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Anbei mal einige Thesen von mir zum goreanischen Rollenspiel, die ich so aus meiner eigenen Erfahrung schöpfe und eigentlich altbekannt sein dürften. Here we go:

  1. Diejenigen, welche sich immer, ständig und überall meistens auf Gruppenkanälen über den Verfall des Rollenspiels an sich beschweren, sind meist (mindestens mit 80% Wahrscheinlichkeit) die größten Ballerfritzen überhaupt und selber eifrige Totengräber des Settings - sie merken es nur nur nicht.
  2. "Früher war alles besser" - klar, weil man früher einfach keine Ahnung hatte, wie Gor zusammengesetzt ist, also spielte man eben einfach irgendwas und klar, das machte eine Menge Spass. Dann aber begannen einige Spieler mit der Zeit die Bücher zu lesen und wandelten ihr Spiel, sie näherten es den Büchern an - viele dagegen blieben bei ihrem "Gor Freestyle" kleben und so entstand ein großer Graben.
  3. "Früher gab es viel weniger OOC" - falsch. Früher gab es nicht weniger OOC-Rumgeheule als heute, im Gegenteil, es war mindestens auf demselben Niveau wie man es auch heute leider noch beobachten kann. Warum sollte es denn auch anders sein? Die Menschen sind damals nicht besser und nicht schlechter als heute, viele können und wollen nach wie vor nicht verlieren, und dann diskutiert man eben fleißig.
  4. Im Gegensatz zu früher ist heute vieles besser, vor allem gibt es inzwischen eine genügend große Auswahl an akkurater Bekleidung, Waffen und ähnlichem mehr, die es früher einfach oft gar nicht gab.
  5. "Die Männer müssen endlich die Herrschaft Gors von den Panthern/Outlaws/Mambas/... zurückerobern und aufhören über diese Gruppen zu heulen!" Vergiss es! Die meisten Spieler, die in solchen Gruppen unterwegs sind, haben zu wenig Verständnis von Gor noch das passende Mindset, dass sich solch ein Vorhaben überhaupt lohnen würde. Jeder kann sich eine Sim kaufen und "Gor" daran pappen, und solange das möglich ist, werden solche Gruppen auch niemals aussterben. Ausserdem würde man sich in eine Spirale der ständigen Gewalt begeben, weil man nämlich diesen Gruppen genau das gibt, wofür sie leben: Kampf. Daher ist das unmöglich.
  6. Kampf gehört zu Gor dazu - sicher, das tut er. Allerdings nicht in der Form, wie es in SL-Gor meistens stattfindet, dass mal eben eine Hand voll Panthern eine Stadt erobert oder Piraten in der Wüste wandern und man fast täglich angegriffen wird. Aber mehr zu verwirklichen ist eben meist schwer und daher bleibt es oft bei minimal möglichen Vorhaben stecken.
  7. "Ich bin Outlaw/Pirat/Carl Tabot, ich muss mich an keine Regeln halten" - tja. Nur Pech, wenn man normal eine Outlaw entdecken würde, wäre sie meist sehr schnell versklavt oder gar tot, also würde die sich das besser dreimal überlegen, bevor sie als solche einfach erkennbar in eine Stadt geht.
  8. "Die dort drüben mit ihrer Sim, die komplette Safezone ist/ohne Meter auskommt sind doch nur alles Feiglinge ohne Eier in der Hose, die nicht kämpfen können." - Falsch. Nicht jeder legt Wert auf Kampf, und wer lieber das alltägliche Rollenspiel vorzieht, der trifft eben eine solche Regelung. Das ist deren gutes Recht und es gilt dabei immer noch: wer zahlt, schafft an, nur können das manche Kämpfer ums Leben nicht verstehen, wie manche auch ohne Kampf glücklich sein können und mehr noch, Spiel haben, ist für sie doch der Kampf das Spiel. Dazu kommt, dass die Kämpfer dann beleidigt schmollen, wenn auf ihre ach so tollen Angriffe dort keiner reagiert!
  9. "Rabääääh, ich griff XY ohne Vorwarnung an und die gingen alle einfach OOC, was soll das?" Tja, sicher nicht schön, aber es gibt keine Zwang zum Mitspielen und wenn jemand als nur störend empfohlen wird, kann man ihm so die kalte Schulter zeigen. Ein Angriff ohne Vorwarnung ist ja auf den meisten Sims regelkonform, nur bedeutet das noch lange nicht, dass alle potentiellen Mitspieler den dann auch besonders toll finden.
  10. "Ich bin eine Sklavin - ich will von einem Mann bezwungen werden, bevor ich mich ihm hingebe!" - DZING, das geht meistens schief, ganz einfach weil solche Kampfsubs auf Gor nicht existent sind noch lange überleben würden. Auch hat längst nicht jeder OOC Bock darauf, sich so etwas zu geben.
  11. "Rabäääh, es gibt keine echten Kerle mehr auf Gor für uns Frauen!" - tja, dann schau mal in den Spiegel, welcher Mann bei Verstand würde nicht entsetzt vor dir flüchten? Meistens sind die Frauen, die offen darüber jammern auch diejenigen, welche die meisten Männer lieber mehr oder weniger flott links liegen lassen, da sie zu viel Probleme und Ärger bedeuten. Nur begreifen, dass es ja an ihnen selber liegen könnte, tun diese Frauen meistens nicht mehr in diesem kurzen Leben. Shit happens.
  12. "Bei den Amis ist alles viel, vieeel besser und sie lachen nur über das deutsche Gor!" - Fein, wenn da alles so gut ist, dann halte einfach deine Fresse und bleib doch dort, dich vermisst hier dann sicher keiner. Denn mal ehrlich: auch in Amigor ist längst nicht alles Gold, was glänzt. Der gewaltige Vorteil besteht darin, dass die Landmasse etwa zehnmal so groß ist wie die Deutschgors und es einfach damit einen Haufen Spieler mehr gibt, der ähnlich wie man selber tickt. Die Probleme aber, über die man dort diskutiert, sind nicht anders als im Deutschgor auch und auch dort gibt es genügend Probleme und OOC-Gejammer.

