4

Opensimulator hat ein schönes Feature namens Hypergrid. Das bedeutet kurz gesagt, dass egal wo man hingeht immer sein eigenes Inventar mitnehmen kann und - mehr noch - externe Sachen im eigenen Inventar landen. Das ist eine nette Sache und funktionierte anfangs recht gut.

Die Implementierung stammt von Diva Canto und die erste Version hieß Hypergrid 1.0. Diese war als Proof of Concept gedacht und lief dafür schon recht gut. Sie hatte allerdings einen konzeptionellen, großen sicherheitstechnischen Fehler: der fremde Simulator sah das komplette Inventar des Besuchers und der Assetserver des Besuchers arbeitete treudoof ohne die Überprüfung der Legitimität jedwede Anweisung des fremden Simulators ab. Das konnte einfach das Einpacken eines neuen Objektes sein, aber auch Löschanweisungen.

Da es keinerlei Sicherheitsüberprüfungen gab, war und ist es mit dem Stand von Hypergrid 1.0 möglich, dass ein fremder, bösartiger Server mein komplettes Inventar mal eben so löscht und ich selber bekomme das gar nicht mit. Nun sagen viele: weit hergeholt und davon habe ich noch nie etwas gehört. Tja, aber Jungs und Mädels, nur weil ihr es noch nicht erleben musstet heißt das noch lange nicht, dass es unmöglich ist. HG 1.0 hat einfach sicherheitstechnisch genau dieses riesengroße Loch in Form eines offenen Scheunentors, und ich bin mir sicher, keiner wird dafür die Hand ins Feuer legen, dass nicht doch irgendwo da draußen solche Simulatoren sein könnten und wenn man die dann besuchen sollte, dann hat man eben Pech gehabt!

Diva Canto sah das Problem und es wurde Hypergrid Version 1.5 geboren. Die wesentliche Neuerung dieser Version (es gab i5 und i7) war, dass es fortan einen recht schlechten und holprig zu bedienenden Ordner namens "My Suitcase" gibt. Der fremde Simulator sieht fortan nur noch diesen und kann nur noch in diesem wüten, mehr aber auch nicht. Das ist ein erheblicher Zuwachs an Sicherheit, genau dafür ist es gedacht. Das Problem in der Handhabung des Ordners ist aber, dass die normalen Inventarfunktionen wie Objekte ins Inventar rüberziehen oder Zeug aus dem Ordner löschen nicht funktionierten und bockig sind. Ohnehin ist er nur als Übergangslösung für Hypergrid 2.0 gedacht, das inzwischen aktiv ist und alle drei Protokollversionen beherrscht. Man muss sich dabei eben für eine entscheiden.

Nun ist es also so, dass die Handhabung dieses Ordners viele Benutzer überfordert. Also was machen nun einige Grids? Sie steigen wieder auf die veraltete und in dem Punkt sicherheitstechnisch bedenkliche Protokollversion 1.0 für das Inventar des Hypergridprotokolls um und preisen das sogar noch als Fortschritt für die Benutzer an! So geschehen im Osgrid, Metropolis und Dorenas World.

Die genauere technische Erklärung dabei ist diese: Opensimulator verfügt inzwischen standardmäßig über Hypergrid 2.0, aber man kann das Inventarhandling wenn man will auf frühere Versionen "runterfahren", um mit diesen kompatibel zu sein.

Übrigens hält die Macherin des Hypergrids von solch einem Schritt genau das: nämlich rein gar nichts. Aber lest selbst:

[UPDATE 9/23] I should be more clear. The existing HG1.5 inventory service, which lets users still access their entire inventory abroad, will still be available in the future. Grids can continue to use that. They can even use the normal inventory service (HG1.0 style) on the Hypergrid, which has no restrictions whatsoever about inventory manipulation. Both of these, however, especially the normal inventory service, are horribly insecure and expose users to all sorts of risks regarding their inventory. Unless the networked grids have 100% trust in each other, I don’t recommend using them.

Also ist das Downgrading auf das vrealtete Inventarhandling nun wirklich gut? Nein! Sicher, die Handhabung wird wieder für die Benutzer einfacher, aber wer um das Problem von Hypergrid 1.0 nicht weiß und nicht regelmäßig Backups seines Inventars erstellt, der wird möglicherweise irgendwann wenn er mal wirklich auf einen solchen Simulator treffen sollte nur noch dumm dastehen. Denn es hat schon seine guten Gründe gehabt, wieso Diva Canto "My Suitcase" als notwendig erachtete und das ist eine Sache, auf die die Benutzer dieser Grids wohl kaum hingewiesen werden.

