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Die Featureidee von Maxwell Graf für einen Parametric Mesh Deformer wurde von Linden Lab bearbeitet und der Idee wurde kommentarlos der Status "Maybe", also Vielleicht irgendwann einmal verpasst. Das ist schlecht.

Kurz für alle, die nicht wissen worum es geht, nochmal eine Erklärung: das Hauptproblem bei Meshkleidung besteht darin, dass diese sich nicht automatisch dem Avatarshape anpasst. Die Designer liefern daher die Kleidung meistens in mehreren Größen aus, aber mitunter bleibt es dennoch nicht aus, dass man seinen Shape verändern muss, damit die Kleidung nicht komisch aussieht. Das bedeutet für Kunden und Designer einen Haufen Mehrarbeit, für manche Kunden ist es sowieso ein absolutes No Go, ihren Avatar an Kleidung anpassen zu müssen, waren sie es doch bisher umgekehrt gewohnt. Für viele ist der Shape wichtiger Bestandteil der virtuellen Identität und wird nicht einfach mal so über Bord geworfen.

All das könnte man ändern, wenn es diesen "Parametric Mesh Deformer" gäbe. Diesen zu implementieren ist eine Sache von Linden Lab. Linden Lab aber zeigt nun offen mit dieser Einstufung überhaupt gar kein gesteigertes Interesse daran, dieses Problem beheben zu wollen, im Gegenteil. Dabei zeigt Blue Mars, dass es anders geht, denn dort ist genau solch ein Deformer implementiert und erspart den Kunden und Designern viel unnötige Arbeit.

Also wenn ihr wollt, dass Linden Lab vielleicht doch noch seine Meinung ändert, dann bleibt nur eines übrig: stimmt dort ab, sofern noch nicht geschehen, um weiterhin Flagge zu zeigen und somit Linde Lab eindrucksvoll "Wir wollen das!" zu demonstrieren.

Your World - Your Imagination, oder auf Deutsch: Eure Welt, Eure Vorstellungskraft. Das ist einmal der Slogan gewesen, mit dem lange Zeit für Second Life geworben worden ist. Manche kennen ihn nicht, andere wiederum finden, dass er im Laufe der Zeit unpassend geworden sei. Ich finde, dass genau dieser Slogan nach wie vor beeindruckend eigentlich für das steht, was einmal Second Life an sich ausgemacht hat: nämlich das Versprechen, dass nur der Himmel das Limit des Machbaren ist und noch nicht einmal dieser das Ende der Fahnenstange.

Es gab mal eine Zeit, als in Second Life noch so etwas wie echter Pioniergeist herrschte. Alles war neu, cool, aufregend, anders, alles machbar, vieles denkbar, und was nicht machbar war wurde machbar gemacht. Es war eine Zeit, da sassen alle fröhlich auf ihren Parzellen und Hügelchen, man kannte sich gut untereinander und winkte sich gegenseitig von den Höhen dieser freudig einander zu. Man half sich oft aneinander, wo man nur kann, es gab eine lebendige Kunstszene, eine lebendige Bildungsszene, Clubszene und vieles, vieles mehr. Sicherlich war noch längst alles nicht so technisch perfekt wie heute, aber die Leute hatten Spass, sie liebten ihr Second Life und verteidigten es vehement.

Kurz: es gab eine Szene von Leuten, die sich aktiv mit Second Life und dessen Möglichkeiten auseinandersetzten, die sich nicht nur ständig berieseln ließen, sondern Dinge erschufen. Ganz einfach aus Hobby, weil sie es konnten oder lernen wollten und Second Life ist ihre Spielwiese gewesen. Viele von diesen spezialisierten sich auf genau eines dieser Dinge, eröffneten Geschäfte und verdienten damit Geld. Einige mehr, andere weniger, manche gingen irgendwann aus Second Life hinaus, andere sind bis heute geblieben.

Second Life ist heute technisch stabiler und weitaus fortgeschrittener, als sich viele anfangs jemals zu träumen gewagt hatten, aber der ursprüngliche Geist der Pioniere ist langsam verloren gegangen. Nicht, dass es nicht noch Pioniere auf dieser Welt gäbe, aber die meisten sind inzwischen in Opensimulator-Grids unterwegs. Dort ist noch viel vom ursprünglichen Geist, der durch Second Life einst wehte, spürbar.