Eine Kleinigkeit noch zu Zero Splash, weil ich das gerade drüben schon bei Port Kar kommentiert habe: diese Einstellung macht den Kampf realistischer, ist aber längst nicht ein Allheilmittel für alles. Bogenkampf wird weitgehend witzlos, während der Nahkampf auf einmal schlagartig dominiert. So.

Nur ist und bleibt dabei dann eben der Punkt der: eine angreifende Übermacht von Outlaws unter Waffen ist und bleibt genau dies, eine Übermacht. Ob sie einem dann nun mit Bögen oder Schwertern legt ist zweitrangig, der Punkt ist dieser: sie kann es tun.

Am Tag, als Zero Splash im Gorean Meter heraus kam, gab es auch eine putzige Diskussion unter den Simbesitzern. Zero Splash bewirkt einzig und alleine, dass der Radius, in dem ein Pfeil in der Nähe eines Avatars Schaden verursacht, auf Null (englisch: Zero) schrumpft. Damit das aber auch funktioniert, muss der jeweilige Simbesitzer es in seinem Meter Region Server als Option einschalten, sonst bleibt alles wie gehabt. Zero Splash ist damit eine weitere, freiwillige Einstellungsmöglichkeit, nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Aber es ist eine, die es eben in sich hat, denn wenn jemand Zero Splash auf seiner Sim aktiviert, ist das eine gravierende Änderung in der Spielmechanik: die bisher gewohnte Kampfweise mit den Maschinengewehrbögen, die endlos Pfeile verschießen und man rennt durch die Gegend wie ein Weltmeister, funktioniert damit nicht mehr. Wer bei aktiviertem Zero Splash mit dem Bogen Schaden anrichten will, der muss sein Ziel auch wirklich direkt treffen, sonst verpufft die Wirkung der Waffe ins Leere.

Das bedeutet nichts anderes, als dass diese Einstellung den Bogenkampf ein ganzes Stück realistischer macht als bisher und die Dominanz des Bogens im Kampf bricht; auf einmal macht Nahkampf sehr viel mehr Sinn. Wer Kampf mit diesen Einstellungen nicht gewohnt ist, der wird neu lernen müssen oder untergehen.

Ich rechne allerdings nicht damit, dass sich diese Einstellung weit verbreiten wird, ganz einfach weil diese vielen zu radikal sein dürfte. Einige Sims werden es tun, schon alleine um sich die berüchtigten Ballerhorden dadurch vom Leibe zu halten, aber ansonsten wird man es nur vereinzelt in freier Wildbahn betrachten dürfen.

