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Es gibt Leute, die Segeln für ihr Leben gerne in Second Life und es gibt Leute, die fahren lieber Zug. Ich gehöre zu denjenigen, die gerne ab und an Zug fahren, und inzwischen macht das sogar wieder mit den Verbesserungen in den Simulatoren doch richtig Spaß.

Natürlich ist eine Zugfahrt in Second Life herrlich sinnfrei, denn der Teleport als Fortbewegungsmittel Nummer eins hat ja alles andere weitgehend abgelöst. Nichts desto trotz macht es durchaus sehr viel Spaß, mal auf einer der Strecken der Second Life Railroad oder Great Second Life Railroad zu fahren, da es entlang dieser Linien sehr viel zu entdecken gibt und es ständig etwas Neues zu entdecken gibt. Die Bauten entlang der Strecken sind herrliche Beispiele für die kreative Szene, teilweise auch der Pioniere, die es einst mal in Second Life gab aber momentan leider nach und nach verschwinden.

Die Linien entstanden dabei anfangs 2005 auf Initiative von Bewohnern Second Lifes, aber inzwischen kümmert sich bei vielen das Linden Department of Public Works um den Erhalt derselben, mehr noch, momentan werden sie auf dem Mainland kräftig ausgebaut. Wer eine genaue Auflistung verschiedener Linien und weitergehende Informationen haben will, der sei auf die englischen Webseiten des Virtual Railway Consortiums verwiesen. Das VRC bietet in seinen Präsenzen unter anderem eine kostenlose Lok für 0 Linden Dollar an, die zum Befahren der Strecken sehr gut geeignet ist. Es gibt eine regelrechte Zulieferindustrie an Loks aber, die Preise bewegen sich dabei im Rahmen von 0 - 4000 Lindendollar und die Breite des Angebots an Fahrzeugen reicht von Draisinen über Dampfloks hin bis zu Dieselloks und mehr.

Das Video selber wurde von mir mit Hilfe des WeGame-Clients unter Windows 7 auf der Strecke der GSLR von der Sim Purple nach Mocha gedreht, als Viewer war Phoenix im Einsatz und mit Hilfe des freien Miro Video Converters nach MP4 konvertiert. Die Aufnahmegröße des Fensters war dabei 800x600 Pixel und wurde mit Hilfe des genialen Hilfsprogramms Sizer eingestellt. Ein Schnitt des Videomaterials fand bisher nicht statt.

Dies ist eine der kleineren fahrbaren Strecken, auf der SLRR gibt es Strecken, die teilweise 80 Sims und mehr umfassen. Es ist einfach schön, dass sich so etwas doch so lange bis heute in SL erhalten konnte und auch weiterhin gepflegt wird.

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Die Dummheit der werten Mitmenschen ist leider nicht tot zu kriegen. Momentan macht folgender Hoax in allen möglichen deutschen SL-Gruppen die Runde und nervt einfach nur noch:

Freundesanfragen von r*** R*** NICHT annehmen. Es handelt sich um einen Hacker! Unsere N*** ihr Avatar wurde bereits gehackt. Dies ist für alle sichtbar indem ihr den Avatar komplett bunt seht. Zurücksetzen bringt keine Erfolg. LindenLab ist dabei gegen das Hacking vorzugehen. Bis dahin bleibt euch nur Bunt bleiben oder Avatar löschen. Von daher VORSICHT!!!

Anstelle dass sie zuerst einmal Nachdenken und überlegen, was daran sein könnte und recherchieren, nein, sofort rein damit in die Gruppen und alle gewarnt. Dass es dabei in Wirklichkeit nur darum geht, den betroffenen Avatar zu diskriminieren, fiele ihnen ihm Traum nicht ein...

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In Anlehnung an Zeusels Post über Kills habe ich gestern meine eigene Erfahrungen zum Thema Kill gemacht, indem ich meinen ersten Kill überhaupt ausgeführt habe.

Ich fragte mich vorher immer, wie fühlt sich das wohl an, wenn man so etwas emotet? Jetzt kann ich aus der eigenen Erfahrung sagen: nicht anders als anderes Rollenspiel an sich auch. Das vorbereitende RP zum Kill dauerte knapp eine Stunde, die Durchführung an sich - es war ein Schwerthieb und dann drücken des Kill-Buttons im Gorean Meter - knapp zwei Minuten. Es hatte für mich bei der Ausführung dann fast etwas klinisches an sich, es war weder besonders anregend noch blutrünstig gewesen. Die ganze emotionale Wucht eines solchen RPs entfaltet sich erst nach Beendigung der Tat, wenn dann zudem die OOC-Admins ihrer Arbeit nachgehen müssen und all die üblichen Entsetzungsstürme abkriegen, und so kam es auch. Nach einem Kill ist erst einmal auf vielen Sims das RP gelaufen und alles holt schnaufend tief Luft, um die Administrativa und den üblichen Sturm der Entrüstung abzuarbeiten.