In Second Life passierte, was bei so vielen anderen Sachen auch passierte: das Recht hielt Einzug. Vieles, was man begann, wurde auf den Prüfstand gestellt wie die Casinos und musste abgeschafft werden, weil die Betreiberfirma sonst Probleme bekommen hätte. Auch setzte ein großer Verdrängungswettbewerb ein, sicher die Qualität vieler Sachen ist heute besser als früher, aber der Aufwand ein Geschäft wirklich zu etablieren ist heute ungleich schwieriger als früher. Die Erwartungen sind gestiegen, damit auch die Zeit die es braucht, Sachen zu erstellen, die noch Absatz finden können, und und und...

Vieles ist heutzutage kommerzieller als früher, und es gibt eine große Anzahl an Bewohnern, die einfach nur berieselt und konsumieren will.  Das ist, wie so oft der Lauf der Dinge, nach den Pionieren kommt meistens eine andere Generation von Spielern und so ist es auch hier geschehen. Es ist nicht schlecht, aber eben anders.

Manchmal aber denke ich, ein wenig mehr vom alten Geist, der mal einst durch diese Hallen wehte, würde Second Life ganz gut tun. Aber was nicht mehr ist, das kann man auch nicht erzwingen. Schade, aber dazu ist im Laufe der Jahre zu viel passiert, die Universitäten kommen so und so nicht wieder nach dem Rauswurf, was ein wenig fehlt ist so die Richtung, in die sich Second Life weiter entwickeln könnte. Als es heraus kam, da war es revolutionär, aber seitdem hat es nur noch evolutionäre Verbesserungen erfahren. Mal schauen, was das nächste große Ding in Second Life sein wird.

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Wer meint, die Festung der Black Shark Piraten sei bereits beeindruckend, der kennt die Fullprimsim Amethyst Island noch nicht, auf der die recht junge Gruppe der Viltur Mercs wohnt. Diese Sim stellt meiner Meinung nach momentan die Krone Deutschgors dar was den Festungsbau anbelangt, und ist nur noch schwer zu toppen. Die auf dieser Sim angewandten Grundprinzipien sind vor allem das Kanalisieren und teilweise künstliche Einengen und Stauen der Angreifer auf genau einen Weg, der einem selbst natürlich bekannt ist, dazu die größtmögliche Maximierung der Wegstrecke der Angreifer bis zum Lager verbunden mit einer Terraingestaltung Marke Kessellage, die stark mit Höhenunterschieden zum Vorteil der heimischen Gruppe arbeitet, was dazu führt, dass der Angreifer erst wirklich spät die Bewohner richtig angreifen kann, während diese den Angreifer schon ab dem Landepunkt bequem unter ein breites Dauerfeuer nehmen können, um ihn so zu besiegen.

Übersichtskarte

Es gibt nichts, was besser zur Übersicht ist, als eine Karte um sich darüber ein genaueres Bild zu machen.. Also schauen wir uns mal zur Verdeutlichung der Simgestaltung eine perspektivische Karte dieser Sim an, zu beachten ist dabei zum besseren Verständnis immer die Nordung. Im Südosten der Sim befindet sich blau eingezeichnet der Landepunkt auf einem Schiff. Man erreicht dabei über zwei lange, schmale Brücken (schwarz eingezeichnet) das Festland. Die bevorzugten Stellungen Verteidigungsstellungen, die später noch genauer betrachtet werden, sind rot eingezeichnet. Die Berge sind je nach Lage geschätzt zwischen 40 - 60 m hoch. Per Simregel ist natürlich das Erklimmen der Berge verboten.

Der regelkonforme Weg in Lager ist gelb eingezeichnet, der Kernbereich der Bewohner grau. Es wird deutlich, dass schon alleine bei diesem Höhenprofil die Verteidiger alle Trümpfe in der Hand haben. Sie können ganz normal von oben die Angreifer unter Beschuss nehmen, für die funktionieren beim GM-Bogenkampf sowohl Direct Hits als auch Splash Hits, während die Angreifer sich nur auf Direct Hits verlassen können.

