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Cori schreibt einen Artikel zum Thema Combat. Der Artikel wird kommentiert. Und die Kommentare haben es diesmal in sich, denn da kriechen auf einmal Gestalten ans Tageslicht, die man so normal nicht mehr zu Gesicht bekommt, aber dort zeigen sie ihr hässliches Haupt.

Die Kommentare dort drüben sind ein Paradebeispiel dafür, warum es einfach besser ist, seine Kommentare zu moderieren.

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Häufig beklagen sich ja viele Goreaner der kämpfenden Fraktion darüber, dass es kaum noch möglich sei, zumindest im deutschen Gor denn auch noch wirklichen Kampf zu finden. Einerseits stimmt das. Andererseits schieben diese Kämpfer dann gerne die Schuld für den Schwund am Kampf der BTB-Fraktion zu und dass diese ja komischerweise etwas dagegen haben, mit Admiralinnen spielen zu wollen, die die BTBler auf deren Sim angriff.

Zum Teil ist der Vorwurf natürlich berechtigt; zum Teil kommt es aber auch woanders her, dass es so gut wie noch kaum Kampf gibt, denn es gilt hier das schöne, alte Sprichwort "Wie man sich bettet, so liegt man." Und wie man sich bettet, also seine eigene Sim bebaut und mit Regeln bestückt, da redet den Kämpfern kein BTBler rein, das machen die alles in Eigenverantwortung unter sich aus.

Und was sollte man denn auch schon haben gegen:

  • zig Regeln, wie ein regelkonformes Fesseln, Wiederbeleben im Kampf bzw. nach dem Kampf und Entwaffnen auszusehen hat,
  • die allseits beliebten Kool-RP-Türen, deren Besitzer sie sofort öffnen können, weil sie da einen Schlüssel haben, aber Fremde sich erstmal einen Abwürgen müssen, bis sie das Ding geöffnet bekommen und bitte schön auch hier mit ellenlangen Emotes, und am Besten baut man im Stadttor dann gleich mindestens dreimal hintereinander so eine Tür, damit der Angreifer irgendwann einfach die Lust verliert und man "invalid" schreien kann,
  • dazu verbunden mit Verboten für Enterhaken und ähnlichem Gerät, aber gleichzeitig überall verbaute Rutschseile für die Verteidiger hin zu allen wichtigen strategischen Stellen,
  • Verboten auf Hügel klettern zu dürfen,
  • Verbote zu Schwimmen,
  • genau festgelegte Raidratios oder gar noch Raidzeiten,
  • Reliefgestaltung, die alle Vorteile auf Hand der Verteidiger und alle Nachteile bei den Angreifern hat,
  • megalange Wege vom Landepunkt bis zur eigentlichen Siedlung,
  • Fallen allerorten, in denen die Angreifer reintappen können,
  • GM-Regionserver-Einstellungen, die den Verteidiger haushoch übervorteilen,
  • dem typischen OOC-Rumgejaule, wenn jemand verliert verbunden mit
  • Entfesselungskünstlern, die nachdem sie gefesselt sind, in ein paar Minuten wieder frei und weg sind?

Das sind alles Sachen, für die die BTBler nichts können und die Combatler massiv übertrieben haben. Und auch und vor allem daran ist Combat gestorben und nichts anderem, weil alle nur gewinnen aber keiner verlieren will und es einfach nur noch bis ins lächerlichste überreguliert und damit letzten Endes zu Tode reguliert wurde.

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Im Südland lebte bis vor kurzem der Tribe der Ja'hese me Tri'shena, früher auch besser bekannt als Ja'hesa me Seraka. Dieser Tribe war ein Urgestein des Südlands und dort knapp 7 1/2 Jahre ansässig. Das war ist dabei das Problem: denn er ist es nicht mehr länger.

