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Dies habe ich in der Mottenkiste gefunden: https://docs.google.com/spreadsheet/ccc?key=0AvBpSLqaUY_dcDEzdko0eDVkRmxUQ0N5RHRoSGNuVGc&usp=sharing

Sehr interessant. Im Mai 2009 ritt mich irgendwann mal der Teufel, selber eine deutsche Gorsimliste zu erstellen und dies war damals das Ergebnis. Lange, bevor Thor sich erfolgreicher und kontinuierlicher der Sache annahm. Die Liste ist weder fehlerfrei noch sicherlich vollständig, aber dennoch interessant zu lesen, was es so vor fünf Jahren gab.

Viel Spaß beim Anschauen!

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Heute möchte ich mal ein wenig über ein Thema schreiben, das viele nicht mehr hören können oder wollen, aber dennoch seine Wichtigkeit hat, nämlich World of Warcraft als Sucht. Gibt es was, wie passiert das, was ist daran schuld oder ist das alles nur ein hysterisch aufgebauschtes Mediengetue, um da friedliche Spieler in die Pfanne zu hauen wie RTL das getan hat?

Zunächst einmal starte ich mit folgender Feststellung:

Ja, World of Warcraft kann süchtig machen!

Wichtig dabei ist: es kann dies tun, es muss dies nicht zwangsweise tun. Es kommt dabei auf die Person vor dem Gerät an, ob die gefährdet ist oder eben nicht. Die meisten Spieler haben das mehr oder weniger gut im Griff, aber es gibt dennoch Menschen, die sich an das Spiel (oder andere wie League of Legends, Day of the Ancients 2 usw.) verlieren.

Die erste, wichtige Frage in dem Zusammenhang ist ganz einfach diese: wie definiert man in diesem Kontext denn nun eigentlich Sucht?

Die Weltgesundheitsorganisation definiert Sucht folgendermaßen, und der Definition schließe ich mich an:

  • Unbezwingbares Verlangen zur Einnahme und Beschaffung des Mittels
  • Tendenz zur Dosissteigerung (Toleranzerhöhung)
  • Psychische und meist auch physische Abhängigkeit von der Wirkung der Droge
  • Schädlichkeit für den Einzelnen und oder die Gesellschaft
  • Verlust der Kontrolle über das eigene Verhalten.

Auf WoW übertragen ist Sucht die Unfähigkeit, WoW verantwortungsvoll zu spielen. Verantwortungsloses Spielen kann einen davon abhalten, persönliche Ziele zu verwirklichen und Beziehungen zu Freunden und der Familie schädigen.

Oder anders gesagt: es sind Menschen, die ihr Leben dem Spiel unterordnen und nicht umgekehrt. Wo die Grenzen für verantwortungsvolles Spiel sind, ist dabei von Person zu Person verschieden.

Und wahre Geschichten von Leuten, die durch das Spiel sehr viel verloren haben, gibt es genug, wenn man nur einmal ein wenig forscht. Aber zuhören muss man ihnen schon selber.

Aber WoW ist doch nur ein Spiel - oder?

Ja, WoW ist nur ein Spiel. Ein Spielautomat in einer Gaststätte ist auch erstmal nur ein Stück Technik, das rumhängt und auf Kundschaft wartet, und dennoch gibt es genügend Leute, die solchen Automaten hoffnungslos verfallen sind. Da darf man sich mal nicht täuschen.

Auch wenn WoW nur ein Spiel ist, so gibt es dennoch einige Sachen, die es von anderen Spielen deutlich unterscheiden. Das Wichtigste dabei ist, dass einfach immer etwas los ist und passiert. Auch wenn man schläft, so passiert was im Spiel und man bekommt das möglicherweise nach dem Einloggen mit.

WoW erlaubt es nicht, Spielstände zu speichern. Wenn man gewisse Tätigkeiten erledigen will, dann muss man diese entweder am Stück erfolgreich erledigen (mitunter braucht man dazu Mitspieler) - oder macht es eben gar nicht. Gerade dadurch ist aber für gewisse Ziele ein gewisses Mindestengagement einfach nötig.

Das Hauptspiel in WoW findet auf dem Endlevel ab 90 statt. Man kann sich entweder im PvP versuchen, oder aber probiert es im PvE. Mancher züchtet einfach haufenweise weitere Charaktere.

