Kategorie: Personal

Auswurf: dies und das zum wirklichen Leben

Die Lächerlichkeit über die Empörung über das Abhören von Merkels Mobiltelefon habe ich ja schon thematisiert. Es ist einfach eigene Dummheit, wenn man gerne über ungesicherte SMS kommuniziert als Regierungschef Deutschlands und dann meint, man würde nicht abgehört werden. Jedem Volltrottel mit auch nur zwei funktionierenden Hirnzellen unter dem Schädel muss da doch sofort klar werden, dass man in der Position einfach ein Ziel für Abhöraktionen jedweder Art ist. Sorgen würde ich mir da eher erst dann machen, wenn es keine Abhörversuche mehr gäbe.

Wie auch immer: nun gab’s die große Ströbele-Show in Moskau. Snowden will aussagen. Nur wird der sicherlich nicht nach Deutschland dafür kommen, da wäre er ja schön dumm. Es zeigt aber auch eines: wenn schon ein Ströbele an Snowden relativ problemlos ran kommen kann, dann können es die US-Geheimdienste denn, wenn sie es wollten, erst recht.

Allgemein nur eines zum Thema Verschlüsselung: die Verschlüsselung im Internet funktioniert. Das ist auch der Grund, weswegen NSA&Co. so viele Millionen im Jahr dafür ausgeben, die Verschlüsselung zu umgehen – nicht zu knacken. Richtig angewandte Verschlüsselung wird auch für all diese Leute, sofern richtig durchgeführt, nicht einfach zu Lebzeiten zu knacken sein – es sei denn es gibt vielleicht irgendwann mal funktionierende Quantencomputer. Vorher aber kaum.

All die Kohle, die die Geheimdienste ausgeben, wird ja dafür ausgegeben, die Daten vor der Verschlüsselung abzugreifen oder durch Man-in-the-middle-Attacken daran zu kommen. Das Problem an Verschlüsselung selber ist nur, dass die richtige Anwendung einfach für die Allgemeinheit zu kompliziert ist. Und dann ist es wie mit dem Telefax: im Prinzip eine schöne Sache, nur solange es nicht genügend davon in Aktion gibt, einfach nutzlos.

Mhhh…

Soll ich oder soll ich nicht? Sieben fertige Entwürfe in der Warteschlange – ich gehe mal darüber schlafen.

Einfach nur lächerlich

Nur ein kurzer Kommentar zum aktuellen, politischen Zeitgeschehen: die NSA hat millionenfach in Deutschland Verbindungsdaten abgegriffen. Damit hat unsere Regierung kein Problem, sind ja nur die dummen, doofen, trotteligen Bürger. Wer sich dazu die Kommentare von Hans-Peter Friedrich, seines Zeichens Bundesinnenminister, durchliest wird auch zum Eindruck kommen: da ist doch nichts schlimmes passiert. Der sagt ja, die NSA hält sich an deutsches Recht auf deutschem Boden.

Das stimmt sogar! Denn die Schnüffelinstallationen der NSA sind, wenn in Botschaftsgebäuden und diese sind staatsrechtlich Hoheitsgebiet der USA. So einfach geht das.

Aber nun ist ja passiert, was nicht passieren darf: man hat Muttis geliebtes Mobiltelefon ebenfalls abgeschnorchelt. Da wird die Sache denn auf einmal anders und man zitiert den US-Botschafter daher, um ihn zu maßregeln.

Da sage einer nochmal, die Prioritäten lägen nicht inzwischen deutlich verquer…

Endzeitstimmung im wirklichen Leben

Vielen Rollenspielideen in Second Life und auch sonst liegt ja eine Endzeitidee zugrunde: es gibt einen Staat, Nation, Gesellschaft, die vormal gut funktionierte und aus welchen Gründen auch immer – Erdbeben, Krieg, nukleare Katastrophe, biologische Waffen und dergleichen mehr – zusammenbrach. Es gibt dann ein Häufchen Überlebender, das irgendwie versucht, über die Runden zu kommen und das spielt man. 

Nun werden all die Schreiber solcher Szenarien gerade von der Wirklichkeit massiv überholt, denn in den USA passiert etwas, was so wohl bisher kaum jemand für möglich gehalten haben dürfte: das selbstständige Abschalten des Staates. In den USA ist der Fall eingetreten, dass der Staat – genauer der Bund – wegen der Schuldenobergrenze bald zahlungsunfähig sein wird. Das bedeutet, dass er ab diesem Zeitpunkt seinen Arbeitnehmern mit ziemlicher Voraussicht nach nur noch verminderte oder keine Gehälter mehr bezahlen kann. 

Sollte dieser Zustand dann zudem lange anhalten, dann sind dies die besten Voraussetzungen für den Zusammenbruch des Staates in seiner jetzigen Form. Unruhen, Plünderungen und vieles mehr könnten die Folge sein. Es ist im Grunde etwas, was man so nicht erleben will, aber wir bald möglicherweise erleben müssen. Perfiderweise könnte sich natürlich jetzt die hohe Ausrüstung der US-Bürger mit Waffen mal als Vorteil erweisen, die haben ja auch das geflügelte Wort „an armed society is a polite society“, und bewaffnet sind sie nun wirklich genug. 

Eine Zahlungsunfähigkeit muss nicht zwangsweise zum Zusammenbruch des Systems führen, sie kann es aber. Hoffen wir daher mal alle, dass die politischen Geisterfahrer in Washington noch zur Vernunft kommen, so dass nicht bald in den USA wirklich eine Endzeit anbrechen muss und damit die eigenen Politiker, die eigentlich Schaden vom Volke abwenden sollen dafür sorgen, dass es Schaden nimmt. Es ist auf jeden Fall ein Eingeständnis des Scheiterns des politischen Systems. 

Heute auf Tuliptree

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Preisfrage: was will das obige Foto uns sagen? Richtig: die komischen Vehikel von Annmarie Otoole sind nach wie vor in Second Life. Was Linden Lab daran hindert, sie endlich zu entsorgen? Das weiß keiner.