klar, dass die kein Mensch jemals wirklich liest, bevor er die ToS abnickt!

Die Richtlinie, die in dem Fall greift, nennt sich "Official Snapshot and Machinima Policy", behandelt also Schnappschüsse und Machinima in SL und wird in Punkt 14 der ToS aufgeführt, also jeder von uns hat sie abgenickt.

Für Photos in Second Life gilt nach dieser Richtlinie nun, dass diese von Sims ungefragt solange erlaubt sind, solange die Covenant diese nicht explizit untersagt und man sich auch ansonsten an die Richtilinien hält. Ansonsten hat man vorher das Einverständnis des Simbesitzers einzuholen.

Das bedeutet also im konkreten Fall dies: sollte Fredi wirklich Fotos auf einer Sim gemacht haben, auf der per Covenant das allgemeine Fotografieren verboten ist, dann hat die Simbesitzerin Recht. Wenn allerdings in der Covenant nichts aufgeführt gewesen ist, dann ist das Vorgehen von Fredi erlaubt gewesen, solange man ausschließlich nach dieser Richtlinie handelt.

Bei dieser Betrachtung völlig außen vor ist noch das Thema Urheberrecht an sich, also stellt eine solche Sim ein urheberrechtlich geschütztes Werk da, ist da also eine genügend hohe Schöpfungshöhe vorhanden? Das sind so die Themen, über die sich dann Rechtsanwälte streiten.

Hier in dem Fall gilt die alte Devise aber: wo kein Kläger, da kein Richter und solange sich keiner bei Linden Lab beschwert, wird da nichts passieren - und selbst wenn, wer weiß das schon bei der langen Leitung, die die Lindens haben...

Das Thema wurde übrigens vor knapp einem Jahr schon lange und breit in Sluniverse.com durchgekaut, die komische Richtlinie selber gibt es nach diesem Thread bereits seit 2010. Übrigens ist da auch ein ähnlicher Fall dokumentiert, wo jemand eine Galerie betrieb, dort ein Foto einer bekannten Sim machte und das passte der Erstellerin der Sim eben überhaupt nicht. Deren Begründung dafür ist gewesen, dass das ja Einnahmen aus ihrem Werk generiere, die aber dem Galeristen und nicht ihrer Sim zugute kämen, und sie ohnehin mit der Sim keinen Profit machen würde, also auf jeden L$ angewiesen sei, der mit ihrer Sim zu verdienen wäre.

To all fearmongers: stop being so negative about Linden Lab!

This is my message going out around the world for all whiners, which are enjoying their little game nowadays being called "Linden Lab is going to die so soon that we are not going to be aware about it!", so read my lips, for god's sake, once and for all: stop whining and stop acting like a bunch of frightened chickens! Use your brains, goddamnit, that's what it was made being made for!

Actually, yes statistics look all dull and such, for example when you read this nifty post at New World Notes and much, much more. Actually at least around every third post at NWN is about Second Life, how it is declining, how it should turn around and such. BARF, you see the big picture in there? Even better, giving Linden Lab always nice sounding but ill fated advices like which do not get into more specifics "Make bold changes!" or "Lower the tiers, pretty pleaseeeeeee!" and so on and on. Frankly this is getting on my nerves more and more, the more I read about it.

Do you really think that Linden Lab's management is just a bunch of morons not being aware of the big shift happening in Second Life at the moment? Well, truth to be told it seems like that. Even M Linden way back then when he was in charge recognized that Linden Lab needs new areas to expand to and tried to get a grip into the corporate market. Well he failed, we all know that, but even he recognized back then the necessity of expanding business and conquering new fields of business.