Die grundlegenden Triebfedern für WoW sind dabei diese:

  • es gibt haufenweise für alle möglichen und unmöglichen Taten Erfolge. Diese kann man sammeln, sich dieser freuen oder damit angeben. Manche Erfolge sind schwerer als andere, und wenn man einen Erfolg schafft, dann gratulieren fast alle einem dazu und man wird dadurch motiviert, weiter zu machen. Dadurch, dass es sehr, sehr viele Erfolge gibt, ist die mögliche Motivation und das aufpolierte Selbstbewußtsein sehr hoch.
  • die Leistungsfähigkeit des eigenen Charakters hängt neben dem Spielverständnis sehr, eigentlich zu sehr von den angelegten Aufsrüstungsgegenständen oder Items ab. Nur um sich komplett auszurüsten, braucht man Wochen wenn nicht länger. Kaum ist man damit fertig, muss es dann noch ein Zweitcharakter sein, dne man ausrüstet oder der neue Schlachtzug kommt heraus und die bisherigen Gegenstände sind hoffnungslos veraltet, so dass man sich wieder mühsam eine neue Ausrüstung erarbeiten muss. Und das dauert dann. Das ist es, was viele die Itemspirale nennen. Im Grunde ist es wie ein Esel, an dessen Rücken man einen Stock mit einer Karotte befestigt, die vor seiner Schnauze baumelt und er rennt ständig durch die Gegend. Das Spiel lässt sich damit beliebig verlängern, wenn man nur für genügend Nachschub sorgt, und genau das macht Blizzard.
  • Neben der geplanten Veraltung der Gegenstände ist - und damit sind wir wieder beim Spielautomat - eine weitere Triebfeder von WoW im Bereich des PvE im Grunde reines Glücksspiel. Und das geht so: jemand, meinetwegen ein Druide, will unbedingt endlich eine neue Waffe bekommen, weil seine bisherige noch aus dem alten Schlachtzug ist. Er weiß aber genau, im aktuellen Schlachtzug gibt es diese erst bei Boss drei und später Boss 14. Boss 14 hat seine Gruppe noch nicht legen können, also hofft er Woche für Woche darauf, dass es bei Boss 3 dabei ist. Nun hat Boss 3 insgesamt einen Fundus von 22 unterschiedlichen Gegenständen, den seine Leiche nach erfolgreicher Bewältigung präsentiert. Wieso ausgerechnet 22 Gegenstände? Es gibt im Spiel aktuell 11 spielbare Klassen, also pro Boss für jede Klasse zwei mögliche Gegenstände. Wenn denn bei 10 Leuten im Raid er also zwei Gegenstände präsentiert, dann gibt es eine Chance von 2/22 pro Woche, dass die Wunschwaffe darunter ist. Eine Überprüfung auf bisherige Beute findet nicht statt, und genau das ist eben Glücksspiel. Genau das erzeugt bei vielen eine Menge Frust, aber weil sie dann häufig eben doch nicht aufgeben, auch große Glücksgefühle, wenn sie die Wunschwaffe/objekt endlich bekommen.

Nur ist der Unterschied zwischen Spielautomaten und WoW, dass Spielautomaten erst ab 18 Jahren legal genutzt werden dürfen. WoW aber ist ab 12 Jahren freigegeben, obwohl es in dem Bereich Spielautomaten stark ähnelt. Gut, man verliert in WoW allerdings kein Geld, aber die Mechanismen dahinter sind dieselben.

Im Grunde ist es in WoW also so, dass es eben immer und ständig, stetig und überall etwas zu tun gibt. Es ist, wenn man so will, für viele eine endlose Plackerei mit dem Ziel, sich zu verbessern nur um dann mal wieder festzustellen, dass es neuen Schlachtzug, neues Glück und Beute gibt. Diese Erneuerung gibt es ständig und es wird von Blizzard forciert. Die wären ja auch schön blöde, wenn nicht. Nun möchte ich Blizzard keinerlei böse Machenschaften unterstellen, aber sie sind eben eine Firma, die ihr Geschäft am Laufen halten muss, das in dem Bereich auf einem Abomodell basiert. Also tun sie alles, um die Spieler möglichst lange ans Spiel zu binden, denn je länger sie spielen, desto länger zahlen sie.