Früher in den 90ern gab's die wunderbar und unterhaltsame Verbrauchersendung "Wie bitte?!?", die von Gert Müller-Geerbes moderiert wurde und die alltäglichen Ärgernisse von Verbrauchern mit bockigen Firmen, Behörden und ähnlichem gekonnt auf die Schippe nahm. Die realen Geschichten wurden von einem Stamm von drei bis vier Schauspielern in Form von Sketchen vorgetragen und meistens reichte die Erwähnung der Sendung aus, dass diese Firmen und Behörden sich dann bewegten.

Stammgast in dieser Sendung waren "die drei mit den Mützen", die deutsche Telekom. Drei total unfähige Mitarbeiter, die ihrer Chefin (dargestellt von April Hailer) mächtig auf die Nerven gingen und sie fast immer am Ende des Sketches zielgenau in eine Ohnmacht manövrierten. Und so sah damals das Ganze dann beispielsweise aus. Die Telekom war, wen wundert es bei einem solch großen und kundenfreundlichen Konzern, Stammgast in der Sendereihe, keine Sendung ohne die Telekom.

Ja, und die Geschichten waren schon damals so schrecklich wie heute, beispielsweise gab es da den Frisörsalon, der über ein Jahr lang vergeblich auf einen Telefonanschluss wartete, keinen gelegt bekam und daran pleite ging. Der Witz an der Sache: die örtliche Niederlassung der Telekom war genau das Gebäude auf der anderen Straßenseite. Und, und und...

Und bis heute hat sich daran nichts geändert, im Gegenteil. Die Telekom will ja nun DSL erdrosseln und beteuert aber gleichzeitig natürlich, dass sie pro Netzneutralität sind. Das sind sie aber eben nicht, denn sie wollen die Neutralität in Wirklichkeit abschaffen und sich den Traffic doppelt bezahlen lassen.

Heute nämlich hat die Terrorkom ihre Pläne veröffentlicht, sich das Durchleiten von Diensten wie Youtube und dergleichen, die von den Kunden der Telekom massiv nachgefragt werden, monetär von deren Betreibern vergüten zu lassen. Das ist genau das, was die Telekom angeblich nicht will, nämlich das Abschaffen der Netzneutralität.

Denn der Traffic, den sich die Telekom da von Google extra bezahlen lassen will, der ist in Wirklichkeit schon bezahlt. So aber will man gleich doppelt abkassieren: einmal für das Bereitstellen der Leitungen zum Kunden und dann noch von den Anbietern. Google selber hat da einen pragmatischen Ansatz, der bisher auch gut funktionierte und bei Knotenpunkten wie dem DE-CIX praktiziert wird, der da lautet: wir richten für euch kostenlos in unserem Rechenzentrum ein Peering ein und eure Kunden haben fortan wunderbar ruckelfreie Videos. Kabel Deutschland beispielsweise hat solch ein Peering mit Google, daher ist Youtube bei denen einfach nur ein Genuss.

Die Drosselkom aber mag das so nicht haben, denn daran verdient sie ja so nicht genug. Obwohl es für sie, dank Leitungen überall hin natürlich kein Problem wäre, da ihre Technik zu installieren, machen sie das nicht, denn das wäre ja schlecht für die Bilanz. Nein, im Falle von Google halten sie nun unverblümt die Hand auf und wollen Zahlemann&Söhne. Ansonsten fahren sie da auch gerne die Strategie, wenn ein potentieller Peeringpartner groß genug ist, den nicht von vorne herein abzulehnen, sondern sie bieten ihm ein Peering an einem Standort eigener Wahl an plus Vertrag für die Leitung, versteht sich, die dorthin nur die Telekom legen kann. So und nicht anders funktioniert das Spiel.

Und die momentanen feuchten Träume zur Monetarisierung sind so eine Sache, die eigentlich mal das wettbewerbsrechtlich überprüft gehören. Denn die Kunden bezahlen bisher für die Leitungen und das, was sie als "Managed Service" anpreisen ist in Wirklichkeit nichts anderes als eine Erpressung der Anbieter, damit sie ihre Kunden im Netz der Telekom überhaupt noch gut genug erreichen können. Wenn das Schule macht, dann aber mal gute Nacht Marie!

Übrigens ist das im Bereich des Mobilfunks ja nicht anders, die Volumengrenzen dort spotten jeder Beschreibung und angeblich ist das so, weil der Traffic sowieso schon kaum Gewinn einbringt bla Bla BLA! Komisch nur, dass man bei der Telekom einen Spezialtarif ordern kann, mit dem man dann über Mobilfunk sich dann Spotify bis zur Vergasung geben kann! Anders gesagt: die Telekom lügt da wie gedruckt!

Als Essenz bleibt, dass eine Prüfung der Regulierungsbehörde mal nötig wäre, man da aber nicht viel erwarten darf. Letztendlich hinkt Deutschland beim Ausbau des Internets sowieso schon im Vergleich zu anderen Industrienationen hinterher, der Digital Divide wird immer größer und der vermeintliche Retter LTE in den ländlichen Gebieten ist und bleibt einfach nur eine Lachnummer. Es ist besser als nichts, aber nichts ersetzt wirklich eine DSL-Leitung dauerhaft.

