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Joel Burgess hat bei sich einen extrem interessanten Artikel auf Englisch veröffentlicht, wie Bethesda Game Studios beim Entwerfen von Skyrim modular vorgeht. Wer schon immer mal wissen wollte, welche Art von Baukastensystem da vorherrscht und welchen Aufwand man dafür betreiben muss, der sollte es unbedingt mal in einem ruhigen Moment lesen. Es ist höchst interessant, wie da ein mit 90 Personen recht kleines Team eine solch große Spielewelt gestalten konnte, wofür andere Spiele deutlich größere Entwicklungsteams beschäftigen.

Philip Rosedale baut ja nun an der nächsten Generation von virtuellen Welten mit einem neuen Startup, das er "High Fidelity" getauft hat. High Fidelity oder auch kurz Hi-Fi ist bisher ein im Audiobereich bekannter Begriff, der eine besondere Wiedergabetreue des Verstärkers mit Abspielgerät plus Lautsprecher von Aufzeichnungen kennzeichnet. Festgelegt wurde dieser Standard als DIN 45500 in den 60ern, früher war er etwas besonderes, heute dagegen erreicht jede Noname-Soundkarte für 20 Euronen bereits mühelos diesen Bereich!

Das Neue an Rosedales Projekt sind vor allem zwei Dinge: erstens will er mit Voxeln arbeiten und zweitens soll es eine Art verteiltes, dezentrales Netz werden, an dem jeder teilhaben kann und für das Bereitstellen von Rechenzeit dann sich so virtuelle Münzen verdienen können. Bitcoin und Peer to Peer lassen grüßen!

Beide Techniken sind an und für sich schon ein alter Hut und verteile Währungen so ein Thema für sich, was aber ist das interessante an Voxeln? Voxel selber sind ein alter Hut in der Spielebranche, es gab durchaus eine Reihe von Spielen, die diese einsetzten, wie 1992 beispielsweise Comanche, eine Hubschraubersimulation bei der Voxel die Landschaft zeichneten. Gehalten haben sich die Voxel bisher in der Medizintechnik, während sie in der Spielebranche lange Zeit ein Nischendasein fristeten, weil die gängige Grafiktechnologie auf Polygone setzt und Voxel im Einsatz so einige Probleme mit sich bringen.

Aus diversen Gründen wie vor allem der Speicherbedarf waren Voxel für aktuelle Spiele meist uninteressant, auch wenn es wie bei Crysis aktuelle Titel gibt, wo Voxel zur Darstellung der Landschaft eingesetzt werden.

In der Tat aber sind Voxel und die Entwicklung von voxelbasierten Spieleengines seit einigen Jahren eines der ganz heißen Themen der Spieleindustrie. Spieleentwickler wie John Carmack (ID Software, Doom) beschäftigen sich schon seit längerem damit und forschen daran. Voxelsettings lassen sich sehr gut komprimieren und laufen dann extrem flott auf heutigen Rechnern.

Dieses Video hier zeigt sehr schön den Vorteil von Voxeln: man kann stufenlos von sehr klein nach sehr groß gehen. Ich bin mal gespannt, was da Rosedale am Ende präsentieren wird.

http://www.youtube.com/watch?v=km0DpZUgvbg

Dazu äußerte sich Oz Linden wie folgt:

 There are so many possible failure modes and performance bottlenecks in client-side baking that solving one of them is almost insignificant

Auf Deutsch: es gibt so viele Fehlerquellen und Leistungsengpässe im clientseitigen Baking, dass es nicht ausreicht nur einen davon zu beheben.

Anders gesagt: das bisherige System ist solch ein Mist, dass es einfacher ist es komplett rauszurupfen und durch ein neues zu ersetzen als daran einzelne Fehler zu beheben, denn das wäre nur Flickschusterei.

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http://www.youtube.com/watch?v=m8WPRMq5Obk

Es ist zwar eine Satire, könnte aber so oder so ähnlich wahr werden, wenn denn die Telekom ihr Pläne ungehindert verwirklichen darf.

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Mein letzter Blogpost zum Thema "Bitcoin - Sinn und Unsinn" ist ja nun schon Monate her, trotzdem diskutiere ich da ja munter weiter.

Meine Meinung zum Thema Bitcoin ist ganz einfach diese: es ist eine interessante Idee und vor allem technisch ein interessanter Ansatz, der da getrieben wird. Mehr aber auch nicht, das Mining von Bitcoins ist extrem energieaufwendig und trägt zur Umweltverschmutzung bei, auch ansonsten ist in dem Bereich längst nicht alles Gold, was da so glänzt.