Pink eingezeichnet ist eine Gruppe von Sculpted Prims, die schon alleine deswegen auffällt, weil sie da ist, wo ansonsten fast nur das blanke Terrain vorherrscht. Wenn auf einer solchen kampfoptimierten Sim so etwas zur Verschönerung hingestellt wird, dann dient das fast immer irgendeinem Zweck, hier in dem Fall handelt es sich um eine Art Geheimgang. Damit können die Bewohner den Angreifer locker von zwei Flanken aus gleichzeitig bekämpfen, wenn der Pulk der Angreifer schon etwas weiter an Land ist, kann sich durch diesen Gang eine kleine Einheit von meinetwegen zwei, drei guten Bogenschützen aufmachen und mischt die Angreifer von hinten einzeln auf. Bis die merken, was los ist, kann es schon zu spät sein. Damit natürlich nicht die Angreifer diesen Geheimgang einfach so nutzen können, ist in diesem etwa auf der Hälfte des Weges ein massives Eisengatter verbaut, das sicherlich nur die Bewohner einfach öffnen und schließen können, denn Ordnung muss sein.

Wenn die Angreifer grob geschätzt schon 2/3 des Weges hinter sich haben, befinden sie sich im Bereich des blau eingezeichneten, kleinen Tors. Hier hat man das Terrain so gestaltet, dass sich die Angreifer durch einen Hohlweg bewegen müssen. Das ist natürlich für die Verteidiger extrem vorteilhaft und für die Angreifer extrem von Nachteil.

Das Terrain und die Front zum normalen Angriffsweg ist auch bewusst so gestaltet worden, dass es für die allseits beliebten Enterhaken (Grapple Hooks) keinerlei Ansatzpunkte gibt; es bleibt dem Angreifer also (fast) nichts anderes übrig, als den vorgezeichneten Weg zu gehen.

Nach dem Motto "Vorsorge ist besser als Nachsorge" gibt es für die Bewohner im Nordosten der Sim ein weiteres Schiff (grün umrandet). Dieses kann nur einem Zweck dienen, nämlich dass man wenn der Kampf zu kippen droht, im RP damit mal kurz einen Boten zu Verbündeten der Gruppe schickt, damit der Kampf doch noch zu gewinnen ist. Alternativ dient es auch nur der Flucht. Das Fluchtschiff ist auf jeden Fall im Notfall wegen der Simgestaltung und Simregeln für die Bewohner, wenn sie auf Zack sind und dieses benutzen wollen, schneller zu erreichen als für die Angreifer. ...weiterlesen "Festungen Gors, Teil II: die Viltur Mercs"

Irgendwie habe ich übersehen, dass inzwischen einige Gefährtenschaften des RPs als Video bei Youtube dokumentiert worden sind.. Meistens geschieht das dabei in Form von mit Musik untermalten Diashows im Video.

Hier nun die Videos, die ich bisher auf Youtube im Schnellverfahren gefunden habe in folgender Reihenfolge: Aurelia mit Tala auf Asperiche, dann weiter Darkon und Elke (vermutlich damals noch in Torcodino) sowie Heilerin Tini mit Raschid in Cos.

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Folgende Geschmacksverirrung habe ich heute beim Lesen meines Feedreaders gefunden und da kann ich nicht an mich halten, ich muss einfach dazu etwas schreiben:

ires von ~MEaT~ bei Flickr
ires von ~MEaT~ bei Flickr

OMG OMG OMFG! Also hässlicher geht's kaum noch, das ist ein Gesicht, das nur eine Mutter lieben kann! Schon alleine der Mund ist dermaßen hässlich, dass da Stiller sich unter starken Schmerzen windend wohl gleich dutzendfach entsetzt in einer Tour nur Heilbuttalarm von sich geben würde, müsste er das Ding sehen. Die Lippen sind im Vergleich zum Rest des Gesichts viel zu breit, viel zu groß und durch diesen bescheuerten Fischzug wirkt der Avatar ständig so, als hätte er mindestens in einem Zug eine Flasche Lebertran auf ex getrunken oder alternativ, als halte man sich für eine Diva und der Rest der Menschheit ekelt einen nur in einer Tour ständig an. Anders kann ich mir so eine Hackfresse nicht erklären, denn genau das drückt dieser Mund nämlich aus.

Vielleicht sollen die Lippen auch wie DSLs wirken (Dick Sucking Lips) und damit "Hey ihr Männer dieser Welt, sprecht mich an, ich blase euch garantiert einen!" signalisieren - es gibt ja da draußen angeblich irgendwelche Männer, die auf solches Zeug da tatsächlich stehen. Die Welt ist bunt, und wie man seinen Avatar freiwillig so verunstalten kann, muss ich nicht kapieren.