Der Stein des Anstoßes dabei soll eine Höhle gewesen sein, deren Aufbau wohl nicht allen genehm war. Nun gibt es in der Geschichte für alles einen Anlass, aber auch einen tiefer gehenden Grund. Der eigentliche Grund für den Weggang dürfte einfach bei den Tri'shenas, und wie sollte es anders sein, eine wachsende Unzufriedenheit das Südland als solches betreffend gewesen sein.

Natürlich heißt es nicht ohne Grund "Reisende sollte man in Frieden ziehen lassen", und die Tri'shenas verabschiedeten sich kurz und bündig per Gruppenmitteilung in Würde, bedankten sich für die schönen Spiele und das war's.

Thor brachte als erstes dann seine Enttäuschung per Mitteilung zum Ausdruck, dass der Tribe nach 7 1/2 Jahren einfach so weg zog, denn es hätte keine Konflikte gegeben noch Streit mit der Südlandleitung. Den Weggang ohne ein Wort der Klärung empfindet er als persönliche Enttäuschung. Fehler Nummer 1.

Fehler Nummer 2: eine Einladung an alle Ja'hesa über den Südlandkanal, sich am kommenden Freitag um 21 Ohr in der Skybox der Oase der Vier Palmen zu einem Gespräch zu treffen, denn dann würde man miteinander und nicht über einander reden. Warum ist das ein Fehler? Nun, weil es so den Anschein erweckt, als dass man einzelne Mitglieder der Gruppe in den Beichtstuhl nehmen will und so die Führung des Tribes zu umgehen, damit sie doch noch im Südland blieben. Diese Vorgehensweise hat außerdem den unschönen Beigeschmack, als wolle man hier die Gruppe sprengen. Auch wenn das nicht die Absicht sein sollte, so ist dies dennoch dazu ein passender Hebel.

Also kam es nun so, wie es kommen musste: im Auftrag der Führung der Ja'hese wurde eine Notecard in der Südlandgruppe veröffentlicht, in der mal Klartext gesprochen wird. Und hier ist sie im Originaltext, ob das nun so alles stimmt oder nicht, kann ich nicht nachprüfen. Was allerdings ein Fakt ist, dass es jeden Monat im Südland ein Defizit von ca. 35-40.000 L$ gibt, das dann durch eine große "Spendenaktion" am Ende des Monats mehr oder weniger gestopft wird, bis man am Ende des nächsten Monats - oh Wunder! - erneut solch ein Defizit hat.

Lieber Thor,

erstmal Danke für die schöne Zeit.
Es war wie ich schon vorher erwähnt hab für uns immer ein Spaß mit Höhen und Tiefen.
Und es war auch immer wieder sehr löblich wie du dich für die Ja'hesa eingesetzt hast.

Aaaber ich muss dir jetzt ehrlichgesagt auch mal sagen. Eigentlich wollt ich garnicht so groß hier
schreiben. Es ist verglichen mit damals und heute erheblich schwieriger geworden das sich in
Südland etwas bewegt. Du machst zwar deine Festle du machst zwar deine Events.
Aber wo sind die Leute? Wo ist das RP?

Man läuft tagelang rum und sieht ausser den Pyranhas niemand.

Man baut hier mal was, man baut mal da was, weil man gerne für Südland was machen will.
Ab und an gefällts dir aber sonst störts dich wie man baut. Das hat sich eider sehr verändert.
Das geht sogar soweit das man hören muss, das du auf 180 bist und willst alles returnen.
Da hab ich keine Lust mehr dann noch mit dir zu reden. Versteh mich auch mal.

Ich denk mal das sich, du weist schon wen ich mein, das einfach aus der Nase zieht.

Oder wenn ich mir dann noch die Miete und den Primpreis anschau, sowie jeden Monatsende der
Spendenaufruf. Einen Monat, zwei Monate ok lass ich mir gefallen. Aber dauerhaft trotz 14L pro Prim.
Frag dich mal: Geht's noch?!

