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Opensim-Portal oder wie man seine Community mit den Füßen tritt

Es war einmal eine gute Idee: die deutsche Community rund um Opensim ist groß genug, dass es sich endlich lohnt, dieser ein eigenes Heim in Form eines Forums zu geben. Gesagt, getan, entstand daraufhin im Frühjahr diesen Jahres die Plattform Opensim-Portal.

Alles war eitel Sonnenschein, man erfreute sich gegenseitig der friedlichen Atmosphäre, es war dieses wohlbekannte, wohlige Gefühl der Pioniertage des Internets, das sich dort breitmachte, nämlich: wir sind nicht viele, aber wir kennen und helfen uns allen gegenseitig, tauschen Wissen aus und winken uns gegenseitig fröhlich von unseren Hügeln gegenseitig zu. Prächtig.

Das Forum, es wuchs und gedieh, bis auf einmal Mitte Juli ohne Vorwarnung es komplett vom Netz verschwunden war. Es hatte was zu tun mit gesundheitlichen Problemen des Betreibers, es gibt nur diverse Erzählungen darüber, öffentlich erklärt hat er sich nie, es war weg, und was noch schlimmer war, die Datenbank war auch gelöscht worden. So sagte man.

Das führte dazu, dass eine Menge Leute berechtigterweise, die dort ihre Heimat hatten, stinksauer auf den Betreiber wurden, der offenkundig unzuverlässig gewesen ist. Es folgte, was im Internet so häufig zu beobachten ist, wenn ein Bedarf für irgendetwas gegeben ist und die bisherige Heimat entfällt, dann entsteht sofort etwas Neues. So auch hier, es entstand dankenswerterweise über Nacht forum.gridtalk.de von Bogus Curry.

So weit, so gut. Der Witz daran ist nur, dass auf einmal seit heute Opensim-Portal wieder online ist und man dort so tut, als wäre nichts gewesen. Der Betreiber erklärt in einem kurzen Post lediglich, dass es Gründe gesundheitlicher Natur gegeben hätte, die dazu führten. Mehr nicht. Eine weitere Erklärung werde er nicht abgeben, Diskussion offensichtlich unerwünscht, und eine Entschuldigung gibt er schon gleich mal gar nicht ab. Aber, oh Wunder, aufgrund mehrfacher Bitten per Email habe er sich nun doch entschlossen, das Projekt weiterzuführen. Haha.

Gut, es ist ein Forum, man konnte antworten, also schrieb ich ihm dazu gleich mal folgendes heute direkt dazu offen als Antwort ins Stammbuch rein:

…und wen juckt es? Wo ist eine Erklärung deinerseits, was der ganze Zirkus sollte, warum kam es überhaupt dazu, was sollte das alles, wo ist vielleicht gar so etwas wie altmodisches wie eine Entschuldigung??? Wer garantiert uns, dass dich nicht schon in drei Wochen wieder der Hafer sticht und du erneut diesen Stunt pullst??? Romeo, einfach weiter so wie bisher als wäre nichts gewesen, so geht das nicht!

Wenn man es gesundheitlich nicht auf die Reihe bringt, so etwas zu betreiben, dann stellt man sich ein Team zusammen, das auch im Zweifelsfall mal ohne einen die Sache weiter betreibt. Leute mit genügend Erfahrung sind hier durchaus unterwegs, aber man nimmt nicht einfach so ohne jegliche Vorwarnung die Seite vom Netz und tritt damit seine Community hier mit den Füßen!

Warum sollten die Leute die hier noch vertrauen, dass du dieses Portal in Zukunft weiterhin zuverlässig betreiben wirst, wo du schon einmal jegliches Vertrauen achtlos mit den Füßen getreten hast?

Erkläre Dich bitte!

Das Ergebnis war, dass dieser Post meinerseits binnen weniger als 30 Minuten kommentarlos gelöscht worden ist und der Thread nun geschlossen. Das sagt alles.

Kurz: ich persönlich werde Opensim-Portal nicht mehr nutzen, noch kann ich es empfehlen. Der Betreiber hat seine Community mit Füßen getreten, sich für sein Verhalten in der Vergangenheit weder entschuldigt noch es überhaupt auch nur annäherungsweise erklärt, und eine Diskussion darüber wird von ihm sofort abgewürgt, was nur bedeutet: Kritik unerwünscht. Ein offenes Forum zum Thema Opensim sieht anders aus, ein zuverlässiger Betrieb ebenso, ich empfehle euch, gebt Bogus Curry jede Unterstützung, die ihr ihm geben könnt – er hat es verdient!

Und täglich grüßt das Murmeltier…

Ein recht bekannter Avatar, der mehr oder weniger stetig die Rolle der Panther spielt, schreibt eine Notecard über den ach so schlechten Status Quo und das Übliche passiert wieder.

Alle pflichten ihr wieder bei, wie schlecht es doch alles sei, und wie sehr doch alles den Bach runtergehen würde, alle finden die Notecard supergut, man klopft anerkennend ihr und sich selbst kollektiv auf die Schultern – und das ist es dann auch schon gewesen.

Die Geschichte ist gepflastert mit solchen Notecards von gefrusteten Spielern, die so ein Ventil finden, ihrem Unmut Luft zu machen, es gibt sie fast im Dutzend billiger. Ändern tut sich doch nichts, aber Hauptsache, man hat mal darüber geredet und fühlt sich danach besser. Das ist der eigentliche Zweck, mit Appellen alleine war es nie getan, sondern man muss es wirklich vorleben.