Dazu kommt noch zumindest auf diesem Foto ein Gesicht Marke Pfannkuchen, platt, flach, rundlich und schon fast kindlich wirkend. Soll das etwa den Kindchenreflex auslösen, der uns ja allen angeboren ist - hei, biddu aber süss, gutschi gutschi guguuuuu, und hier ist deine Flasche voller Babymilch, machst du nuggi nuck? Braves Kindchen!

Zur Krönung sind ja noch auf dem Bild die Iris' der Augen schwarz mit dem Ergebnis, dass man in freier Wildbahn erst dreimal hinschauen würde, ob der Viewer mal wieder nicht die Texturen komplett geladen hat. Dazu kommt noch, dass die Augen viel zu weit auseinander liegen. Pfui Spinne!

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Wie neulich angekündigt nun ein Post, der mal eine typische Festung einer Gruppe mit erhöhtem Schutzbedürfnis genauer unter die Lupe nimmt. Zunächst aber einmal ein Bild als positives Beispiel, das zeigt, wie man es machen könnte, eine Stadtmauer, bei der eben nicht "form follows function" gilt und diesem Credo alles untergeordnet ist, sondern die Funktion höchstens die zweite Priorität gewesen ist.

Ladies and Gentlemen, and here we proudly present: die Stadtmauer von Lydius (Klick darauf zeigt es wie immer in voller Grösse). Gut gemacht!

Die Stadtmauer von Lydius

Nach diesem positiven Beispiel nun also die besagte Festung. Kurz zu den Sharks: es handelt sich bei ihnen um eine der beständigen Piratengruppierungen, sie waren bereits auf dem allerersten Lydius unter Spitte noch direkte Nachbarn der Stadt, wohnten später bis zu dem Untergang der Sim auf der schönen Sim Moorland und wohnen nun auf einer Viertelsim (Fullprim), es gibt sie also grob geschätzt mindestens (mit kurzer Unterbrechung) zwei Jahre. Auf den Bildern ist, soweit nicht anders gekennzeichnet, oben der Norden.

Lageplan der Sim

Schauen wir uns zunächst einmal eine Karte an, denn nicht ist besser um sich einen Überblick zur Orientierung zu verschaffen als eine solche. Oben in der gelben Umrandung ist der Landepunkt für alle Gruppen. Es gibt im Osten der Sim noch eine weitere, aber normalerweise nehmen alle Angreifer direkt diesen. Es handelt sich dabei, wie so oft, um ein Schiff. Unten links im Südwesten der Sim rot eingezeichnet ist das Lager der Sharks. Der direkte Weg zum Lager ist in dieser Karte pink eingezeichnet und führt dabei nach 2/3 des Weges über eine schmale Brücke, die schwarz gekennzeichnet ist. Hinter der roten Umrandung direkt befinden sich die Befestigungsanlagen des Lagers, die Form erinnert entfernt an eine Bastionsmauer.

Sobald man etwa die Hälfte des Weges vom Schiff zum Lager hinter sich gebracht hat - also noch lange vor der Brücke - kann man bereits vom Lager der Piraten aus unter Beschuss genommen werden. Wichtig ist auch, dass die südlicheren Teile der Mauer einen Wassergraben haben, so dass die direkte Angriffsfläche vor dem Lager recht klein gehalten ist. Umgekehrt haben natürlich die Verteidiger die gesamte Mauer zur Verfügung und können von dort bequem alles unter Beschuss nehmen. Im Norden des Lagers der Shark ist übrigens ein Pantherlager, von dem aus man aber nicht wirklich angreifen kann, im Westen und Süden die Simgrenze, so dass man es normal nur von der Ostseite aus angreifen kann.

Die Simgestaltung folgt der alten Maxime der möglichst langen Weggestaltung für den Angreifer und Schaffung künstlicher Nadelöhre, durch die er gehen muss, um angreifen zu können. So eine Brücke ist einfach praktisch, auf der alle Gegner wie Perlen an einer Kette aufgereiht hinüber müssen, es kommt meist zu einem Stau und so kann man sie viel einfacher da unter Beschuss nehmen. Dabei wird das Terrain für mögliche Angriffe minimiert während die Verteidiger gleichzeitig auf möglichst maximaler Fläche  agieren können. Berge dürfen auf der Sim nicht bestiegen werden, sie gelten als nicht passierbar.