Die Community im Spiel übrigens ist häufig kein Grund mehr noch zu spielen. Die ist einfach inzwischen viel zu sehr für den Arsch.

So. Natürlich sagt jemand, den man vor einem Aldi befragt ob er Aldi gut findet kaum, dass er Aldi hasst. Dementsprechend werden die wenigsten aktiven Spieler in WoW sagen, dass sie ein WoW-Problem haben. Die meisten haben keines, und diejenigen, die eines haben könnten oder haben, erkennen es oft einfach nicht.

Sollte man aber der Meinung sein, dass WoW einen beherrscht und nicht umgekehrt, dann ist die berechtigte Frage: wie kann man das schaffen?

1. Man sollte offen zugeben, dass man ein Problem hat und mit anderen darüber reden. Das ist der Anfang und verdammt hart, aber die Einsicht in den Fakt, dass einen das Spiel beherrscht und nicht umgekehrt ist der erste und vor allem wichtigste Schritt zurück in ein selbstbestimmtes Leben.

2. Man sollte sich mal dies überlegen: man soll mal an den Tag zurückdenken, an dem man das Spiel das erste Mal gespielt hat. Hätte man es damals gekauft, wenn man schon damals alles gewusst hätte, was man heute weiß? Dann sollte man sich dies vorstellen: angenommen, man spielt das Spiel in zwei Jahren noch und denkt an den heutigen Tag zurück, an dem man die Entscheidung fällte, weiter zu machen oder aufzuhören. Wie fühlt es sich dann an, wenn man weiter machen würden?

3. Finde heraus, was deine Sucht verursacht hat. Was genau ist es, was einen an WoW so fasziniert? Sind es die Kontinente, die man niemals besuchen kann? Ist es die Rolle als Tank oder Magier? Was auch immer es ist, man sollte die durch WoW erzeugte Freude minimieren und versuchen, statt dessen sich neue Hobbies im wirklichen Leben zuzulegen, die einen mindestens genau so befriedigen. Sei es das Erlernern von Kampfsport, das Lesen von Büchern, das Abhalten eines LARPs und anderes mehr.

4. Man besorge sich selber einen schnellen Burnout. Also man setze einen Privatserver auf, levele da ein wenig, gebe sich Adminrechte und sieht im Grunde wie schnell man Level haben könnte. Dies zerstört ziemlich sicher die Faszination und zeigt WoW als das, was es ist: es ist nur eine Simulation mit künstlichen Regeln. Danach fühlt sich meist das Spiel auf den offiziellen Servern einfach nur noch wie ein Hamster in einem Drehrad an.

5. Suche dir Mitstreiter! Vieles geht in einer Gruppe besser und viele spielen WoW im Grunde nur deshalb, weil ihre Freunde es spielen. Es kann auch helfen, seine Familie und Freunde um Mithilfe zu bitten.

6. Nutze die elterliche Freigabe! Es gibt im Battle.net die Möglichkeit einer elterlichen Freigabe, um Spielzeit und -dauer zu beschränken. Man setze diese selbst und vergebe ein so kompliziertes Password, dass man besser schnell vergisst. Oder noch besser, man bittet einen Freund oder Familienmitglied darum, für einen diese Freigabe einzurichten.

7. Verplane deine Freizeit anderweitig! Ein guter Weg ist es, sich einen Nebenjob zu suchen, um die mögliche freie Spielzeit zu reduzieren. Oder man unternimmt was mit Freunden, betreibt Sport, engagiert sich ehrenamtlich. Wichtig dabei ist, dass diese Dinge außer Haus statt finden, fern vom Computer. Es gibt sehr viele Dinge, die mindestens genau so spannend sind wie WoW und eine Gilde ist kein Ersatz für echte Freunde.

8. Verschenke dein gesamtes Inventar und lösch all deine Charaktere! Dies ist keine einfache Lösung für das Problem, aber es fühlt sich wie ein Reset an. Wenn kein Charakter mehr spielbereit auf Level 90 da ist, der einen lockt, verliert man die Bindung zum Spiel. Es kann aber auch zum Bumerang werden und in einen den Wunsch erzeugen, erneut zu leveln.