Nun lese ich seit einiger Zeit den englischen Blog "Naked Capitalism", und in diesem hat sich heute der BWL-Professor Yanis Varoufakis von der Universität in Athen mal genauer zum Thema Bitcoin geäußert. Der Titel sagt schon im Prinzip alles, nämlich "Bitcoin und die gefährliche Phantasie unpolitischen Geldes."

Zunächst einmal ist Bitcoin als System ja dezentral ausgelegt, die maximale Menge an Coins auch begrenzt und wird irgendwann wohl 2020 herum erreicht sein. Dafür kann man die Coins in extrem kleine Teile runterbrechen, damit auch weiterhin Transaktionen möglich sind. Bitcoin selber ist die Idee eines Japaners namens Satoshi Nakamoto, von dem keiner wirklich weiß, ob es diesen nun wirklich gibt, es nur ein Pseudonym ist oder eine Gruppe, die sich die Algorithmen ausgedacht hat.

Von Seiten der Sicherheit wurde Bitcoin ja bereits u.a. von Dan Kaminsky genau betrachtet, der das Programm als beachtlich findet. Normal ist es so, dass Programmcode häufig ja oberflächlich betrachtet gut aussieht und wenn man tiefer gräbt, dann kommen die Fehler zutage, bei Bitcoin ist das nach Kaminsky genau umgekehrt, nämlich das Programm sieht oberflächlich betrachtet extrem wurstig und fehlerhaft aus, wenn man aber tiefer gräbt erkennt man, dass es genau das Gegenteil ist.

Wie auch immer, Bitcoins sind nach Kaminsky vieles, aber schon eines nicht: anonym. Wer etwas Aufwand betreibt, der kann nämlich einzelne Transaktionen ganz genau den Verursachern zuordnen.

Aber nun zurück zum Blogpost von Varoufakis. Dieser sieht vor allem grundlegende Designfehler in dem Konstrukt, nämlich:

  1. wegen der Maximalmenge an Coins ist auf lange Sicht eine Deflation unvermeidbar und
  2. es bildet sich bereits jetzt eine Art Bitcoin-Adel.

Deflation und deren Schattenseiten
Warum ist eine Deflation unvermeidlich und schlecht? Unvermeidlich ist sie deshalb, weil die Maximalmenge an Coins begrenzt ist. Und warum ist das ein Problem? Erstens, weil ein zu erwartender Fall in Bitcoin-Preisen die Bitcoinbesitzer dazu motivieren wird, mit ihren Käufen zu warten - denn warum heute was kaufen, wenn es morgen günstiger zu haben ist?

Zweitens: wenn Bitcoins dazu benutzt werden, um Waren zu kaufen und man eine gewisse Zeitverzögerung zwischen dem Kauf der Waren und dem Ausliefern des Produktes zum Bitcoin-Markt berücksichtigt, wird ein stetiger Fall der Durchschnittspreise zu einer stetig sinkenden Marge für Firmen führen, die in Bitcoins handeln.

Die großen Bruchstellen
Weiterhin ist Varoufakis der Meinung, dass sich unaufhaltsam zwei große Bruchlinien innerhalb der Bitcoin-Wirtschaft entwickeln würden und bereits jetzt gut sichtbar seien.

Die erste sei der Bitcoin-Adel. Dies sind diejenigen Benutzer, die von Anfang an mit dabei waren, als das Mining noch relativ schnell und günstig ging und so einen Vorteil gegenüber denjenigen haben, die erst jetzt mit Bitcoin anfangen und so stetig wachsende Euro- und Dollarbeträge bezahlen müssen, wenn sie denn Bitcoins kaufen wollen. Mit anderen Worten: in gewisser Weise ein Schneeballsystem.

Die zweite große Bruchstelle sei der Graben zwischen Spekulanten und Benutzern. Natürlich würde mit jeder Währung eine gewisse Spekulation betrieben, aber im Gegensatz zu normalen Währungen sei die Spekulation mit Bitcoins um Längen größer als normale Transaktionen, wie Käufe.

Würde man beides zusammennehmen und solange das so bleibt, wird die Sprunghaftigkeit in dem Metier groß bleiben und kann die Leute von Bitcoins fern halten, die damit einfach nur Transaktionen vornehmen wollen (Greshams bekanntes "Gesetz").

Können diese beiden Grundfehler korrigiert werden? Varoufakis meint damit klipp und klar: nein, denn genau dafür braucht man eine Zentralbank und die Grundidee von Bitcoin ist ja die Dezentralität.

Er ist der Meinung, Bitcoin würde den Goldstandard von 1920 simulieren, und die Bitcoin-Wirtschaft würde irgendwann genau unter denselben Problemen wie in den 1920ern leiden, die zu Deflation führen kann und möglicherweise dafür dann sorgen, dass sie Bitcoin ganz aufgeben würden.