Das machte auch die Diskussion in "Gor Admins auf Deutsch" deutlich, wo in der Option manche - mal wieder - den Untergang Gors sahen, die eben Kampf für RP halten oder damit gar verwechseln. Damit war dort alles bereits gesagt, einige Sims werden es sicherlich direkt testen und gar danach aktiv lassen. Was daraus am Ende werden wird, das wird sich zeigen, aber vor allem die von ihren Mietern unabhängigen Sims werden sich den Luxus leisten, das aktiv zu schalten, da bin ich mir sicher.

Letzten Endes nähert sich das GM mit der Option von der Kampfweise her schon stark dem ML an, und es wird sicher auch eine Welle von neuen Updates für die Bögen geben, da das bisherige Reporting die Option "Zero Splash" in vielen Bögen wohl kaum kennen dürfte.

Heute ist der Gorean Meter in der Version 4.2 erschienen. Es gibt eine neue Einstellung, die man im Meter Region Server >=4.2 einschalten kann namens Zero Splash.

Zero Splash bedeutet dabei nichts anderes, als dass bei der Einstellung nur noch direkte Treffer am Avatar auch wirklichen Schaden bewirken. Mal schauen, wie sich das nun verbreiten wird... oder auch nicht.

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Wer weiß, vielleicht sollte ich öfters ein wenig über episodisches und "Wir-sitzen-alle-an-einem-Tisch-und-langweilen-uns-gepflegt"-RPs jammern, immerhin küsste mich dabei die Muse und brachte mir einige Ideen ein, wie man ein wenig den Muff von tausend Jahren unter den Talaren wegbekommen kann. Was daraus werden wird, wird die Zeit zeigen - aber einen Versuch ist es allemal wert, denn wenn man es nicht probiert, weiß man nicht, was daraus hätte werden können.

So oder so... ich bin gespannt.

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Einigen von euch dürfte noch das Combat Meter namens MetaLife in Erinnerung geblieben sein. Im Jahr 2009 gab es mal einen kurzen Hype um dieses im deutschen Gor, welcher denn aber damit endete, dass es sich auf breiter Front nicht durchsetzen konnte, sondern fast wieder so schnell, wie es kometenhaft in der Gunst aufstieg auch wieder in der Versenkung verschwand.

Danach blieb es ruhig um dieses Combat Meter, die Macherin Tala Nagy selber arbeitete offensichtlich auch nicht mehr daran und es dümpelte mehr oder minder schlecht als recht vor sich hin. Kurz und gut es war eines dieser Projekte gewesen, aus denen noch hätte viel werden können, wenn der Macher denn am Ball geblieben wäre - war sie aber eben nicht.

Aber das hat sich nun schwer geändert, denn seit Mitte Februar hat ein Team namens 7Sins diesen Meter von Tala Nagy komplett übernommen. Die neuen Macher legten denn auch mit einer flotten Geschwindigkeit los, sie wollen bald das MetaLife 2 heraus bringen und arbeiten nun an allen möglichen und unmöglichen Ecken und Enden daran, dass dies auch passieren wird.

Die auffälligste Neuerungen ist zunächst einmal, dass die offizielle Webseite für das Meter umgezogen wurde und nun unter http://metalife2.altervista.org erreichbar ist. Außerdem haben sie das erste Update des Meters seit fast drei Jahren herausgebracht, das MetaLife Meter ist nun in world in der Version 1.21 erhältlich, den Changelog dazu gibt es hier.

Was die neuen Features von MetaLife2 sein werden, darüber hüllen sich die Macher noch in Schweigen, sie haben nur durchblicken lassen, dass sie mehr Spielelemente ins Meter einbringen wollen und darüber bald eine offene Diskussion im Forum starten werden.

So oder so, mit dem MetaLife-Meter kann man wieder rechnen, zumindest wenn es dem neuen Programmiererteam gelingt, wirklich die Ideen, die sie haben, auch umzusetzen. Ob es denn allerdings Sims geben wird, die es wieder einsetzen werden, steht natürlich auf einem gänzlich anderen Blatt.

