Autor: Bartholomew Gallacher

Störungen früher und heute

Heute ist es ja mal seit langem wieder zu einer längeren, ungeplanten Störung des Second Life Grids gekommen.

Eigentlich zeigt mir das nur, wie zuverlässig und stabil inzwischen Second Life als Plattform läuft, denn die letzte derart gravierende Störung dieser Art ist Wochen, wenn nicht gar Monate her. Früher dagegen gab es so etwas mindestens einmal die Woche und zwar immer genau dann Mittwochs, wenn für den Patchday das komplette Grid runtergefahren wurde, um die neue Serverversion aufzuspielen. Und dieser Patchday dauerte oft gerne einige Stunden länger als geplant, das war völlig normal, dass man da Wetten darüber abschloss, wann das Grid denn nun wirklich wieder online ist.

Das war vor der Erfindung des Rolling Restarts. Auch wenn der manchmal etwas nervig ist, so sorgt er dennoch dafür, dass im Falle eines Updates das Grid oben bleiben kann und nur ein kleiner Teil kurzzeitig nicht erreichbar ist. Damit kann ich verdammt gut leben.

Slinfo.de in treue Hände abzugeben

Ui, das ist mal eine Bombe: in diesem Beitrag hier schreibt Swapps Swenson, dass Slinfo.de gehackt worden sei und die ersten Spuren Ende April 2014 zu finden seien. Zwei Benutzer haben sich als Administrator anmelden können und diverse Änderungen an Templates und Plugins vorgenommen, obwohl das Forum immer sicherheitstechnisch auf dem neuesten Stand gewesen sei. Mag sein.

Da er keine Zeit zur vollständigen Fehlersuche habe, möchte er daher das Forum kostenlos inkl. Domäne und Software in vertrauensvolle Hände abgeben, genauer an nur ihm bereits bekannte Personen, oder es alternativ komplett schließen.

Uiuiui.

Wenn ich das lese, dann dreht sich mir gehörig der Magen um: ein Fehler kann ja mal passieren, PHP ist sicherheitstechnisch ein Krampf und das wird man leider niemals dicht bekommen können. Wenn also so was passiert, dann sollte man sich die Zeit nehmen, um sicher zu stellen, dass der normale Betrieb wieder gewährleistet ist und solange man das nicht kann, gehört der Dienst einfach abgeschaltet.

Hier aber wurde mehr oder minder kurz drüber geschaut und die Installation läuft einfach weiter. Go figure, ich halte das für ausgesprochen schlecht, weil so ein sicherer und vertrauenswürdiger Betrieb aktuell nicht möglich ist.

Auf der Suche nach den echten Kerls™

Überall in Second Life, sei es allgemein oder in diversen Rollenspielen, hört man ja ständig, stetig und überall immer von der weiblcihen Seite die Standardklage:

Sag mir, wo die Männer sind, wo sind sie geblieben?

Besonders aber in Rollenspielen, in denen es härter zur Sache gehen sollte, aber nicht nur da, herrscht meistens immer massiver Frauenüberschuss und radikaler Männermangel. Woran aber liegt das?

Ich sehe im wesentlichen drei Hauptgründe dafür, dass dies heutzutage so für die Frauen so schwer geworden ist, die zu finden. Das erhebt keinen Anspruch auf Richtigkeit, sondern sind nun nur meine Gedanken zu dem Thema.

1. Die heutige Gesellschaft an sich

Der erste Grund liegt in der heutigen, modernen Gesellschaft an sich. Früher gab es ein klares Rollenbild und eine klare Rollenverteilung, die man ja auch gerne als KKK bezeichnete: Kinder, Kirche, Küche. Also das klassische Bild vom Mann, der recht früh eine Arbeit nimmt, sich eine Frau sucht, heiratet und Kinder mit ihr bekommt, wobei sie die Kinder dann hauptsächlich erzieht. Von diesem Rollenbild hat sich unsere Gesellschaft ja stark weg entwickelt.

Es gibt nun Autoren, die der Meinung sind, dass darin und in der Feminisierung der Schulbildung ein Grund für den neuen Typ des Weichspülmannes läge: Jungen würden nur noch sehr spät lernen, was es bedeute, ein Mann zu sein und wie man mit einer Frau umginge, also wirklich erst in den 30ern oder noch später richtig erwachsen werden. Ein wesentlicher Grund dafür sei, dass heutzutage den Männern die Rollenvorbilder abhanden gekommen seien.

Die Frauen ihrerseits hätten diesen Nachteil nicht, würden häufig aber auch inzwischen dann eine Ausbildung machen oder studieren und arbeiten, und wenn der Mann soweit ist mit 30 zu heiraten, dann stünden die Frauen gedanklich meist woanders. Schreibt US-Autorin Kay F. Hymowitz, darüber kann man sicher streiten, ob sie nun richtig oder falsch liegt, es ist jedenfalls ein gesellschaftliches Problem an sich, dass die tradierten Rollenbilder nicht mehr taugen und sich das Feld neu sortiert.