Nun ist so ein Lageplan eine Sache, man darf nicht vergessen dass es sich bei Second Life um eine dreidimensionale Angelegenheit handelt, bei der man auch mit dem Terrain viel arbeiten kann. Mit einer Karte alleine kann man die Leistung des Baus nicht entsprechend genug würdigen, sondern da müssen weitere Betrachtungen her. Daher nun weitere Bilder zur Betrachtung. ...weiterlesen "Festungen Gors, Teil I: die Black Shark Piraten"

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Ich habe mich gerade ein wenig mit Pilgertante Fredi unterhalten. Sie ist der Meinung, dass es momentan eine starke Verschiebung des Simgefüges gäbe, weg von den Sims die Kampf bevorzugen würden hin zu Sims, die keinen gesteigerten Wert auf Kampf legen würden aber dafür umso mehr Wert auf das Rollenspiel an sich. Sims, die dem Rollenspiel alleine fröhnen würden, hätten also gerade mächtigen Zuwachs und würden gut funktionieren, während die Kampfgruppen weniger werden würden.

Nun gibt es sonst ja kaum jemanden, der ständig so häufig auf den verschiedenen Sims unterwegs ist, wie sie. Also wird an den Beobachtungen schon etwas dran sein, denke ich. Ich finde das insofern interessant, weil gerade ja sehr viele Spieler sich im Dauerjammermodus befinden, dass Gor insgesamt ruhiger und weniger werden würde, diese Beobachtung aber steht dem total entgegen. Es wird nicht weniger, sondern nur anders und gewisse Spielweisen vielleicht weniger.

Wie sieht eure Meinung dazu aus?

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Es gibt sie irgendwie immer noch: Gruppen, die aufgrund ihrer Spielweise meinen ein erhöhtes Schutzbedürfnis zu haben und entsprechend verteidigungstechnisch optimiert ihre Sims oder Lager auf Sims mit anderen Gruppen bauen, damit sie einen möglichst großen Heimvorteil haben. Diese Lager oder gleich ganzen Sims sind dann in Prim und ins Terrain gegossene Konstrukte, die eigentlich zwei Botschaften aussenden, nämlich erstens "Wir wollen möglichst oft gewinnen!" sowie "Bleib lieber weg!" Man muss sich dann nicht wirklich weiter wundern, wenn viele friedliche Besucher solche Lager eher meiden, da sie oft anhand des Baustils vermuten, dass es dort mit dem Rollenspiel an sich doch eher mau bestellt sein könnte.

Ich persönlich bin der Meinung, dass man dem vermeintlichen Schutzbedürfnis längst nicht alles unterordnen darf. Sicher, wenn man Mauern baut, will man die auch nutzen, aber möglicherweise sein Terrain gleich so zu gestalten, dass man viele Vorteile und der Angreifer viele Nachteile hat, ist und bleibt einfach unfair. Es spricht nichts dagegen, eine einigermaßen sichere Verteidigungslinie aufzuziehen, aber da man ja immer noch mit den angreifenden Gruppen miteinander spielen will, gehört zu einem fairen Miteinander und damit Baustil meiner Meinung nach unbedingt dazu, dass man bewusst Lücken in der Anlage mit einbaut, so dass ein Angreifer auch eine faire Chance hat, sollte er sich nicht zu dumm anstellen, mal zu gewinnen. Eine zu perfekte Verteidigung nämlich wie manche Gruppen sie haben hat kein Angreifer gerne und mit ständigen Gewinnern wegen einer solchen spielt am Ende keiner auf Dauer gerne, man beginnt sie dann oft irgendwann zu meiden und das ist oft der Anfang vom Ende einer Gruppe. Hier sollte eigentlich im Sinne der Fairness und des Miteinanders gelten: Mut zur Lücke und Mut zur Unvollkommenheit!

Ein gutes Beispiel, dass es auch anders geht, ist für mich zum einen das alte Scagnar, in dem es keinerlei Mauern noch Wälle gab, sondern nur ein paar offene Holzpalisaden und das ist es gewesen. Sicher, der Weg vom Hafen bis zum Runenberg war zwar lang, aber es gab eine durchaus faire Chance da auch mal zu gewinnen, sofern man der massiven Kampfkraft der Feuerbringer gewachsen war. Ein weiteres Beispiel war der alte Axtfjord, der auf 1/2-Sim auch sehr offen ohne irgendwelche großen Verteidigungswälle angelegt war, auch dieser sah sehr schön aus und es bestand dennoch auch für Angreifer eine gute Chance, da mal zu gewinnen.