Der Grund dafür, dass Geld politisch ist, ist dass der einzig brauchbare Weg einer kollektiven Kontrolle der Geldmenge der über eine Zentralbank sein kann. Unpolitisches Geld sei eine gefährliche Illusion, und nach wie vor sei eine unabhängige, demokratisch kontrollierte Zentralbank die beste Hoffnung einer Geldform, die von und für die Menschen gemacht ist. Bitcoin, ungeachtet seiner vielen interessanten Eigenschaften, wird das niemals sein können.

Komische Tage gibt's gefühlt ja inzwischen viel zu viele, heute aber ist der Tag des Deutschen Bieres. Warum? Weil am 23. April 1516 das Reinheitsgebot erlassen wurde, das ist nun schon 497 Jahre her. In dem Sinne: Prost!

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(Quelle: Daniel Schneider, Bierglasblog.de - Lizenz: CC by-nc-nd-2.0).

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Wir erinnern uns: Phoenix ist seit Anfang des Jahres tot wie ein Dodo. Da kann und wird keinerlei Weiterentwicklung stattfinden, da Firestorm nun das einzige Projekt der Macher ist. Ich kann sie gut verstehen, dass sie ihren Zombie endlich beerdigt haben und froh darum sind.

Nun macht Linden Lab mit seinen Änderungen im Simulatorbereich langsam, aber sicher ernst, und erste neue Features wie die neuere HTTP-Bibliothek sind bereits auf gewissen Servern live. Da wird es auch nicht mehr lange dauern, bis das Serverside Baking (SSB) kommt und damit dann veraltete Viewer wie Phoenix die Avatare nur noch in schickem Grau sehen werden.

Also ist es langsam aber sicher für die Phoenix-Benutzer an der Zeit, ihren Phoenix in den wohlverdienten Ruhestand zu schicken und über einen geeigneten Ersatz nachzudenken. Wer sich mit Firestorm und dem Interface nicht anfreunden kann (obwohl es ein Phoenix-Skin hat!), der sollte sich mal den Cool Viewer von Henri Beauchamp oder Singularity Viewer 1.8.0 anschauen. Beide sind auf diese kommenden Änderungen nämlich vorbereitet und werden ihre Benutzer da nicht im Stich lassen.

Es gibt ja viele Blogger und SL-Fotografen, die ihre Bilder gerne bei Flickr reinstellen und dort bewundern lassen. Flickr gehört nun schon seit Ewigkeiten zu Yahoo! und ist ein typischer Freemiumdienst: die Basisleistung - 200 Bilder pro Konto - ist kostenlos und wer dort mehr hosten will, der muss eben 20 US$/Jahr berappen.

An und für sich ist das Modell auch eine gute Sache, denn so kann man sich sicher sein, dass der Betreiber nicht so schnell pleite macht oder den Dienst dicht macht, weil er keinen Profit macht. Das Problem an Flickr ist aber, dass man seine Daten einem US-Unternehmen in den Rachen kippt und das mitunter eben auch Entscheidungen treffen kann, die in unserem Kulturkreis ein wenig merkwürdig aufgefasst werden könnten.

Eine Sache dabei sind eindeutig die Richtlinien zu "pornografischen Inhalten", also Flickr hat da früher immer mal wieder gerne Bilder zensiert, die bei uns offen in Form der BILD-Zeitung bei jedem Bäcker aufliegen. Da kann man geteilter Meinung darüber sein, aber es muss ja nicht jedem gefallen.

Der Hauptgrund, warum viele ihre Photos bei Flickr online stellen, ist aber sicherlich nicht die tolle "Leistungsfähigkeit" der Webplattform, die schon länger ein wenig vor sich hin stagniert, sondern die darauf existierende Community. Flickr ist eben auch und vor allem eine riesige Bilderdatenbank und man kann sich viele Kommentare einfangen, wenn man es denn will und eben weiß, wie.

Nur ist Flickr eben auch ein Datensilo und das spürt man dann mitunter denn, wenn man nicht daran denkt. Wer beispielsweise einen Pro-Account hat und diesen auslaufen lässt und dann dabei nicht rechtzeitig daran denkt, seine Fotos zu sichern, der hat eben keinen Zugriff mehr darauf. Das ist dann ein typischer Fall von Pech gehabt.

Nun muss man das nicht mögen noch müsste das einen überraschen, denn das steht ja in den Nutzungsbedingungen so drin, nur wer liest die schon? Wer also Flickr nutzt und da vor unliebsamen Überraschungen sicher sein will, der sollte sich eben rechtzeitig und regelmäßig Backups seiner Daten ziehen, fertig.