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Heute kam mir beim Durchlesen der Südland-Foren mal folgender Gedanke: wie könnte eigentlich Rats-RP aussehen, das wirklich mal Spaß macht? Meistens ist Rats-RP doch eine recht öde Veranstaltung, weil einfach die Hälfte der notwendigen Personen generell immer fehlt, meistens sich alle Personen mehr oder minder einig sind und man stundenlang irgendwelches Zeug diskutiert, was keinen interessiert noch man geschweige denn wirklich braucht. Da dies zu meiner Zeit damals noch als Administrator von Talbot nicht viel anders gelaufen ist, stehe ich der Abhaltung eines solchen Rates auch ablehnend gegenüber. Braucht keiner so, will keiner so und Spaß macht es auch keinen.

Beispiel gefällig, was ich damit meine? Aber bitte sehr, bitte gern:

Redner: Werte Kollegen! Heute diskutieren wir hier im hohen Rat der Stadt Kleinkleckersdorf über die Beschlußvorlage A/38, in der es darum geht, ob die zukünftige Steuer für Zierplfanzenhaltung in Häusern 10 Prozent oder zehn von hundert monatlich des amtlich beurkundeten Einkaufspreises betragen soll  [blafaselsülz, Stunden später, alles schnarcht ] - danke für die Aufmerksamkeit, und nun stimmen wir darüber ab!

Alle stimmen dafür - Hauptsache, der Spinner da vorne gibt endlich Ruhe und man kann heim, um dort Spass zu haben.

Gibt es nicht, kennt ihr nicht? Aber sicher doch! Genau so läuft es oft ab, Ratssitzungen sind einfach nur so etwas von öde und sie taugen nicht einmal als Demokratiesimulation, so dass man sich solch einen Schmarrn doch am Besten gleich sparen kann! Dazu kommt, dass häufig nicht einmal alle wichtigen Positionen des Rates besetzt sind oder - und auch das ist schlecht - nur mit Alts, die zu dem Zeitpunkt herausgekramt werden. Sagt Nein zu solchem Mist!

Wie also könnte spannendes Rats-RP, wenn man es denn tatsächlich wagen will, aussehen und was benötigt man dazu? Ich selber stelle mir darunter folgendes vor, was man braucht:

  • einen gut besetzten Rat, in dem wirklich alle wichtigen Positionen besetzt sind. Wichtig dabei ist, dass diese Personen aber nicht nur zu den Sitzungen erscheinen und danach nie mehr, sondern im normalen Leben in der Stadt auch greifbar sind, damit man sie bedrohen, bestechen, beeinflussen, entführen und was weiß ich noch alles kann.
  • mindestens zwei große Lager, in die der Rat gespalten ist. Harmonie ist nämlich nichts anderes als Langeweile pur, das ist eine Tatsache, die nirgend wo sonst als im Fernsehen besser begriffen worden ist, und stellen wir uns mal vor, dass in einer der Telenovelas sich alle vertrügen - die wäre doch nach drei Folgen schon abgedreht! Lächerlich, wovon wirklich spannendes RP in der Art lebt sind Brüche, kantige Figuren, begnadete Redner, ein Rat, der voller Leidenschaft, Intrigen, Macht und Korruptheit gespalten ist, unberechenbar ist, lebt und atmet!
  • Neben den zwei Lagern braucht es auch mindestens zwei Köpfe, die diese Lager anführen. Diese sollten begnadete Redner sein, die es auf ihre Art und Weise schaffen, den Rest in ihren Bann zu ziehen, das Schwert des Wortes geschickt zu schwingen, aber auch vor Intrigen, Putschversuchen, Bestechungsversuchen und vielem mehr nicht zurück schrecken, um dem Feind zu schaden. Genau von so etwas und nichts anderem lebt ein Rat!
  • Geld, Habsucht, Macht, Intrigen - alles Themen, von denen ein Rat unterschwellig getrieben ist, was man nicht immer direkt sieht, aber dennoch fühlt. So etwas muss sein!
  • ein brüchiger Burgfrieden im Fall eines Krieges! Sollte man im Krieg sein, dann ist es nur logisch, dass man zusammen hält, aber das ist brüchig und im Krieg kommen eben Leute um, wieso sollte man da nicht ein oder zwei Feinde mal dem Gegner ans Messer liefern? Nirgendwo sonst geht das so elegant im Krieg und einfacher als mit einem guten Verrat, wobei man sich da auch immer vor Augen halten muss, dass man den Verrat, aber nicht den Verräter liebt.
  • Flammende Reden voller Leidenschaft, Angriffen auf den Gegner, Wortgewalt, Substanz und Worten in epischer Breite! Wer im Rat spricht, der will schließlich etwas bewegen, und so spricht er denn auch. Wer eine Idee davon kriegen will, wie das aussehen könnte, der möge sich zum Beispiel diese antike Rede von Marcus Tullius Cicero gegen Catilina in der deutschen Übersetzung durchlesen. Genau so etwas gehört in den Rat einer großen Stadt, denn so etwas ist großes Kino!
  • Machterweiterung durch politisch motivierte Ehen, Schauprozesse mit tödlichem Ausgang, Frauen die ihre Männer vergiften, um selbst ihre Macht zu vergrößern, und und und...