Nun kam dazu, dass ich mich auf den Vorgang auch gründlich vorbereitete, also meine Bringschuld wahrnahm. Ich las vorher die Simregeln und achtete im RP genau darauf, dass die Mindestanforderungen sogar etwas mehr als nötig erfüllt wurden, damit letzten Endes nach dem Einsenden des Logs die ganze Geschichte nicht für Invalid erklärt werden würde.

Was braucht man neben der Einhaltung der Regeln dann für einen Kill? Natürlich ein Opfer und einen handfesten Grund. Ich bin persönlich auch kein Freund des Kills und der Meinung, man sollte seinem Opfer zuerst einmal immer Möglichkeit zur Flucht geben, die gab es auch. Es handelte sich dabei um eine fleischfressende Wilde aus dem Dschungel, diese war emotet bereits auf dem Schiff gut verstaut und gen Heimat geschickt worden, nachdem sie aber nach ein paar Minuten rumstehen auf dem Schiff immer noch dort rumstand und wüste Bedrohungen nach dem Motto "Ich komme mit meinen Kumpels zurück und reiße dir die Eingeweide raus, dann töte ich dich!", war das Maß voll. Wozu sich auch dieser Gefahr aussetzen, wenn sie die Möglichkeit zum Entkommen dummerweise nicht nutzt und man ihr zuvorkommen kann? Eben, und so kam es auch.

Also nahm ich sie wieder mit, ab in den Kennel, Limits im Vorfeld gecheckt und dann mit ihr ein wenig gespielt, dazu noch zur Sicherheit mal IC nachgefragt, ob sie das tatsächlich noch immer vorhabe, mich zu töten - ja, hat sie, sie war sich da ganz sicher, damit hatte sie die letzte Chance vertan, noch einigermaßen unbehelligt aus der Sache wieder heraus zu kommen.

Also bekam sie, als die Zeit reif war, eine gnädige Bewusstlosigkeit verpasst und dann letzten Endes einen harten, tödlichen Schwerthieb in ein lebenswichtiges Organ. Das alles lief ohne OOC und Limitüberschreitungen ab, es kann auch sein sie rechnete letzten Endes damit nicht getötet zu werden, und so war sie dann eben tot und die Sache erledigt. Danach wurde noch von meiner Seite der RP-Log eingereicht, das RP geprüft und für valide erklärt.

Alles in allem war dies mal eine interessante und neue Erfahrung, aber es ist auch nichts wo ich sage, dass ich das nun regelmäßig bräuchte. Andererseits gehört der Tod nunmal auch zum Gor-RP dazu und wenn man ihn nie ausspielt, verlieren gewisse Rollen auch ihren Reiz, da gerade manche Spieler ja immer gerne die Gefahr spüren, und zur gesamten Bandbreite der Gefahr gehört der Tod unauslöschbar dazu.

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Es ist jetzt ziemlich genau eine Woche seit meinem Post über meine Erfahrungen in Lydius vergangen. Zweifelsohne hatte ich mit diesem Post unbeabsichtigt ein Monster erschaffen, mit teilweise bis zu 94 Kommentaren ist er der am heftigsten diskutierte Blogpost hier überhaupt, zudem sorgte er für eine Verdoppelung der täglichen Besuche.

Was gut ist, ist aber nun gut, das Thema ist für mich mehrfach durch, und mit dieser Nachlese schließe ich es ab. Ich habe einige unter die Gürtellinie gehende Kommentare gelöscht und das weitere Kommentieren für diesen Post abgeschaltet, 91 bleibende Kommentare sind mehr als genug. Wenn ihr euch weiterhin über Lydius, BtB, Transen und dergleichen kloppen wollt und wieso das gut ist oder nicht, dann könnt ihr das gerne woanders machen, aber nicht mehr hier.