So all you whiners are neglecting some important points when always whining about the decline of Second Life, as are as follows:

  • Why the heck should care Linden Lab about you little wussies and tell you - yes YOU - what they are going to do to remedy that situation? I mean, we are talking about a multi-million-dollar company, which is still being backed up by some very well stacked investors and why should they tell stuff like that before they have decided upon that and are ready for showtime, when all they are going to get from you is again bad publicity and more ill fated advices? Also don't forget that Linden Lab is still making profit, sort of and they do not have to tell you how much since they are a private held corporation.
  • Linden Lab under the reign of Rod Humble has been working on a new product or which would be even better on a new line of products. First signs about what this product/those products might be are already emerging. New products are good to nurture Second Life, to gain more profit and such, but why the heck should Linden Lab tell you about what those products might be until it is done and those are ready to hit the market? I for one only know and recognize that Rod Humble is a gaming industry veteran who did more right than wrong overall in his career so far and I have faith in him (until proven otherwise) that his ideas and product(s) are not going to be a big disaster like Second Life Enterprise used to be. 
  • Statistics is mostly about making prognoses about stuff going to happen in the future if nothing changes at all, and guess what: of course the management of Linden Lab is being aware of those statistics. Heck, they even got better statistics than Tyche Shepherd and other sources, because they run that company and have direct access to all kind of numbers imaginable. But statistics are about prognoses, they must not come true if something radically changes and are describing trends. So what for example if Linden Lab comes up with a new kind of land or shredders prim based economy and replaces it with something else? Then you got to make new prognoses. Also those statistics are only covering up land development, but Linden Lab is also about much more nowadays than just that.
  • Stop pretending that Linden Lab only generates income from land tiers. While those are still the biggest source, though, there are other sources too like premium accounts, sales on the LindeX and the Market Place for example. 
  • And finally you need to realize that even if Second Life would shrink for a while it doesn't matter too much as long as the company is still being profitable and making profits. 

So, please please pleaaaase stop whining about some untold future and use your brains for a while. Second Life is not going to vanish so easily like some fearmongers of the blogosphere are proclaiming nowadays, Linden Lab realized the shift and is working on new products. Just give them time and wait, we got Rod nowadays running mostly in cleaning up the mess his predecessors made and what the future holds we are going to see. But of course even one Rod cannot work wonders, he needs to make small steps, one after the other.

Schwarzmaler unter sich

Bei New World Notes wird wieder einmal über die Entwicklung von Second Life im Allgemeinen spekuliert, genauer geht es dabei um folgendes: Tyche Shepherd von Grid Survey hat auf Basis ihrer Datenreihen in der Entwicklung der laufenden Sims einen Trend ausgemacht und sagt voraus, dass Ende 2012 etwa 10% weniger Regionen am Laufen seien als Anfang 2012. Wenn sich diese Prognose bewahrheiten sollte, dann wäre das in der Tat massiv.

Dennoch greift dieser Artikel zu kurz und Linden Lab schon zu den lebenden Leichen zu zählen ist zu verfrüht, weil er einige Sachen nicht würdigen kann. Erstens weiß keiner, wie das neue Produkt oder die neuen Produkte von Linden Lab, an denen Rod Humble arbeiten lässt, auf dem Markt einschlagen werden. Was diese Produkte sein werden, das weiß bisher auch noch keiner. Sollten sie sich aber erfolgreich platzieren, dann hat Linden Lab ein weiteres Standbein für seine Geschäftstätigkeiten. So oder so, das werden wir bald erleben und das Lab arbeitet ja mit Hochdruck an dieser Diviersifizierung.

Auch wird es langsam lästig, dass sich New World Notes immer wieder und wieder als unbezahlter Consultant für Linden Lab gibt und ständig wie ein Mantra wiederholt, dass Linden Lab gewagte und radikale Änderungen an Second Life vornehmen müsse, damit die Benutzeranzahl wachse und die Einkünfte steigen, bevor es zu spät sei.

So etwas zu fordern ist immer verdammt einfach, aber wieso liefern sie nicht einfach mal Beispiele dafür, was genau man machen könnte? Da wird es schon schwieriger. Dazu kommt, dass keiner genau weiß, ob Linden Lab im Hintergrund nicht schon längst genau an solchen Änderungen werkelt. Die Kommunikation ist ja da nicht so berauschend, wie es die Schwarzmaler gerne hätten aber so muss das eben auch sein. Besser man führt eine Änderung genau dann ein, wenn sie ausgereift und fertig ist, so dass alle zufrieden sind als auf iterativem Wege.