9. Verkaufe deinen Account! Es gibt genug Leute, die für einen gut ausgerüsteten Account immer noch einiges an Geld bezahlen.

10. Bezwinge das Spiel! Wenn alles andere nichts hilft, dann sollte man spielen bis man den Höchstlevel erreicht. Dann schaue man auf den Weg dahin zurück, und überlege sich mal, ob es das wert war.

11. Unternehme Sachen im wirklichen Leben, die sich für dich auszahlen wie Kochen lernen, Fitness betreiben oder erste Hilfe und mindestens dieselbe Befriedigung wie das Leveln verschaffen.

12. Lerne Blizzard zu hassen. Das mag zuerst seltsam klingen, aber wenn man gewisse Standards entwickelt wie den Wunsch, von den Gamemastern immer fair behandelt zu werden, genau auf Bugs achtet und die Unvollkommenheit im Spiel sowie ein sich ein wenig mit den Gechäftsmethoden von Blizzard auseinandersetzt, könnte es sein, dass man irgendwann das Gefühl bekommt, dass eine andere Firma das eigene Geld viel mehr verdient hat.

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Und ich habe heute schon wieder, als ich mir zwei werten Damen im Teamspeak rumgammelte, ein Gor-Unfashionblog entdeckt. Naja, die Macher betrachten dies vermutlich als Gormode, denn immerhin kommt der Begriff "Gor" im Namen des Blogs vor, aber im Grunde ist es nur die folgerichtige Evolution des früheren Vollhonkstils, denn Second Life ist ja mit der Zeit gegangen und so gehen eben auch diese Leute mit der Zeit. Ich bin mir sicher, hätte es das schon vor fünf Jahren gegeben, die damaligen Ballerhorden sowie die Sa me Tri Tra Trulla wären genau so rumgerannt.

Das Ding ist unter http://gorsinister.blogspot.de/ zu finden und wird von Vin Sinister, mit Avatarnamen Vince Scarbridge verzapft.

sogoryeah

Also im Grunde ist es damit so, wie man oben und dann dem Link folgend sehen kann: es ändert sich nichts, und je mehr es sich ändert, umso gleicher bleibt es letzten Endes. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass die hahnebüchenen Erklärungen, wieso man so überhaupt auf Gor rumrennen kann nicht weniger kreatief sind als vor fünf Jahren und nicht weniger Unsinn machen als damals. Im Grunde läuft es immer auf "Ich habe zigtausend Lindendollars für meinen total superdupergehypttiefergelegten Avatar ausgegeben und sehe es nicht ein, mich für ein RP anders anzusehen, denn ich will zeigen, wieviel Geld und Schönheit in meinem Avatar steckt!" Jaja, die Eitelkeit, so ist das, die macht das letzten Endes aus. Swag!

Und wenn man sich das Blog so anschaut, so bleibt zu hoffen, dass es seine schöpferische Pause von Oktober 2013 irgendwann überwindet und weiter mit modischen Fantasykreationen füllen mag, die mit Gor mal eben so rein gar nichts zu tun haben und, sollte man so auf einer ernstzunehmenden Gorsim auftauchen, schon von weitem zeigen, was man von dem Spieler zu halten hat, nämlich: renn! Hach ja, früher war eben doch nicht alles besser.

In former times I always wondered why people were willing to pay for the professional version of Flickr.com 20 US$ a year. The service was not that great and frankly you could get for less bucks quite more bang. So the answer was simple: because of the social functions there and the big community.

Nowadays the professional account has gone and you get one terabyte for free. So why should you still care if you are using Flickr or not? Quite simple: because you are giving your pictures out of hand. If your pictures are against the terms of service of Yahoo! they are going to pull them either down or behind a "adult verification" wall. This has already happened in the past with pictures of greek statues and such, making the photographers quite angry.

If you put your pictures up to Flickr you are giving them out of control. So, if you really do want to be on the safe side, at least make your own backup of them regularly or keep your own backup. Having a backup never hurts, and you can never trust a company like Yahoo! to be as passionate about backing up your data as you are. They just use some quite good, though still automated tools and they don't know you.