Vielleicht nehme ich mal in ein oder zwei späteren Posts genau solche Festungen nach allen Regeln der Kunst auseinander, irgendwie juckt es mich gerade stark in den Fingern das zu tun.

Anbei ein Bild, wie man es auf so vielen RP-Sims findet (die Sim von der das hier ist, ist dabei beliebig austauschbar und herzlich egal) mit der Preisfrage: was wurde hier nicht optimal gelöst?

Leere Skybox
Leere Skybox

Ganz einfach: man hat auf der Sim eine recht große Skybox als möglichen Marktplatz zur Miete verbaut, aber fast alle Plätze sind leer. Das ist eine Sache, die auf vielen Sims vorkommt und denkbar schlecht gemacht ist, sendet sie doch unterschwellig das Signal: "Hoppla, hier ist nichts los, hier lohnt das Werben nicht, denn sonst müsste ja hier alles vermietet sein."  Schlimmer wird es nur noch, wenn man dann die Würfel von Hipporent und ähnlichem überall deutlich sehen kann. So oder so, wer mit so einer megagroßen Skybox anfängt, der muss sich nicht wundern, wenn er sie möglicherweise schlecht bis gar nie wirklich vermietet bekommt.

Besser ist es, die Skybox anfangs bewusst klein zu bauen und dann nach Bedarf schrittweise zu vergrössern, denn so wirkt das eindeutig besser. Eigentlich sollte man meinen, dass dieser psychologische Kniff ein alter Hut ist und wohl bekannt, aber man trifft diesen Lapsus immer und immer wieder an. Dabei ist der Mechanismus einfach: solange man den potentiellen Mietern das Gefühl gibt, Platz sei knapp und beliebt, steigt die Bereitschaft zur Miete und man kann möglicherweise auch leicht höhere Mieten verlangen. Hat man dagegen riesige Leerstände in Hülle und Fülle ist das natürlich nicht mehr gegeben.

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Nachdem es jetzt bereits wieder zwei Jahre her ist, dass seinerzeit ein Ruck durchs deutschsprachige Gor ging, will ich darüber mal ein wenig schreiben. Das momentan nach wie vor marktbeherrschende Combat Meter auf Gor ist ja das Gorean Meter von Alika Sao. Das GM ist aber historisch längst nicht immer in dieser Stellung gewesen, sondern durch geschickte Entscheidungen von Alika Sao dazu geworden. Bevor das GM groß wurde gab es das Gorean Ladder Meter (kurz GLM) von Mykael Goodman, das wiederum aus der Fusionierung zweier weiterer Meter (Battlezone von Goodman und einem Meter von Del Mauriac) entstand. Das GLM war anfangs das marktbeherrschende Meter im goreanischen RP gewesen.

Aber geht es dem Esel zu gut, dann geht er aufs Glatteis und genau das geschah beim GLM. Das GLM gab es zwar als System kostenlos, aber nur auf Anfrage beim Macher Goodman selber. Es gab am Ende eine Webseite, wo man es beantragen musste, was schon mal dann einige Wochen nach sich zog, bis er es auslieferte - wenn überhaupt. Das GM dagegen holt man auf der Sim von Alika Sao kostenlos in einer Minute. Das ist ein Unterschied.

Der größere Unterschied aber war, dass Goodman durch restriktive Vergabekriterien seines Meters versuchte, sein Bild von Gor der Allgemeinheit aufzudrücken. Sprich, er gab es eben nicht an evolved Gruppen mit kämpfenden Frauen ab oder entzog es ihnen teilweise sogar, wodurch eine Lücke entstand, in die Alika Sao mit ihrer neutraleren Meterpolitik sehr schnell Fuss fassen konnte und so manövrierte sich Goodman mit seinem Meter selbst ins aus. Es wurde noch lange Zeit dann auf einigen, wenigen Sims wie seiner Heimatsim Port Kar benutzt, aber selbst dort nutzt man inzwischen seit schon mindestens einem Jahr das GM, so viel dazu.