Wünschenswert wäre es, dass da die Politiker endlich mal aufwachen und den Netzausbau in staatlicher Hand vorantreiben. Ja, das wird einiges an Kosten verursachen, aber wenn man so Pleitebanken wie die HRE rettet, wovon kaum einer wirklich etwas hat, dann kann man sich auch mal gerade zur jetzigen Zeit einen Ausbau der Infrastruktur leisten, wovon dann viele etwas haben. Ach und das Leitungsnetz sollte man der Telekom wieder wegnehmen oder es besser regulieren, denn solch ein Mist kommt eben dabei heraus, wenn es in der Hand eines privaten - wenn auch immer noch mindestens halbstaatlichen - profitgierigen Konzerns ist.

8

Möchte zumindest Cori, die nach einigen Wochen Rollenspielabwesenheit sich mal wieder reinstürzte und es dann sofort mit dem üblichen Haufen an Intelligenzallergikern - also Hohlbirnen - zu tun hatte, den man normalerweise besser meiden sollte, wenn man seine Zeit nicht verschwenden will. Ihr wisst schon, diese Art von Leuten die nach dem Motto "Regeln sind nur solange gut, solange sie mir nützen und ansonsten dazu da, um gebrochen zu werden" spielen. Ha. Das Ergebnis liest sich dann auch recht wenig erbaulich und ist genau diese Art von Mist, der zu erwarten war.

Nun sind häufig diese Schwarzbekleideten ja Entfesslungskünstler par excellence, aber umgekehrt beherrschen sie ein wohlgehütetes Schwachsinnsgeheimnis - den goreanischen Knoten. Wer damit gefesselt wird, der kann sich auf keinen Fall selbst entfesseln, denn dieser Knoten verhindert das. Logisch, nicht wahr? Und umgekehrt aber haben diese Leute damit kein Problem, wenn sie mal in Gefangenschaft sind, sich selbst in Windeseile entfesseln zu können, denn solange es kein goreanischer Knoten ist, hat man eben Pech gehabt.

Pech nur, dass es diesen Knoten gar nicht gibt. Irgendein Vollpfosten, der ums Verrecken nicht verlieren mag, hat den sich irgendwann einmal ausgedacht und seitdem zieht die Mär von diesem Knoten ihre Kreise und ist einfach nicht tot zu kriegen. Wer damit spielt und wirklich darauf beharrt, den kann man nicht weiter ernst nehmen, denn schon alleine die Logik sagt einem, dass etwas was man verknoten kann, auch irgendwann wieder gelöst werden können muss. Natürlich braucht es eine gewisse Zeit, aber machbar ist und bleibt es oder jemand kommt mal kurz mit einem Messer vorbei und schneidet das Seil einfach durch.

Wer aber heutzutage wirklich noch immer mit diesem ultramistigen Plotdevice "goreanischer Knoten" spielt, der hat den Knall noch nicht gehört. Einfach meiden und fertig, und wenn dann dort noch mit zweierlei Maß gemessen wird, na dann wird die Wahl doch einfach - nicht mehr hingehen und sich des Lebens freuen.

Tu felix Austria. Glücklich, wer sich diesen Mist nicht mehr gibt.

Im Blog "Android and Me" gibt es eine ständige Rubrik der 10 besten Android Apps der letzten Woche. Platz 1: Creatorverse von den Linden Lab.

Na, wenn das nicht mal ein Grund zur Freude für die Lindens ist, dann weiß ich es auch nicht...

1

Du weißt, dass Linden Lab mal wieder massiv am Basteln ist, wenn du online gehst und nach 10 Minuten ist die ganze Sim immer noch grau. So ging es mir jedenfalls heute bei meinem Abspecher ins Black Heaven Asylum. Die Prims luden teilweise, aber keine Texturen noch Height Maps bei Sculpties, es sah einfach nur gruselig aus und so schlimm wie schon lange nicht mehr.

Am Viewer kann es jedenfalls nicht gelegen haben, es war der Singularity 1.8.0 und aktuelle Firestorm. Beide haben nur so herrlich rumgesponnen, dass es krachte. Ich hoffe mal, dass Linden Lab diesen Mist relativ bald wieder in den Griff bekommt, denn Spaß machte das nun wirklich mal gar keinen.

6

Sagt zumindest Spiegel Online, ist also wahr.

In dem Bericht geht es um die Macher vom virtuellen Berlin (Berlin in 3D?), die gerade dabei sind, ihre bisherige Präsenz von Second Life nach Cloudparty umzuziehen. Die Gründe unter anderem sind die billigeren Kosten dort und dass die neue Plattform in einem Browser läuft.