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...und das hole ich hiermit nun nach. So.

baby

Das hier auf dem Bild ist die Isabell, die unbestätigten Gerüchten zufolge in Kasra auch oft nur noch dank meiner Schuld "Rübchen" gerufen wird. Das ist eine Sache, die die Kasraer erfreut und sie dann immer leicht zu nerven scheint. Man sieht sie dabei in einer für sie total untypischen Lage, nämlich mit einem total süßem Kind im Arm, das irgendeine Freundin bei ihr zum kurzzeitigen Aufpassen ablud.

Isabell scheint von Kindern mindestens genau so viel Ahnung zu haben wie eine Kuh vom Tanzen - also gar keine. Macht nichts, umso eifriger wirbt Caius um sie, und als er Isabell mit Kind sah und vor kurzem noch ohne Schleier in Kasra ist es endgültig um ihn geschehen. Er kann es kaum noch erwarten, mit ihr eine neue Familie zu gründen und für Nachwuchs zu sorgen. Ob nun Brompf oder Schackeline ist dabei herzlich egal, Hauptsache Kinder. Nachwuchs. Sowas eben, davon kann man ja nie genug haben und solcher Nachwuchs kann ja nur heiter werden.

Nur scheint Isabell dem ganzen Ansinnen nicht so ganz zu trauen, denn irgendwie kann es ihr immer nie schnell genug gehen zu gehen, wenn Caius denn mal zu ihr kommt. Woran das wohl liegen mag? Das sind sicherlich die schädlichen Einflüsse der Sonne, was sonst auch soll so etwas bewirken können. Naja. Und da sie nun doch nicht Regentin von Kasra geworden ist, ist es ja nun wieder einfacher sie bei den Verhandlungen runter zu bringen.

Aber wer weiß, vielleicht klappt es ja und das Bild da oben wird sich wiederholen. Das wäre doch mal so richtig nett, denn wer kann schon solch einem Kinderlächeln widerstehen? Gar keiner - eben!

Es gibt Filme, die beim Ansehen einfach nur weh tun. Dieser hier namens Blubberella ist einer davon. Wenn man weiß, dass der notorisch bekannte Dr. Uwe Boll der Regisseur war dürfte es nicht mehr weiter wundern. Viel Spaß mit dem Trailer!

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Es gibt seit geraumer Zeit auf Telepolis zwei spannende Artikelserien, die noch in der Mache sind und die es sich zu lesen lohnt. Das eine ist eine Bestandsaufnahme dessen, was sich die bundesrepublikanische Demokratie schimpft von Wolfgang J. Koschnik. Und die hat es in sich.

Koschnik führt dabei in vielen Worten im Grunde das aus, was fast alle schon immer ahnten: wir da unten, die da oben. Dass das Volk im Grunde nur noch dafür gebraucht wird, alle paar Jahre sein Kreuz an der richtigen Stelle zu machen und ansonsten einfach bitte den Rand halten soll. Nur lässt er es eben nicht dabei bleiben, sondern kann seine Thesen eben auch belegen.

Koschnik sieht den grundlegenden Systemfehler in unserem Lande in der repräsentativen Demokratie. Als nach dem zweiten Weltkrieg das Grundgesetz gebaut wurde, da wollte man einerseits eine Demokratie haben, andererseits aber mißtraute man dem Volk. Wohl aus gutem Grund, immerhin hatte man gerade die Naziherrschaft hinter sich gebracht, mit verheerendem Ergebnis. Also wollte man ein starkes Parlament, den Bundestag, mit schwachen direktdemokratischen Elementen, um solch eine Radikalisierung zu vermeiden.

Und damit fängt schon das Problem an: solch ein Parlament kann nur dann funktionieren, wenn es auch wirklich einigermaßen den Bevölkerungsquerschnitt repräsentiert. Das ist aber beim Bundestag schon lange nicht mehr der Fall. Im Bundestag sitzen fast nur Beamte und Akademiker, wer da drin Facharbeiter, Bauern, Selbständige, ALG-II-Empfänger oder Hausfrauen und Mütter sucht, der sucht vergebens. All diese Bevölkerungsgruppen werden nur ungenügend im Bundestag repräsentiert, aber im Grunde macht er Entscheidungen für uns alle. Das ist eine deutliche Schieflage, die so nicht gut gehen kann.