Ein solcher Rat könnte und würde sicherlich eine Menge Spaß bereiten, aber einen Rat dieser Art etablieren und vor allem spielen zu können ist illusorisch, und damit der Ansatz zum Scheitern verurteilt.

Irgend etwas tut sich gerade auf Hrungnir. Wenn man sich auf die alte Sim "Hrungnir av Ironwalls" begibt, dann hängen dort nicht mehr die bisherigen Simbesitzer als OOC-Admins aus, was darauf deuten lässt, dass diese mit der Sim nichts mehr zu tun haben.

Zudem zeigt eine Ortssuche im SL-Client nun noch ein "Piedmont-Nord-Hrungnir" an. Interessante Zeiten scheinen das zu sein.

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Nasty Palen, eine der Gründerinnen von Kasra und seitdem dort ununterbrochen aktiv, hat in ihrem Blog am Sonntag offen angekündigt, dieses verlassen zu wollen.

Als Hauptgrund dafür gibt sie an, dass ihre Rolle in Kasra unspielbar geworden sei. Nasty hat in Kasra einen Wechsel durchgemacht von der Wirtin zur Baumeisterin hin und wurde als solche zur Regentin gewählt. Sie wollte in Kasra neuen Wind reinbringen, eine Besonderheit in Kasra ist ja, dass der IC-Rat auch die OOC-Geschicke der Sim mitbestimmt - und als solche dann natürlich gehörig der Regent. Das ist eine Konstruktion, die gut gehen kann, aber nicht immer unbedingt muss - persönlich halte ich es aus diversen Gründen für eine schlechte Konstruktion, und genau an dem Beispiel wird auch gut sichtbar, warum dem so ist.

Diese Regentschaft dauerte denn auch gerade einmal sechs Tage, weil sich in Kasra intern ein heftiger IC-Widerstand gegen die Regentin formierte, der dazu führte, dass sie sich nicht einmal mehr auf ihre eigenen Rarii verlassen konnte, weil diese gegen sie waren, so schreibt Nasty.

Als Fazit schreibt Nasty folgendes:

P.S.: Liebe Freunde, die ihr mir hier zum Teil seid, so wird das nichts mehr .. ich kann mich mit diesem Kasra und seinen Spielern nicht mehr identifizieren, auch ooc seid ihr mir weiter entfernt als jemals zuvor.

Ich bedanke mich für eine meist schöne Zeit und verlasse Kasra nun.
Ingame bedeutet das, Nasty ist einfach weg .. die Türen zu ihrem Zimmer stehen auf, ansonsten sind keine weiteren Spuren zu finden.

Tja, dazu gesellen sich noch bisher 22 Kommentare, in denen die internen Gräben in der Gruppe Kasra recht gut offensichtlich werden.

Was ist festzuhalten? Kasra hat seine Gründerin offensichtlich verloren, solange das nicht irgendwie doch noch geheilt wird, Kasra durchläuft gerade eine Radikalisierung, die wo auch immer enden wird, es wird sicherlich einen neuen Regenten geben, das ist auch keine Frage, der dann innerhalb von drei Monaten der Sim seinen Stempel aufzudrücken versuchen wird.

Schade ist es dennoch, wenn ein Gründer einen solch unwürdigen Abgang erfährt, weil er tatsächlich versuchte, dem Rollenspiel neue Impulse zu geben. Kurzfristig gelang es auch, aber das war es dann auch schon wieder erst einmal wohl gewesen.