Aber zum Abschluss von mir dazu noch ein paar Anmerkungen:

  • nein, ich bin kein Mitglied der lydianischen Spielgruppe, noch war ich es oder habe ich es vor das zu sein, auch habe ich keinen Alt in der Gruppe,
  • der Post entstand aufgrund meiner eigenen, persönlichen Wahrnehmung die sich in dem Fall im Laufe von einigen Wochen bildete - diese ist immer subjektiv, andere mögen es anders sehen und das konnte man ja an den Kommentaren auch erkennen,
  • mir persönlich ist es egal, ob nun in Lydius BtB 1000% oder nur 95% gespielt wird oder Disney. BtB ist für mich kein Allheilmittel noch alleine bereits Garantie für gutes Rollenspiel, wer dazu tiefergehendes lesen will, hier gibt's dazu einen lesenswerten Artikel von Zeus.
  • Was Disney und BtB ist, definiert noch jeder zuerst einmal ziemlich für sich selbst und die Meinungen dazu gehen bekanntermaßen extrem weit auseinander.
  • Wer zahlt schafft an, das war schon immer so und ist in SL auch nicht anders.
  • Ja, die Anzahl der Kommentare hat mich vom Hocker gerissen, dass das nun so ein Aufreger sein würde habe ich beim Posten nicht gedacht und vor allem über was dann alles noch so diskutiert wird erst recht nicht.

Ich weiß, dass der Post in Lydius intern selber tagelang für extremen Aufruhr mit Wut sorgte und man sich teilweise über mich den Mund fusselig redete. Gut, das ist dann eben so, ich habe mit ihm in ein Wespennest gestochen wie es aussieht.

Das allerdings die durch den letzten Post induzierte Stimmung so lange anhielt liest sicher nur teilweise an meinem Post. Lydius ist zweifelsohne eine schöne Sim, stabil und tragfähig finanziert, und man wird auch sicher noch in Zukunft sehr viel von ihr hören, die auch stark den Gemeinschaftsgedanken pflegt und von der einige, interessante Impulse für die Gemeinschaft ausgingen und sicher auch in Zukunft ausgehen werden.

Offensichtlich ist es auch eine Sim mit einer Spielerschaft, deren Vorstellungen von Rollenspiel sich stark von den meinigen unterscheiden, was kein Vorwurf ist sondern völlig normal und gut, denn wo wäre man im Spiel ohne die Vielfalt, aber das mit den differierenden Vorstellungen habe ich nun begriffen und ziehe für mich erstmal die Konsequenzen daraus.

Ich denke, es ist auch erst einmal gut nun und vielleicht werde ich mal wieder in ein paar Monaten vorbei schauen, im Moment zieht mich nichts wirklich mehr dahin, worüber die Lydianer sicher nicht traurig sein werden, und gut ist es.

Aber bitte, das betrifft nur mich und ist meine ureigene Meinung und Erfahrung. Es soll keinen davon abhalten, Lydius selber einmal zu besuchen, um sich ein eigenständiges Bild und seine eigenen Erfahrungen darüber zu bilden. Denn nach wie vor ist nichts besser, als sich über irgend etwas seine eigene Meinung zu bilden!

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Eigentlich wollte ich zu der Angelegenheit nichts mehr schreiben, da das Thema als Dauerbrenner schon oft genug durchgekaut worden ist, aber nun juckt es mich doch wieder in den Fingern, da es doch mal wieder soweit ist.

Ich war mit meiner Gefährtin Elena in den letzten Tagen desöfteren auf Lydius' Straßen unterwegs und versuchte dort ein wenig buchnahes Spiel aufzuziehen. Nun ist es so, dass Lydius als Sim ja gerade nach den ganzen Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen sich in stabilen und ruhigeren Fahrwassern befindet. Die Sim ist wieder ordentlich gewachsen, auch die Größe der eigenen Gruppe stieg gut an, es ist eine schön bebaute Sim und eigentlich spricht ja nichts gegen einen Besuch da.

Nur ist es in Lydius inzwischen so, dass sie da wieder mit Inbrunst daran arbeiten, ihrem alten Ruf als elitär im Spiel und inflexibel im Reagieren auf externe RP-Anreize, der so langsam verblasste, neuen Glanz zu verleihen.

Das bedeutet schlicht und einfach: wer sich nach Lydius begibt, der kann ungehindert mehrfach durch die Stadt latschen, ohne dass er auch nur von irgendjemandem angesprochen wird. Die eine Hälfte der Leute vergnügt sich munter in der Taverne, die andere Hälfte schmiedet irgendwelche Intrigen epischen Ausmaßes, wobei die meisten von Isnogud inspiriert sein dürften, und dazwischen gibt es nicht viel. Seitdem man neben die Taverne einen Katzentisch für die freien Frauen hingestellt hat, da diese scheinbar nicht in der Lage sind das pompöse Teehaus der Baumeisterin Bellatrix zu finden, ist auch im Teehaus natürlich tote Hose angesagt. Lydius ist sich momentan mal wieder selbst genug und das lässt es auch jeden seiner Besucher mit aller Wucht spüren, indem man sie wo es nur geht ignoriert.

Eine mögliche Erklärung wäre das schöne Wetter und Sommerloch, aber das ist mir zu wenig, denn die Sim ist abends durchaus mit 10-20 Avataren gut besucht, also es gibt genügend Potential für Spiel dort. Damit ist das Sommerloch keine passende Erklärung für das Verhalten.