Es ist eine Art Abgesang auf Second Life und Lobeshymne auf Cloud Party. In den Kommentaren finden sich Buktom von Pegasus Bücher und Zauselina von den brennenden Buchstaben, die da ein wenig Kontra geben. Wobei die Grundmeinung der Berlin-Macher ist dabei: Cloud Party ist wie Second Life, nur neuer, besser und billiger. So in etwa, und dahin ziehen wir nun dorthin um.

Unser aller Göttervater Zeus Edelman begab sich mal wieder unter die Spielerschaft, sah sich den Status Quo von Gor an und teilte uns allen in epischer Breite dies dann mit:

ROFLMAO. Nein Danke.

Warum lang, wenn es auch kurz geht. 😀

Auch Superschurken brauchen von Zeit zu Zeit ein wenig Liebe - leider haben sie es nur sehr schwer, die passende Frau für sich zu finden. Seht selbst:

http://www.youtube.com/watch?v=3ZDwUa335-M

Zitat Darth Vader:

I used to work for an evil empire, now I work for Disney.

Das Video stammt aus dem Youtube-Kanal "World of Heroes", dem offiziellen Kanal von Stan Lee. Lee, sportliche 91 Jahre jung, schuf für Marvel Comics unter anderem Spiderman, Iron Man, Thor, die fantastischen Vier, den Hulk, die X-Men und viele andere in Zusammenarbeit mit Jack Kirby und Steve Ditko. Lee hält sogar ab und an kleine Ansprachen im Kanal.

Joel Burgess hat bei sich einen extrem interessanten Artikel auf Englisch veröffentlicht, wie Bethesda Game Studios beim Entwerfen von Skyrim modular vorgeht. Wer schon immer mal wissen wollte, welche Art von Baukastensystem da vorherrscht und welchen Aufwand man dafür betreiben muss, der sollte es unbedingt mal in einem ruhigen Moment lesen. Es ist höchst interessant, wie da ein mit 90 Personen recht kleines Team eine solch große Spielewelt gestalten konnte, wofür andere Spiele deutlich größere Entwicklungsteams beschäftigen.

Philip Rosedale baut ja nun an der nächsten Generation von virtuellen Welten mit einem neuen Startup, das er "High Fidelity" getauft hat. High Fidelity oder auch kurz Hi-Fi ist bisher ein im Audiobereich bekannter Begriff, der eine besondere Wiedergabetreue des Verstärkers mit Abspielgerät plus Lautsprecher von Aufzeichnungen kennzeichnet. Festgelegt wurde dieser Standard als DIN 45500 in den 60ern, früher war er etwas besonderes, heute dagegen erreicht jede Noname-Soundkarte für 20 Euronen bereits mühelos diesen Bereich!

Das Neue an Rosedales Projekt sind vor allem zwei Dinge: erstens will er mit Voxeln arbeiten und zweitens soll es eine Art verteiltes, dezentrales Netz werden, an dem jeder teilhaben kann und für das Bereitstellen von Rechenzeit dann sich so virtuelle Münzen verdienen können. Bitcoin und Peer to Peer lassen grüßen!

Beide Techniken sind an und für sich schon ein alter Hut und verteile Währungen so ein Thema für sich, was aber ist das interessante an Voxeln? Voxel selber sind ein alter Hut in der Spielebranche, es gab durchaus eine Reihe von Spielen, die diese einsetzten, wie 1992 beispielsweise Comanche, eine Hubschraubersimulation bei der Voxel die Landschaft zeichneten. Gehalten haben sich die Voxel bisher in der Medizintechnik, während sie in der Spielebranche lange Zeit ein Nischendasein fristeten, weil die gängige Grafiktechnologie auf Polygone setzt und Voxel im Einsatz so einige Probleme mit sich bringen.

Aus diversen Gründen wie vor allem der Speicherbedarf waren Voxel für aktuelle Spiele meist uninteressant, auch wenn es wie bei Crysis aktuelle Titel gibt, wo Voxel zur Darstellung der Landschaft eingesetzt werden.

In der Tat aber sind Voxel und die Entwicklung von voxelbasierten Spieleengines seit einigen Jahren eines der ganz heißen Themen der Spieleindustrie. Spieleentwickler wie John Carmack (ID Software, Doom) beschäftigen sich schon seit längerem damit und forschen daran. Voxelsettings lassen sich sehr gut komprimieren und laufen dann extrem flott auf heutigen Rechnern.

Dieses Video hier zeigt sehr schön den Vorteil von Voxeln: man kann stufenlos von sehr klein nach sehr groß gehen. Ich bin mal gespannt, was da Rosedale am Ende präsentieren wird.

http://www.youtube.com/watch?v=km0DpZUgvbg