Ich hätt mir nach so langer Zeit als Besitzer ehrlich mal gefragt: Woran liegts?
Wie kann ich das verbessern? Und das nicht nur im Sinne des Regelwerks.
Auch wenn das heist ein oder zwei Sims zu schließen, anstatt mit vier auf halber Flamme zu laufen.
SL ist auch nicht mehr so der Hype wie früher.

Mir hats an dem Tag richtig weh getan, ich hatte keine Lust auf weitere Korrekturen.
Wir sind dahin gegangen wo erstens die Sim Top aussieht. Zweitens das RP passt, drittens auch Freunde sind, viertens auch Events sind, fünftens das Linden Prim Verhältnis ehrlicher ist und sechstens die Bettelei aufhört.

Und was meine Miete von fast drei Monaten angeht. Ich hab dir schon nen Haufen immer wieder gespendet.
Ich hab dir auch immer wieder was gegeben das du dir was kaufen kannst. Nix oder sehr wenig ist passiert.
Und wenn du jetzt meinst Südland erstattet nicht was zuviel gezahlt wurde.

Ich könnt mich an Linden wenden, aber so ein Mensch bin ich nicht.
Ich schenk dir auch noch ca. ~17500 L offenen Linden (ca 70,- €). Hab schon schlimmeres in den Sand gesetzt.
Und ich tröst mich mit der Hilfe von damals davon hinweg. Aber deine Träume, sind ein Fass ohne Boden aus denen du nicht aufzuwachen vermagst.

Da ich nicht weis ob Dahna nun auch am Freitag kommt Werd ich meine Teilnahme für das OOC Treffen daran binden und sehr wahrscheinlich auch nicht kommen. Ich kann nicht mehr und bin auch enttäuscht.

Gruß,
Creide Nightfire

P..S. Wenn dir an uns was liegt, lass uns gehen und kümmere dich endlich mal um dein Baustelle.
Wer Südland besuchen will tut das doch weiterhin.

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Viele Leute tun sich schwer, wenn es darum geht, für ihre Waren und Dienstleistungen in Second Life den richtigen Preis zu finden. Dies ist keine ganz einfache Materie und es gibt dabei einen gewaltigen Unterschied zwischen Waren, wie beispielsweise Schuhen, und Dienstleistungen als solche.

Der Unterschied dabei ist: eine Ware kann ich, einmal erstellt, ohne weitere Arbeitszeit und Produktionskosten (z.B. Bilderuploads) beliebig oft verkaufen. Einmal gebaut, ist die Ware beliebig kopierbar und verursacht keine Produktionskosten mehr, aber je nachdem, wie man es mit seinen Kunden hält, Supportkosten.

Dienstleistungen dagegen, wie beispielsweise Skripte schreiben, sind immer projektbezogen und die Einnahmen daher normal an das Projekt gebunden. Daher sind die Preise für Dienstleistungen ungleich höher als für Waren, da sich bei den Waren die Gestehungskosten über die verkaufte Menge einspielen - man muss einfach nur genug davon verkaufen und schon hat man seine Kosten und irgendwann noch einen Profit. Bei Dienstleistungen dagegen kriegt man dies vor allem über seine Bezahlung.

Und dann ist die ganz einfache Frage diese: Second Life ist für fast alle ja ein Hobby - wieviel Gewinn will man in Wirklichkeit machen oder gar keinen? Richtig Geld machen in Second Life nur wenige, für viele ist und bleibt es eben ein schönes Hobby,  mehr nicht.

Wenn ich Gewinn machen will und davon leben, dann muss ich den Markt genau beobachten und recherchieren, was an Preisen im jeweiligen Metier so üblich ist - und dann noch jemanden natürlich finden, der auch gewillt ist, meinen Preis zu bezahlen. Denn merke: in vielen Bereichen in Second Life gibt es ein Überangebot an Dienstleistern, was zu einem gehörigen Preiswettbewerb führt und man kann nur die Preise nehmen, die der Markt zu zahlen bereit ist.