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Es ereignete sich heute, dass ein Trupp von insgesamt sieben Personen "auf der Durchreise" von irgendeiner ungenannten Torvaldslandsim in Belnend Station machte. Soweit, so gut. Es ist ja so, dass man in SL-Gor ständig um die halbe Welt reist, da gibt es eben auch so etwas und fertig, damit kann man ja leben. Darunter waren zwei Bondmaids, vier Männer und eine freie Frau gewesen. So.

Also was macht man, da die zu recht früher Zeit (16:00 Uhr) aufschlugen und brüllten wie am Spieß? Man geht aus seiner Wohnung raus und gibt intern mal die Devise durch, Mensch da klopft ja schon das RP gleich mehrfach bei uns an, da sollten wir auch mal darauf eingehen und etwas daraus machen. Das wirkte, auch wenn die Interaktion dieser "Nordmänner" mit mir doch ein wenig dürftig gewesen ist, ich konnte sagen, was ich wollte, ich wurde weitestgehend ignoriert und sie spielten mehr mit sich als mit mir und später uns dann. Uns? Ja, denn freundlicherweise gesellten sich dann doch noch zwei freie Frauen dazu.

Die Gäste hockten sich hin, ließen sich bedienen und benahmen sich ansonsten genau so, wie man es sonst nur von irgendwelchen Piratenhorden zu erwarten hat - wobei, selbst die sind inzwischen oft besser drauf. Was bedeutet das konkret? Man tut so, als sei man der Herr der Stadt, was rein von der Logik des Combat Meters drei Verteidiger gegen sieben Angreifer auch stimmen mag, aber sonst eben nicht.

Man pöbelte aufs Feinste, beleidigte die freien Frauen und drohte ihnen Strafen an, wenn sie sich nicht wie die Gäste es wollten zu benehmen wissen. Haha, selten so gelacht - SCHNARCH!

Dazu nahm man mit Verwunderung auf, das Belnend auf einmal im Süden liegt - da hat wohl wer beim Anschauen der Gorkarte gehörig geschlafen oder meint tatsächlich, dass Städte auf Gor munter umherwandern, aber hey - das hat sogar schon Kenny entdeckt, dass Thentis ja auf Gor quasi überall sein kann, also wieso auch nicht Belnend? Es gibt komischeres im Leben... also gabs das übliche, stereotyp-blöde-langweilige und hirnbefreite Südwurm-RP von Seiten der "Nordmänner", Beleidigungen ohne Ende, Drohungen ohne Ende - kurz gesagt es war zum Kotzen. RP-technisch war das absolut, absolut allerunterste Schublade was da geboten wurde und nicht mehr feierlich gewesen.

Dann ist natürlich die Frage, die man sich stellt: was soll man denn mit so einem Haufen tun? Eigentlich müsste man mal eben einen Trupp Krieger herbeiordern, der diese Vögel zur Besinnung mal für ein paar Tage in den Kerker stopft. Auf Gor wäre das bei einer Stadt wie Belnend mit ca. 20000 Einwohnern ohne Probleme machbar, in SL-Gor aber gilt ja meistens: nur wer da ist, zählt. Also war es eine fette Übermacht des Gegners und damit keine Chance.

Natürlich könnte man das Spiel auch zähneknirschend mitmachen und so seine Rolle verbiegen - aber darauf habe ich wiederum keine Lust.

Ich persönlich entschied mich dann dafür, die Vögel einfach links liegen zu lassen und ging mit der Ansage "Ladies, geht nach Hause, es lohnt sich nicht, diese Subjekte zu bedienen." weg. Was soll man auch sonst noch da tun... mir ist dann für so etwas einfach meine Zeit zu schade, sollen sie doch mit der Wand spielen und daraus ihren Spass beziehen, ich kann damit auch besseres anfangen.

Nun gut. So ist meine Sichtweise der Dinge, andere mögen es anders sehen, was mir bisher fehlt ist eine knallige und praktikable Idee, wie man solche Leute mal zu einer gewissen Einsicht bewegen könnte - ich gebe offen zu, ich habe da keine außer gehen und mit denen eben dann nicht mehr weiter zu spielen.

Daher ist meine einfach Frage: was könnte man denn da sonst noch tun, wenn man nur mit den wirklich anwesenden Spielern arbeitet und nicht mit NPCs, um so ein Spiel bei solchem Auftreten zu wenden? Mir fällt da einfach nichts dazu ein.