Dass auch das übliche Mantra "Senkt endlich die Preise!" nicht das Allheilmittel wäre, für das viele es halten, zerlegt Tateru Nino mit Freuden. Die Argumentation selber ist dabei auch nicht viel anders als die Meinige vom März diesen Jahres.

Second Life wandelt sich, dass ist völlig normal, aber nun schon so zu tun als falle einem der Himmel auf den Kopf ist zu verfrüht. Die Geschäftsführung von Linden Lab ist sicher nicht dumm, sondern weiß die Zeichen der Zeit zu deuten und keiner weiß, was die neuen Produkte sein werden noch wie sie einschlagen werden oder auch nicht. Jetzt schon alleine wegen des vorheresagten Rückgangs der Sims den Teufel an die Wand zu malen ist verfrüht. Linden Lab hat noch über sechs Monate Zeit, neue Trends in 2012 zu etablieren und dafür zu sorgen, dass sich der Wind dreht. Das wirklich Allerletzte, was sie dabei brauchen sind sicher die ungefragten Ratschläge von New World Notes, die letzten Endes als Binsenweisheit abzuhaken sind.

Curio Skins mit League gegen Hush

Die Modewelt in Second Life ist momentan in Aufruhr: im Bereich der Skins, wo man offensichtlich noch gutes Geld verdienen kann, bekriegen sich einige etablierte Hersteller nun untereinander mit rechtlichen Mitteln im Rahmen des DMCA. Ausgang dabei: ungewiß.

Dabei geht es um folgendes: der Macherin von Curio Skins fiel auf, dass einige aktuelle Skins von Hush offensichtlich ihren älteren Skins verdammt ähnlich sehen. Das alleine kann schon einmal vorkommen und ist eine Frage, wie diese Skins entstanden sind: man kann Skins entweder einfach zeichnen, dann benötigt ein guter Grafiker etwa für einen neuen Skin mit allem Drum und Dran etwa 20 Stunden bis er fertig ist oder aber nach abfotografierten Vorlagen von wirklichen Modellen im Photoshop zusammenbauen, das dauert dann mit bis zu 80 Stunden  durchaus länger, sieht aber auch um einiges realistischer und besser aus.

Nun ist es so, dass die meisten Skinhersteller sich wohl kaum die Mühe machen, selber auf die Suche nach Modellen zu gehen und diese professionell fotografieren lassen, das kostet zu viel Mühe, Zeit und Geld. Nein, es gibt Dienstleister im WWW, die genau solche Vorlagensets gegen Zahlung gewisser Beträge für jedermann einfach anbieten und fertig. Also könnten durchaus zwei verschiedene Skinhersteller sich derselben Vorlagen bedienen und daraus ihre Skins für Second Life zusammenbauen. Diese Skins würden sich notgedrungen sehr ähnlich sehen, da die Vorlage dieselbe war, aber in Details sicher anders. Das kommt auf den Workflow des Grafikers und dessen Bearbeitung der Vorlagen an, jeder legt da ja eigene Akzente.

Es ist nun aber auch so, dass fast alle modernen Skinhersteller in ihre Skins in manchen Ebenen gut versteckt Wasserzeichen einbauen, um sich vor unerwünschten Kopien zu schützen. Taucht in einem Konkurrenzprodukt dann das eigene Wasserzeichen oder zumindest Hinweise darauf auf, dann hat man ein starkes Indiz dafür, dass dort massiv kopiert worden ist. So findet sich angeblich in einem Skin von Hush das Wasserzeichen von League in Teilen wieder (Bild hier) und angeblich findet sich auch in Skins von Hush das Wasserzeichen von Curio Skin wieder (Bilder hier).