Angenommen als, ich möchte pro Stunde Skripten oder fortgeschrittene Bildbearbeitung als Einnahme den gesetzlichen Mindestlohn von 8,50€ einnehmen - dann führt muss ich ca. 2.200 L$ pro Stunde berechnen. Je nachdem, welche Permissions mein Kunde bei den Skripten haben will, berechnet man dann noch ein wenig mehr.

Wenn der Kunde Stundenpreisen eher abgeneigt sein sollte, dann liegt die Kunst darin, eine möglichst gute Pauschale zu berechnen, in der die vermutete Arbeitszeit enthalten ist.

Es gibt beispielsweise Fotografen in Second Life, die für ein in Adobe Photoshop bearbeitetes Bild durchaus 2.000 L$ und mehr verlangen. Wenn man sich dann überlegt, dass sie daran wohl eine Stunde arbeiten, klingt der Preis für SL-Verhältnisse schon sehr hoch, aber wenn man als Maßstab die Stundensätze realer Grafiker nimmt, dann bewegen wir uns da locker im Bereich von 30-60€ und mehr.

Das bedeutet nichts anderes, als dass man je nach Umfang der Bildbearbeitung dieselbe Arbeit für 1/10 des Preises bekommt, den ein Grafiker einer Bildagentur nehmen würde. Wobei das natürlich nichts über die Qualität aussagt, die kann man aber vorher in Erfahrung bringen und manche sind darin ja richtig gut.

Damit will ich sagen: manche Preise sind gemessen an Second Life schon viel Geld - gemessen daran, was die Dienstleistung aber im wirklichen Leben kostet, eine Kleinigkeit, für die in der freien Wirtschaft niemand ernsthaft anfängt, auch nur die Maus zu schubsen.

Viele Kunden in Second Life aber denken darüber absolut nicht nach und meinen, dass man bereitwillig für 100 L$, was ca. 39 Cent entspricht, beliebigen Terror ertragen muss, dass es nur kracht - und diese Kunden wundern sich dann nur gehörig, wenn die Dienstleister in Second Life darüber entnervt reagieren. Es hat eben alles seinen Preis, nur manchmal stimmen die Relationen einfach nicht.

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Soweit der Kommentar zum deutschen, goreanischen Rollenspiel am Sonntag, den 22. März 2015. Entweder bin ich inzwischen zu sehr auf Krawall gebürstet oder der Rest hat sich nur noch alles so furchtbar dolle lieb, aber wirklich spannend und unterhaltsam war es nun alles nicht.

Die moderne Entwicklung von Software hat es so an sich, dass die Programmierer oft das Rad nicht mehr neu erfinden müssen, sondern sich bereits existierender Programmbibliotheken für alle möglichen Bereiche, wie beispielsweise Verschlüsselung, dem Abspielen von MP3s, Videos u.v.m. bedienen können. Der Entwickler nutzt die Schnittstellen der entsprechenden Bibliothek und baut sie in sein Produkt ein, fertig. Natürlich muss er damit auch ab und an sein Projekt der Bibliothek anpassen, wenn sich diese ändern sollte.

konqueror-web-browser

Das hier, werte Leser, ist Konqueror. Der Mehrzahl von euch wird Konqueror nichts sagen, es handelt sich dabei um den alten Dateimanager des Desktop Environments KDE unter *nix. Konqueror war schon immer fähig, als Webbrowser zu fungieren und hatte dazu eine eigene, kleine Websiterenderingengine namens KHTML eingebaut plus eine Javascriptengine namens KJS. KHTML war recht flott, leichtgewichtig und einfach in eigene Programme einzubauen.