Dazu kommt, dass er den Bundestag für einen Haufen von Schmarotzern hält. Das klingt erst einmal dramatisch, macht aber Sinn. Finanziell lohnt sich der Bundestag vielleicht für Studienräte, für andere weniger, naja und um überhaupt erst einmal reinzukommen, muss man die Ochsentour durch die Partei durchlaufen, sonst stellen die einen nicht auf. Und dann ist es am Ende so, dass auf dem Papier die Abgeordneten frei in ihren Entscheidungen sind, in Wirklichkeit aber der Fraktionszwang herrscht, der so in unserer Verfassung nie vorgesehen war. Das bedeutet nichts anderes, als dass bei fast allen Entscheidungen die Abgeordneten so abstimmen, wie die Fraktion es will.

Nur wenn das so ist, wozu brauchen wir dann noch unsere Abgeordneten? Die sind da im Grunde nur Staffage, es würde da locker ausreichen, die Fraktionen auf die wirklichen Entscheider zusammen zu schrumpfen und den Rest mit Arschtritt nach Hause zu schicken. Das wäre ein radikaler Schritt und Schnitt, und vielen würde dann mehr auffallen, was da schief läuft, aber im Grunde kann man sich problemlos 95% der Abgeordneten im Bundestag einfach sparen. Sie sind nutzlos, nicken nur ab, was die Fraktion vorgibt und damit braucht man sie nicht. Daher passt Schmarotzer schon ganz gut.

Beispielsweise meint Koschnik dies:

Es kommt auch nicht mehr auf die "richtige" Partei an. Die Parteien gleichen einander und vertreten ihre eigenen Interessen, die sich deutlich von denen der Allgemeinheit unterscheiden und im Wesentlichen darin bestehen, ihre eigene Herrschaft und die Versorgung ihres politischen Personals dauerhaft zu garantieren.

Das sieht man ja immer und immer wieder. Dazu muss man nur mal nach Hessen schauen, wo auf einmal die total entkernten Grünen mit einer ultrarechten CDU die Regierung bilden. Ja, die Grünen, wofür standen die früher und was sind die nun heute? Nichts anderes als die grün lackierte, neue Partei der Besserverdiener. Mögen sie den Weg der FDP gehen - und tschüss.

Auch dafür gibt es einen Begriff, den der Allerweltsparteien oder "catch all"-Parteien. Ein Franz-Josef Strauß, der sicherlich kein Heiliger war, der hatte noch eines: grundfeste Überzeugungen, für die er stand und auf die man sich verlassen konnte, dass er da so schnell nicht davon abrückte. Aber gerade so etwas fehlt den meisten Politikern heutzutage und den Parteien, sie sind beliebig geworden und beliebig austauschbar. Und der Wahlkampf ist am Ende nur eine Inszenierung für das Volk um Unterschiede vorzugaukeln, die es in Wirklichkeit gar nicht mehr gibt.

Und vieles mehr. Sehr interessant zu lesen, durchaus mit einigen neuen Erkenntnissen, und es macht garantiert schlechte Laune. Was bleibt da im Grunde? Nur der Radikalschlag und durch etwas völlig neues ersetzen, vor allem mehr direkte Demokratie. Mal schauen, ein probater Weg wäre den Parteien die staatliche Finanzierung zu entziehen. Damit wären fast alle sofort weg vom Fenster.

"Merkelland" wiederum ist eine Bestandsaufnahme von Arno Klönne jenseits der Jubelpresse, was denn momentan in der Bundesrepublik Sache ist. Auch da liest man vieles, was man im Grunde schon so immer vermutet hat und auch das macht garantiert schlechte Laune.

Ich wünsche allen hiermit ein gutes, neues Jahr 2014 und viel Spaß, Gesundheit sowie Erfolg darin. Möget ihr schaffen, was ihr euch vornehmt. Hach ja.

Wir leben in interessanten Zeiten. Ich habe mir gestern mal den Vortrag "To protect and infect" von Joseph Applebaum angesehen, in dem er über die Abteilung "Tailored access operations" der NSA berichtet, also deren Wanzenarsenal. Es ist beeindruckend, was es da inzwischen gibt und wie ein Rechner auch dazu gebracht werden kann, nach Hause zu sprechen wenn er quasi aus ist. Da gibt es infizierte BIOSe, neue Firmwares für Festplatten und vieles mehr.