Da bleibt einem am Ende nur milde mit dem Kopf spielen, am Status Quo verzweifeln oder zu spielen. Ich entscheide mich für letzteres.

Zur Veröffentlichung von Emails und dergleichen…

Manche Blogger fühlen sich ja in ihrem Gerechtigkeitssinn als die Allergrößten, vor allem dann, wenn es darum geht, der Öffentlichkeit zu zeigen, wie man wo abgezockt wird und dergleichen. Ein Dauerbrenner dabei ist immer weiterhin die mögliche Zulässigkeit der Veröffentlichung von privater Kommunikation, also Emails. Die Rechtssprechung gestaltet sich in der Praxis doch komplizierter, als man meinen könnte.

Ein guter Beitrag dazu findet sich hier in diesem Blogpost von Rechtzweinull, der sich genauer mit einem Urteil des Landgerichts Köln aus dem Jahr 2008 auseinandersetzt.

Die Kurzfassung desselben ist: wenn es sich um private Emails handelt, dürfte die Veröffentlichung in aller Regel unzulässig sein, da dies eine tiefe Verletzung der Privatsphäre des Betroffenen darstellen würde. Bei geschäftlichen Emails muss eine Abwägung getroffen werden, ob es ein überragendes Informationsinteresse der Allgemeinheit gibt und das höher wiegt als das Geheimhaltungsinteresse des Absenders.

Davon unbenommen bleiben evtl. urheberrechtliche Ansprüche, aber dafür müsste erst einmal die nötige Schöpfungshöhe festgestellt werden. Das Eine schließt aber grundsätzlich das Andere nicht aus.

Im Zweifelsfall ist also die Antwort schlicht und einfach: NEIN, es sei denn, man will sich der Gefahr aussetzen, vor Gericht darüber zu streiten. Wer es dennoch tun will, für den findet sich bei Advisign eine kleine Schritt-für-Schritt-Anleitung, die die gröbsten Klippen des Rechtes umschifft.

Wenn zwei das Gleiche tun…

…ist es noch lange nicht dasselbe. So kann man die Erzählungen Schweini Spittelers über die Black Shark Piraten und ihre Zeit auf der Sim Lydius zusammenfassen.

Es ist eine Geschichte der anfänglichen Zuversicht und des hoffnungsvollen Plans, endlich eine Piratentruppe etablieren zu wollen, die nahe am Setting spielt und wie dann die anfängliche Euphorie dahinschmilzt wie der Schnee unter den erbarmungslosen Strahlen der Frühlingssonne. Am Ende bleibt nur noch eine kleine, mitunter hässlich anzusehende Pfütze, die keiner haben will und ein Haufen geplatzter Träume.

Die Erzählungen zeigen eines der Hauptprobleme eines Rollenspiels, das eben kein verbindliches Regelwerk hat: jeder pickt für sich genau nur die Rosinenaspekte heraus, die ihm ins Spiel passen, der Rest wird flexibel gedehnt oder einfach weggelassen. Die anderen machen es schließlich vor, sie machen es auch so, wieso sollte man denn selber anders handeln? Sich darüber einig zu sein, das man „Gor“ spielen will, ist eben nicht genug, denn es gibt nicht nur ein „Gor“, sondern verdammt viele. Besser ist es wirklich von Anfang an, dass man es genau definiert und dann schwarz auf weiß hat. Interessanterweise würde man im Mittelerde-RP sofort erschlagen werden, wenn man Rollen zu sehr dehnt oder außerhalb des Settings spielt, aber die goreanischen Rollenspieler zeichnet da eine seltsam langmütige Toleranz aus, die mitunter oft viel zerstört.

Schlimmer noch, es zeigt einen weiteren, wichtigen Aspekt: man sollte sich genau überlegen, wem man vertraut und welche Rechte man demjenigen einräumt. Denn wenn jemand zu sehr verärgert sein sollte, handelt der mitunter schnell im Affekt und gibt mal eben mehr als 2/3 der Prims einer Sim zurück und dann viel Spaß dabei. Entweder man schafft es, dass Linden Lab einen Rollback macht – oder schaut in die Röhre und hat neben dem Spott auch noch den Schaden. Prost Mahlzeit, aber einem Avatar kann man leider eben wie hier damals auch geschehen schlecht in die Augen schauen, so dass man sich besser noch anderweitig absichert, wenn man nicht erst aus Schaden klug werden will.

Tante Edith: es war damals wirklich Unachtsamkeit gewesen, aber ich erinnere mich auch genau an Fälle wie im alten Red Rock, wo ein Admin im Zorn ging und wirklich bewusst Objekte zurückgab, um Schaden anzurichten. Daher ist das nötige Quantum Vorsicht immer nötig.

Die Black Sharks nerven mal wieder…

…und sie sind ein Ausbund an selten gekannter Tapferkeit. Man stellt sich dem Feind nicht dann, wenn er da ist, sondern dann, wenn er schläft, ist ja viel besser. Also stürmt man die Stadt um 01:00 Uhr, und macht ein wenig Ramba-Zamba… mit sich alleine, denn wer will mit sowas schon noch spielen und wenn keiner wach ist, woher sollen die kommen?

Wird wohl langsam mal wirklich Zeit dafür, diese Truppe vollends zu ignorieren, sie nerven einfach nur noch… *seufz*