KHTML kennt heute kaum noch einer, es wird auch nicht mehr weiter entwickelt. Als Apple im Jahre 2003 seinen eigenen Webbrowser namens Safari vorstellte, ging ein Raunen durch die Webszene. Denn in dieser Email meldete sich ein gewisser Don Melton bei den KDE-Entwicklern und verkündete der erstaunten Welt in der Mailingliste, dass Apples neuer Webbrowser auf einem Fork von KHTML mit KJS basieren würde. Dieser Fork, also eine auf Grundlage von KHTML unabhängige Weiterentwicklung trug damals den Namen WebCore, das Gesamtprojekt hörte auf den Namen Webkit.

Die KDE-Leute waren verzückt und gleichzeitig die Macher bei Mozilla verärgert, dass Apple nicht deren ebenfalls quelloffene Engine Gecko benutzt hatte. Gecko war den Entwicklern bei Apple zu groß, zu schwer einzubauen und zu langsam, aber KHTML genau richtig. Dafür konnte Gecko aber auch deutlich mehr Webseiten korrekt anzeigen, als dies bei KHTML der Fall war.

Webkit wuchs und gedieh und findet sich heute auf jedem Smartphone und Rechner als Engine, es ist die Basis für Safari und war die Basis für Google Chrome. An der Entwicklung von Webkit sind unter der Federführung Apples viele, bekannte Firmen beteiligt. Google verabschiedete sich allerdings 2013 von Webkit und gründete seinen eigenen Fork namens Blink. Der Grund dürfte einfach sein, dass man sich so aus der technischen Abhängigkeit von Apple befreien wollte. Ebenso verwendet bis heute der Second Life Viewer Webkit als Viewerkomponente.

Mozilla arbeitet übrigens selber schon seit längerem an einer vollkommen neuen Renderingengine namens Servo, die in einer dafür eigens geschaffenen Programmiersprache namens Rust implementiert wird. Man darf gespannt sein, was dabei am Ende herauskommen wird.

Es war einmal irgendwo ein altehrwürdiger Angelverein. Dieser Verein war in seinem Orte fest verwurzelt und hatte recht günstige Beiträge. Diese zu niedrigen Beiträge waren alles andere als kostendeckend und sollten dafür sorgen, dass es an Neumitgliedern nicht mangelt. Um den Fehlbetrag zu erwirtschaften veranstaltete dieser Angelverein jedes Jahr im Sommer ein Fischfest: zu diesem Fest, das 2 Tage dauerte, musste jeder ran, der konnte und mit anpacken.

Meistens ging die Rechnung auf und man erwirtschaftete mühsam einen Gewinn von bis zu 2000 Euro. Allerdings begann im Laufe der Jahre die Begeisterung der Vereinsmitglieder für dieses Fest zu bröckeln, denn die freiwilligen Helfer wurden immer weniger und weniger. Während der Aufbau der Zelte freitags noch kein Problem darstellte, so war der Abbau montags ein Riesenproblem, da es meist an Helfern mangelte: entweder kamen sie so nicht oder mussten arbeiten. So blieb dann diese wichtige Arbeit im Grunde immer an denselben hängen, die sich für den Verein aufopferten und in mühevoller Arbeit montags doch die Sachen fristgerecht abbauten und sich abrackerten. Also verrichteten einige wenige im Grunde die Arbeit vieler Mitglieder, aber der Rest baute darauf. Getreu dem Motto: Team - toll, ein anderer macht's!

Irgendwann aber kamen diese ruhigen und geduldigen Helden des Vereins auch an die Grenzen ihrer Leidensfähigkeit und sie hatten die Faxen dicke. Ihnen stank es, immer und immer wieder alleine am Montag dastehen zu müssen und ihre Bereitschaft, dieses Fest zu betreiben sank rapide von Jahr zu Jahr, da sich neue Helfer einfach nicht finden ließen.

Als dann eines Jahres das komplette Fest verregnet war und der Verein deswegen daran sogar Miese machte, reichte es ihnen und sie witterten ihre Chance. Sie rechneten aus, um wieviel Euro der jährliche Mitgliedsbeitrag erhöht werden müsste, um die bisherigen Einnahmen aus dem Fischfest auf diesem Wege in die Vereinskasse zu bekommen und setzten auf der Mitgliederversammlung genau diese Beitragserhöhung auch durch.