Besonders spannend ist der Fakt, dass die NSA bereits Vorratsdatenspeicherung betreibt und - man höre und staune - von bisher 15 Jahren die Metadaten gespeichert hat (!). Da wird einem doch ganz anders. Orwell war gestern, der ist dagegen ein Waisenknabe.

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Ich habe bei mir gestern Google Chrome&Forks wieder durch Mozilla Firefox ersetzt. Nun ist Firefox zwar nicht mehr gerade momentan mein liebster Browser, aber sie kommen endlich in manchen Sachen in die Puschen und mir liegt einfach Googles Gutsherrenart quer.

Genauer ist dies hier die Sache, die für mich das Faß zum Überlaufen gebracht hat:

Since these malicious extensions are not hosted on the Chrome Web Store, it’s difficult to limit the damage they can cause to our users. As part of our continuing security efforts, we’re announcing a stronger measure to protect Windows users: starting in January on the Windows stable and beta channels, we’ll require all extensions to be hosted in the Chrome Web Store. We’ll continue to support local extension installs during development as well as installs via Enterprise policy, and Chrome Apps will also continue to be supported normally.

Also es geht dabei um folgendes: Google will möglicher Malware/Malwareerweiterungen unter Google Chrome einen Riegel vorschieben. Ihnen ist es ein Dorn im Auge, dass inzwischen viele Programme irgendwelche komischen Erweiterungen daher bringen, die sich dann unter Chrome installieren und dort irgendwas machen, was der Benutzer nicht will. Sicher, das ist mitunter eine nervige Sache und das Ziel ist auch lobenswert.

Nur wie gehen sie vor, um das Ziel zu erreichen? Eben so: ab Januar 2014 werden alle aktuellen Chrome-Versionen nur noch die Installation von Erweiterungen erlauben, die im Chrome Web Store gelistet sind. Lokal eine Erweiterung speichern und installieren ist dann nicht mehr möglich. Genau das ist der Plan, den Google verfolgt.

Was bedeutet das? Zunächst einmal, dass sich die Entwickler für 5 €/Jahr registrieren müssen, damit deren Erweiterungen im Store gelistet sind. Gut, das ist nicht die Welt und machbar, aber es bedeutet auch, dass zumindest in den offiziellen Chromeversionen nun einzig und alleine Google bestimmt, welche Erweiterungen ihnen gefallen und verfügbar sind und welche nicht.

Also nichts anderes, als das, was Apple bereits seit Jahren mit seinem App Store betreibt: man kontrolliert die einzige Möglichkeit, mit der man an Erweiterungen kommen kann und wenn Google mal eine Erweiterung quer liegen sollte, dann fliegt diese einfach raus. Ich könnte mir vorstellen, dass das beispielsweise Adblocker treffen könnte.

Und genau daher, weil mir dieser Schritt absolut mißfällt, sage ich dann tschüss Chrome für's Erste, es war nett mit dir, solange es gut war. Nun aber reicht es und damit zurück zu Firefox.

Mozilla als dahinter steckende Organisation ist zwar auch total finanziell abhängig von Google, aber wenigstens haben sie noch nicht diesen Allmachtsanspruch und ich kann mit meinem Browser noch wirklich das machen, was ich will! Und darauf kommt es mir an, abgesehen davon ist er nicht so sehr als Spionagetool designed wie Chrome es nun einmal ist.

Die Übernahme der Daten von Chrome war kein Problem, da Firefox für all das schon lange eine gut funktionierende Importfunktion hat. Firefox Sync funktioniert auch so, wie es soll und ist eine schöne Sache. Da die Daten allesamt clientseitig verschlüsselt werden, kann da wohl Mozilla auch kaum etwas in den Daten erspähen. Da ich für die Synchronisierung meinen eigenen Server benutze, sowieso nicht mehr.

Und da ich dann schon beim Tabula Rasa war, habe ich auch gleich noch Google als meine Standardsuchmaschine rausgeworfen und durch DuckDuckGo ersetzt.