Nun war es im September/Oktober 2009 herum irgendwann so, dass damals Kusa auf Asperiche für sich das Metalife-Meter entdeckte. Man wollte weg kommen von der stumpfsinnigen Ballerei mit dem Gorean Meter, weg von den Maschinengewehrsalvenbögen hin zu einer Aufwertung der Nahkampfwaffen und realistischerem Bogenverhalten. Das schien mit dem ML-Meter von Tala Nagy machbar, man konnte verschiedenartige Rollen definieren, es gab auf einmal eine Ausdauer im Kampf, es war ein gewisses Balancing vorhanden - wer z.B. fette Schilde trug, der bewegte sich um einiges langsamer -, dazu angeblich bessere Cheatschutzmaßnahmen das GM es wurde auf Asperiche eingeführt und damit trat Kusa wohl eher ungewollt eine Welle los, deren Wucht dann doch viele überraschte.

Denn offenkundig hatten viele Simbesitzer das GM so etwas von dermassen satt, dass eine Sim nach der anderen damals auf das ML-Meter umstellte. Der Höhepunkt der Angelegenheit war dann gewesen, als das komplette Südland ebenfalls verkündete, mit dem ML-Meter in den Testbetrieb zu gehen und es erst einmal die nächsten Wochen lang zu testen. Fast 45% der damaligen, deutschsprachigen Sims (es gab genaue Auflistungen auf Notecards) setzten damals das ML-Meter als alleiniges CM-Meter ein, und das erzeugte nicht nur Freude.

Es zeigte sich mal wieder das alte, grundsätzliche Debakel von Second Life, das Adran mit den Worten "Das Problem von Second Life besteht darin, was es ist und was es sein könnte" beschrieb. Kurz und gut, es gab eine heftige Gegenwehr von Seiten vieler Spieler gegen das neue Meter, heftigste Diskussionen dagegen und weil am Ende manche gar offen zum Boykott von ML-Sims aufriefen, kippte dann eine Sim nach der anderen um und verabschiedete sich wieder vom ML. Auch das Südland, dessen ML-Settings sehr pantherfreundlich gestaltet waren, verabschiedete sich nach einigen Wochen wieder vom Meter, weil einige Mieter des Verbunds intern zu großen Druck machten. Damit war dann die Geschichte erledigt, und genauso schnell, wie das ML gekommen war, ging es auch wieder, die Sims fielen um wie Dominosteine und eine nach der anderen verkündete wieder die Wiedereinführung des GMs, nur auf Asperiche blieb es noch längere Zeit bestehen.

Wer mal einen Einblick darüber bekommen will, was da seinerzeit so gelaufen ist, da gibt es bei SLinfo folgende Threads:

Die Spielerschaft ist sicherlich heute nicht viel weiter als damals, würde man es heute probieren wäre der Zoff ebenso vorhanden, und da viele Simbesitzer nach wie vor von ihren Mietern extrem abhängig sind, würde es wieder so im Sande verlaufen. Einige entblödeten sich nicht mal dann manchen Leuten finanzielle Interessen daran zu unterstellen, weil man neue Waffen bräuchte - und damit die Skripthersteller ja reich würden. Richtig ist, man konnte die alten Waffen weiter benutzen, allerdings gab es einige spezielle ML-Funktionen, die nur mit ML-Waffenskripten nutzbar sind, die bei richtiger Nutzung einen Vorteil verschaffen können. Aber die meisten Hersteller hätten das, wie üblich, im nächsten Bogenupdate einfach so mit eingebaut und fertig, zumal ja eine lebenslange Updatepolitik der Bögen mehr oder minder Standard ist. Natürlich hat mit dem ML-Meter auch die Hitanzeige von verschiedenen Bögen keinen Sinn mehr gehabt, da das ML in der Hinsicht leicht anders funktionierte.

Dazu kam, dass es so einige Kritikpunkte am System gab wie z.B. die nicht ganz optimalen Soundsets und einige, andere Kleinigkeiten, die durch die Macherin leider nicht behoben worden sind. Auch war es im Kampf auf Homesteadsims nicht wirklich performant gewesen. Das GM ist inzwischen bei Version 4.02 angelangt, das ML-Meter nach wie vor zwei Jahren bei Version 1.20 stecken geblieben. Damit kann man problemlos sagen, dass das ML nicht mehr weiter entwickelt wird.

Was kann man aus der Vergangenheit hier im Hinblick auf die Zukunft lernen? Ganz einfach, wer zahlt schafft an und was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Diese Binsenweisheiten haben besonders im RP ihre Berechtigung, und wer wirklich im Gor-RP einen anderen Meter einführen will, der hat besser ein langes Durchhaltevermögen und ist finanziell unabhängig. Nur so kann das etwas werden, oder man verzichtet komplett gleich darauf.