Einige, wenige Mitglieder, die es eben immer gibt, nahmen das als Grund, dem Verein den Rücken zu kehren. Für das kommende Jahr kündigte die bisherige Festleitung dann an, das Fest nicht mehr zu veranstalten, es sei denn, jemand anderes fände sich in der Versammlung, der das übernehmen würde. Es gab zwar einige Interessenten, die das tun wollten, aber letztendlich umgesetzt haben die das dann nie.

Und so kam es, dass dieser Verein nun schon seit Jahren sein früheres, jährliches Fischfest nicht mehr veranstaltet, aber dennoch weiterhin existiert, weil seine Mitglieder erkannt haben, dass es letzten Endes einfach besser ist, direkt die Beiträge bedarfsdeckend zu erhöhen und so eine stabile Einnahmenseite zu bekommen als jedes Jahr erneut sich für ein Fest abzurackern, dessen Ausgang vom Wetter abhängt und damit dann letztendlich die Exístenz des Vereins davon abhängig zu machen.

Alle sind glücklich und zufrieden und dem alten Fest und den alten Zeiten weint keiner mehr auch nur eine Träne nach; im Gegenteil fragen sich manche insgeheim tatsächlich hinter vorgehaltener Hand, wieso sie diesen einfachen Schritt der Beitragserhöhung nicht schon vor Jahren so gegangen sind.

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Aktuell bin ich in Facebook aktiver als früher und lese da auch häufig die diversen Veröffentlichungen anderer in ihrer Zeitleiste. Jean Remy von Matt bezeichnete vor einigen Jahren Blogs als die Klowände des Internets und Facebook ist da absolut nicht besser.

Nun war es ja schon immer groß in Mode, sich vermeintliche Minderheiten zu suchen, auf die man meint folgenlos und nahezu beliebig eindreschen zu können und das ist auch bis heute der Fall. Angeblich gebildete Mitbürger entblöden sich da nicht, in Facebook beispielsweise so etwas zu veröffentlichen und dann bekommt das auch noch viel positive Anerkennung:

griechen

So. Ganz früher waren es eben die Juden, später dann die Polen, Türken, nun die Bulgaren und Rumänen sowie die Griechen. Griechenbashing ist in Mode, es ist gesellschaftlich akzeptiert und all die Leute, die da mitmachen, schalten ihr Hirn kaum mal an, um wirklich darüber nachzudenken, was sie da eigentlich verzapfen.

Die Griechen jedenfalls sind uns in einer Hinsicht weit voraus: die haben eine Regierung, die tatsächlich was für das Volk bewegen will und auch so handelt. So etwas kennen wir wohlstandsfaulen Deutschen schon seit Jahrzehnten nicht mehr, wir hätten es zwar sehr gerne, aber wenn wir das schon nicht haben, dann gönnen wir das den anderen erst recht nicht und reißen die lieber weiter in den wirtschaftlichen Abgrund.

Die Austeritätspolitik, also das von der EU angeordnete Kaputtsparen Griechenlands, ist gescheitert. Das Land liegt wirtschaftlich am Boedn und ist ein einziger Trümmerhaufen. Es gibt Studien, die besagen, die wirtschaftlichen Schäden durch die Sparpolitik in Griechenland sind mit den wirtschaftlichen Schäden des Kaiserreichs durch den 1. Weltkrieg vergleichbar und das will was heißen.