Und auch wenn die Gesellschaft inzwischen die Rollenbilder sehr weit aufgelöst hat, so sind doch die tradierten Rollenverteilungen noch stark in unseren Köpfen präsent, anders kann man beispielsweise die Diskussionen über die Einführung von Kindertagesstätten nicht wirklich begreifen. Dass aber eine junge Frau, die an der Universität Humanmedizin studiert hat und ein Kind bekommen hat auch gerne von der Ausbildung profitieren will, hat eben zur Folge, dass es solche Einrichtungen braucht. Und wenn man vormittags auf dem Spielplatz unter allen Frauen einen Mann mit seinem Kind sieht, dann wird wohl kaum eine denken, das ist ein Topmanager in Elternzeit, sondern ein arbeitsloser Loser, den seine Frau sitzen gelassen hat.

Nur entstammen die Spieler ja eben dieser Gesellschaft, daher kann es in Second Life und im Spiel nicht wirklich mehr Männer geben, als im wirklichen Leben vorhanden.

2. Second Life ist zum Entspannen da und keiner muss irgendjemandem etwas beweisen

Wenn ein Mann nach Second Life geht, dann will er sich höchstwahrscheinlich entspannen und ein wenig vom Alltag abschalten, also keinen Streß, sondern Unterhaltung. Sich beweisen und ständig kämpfen, davon hat er schon im wirklichen Leben genug zu tun und damit genug Streß. Wenn er denn an seinem Feierabend ein wenig Entspannung haben will, dann steht bei ihm so etwas absolut nicht auf der Hitliste. Häufig sind sie auch in einer Beziehung und sehen es nicht ein, in Second Life irgendjemandem irgend etwas beweisen zu müssen.

Eine Frau dagegen, die über das Fehlen der harten Männer jammert, die will oft erobert werden, eine harte Hand spüren und benimmt sich gerne entsprechend, in der Hoffnung, gewisses Verhalten von Seiten der Männer zu provozieren, und damit beißt sie dann bei vielen Männern einfach auf Granit. Vor allen Dingen ist da aber auch oft ein Anspruchsdenken da, dass Männer sich ihnen gegenüber in Second Life beweisen müssten, und damit geht das dann bei diesen Frauen gerne in die Hose.

Die lächeln entweder nur müde oder lassen sie ganz links liegen, denn solch eine Übung ist eine Sache, die im wirklichen Leben wie in SL nicht jeder auf die Reihe bringt noch jedem da Spaß macht und in Second Life ist es dann erst recht so.

3. Frauen wissen immer ganz genau, was sie nicht wollen aber oft nicht genau, was sie wollen und manchmal sind ihre Ansprüche einfach nur illusorisch

Auch das ist ein wichtiger Punkt, denn dazu gehört eben Kommunikation. Viele Frauen wissen zwar ganz genau, was sie nicht wollen, aber was sie wollen, das wissen sie dann nicht wirklich. Würden sie aber wissen, was sie ganz genau wollen, dann hätten sie es auf der Suche einfacher. Und manche Ansprüche, die manche Frauen an ihre Männer stellen sind einfach dermaßen illusorisch hoch, dass es zu normalen Lebzeiten fast nicht möglich sein wird, solch ein Idol zu finden.

 

Was hat dir das Rollenspiel vergällt?

Im Forum Sluniverse.com gibt es gerade einen jungen und interessanten Thread namens „What drove you away from role play?“, also was einem das Rollenspiel in Second Life ausgetrieben habe.

Und da zeigt es sich mal wieder, wenn man die Beiträge durchliest, dass die Sprache und das Setting herzlich egal sind, denn solange die Menschen gleich sind, sind auch die Probleme überall dieselben.

Besonders gut finde ich dabei diesen Beitrag vom Benutzer Experimental, der auf Deutsch übersetzt so lautet:

Warum ich aufhörte, eine Rollenspielsim zu betreiben?

  • Es ist ein undankbarer Vollzeitjob.
  • Man muss einer nutzlosen Firma aus San Francisco im Monat 300 US$ bezahlen.
  • Wenn man jemandem sagt, dass es verboten ist durch das Urheberrecht geschützte Charaktere in einer Fantasy-Sim zu spielen, dann wird man mit so ziemlich allem vom Antichrist bis Hitler verglichen.
  • Der Fakt, dass der durch das Urheberrecht geschützte Charakter Darth Vader ist und ein Lichtschwert schwingt, interessiert auch nicht weiter. Jeder sollte doch wissen, dass Game of Thrones mit Lichtschwertern viel besser dran sei! Und jeder, der anderer Meinung ist, ist das vorher bereits genannte geistige Kind vom Antichrist und Hitler. Warum? Weil Freiheit und wen interessieren schon die Regeln!
  • Diese Leute meinen das nicht einmal scherzhaft, sondern völlig ernst und meinen, sie seien gute Rollenspieler. Sie können alle an einem Schwanz ersticken, wenn es nach mir ginge.

Warum ich aufgehört habe, öffentlich Rollenspiel zu betreiben:

  • Weil die anderen Administratoren sich dafür absolut nicht interessieren und die oben genannten Spieler auf ihren Sims ihr Unwesen treiben lassen.
  • Und noch viel schlimmer, manche dieser Sims werden sogar von diesem Typus Spieler betrieben. Ich habe absolut keine Ahnung, wie ein Vierzehnjähriger es sich leisten kann, 300 US$ im Monat an Miete zu bezahlen. Außer, sie handeln mit Drogen, was ihr komisches Verhalten erklären würde.

It’s the same shit everywhere, Luke. Deal with it.