Wenn das also treffend genug ist, dann ist das wirklich ein starkes Indiz wenn nicht gar Beweis dafür, dass da Hush munter von den anderen Skinherstellern kopiert hat und das als seine eigenen Skins verkauft. Klar, das ist eine unangenehme Sache für Curio und auch logisch, dass sie dagegen was unternommen haben.

Der Punkt ist nur dieser, welchem Ansinnen folgt nun Linden Lab und wer hat Recht? Curio Skins hat zuerst eine Beschwerde auf Grundlage des DMCA gegen Hush eingelegt und umgekehrt Hush gegen Curio, inzwischen noch League gegen Hush. Allerdings ist Linden Lab faszinierenderweise bisher nur dem Ansinnen von Hush nachgekommen, daher ist Curio Skins momentan geschlossen und nicht umgekehrt. Das Thema selber kocht auch in Sluniverse mächtig hoch, dort gibt es diesen massiven Thread dazu.

Wer am Ende Recht hat, das wird sich noch zeigen, die von der Community zusammengetragenen Indizien sprechen stark für Curio, aber das alleine mag nichts heißen. So oder so ist es für den Macher hinter Curio eine unangehme Sache, da deren Geschäft in Second Life momentan einfach nicht mehr stattfindet.

Das interessante an der Sache ist aber, dass es zuerst so aussah, als hätte sich Curio bei Hush bedient - logisch, schließlich ist das der bekannte DMCA-Takedown - aber dann durch Nachforschen der Community und die Äußerungen von der Curio-Macherin sich genau ins Gegenteil verkehrte. Wie es ausgehen wird? Keine Ahnung, es gibt jedenfalls von Gala Phoenix ein Statement, dass sie mit Curio keine Urheberrechtsverletzerin sei und das Heft haben sicherlich schon längst die Rechtsanwälte beider Seiten übernommen. Die Skin-Community in Second Life jedenfalls hat sich inzwischen ihre Meinung gebildet und Hush aus der "Skin Addiction Group" rausgeworfen, für die ist es sonnenklar, wer da wen kopiert hat.

Wer selber sehen will, wie ähnlich Hush zu Curio-Skins ist, der möge sich einfach mal diesen Stream bei Flickr anschauen.

Hilfe - wir sterben aus!

Das Aussterben greift um sich, Leute! Dass Gor ausstirbt und schon seit Jahren dahinsiecht, das ist ja altbekannt. Damit lockt man keinen Vogel mehr vom Dach geschweige denn freiwillig in die Bratröhre, nein.

Neu ist aber, dass dieses Aussterben von Gor nun auch in andere Bereiche des Second Life übergeschwappt ist. So gibt es heute gleich zwei Fragerunden zum Thema Aussterben in Slinfo, da führt wohl jemand bald die rote Liste!

Begonnen hatte damit Susann, die offen die Frage stellt, ob deutsche Clubs denn aussterben würden. Bisher kann man sich dort durch 38 Postings wühlen, wer mag. Besonders on topic ist der ganze Thread denn nicht wirklich, aber das Credo ist ungefähr so "SL wird weniger und die Clubs damit eben auch."

Spaßhalber schrieb dann Ysanne noch gleich einen Flame namens "Sterben die deutschen Foren aus?", aber so oder so - schön, dass der Club der aussterbenden Arten aus Second Life endlich mal Zuwachs bekommt. Oder?

Einige Gedanken zur Asset-Datenbank und deren Kosten

Bei Maddy drüben gibt's eine interessante Schätzung, wie groß die Assetdatenbank von Second Life wohl aktuell sei. Linden Lab hat vor kurzem eine Art Mülleimerroutine laufen lassen, die nicht mehr genutzte Objekte in einen Papierkorb verschob und so gerade mal 85% der Datenbank auf Altenteil geschickt.