Natürlich haben die Griechen in ihrer Vergangenheit nicht alles richtig gemacht, aber das haben wir Deutsche auch nicht. Allerdings verdient jedes Volk eine würdevolle Behandlung und wünscht sich diese. Die Hetzkampagnenberichterstattung, die in deutschen Medien seit Jahren über die Griechen wie ein Sturmgeschütz hinweg prasselt, hat jedenfalls ihre Wirkung nicht verfehlt, denn getreu dem Motto "man muss nur lange genug mit Schmutz werfen, dann bleibt selbst auf der weißesten Weste irgendwann ein Fleck hängen" hat man auch hier erfolgreich agitiert, Spindoctoring betrieben und gearbeitet. Vor allem den Neidreflex hat man erfolgreich angebohrt und instrumentalisiert, dass die Deutschen ja wieder mal der Zahlmeister Europas seien und man den Griechen für nichts Geld in Arsch schieben würde, aber bei uns fehle das Geld zum Straßenerhalt. Haha, so einfach ist die Welt eben nicht, aber so einfach machen sich inzwischen viele Menschen ihr Weltbild und sind furchtbar zufrieden als freiwillig hirnbefreites, gleichgeschaltetes Empörungsvieh für unsere Politiker und die dahinter Mächtigen.

Als im Jahr 2009 die "Schuldenkrise", die in Wirklichkeit eine Finanz-, Banken- und massive Strukturkrise der EU nach wie vor ist, begann, wurden den Griechen massive Auflagen gemacht, damit sie durch sparen irgendwann wieder von den Staatsschulden runter kämen. Klingt harmlos, ist es aber nicht, denn es war und ist nichts anderes als die Plünderung der griechischen Infrastruktur durch Privatisierungen und massive Ausbeutung und Verarmung der griechischen Bevölkerung.

Wie sah nun das Sparprogramm so aus? Privatisierung von Staatseigentum, massive Lohnsenkungen im öffentlichen Sektor verbunden mit massiven Steuererhöhungen bei gleichgebliebenen Lebenshaltungskosten. Die Troika gab den Griechen dann Kredite, die diese benutzten, um die Schulden bei den europäischen Banken zu tilgen. Das griechische Volk hat von den Krediten rein gar nichts.

Es gibt bei der Betrachtung von Staatsschulden zwei wichtige Kennziffern, nämlich die Schuldenquote und die Schuldensumme. Die Schuldenquote ist dabei die Summe der Staatsschulden in Relation zum Bruttoinlandsprodukt. Je höher die Quote, umso schwieriger ist es, die zu senken und desto mehr Geld geht jedes Jahr vom Staatshaushalt tendenziell für den Schuldendienst drauf. Die Quote ist dabei von zwei Faktoren abhängig, nämlich der Höhe der Schulden als solche als auch der Wirtschaftsleistung im Inland.

Im Jahr 2009 betrug die Staatsverschuldung 299,69 Milliarden Euro (Quote: 129,69%) und 2014 318,35 Milliarden Euro (Quote: 174,7%). Das bedeutet nichts anderes als ein Totalversagen der bisherigen Sparpolitik, das im Grunde einfach einleuchten muss, denn einem nackten Mann kann man nunmal nicht mehr in die Tasche greifen. Innerhalb der letzten fünf Jahre ist also Griechenlands Wirtschaft massiv geschrumpft.

Selbst die ja sonst eher marktradikalen USA haben Sympathie mit den Griechen, sei es nun Obama selber oder aber Blomberg. Und eines übersehen bei der neuen, griechischen Regierung viele Deutsche sehr gerne: das sind keine Dummköpfe, die da am Werke sind, sondern Profis.

Der Regierungschef ist Regionalplaner und Ingenieur und Yanis Varoufakis, der neue griechische Finanzminister, studierter Mathematiker und Wirtschaftswissenschaftler und Professor, der sich vor allem auf dem Gebiet der Spieltheorie umtummelte. Das, was diese Leute vorhaben, macht volkswirtschaftlich Sinn, um dem Land wieder auf die Beine zu helfen. Nach fünf Jahren Ausbeutung und Plünderung durch die EU haben die Griechen eben genug gehabt und lassen sich nicht mehr vorführen wie kleine Schuljungs.