Eine Möglichkeit dazu ist parallel-flickr. Schön, wenn man denn ein Backup hat, denn wenn man erst merkt dass man eines braucht und keines hat, dann ist es meistens viel zu spät.

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Es gab ja vor kurzer Zeit Spekulationen darüber, ob die Deutsche Telekom nicht vorhabe, die bisherigen DSL-Zugänge ähnlich im Mobilfunkbereich zu drosseln, so ganz nach dem Motto: ein gewisses Kontingent ist im Tarif mit enthalten, wer aber mehr verbraucht, dessen Leitung wird künstlich gedrosselt oder er darf eben für den Rest des Monats mehr zahlen!

Was damals folgte, das war ein mehr als halbherziges Dementi, und heute ist es nun soweit: die Telekom hat ihre Pläne in der Tat nun veröffentlicht und will solche künstlichen Drosseln nun auch im Festnetzbereich einführen. Die offizielle Pressemitteilung dazu kann man hier lesen.

Nun ist das Mittel von virtuellen Spielewelten ja meist die Übertragung und von Second Life ganz besonders, und ich glaube kaum einer möchte da wirklich nun mit einer Art Verbrauchszähler im Hinterkopf entscheiden müssen, was er im Internet macht oder eben nicht. Bei allen neuen Verträgen bis 16 Mbit/s soll die Drossel nach 75 GB greifen.

Bestehende Verträge sollen nicht geändert werden und die technische Einführung nicht vor 2016 passieren. Kommen soll sie aber laut Telekom eben nun dennoch. Das Argument der Telekom, warum man diesen Schritt nun geht, liegt in der Servicequalität des Netzes und dass man auch weiterhin das Netz ausbauen wolle. Was ein Mumpitz.

Das wirkliche Argument, warum die Telekom diesen Schritt einführt, liegt darin, dass sie beim Ausbau der Netze auf die Bremse treten und so Kosten sparen wollen.

Los gehen mit den neuen Verträgen bereits am 2. Mai, und es ist zu erwarten, dass nach diesem Dammbruch auch alternative Anbieter zügig nachziehen werden. Dies ist das Ende der Flatrates im Bereich Internet in der bisherigen Form und auch das Ende der Netzneutralität.

Persönlich frage ich mich, wo denn die Proteste der Piratenpartei zu diesem Schritt zu lesen sind. Bisher habe ich davon in den Medien jedenfalls noch nichts mitbekommen, und das ist gerade für die Partei, die der "Generation Internet" entsprungen ist und sich Netzpolitik als Kernthema überhaupt auserkoren hat, doch schon sehr blamabel. Mal wieder, denn mit dem richtigen performen in Sachen Medien außerhalb des Internets haben es die Piraten ja nicht so wirklich. Vielleicht waren sie auch nur eine gute Idee, die man langsam aber sicher begraben kann, wenn sie bald nicht deutlich mehr gebacken kriegen.

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Das Zitat der Woche kommt für mich von Devlin aus der Gruppe der Hammaren. Die Hammaren sind seit kurzem wieder im Rollenspiel aktiv und hinterlassen überall wie in Jorts Fähre nun ihre Duftmarken, wo der olle Griesgram Beowulf sich prächtig besoff und dann "Gebt mir eine Frau und ich zeuge Helden!" von sich gab. Göttlich!

Aber nun zu Devlin, die da schrieb:

[...] aber was ich ganz schlimm finde ist, die Bauweise auf vielen Sims. Liebe Leute, zuerst war das Land da, DANN kam der Mensch und passte sich dort an, richtete sich ein, er hat keine Berge verschoben, und linealgerade unüberwindbare Abgründe geschaffen, nur um andere abzuhalten, zum RP zu erscheinen. Da habts wohl erst die Festung gebaut, dann das Land drumrum? Na, Hauptsache, ihr habt dann auch Spass, da so unter euch, so unangreifbar. Ich kann nur sagen, wenn ich schon irgendwo erst klingeln muss in einem normalen Dorf oder Stadt, dass erst jemand kommen muss, um mir die Tür zu öffnen, habe ich schon keinen Bock mehr. Jeder, wie er mag.

Tja, so ist das. Obwohl man fairerweise sagen muss, dass es schon seinen Grund hatte, dass so ziemlich alle bedeutenden mittelalterlichen Burgen auf einem Berg mit weiter Sicht standen: von oben nach unten schießen ist leicht, von unten nach oben schwer. Man sieht den Feind schon von weitem kommen und kann sich darin munter verschanzen, wenn man es denn braucht.

Das Hauptproblem bei einer Belagerung war natürlich der Zugang zu Wasser. Hungern kann man lange, aber wenn man kein Wasser mehr hat, dann ist sehr schnell nach einigen Tagen Belagerung der Ofen aus.