Warum das? DuckDuckGo ist eine US-Suchmaschine, die vor allem Wert auf die Privatsphäre ihrer Benutzer legt und nach eigenen Angaben dafür sorgen, dass das gewährleistet ist. Natürlich weiß ich nicht, ob da nicht auch NSA&blablabla mit involviert ist, aber bisher hat die Firma die richtige Einstellung, gibt sich transparent und man kann sie als eine Art Anti-Google begreifen: Google will so ziemlich alles über einen wissen, DuckDuckGo dagegen gar nichts. Unterschiedlicher können Unternehmensphilosophien wohl kaum sein.

DuckDuckGo nutzt dabei neben einem eigenen Seitenindex auch die Daten anderer Anbieter und bereitet das auf. Die wichtigsten Interfaces sind dabei inzwischen auch komplett auf Deutsch verfügbar und es funktioniert gut genug.

Hier ein wenig Eigendarstellung der Suchmaschine, "Google verfolgt dich. Wir nicht!", "Brich aus der Filterblase aus!" sowie welche Addons sie für gängige Browser empfehlen, damit man nicht verfolgt werden kann plus warum "Was ist Do Not Track?". Dazu kommt ein Haufen an mehr oder minder nützlichen Goodies (die hat Google ja auch haufenweise) plus eine praktische Erweiterung für Firefox selber, die diese Suchmaschine komfortabel in den Browser integriert.

Nun ist sicher auch nicht alles Gold, was glänzt, aber warum es nicht mal so probieren? Es gab für mich mit Altavista eine Zeit vor Google und das hat funktioniert, und nun gibt es für mich eben erst einmal auch eine Zeit nach Google. Wie gut ich damit fahren werde, das wird sich zeigen, aber es ist für mich nun endgültig an der Zeit für diesen Schnitt.

Ich habe heute in irgendeinem Kanal in Second Life - welcher, spielt keine Rolle - interessante Neuigkeiten über den Firestormviewer (oder war es der normale? Egal!) gehört.

Und das ging so: der Viewer käme bald in 64bit raus, und dann würden endlich die Texturen in HD rendern und viel klarer zu sehen sein als bisher. Ja holla, so viel Schwachsinn kreativer Wissensdrang auf einem Haufen war dann doch schon ein wenig zu viel, da musste ich dann einfach dagegen halten.

Zunächst mal bedeutet 64bit-Viewer nichts anderes, als dass der Viewerprozess mehr Speicher als bisher adressieren kann und es ggf. auch ein wenig flotter läuft. Aber was bedeutet es für die Grafik? Die Bilder in Second Life sind allesamt im Format JPEG2000 gespeichert. Die offiziellen Viewer benutzen dabei die Bibliothek dazu von der Firma Kakadu, manch anderer Openjpeg.

Die Bildkomprimierung in Second Life ist dabei verlustbehaftet, reversibel und vor allem qualitätstreu. Sprich, wenn man ein Bild einmal komprimiert hat und es mit derselben Routine tausend Mal dekomprimiert, dann kommt dabei immer wieder genau dasselbe Bild heraus. So und nicht anders arbeiten nun einmal Computer, sie sind berechenbar. Ob dabei die Routine in 32bit oder 64bit läuft, spielt dabei keine Rolle, die Qualität ist dabei absolut dieselbe.

Dann meinten sie da noch, man könnte in Second Life Texturen mit der Dimensionierung 2048x2048 speichern und benutzen. Früher ging das wegen eines Fehlers in der Tat, dass sich solche Monstertexturen im Assetserver ablegen ließen, aber das ist schon seit Jahren vorbei.

Niemand wird einen daran hindern, eine Textur mit 2048x2048 Pixeln uploaden zu wollen; das klappt auch. Nur: bevor diese Monstertextur gespeichert wird, skaliert das System sie zuerst automatisch auf 1024x1024 Pixel herab und speichert dann diese runter skalierte Größe im Assetserver.

Und das ist auch besser so, denn solche Monstertexturen braucht kein Mensch und solange der Viewer sich weigert, auch bei Grafikkarten mit 2 GB VRAM mehr als 512 MB VRAM zu benutzen, ist das einfach nur unnötige Speicherverschwendung.