Der deutsche Bundesfinanzminister Schäuble ist Jurist und schwäbische Hausfrau, der sich nun von Varoufakis erklären lassen darf, wie ein Staat funktioniert. Denn was bitte befähigt einen Juristen dazu, Finanzminister zu werden, wenn der bekannteste aller Juristensprüche "iudex non calculat" ist, also ein Richter rechnet nicht?

Dass dem so war, zeigt ja die Posse um Griechenlands vermeintlich nicht gegebene Zustimmung zu weiteren Reformen gegenüber Rußlands. Das wurde so dargestellt, als würde sich Griechenland den Russen zuwenden wollen. In Wirklichkeit sagte der Außenminister Griechenlands wurde er wegen der Wahlen und der Entscheidung danach gar nicht erst gefragt, aber man versicherte ihm, man ging von der Zustimmung aus und man könne das ja hinzufügen. Verständlich, dass man sich so von oben herab eben nicht mehr behandeln lassen will.

Und wenn man sich ansieht, wie gerade die üblichen Verdächtigen in unserer Medienlandschaft gegen die Griechen aus allen Rohren schießen, dann ist das nunmal so, dass die irgendwas richtig machen müssen. Denn sonst wären diese Kampagnen nicht da.

Außerdem: Deutschland hat aktuell Schulden in Höhe von rund 2 Billionen Euro, in Relation zum BIP gesetzt sind das aktuell 75%. Wer meint, dass die jemals zurückgezahlt werden würden, der irrt gewaltig.

Der wirkliche Grund, warum nun auf die Griechen aus allen Rohren geschossen wird, liegt doch woanders: die neue Regierung stellt die alte Abhängigkeit Griechenlands in Frage und stellt auf einmal Forderungen. Dies widerspricht aber dem gönnerhaften Bild, das die Deutschen gerne sehen, wir zahlen und keiner liebt uns, dabei müsste uns doch ganz Europa dankbar sein. Das kratzt natürlich am Ego. Außerdem wird damit auch der wirtschaftliche Entwurf, den die Troika in Griechenland propagierte, ebenfalls in Frage gestellt.

Im Grunde müsste man als vernünftig denkender, politischer Mensch auf die Griechen neidisch sein, denn immerhin haben nach langen Jahren eine Regierung, die wenigstens versucht, im Sinne ihrer Wähler und des Volkes Politik zu betreiben. Demokratie ist immer noch die Macht des Volkes und wen die Griechen wählen, muss nicht uns gefallen, sondern denen.

Und was haben wir Deutschen? Mutti Merkel, die von der marktkonformen Demokratie schwadroniert und das auch ganz genau so meint und gehörig Schuld daran hat, dass die EU-Krise schon seit Jahren verschleppt und verschlimmert, aber nicht endlich mal grundlegend gelöst wird. Anders gesagt: hätte man früher mit deutlich weniger Geld die Krise möglicherweise lösen können, kostet das jetzt bereits zwischen viel und sehr viel Geld. Aber auch das wird an Teflon-Angela abprallen und auch das wird man den Griechen wieder anhängen. Die Spindoktoren und hirnbefreiten Neidhammelmassen haben ja darin schon Übung.

In dem Sinne: ja, die Griechen haben sicherlich nicht alles richtig gemacht in der Vergangenheit. Die kübelweise Spott und Häme aber, die die Deutschen über sie ausschütten, haben sie nun auch nicht verdient, denn wir Deutschen haben auch längst nicht alles richtig gemacht. Und im Grunde stünde uns in Europa wieder etwas mehr neue Bescheidenheit ganz gut zu Gesicht, wenn man bedenkt, dass wir Deutsche im letzten Jahrhundert immerhin zwei Weltkriege vom Zaun gebrochen haben. Denn auch, wenn viele bei uns darunter endlich gerne einen Schlußstrich ziehen würden, so haben viele europäische Nachbarn das längst noch nicht alles verdaut oder gar vergessen.