Die verbliebenen 15% machten dabei noch 192 Terabyte aus, damit wird der gesamte Datenbestand auf etwa 1280 Terabyte geschätzt. Das macht Sinn und ist in der Tat eine beeindruckende Datenmenge, die zu verwalten nicht mehr alltäglich ist. Die Zugriffe sollen ja flott geschehen, dazu kommt dass man davon auch Backups benötigt und dergleichen mehr. Zum Vergleich: die Gesamtmenge aller 20 Milionen Assets vom größten Opensimgrid, Osgrid, betrug im September 2010 ca. 480 Gigabyte (leider habe ich keine aktuelleren Zahlen gefunden).

Interessanter aber ist noch die Frage: was kostet es eigentlich überhaupt, sich solch eine Datenmenge zu leisten? Also was kostet ein Petabyte? Die Bandbreite dessen, was ein Petabyte kosten kann, ist dabei beachtlich.

Wo aber kann man sich umschauen, wenn man mal als Normalsterblicher dennoch einen Eindruck gewinnen will, was so etwas kostet? Bei einem Onlinebackupanbieter, der sein Geschäft recht offen betreibt wie beispielsweise die US-Firma Backblaze. Die Firma Backblaze macht nichts anderes, als die Daten von Kunden weltweit bei sich in ihrem Rechenzentrum auf selbst gebauten Servern zu sichern. Das bedeutet, wann immer der Kunde bei sich eine neue Festplatte einbaut, müssen sie das bildlich gesprochen auch tun, also sie brauchen sehr viel Speicherkapazität zu wettbewerbsfähigen Preisen.

In diesem Blogpost aus dem Jahr 2009 nimmt Backblaze den Markt mal genauer unter die Lupe und sie zeigen auf, wieso sie dazu übergingen, ihre eigenen Server zu bauen. Ihre eigene Bastellösung liegt bei 117.000 US$ fürs Petabyte während eine fette Sun schon eine Million US$ kostet und das Speichern bei Amazon S3 damals gar 2.806.000 US$ gekostet hätte. Damit wird doch recht deutlich, in welchen Dimensionen man sich da bewegt. Linden Lab selber hatte eine fette Isilon-FS-Installation am Laufen, da geht unter einer Million US$ sicher auch nichts. Dazu kommt, dass man ja an einem anderen Ort dafür auch noch ein vollständiges Backup anlegen muss, also die Technik muss besser doppelt vorhanden sein.

Inzwischen ist man bei Backblaze und der Konkurrenz zwar weiter, aber es ist nach wie vor noch immer absolut kein billiges Vergnügen solch eine Datenmenge zu beherbergen. Bei Backblaze geht inzwischen ein Techniker mindestens einen Tag die Woche nur im Rechenzentrum herum, um alte Festplatten auszutauschen bevor sie kaputt gehen. Was sein muss, muss sein.

So oder so, bis man solche Datenmengen zu bezahlbaren Preisen zuhause beherbergen wird, wird noch einiges an Zeit vergehen.

Neu im Marketplace: die Torvald's Forge Komplettbox für 0 L$!

Richtig gesehen: es gibt ab sofort das komplette Angebot des früheren Rollenspielgeschäfts "Torvald's Forge" für lumpige 0 L$ im Marketplace zu kaufen. Der Anbieter ist der ehemalige Inhaber des Ladens, Jericho Jie. Es hat damit also alles seine Richtigkeit!

In der Box befinden sich alle Objekte, die Jericho Jie von seinem inzwischen gelöschten Account noch retten konnte.

Als Grund für diesen Schritt gibt er an, dass sein Geschäft inzwischen ein gutes Jahr geschlossen sei. Ein früherer Geschäftspartner aber habe ohne Jerichos Wissen wieder damit angefangen, alte Objekte von Jericho Jie zu verkaufen, um so damit Geld zu machen. Das ist eine Sache, die Jericho Jie nicht dulden mag und deswegen verschenkt er nun all seine Objekte.

Wer also schon immer alles mögliche zum Thema Torvaldsland haben wollte - nun ist eure Chance gekommen, damit könnt ihr danach locker ein komplettes Dorf einrichten und Hunderte von Mannen einkleiden.

Hinweisgeber: Muffin Piek.