Die andere Erklärung ist einfach diese, dass man es momentan nicht nötig hat, auf externe Reize überhaupt zu reagieren, sich selbst mehr als genug ist und seine eigenen Intrigen und Plots vorantreibt. Wozu man dann allerdings diese Veranstaltung als Handelsstadt betreiben muss, wenn es momentan kaum noch Handel gibt, ist eine weitere Frage.

Es ist nicht so, dass es nicht mal anders gewesen wäre. Vor dem großen Umbau waren die Lydianer durchaus reisefreudig, sie bereisten auch ab und an andere Sims und sorgten so für Intersim-RP. Aber seit der Beendigung des kräftezehrenden Umbaus ist das alles wie weggeblasen, man sieht sie woanders - egal ob in neutralen Städten oder bei Verbündeten - nur noch äußerst selten, und damit wird es auch immer schwerer, noch mit den Lydianern als Externer überhaupt irgendwelche Plays anzufangen.

Leider ist es wirklich so, wenn man als Besucher in Lydius momentan zu irgendwelchem RP kommen will, dann hilft nur noch die Brechstange. Sprich Sachen wie den Heimstein klauen, Administrator entführen, eine Belagerung der Stadt und ähnliches, darunter steigt man momentan offensichtlich nicht mehr wirklich auf Angebote ein. Einerseits deren Sache, andererseits schade, weil sich so mehr entwickeln könnte und alte, durchaus gute Möglichkeiten gerade hoffnungslos verrotten.

Ein Beispiel dafür, wie man es besser machen kann, ist für mich Kasra, das liegt dort am Konzept der Sim. Es gibt mit dem Feuerkrug einen sozialen Brennpunkt für Alle, und wer sich dort rein begibt, der wird zwangsläufig ins laufende RP eingebunden, denn man hört ja immer gerne Geschichten und ein Reisender kann viel erzählen. Neben dem Konzept gehört dazu aber auch eine gewisse Offenheit und Flexibilität für externe Anreize, die gibt es in Kasra, in Lydius sind sie während des Umbaus aber offensichtlich flöten gegangen.

Drüben bei Elena, die von sich aus schon über ihre Erlebnisse der letzten Zeit mit Lydius bloggte, hat sich in den dortigen Kommentaren zu ihrem Post auch Pea von den Wakanda zu Wort gemeldet. Das Bild, welches Pea da zeichnet, ist ernüchternd und ihre Frustration verständlich.

Sie schreibt von einigen, sehr dominanten Spielmachern in Lydius, die kein Spiel neben dem ihrigen wirklich zulassen würden und auch geradezu eifersüchtig dafür sorgen würden, dass für den Rest nicht viel Luft bliebe. Sollte solch ein Spielmacher mit Avatar A denn mal in Lydius Pause haben, so hole er Alt B hervor, der ebenfalls eine Machtstellung in der Stadt innehabe und treibe so seine Spielchen weiter.

Die Wakanda haben immer wieder versucht, selber zu Spiel zu kommen, aber egal was sie auch machten, es blieb weitestgehend folgenlos oder man ging auf das Spiel erst gar nicht ein, wie z.B. die nicht ausgespielte Entführung von Zasta am offenen Lagerfeuer zur Zeit des Umbaus, der versuchte Heimsteinklau und vielerlei mehr. Dazu kommt dann noch der neue Handelsposten mit seiner kleinen Gruppe, dem man einerseits IC die Taverne abbrannte und dann aber auf die Folge-RPs von dort nicht einging. Kein Wunder, dass die Gruppe um den Wirt dort sich inzwischen auf Jorts Fähre niedergelassen hat.

Pea selber klingt in ihrem Fazit auch entsprechend enttäuscht, als sie schrieb:

Mien Tipp für Fussfassen in Lydius :
Spiele eien Rolle hoher Kaste , strebe nach Macht udn Führung, stelle dich gut und schleime dich ein bei den Spielemachern udn wage es nicht zu Kritisieren.
Dann wirst du aufgenommen werden und fliegst vieleicht auch bald einen Tarn oder befehligst Kriegschiffe.
Macht, Intriegen, Politik, Bürokratie, Stadtleben in einer Stadt die als Handelstadt es nicht nötig hat mit anderen zu Interagieren denn ihre Lager sind Randvoll.

Verstehen kann ich ihren Frust aber mehr als gut, irgendwie klingt Lydius nach dem Kommentar für mich ein wenig fast als die deutscheste aller deutschen Gorsims, es klingt jedenfalls alles andere als einfach.

Übrigens haben mich ja auch immer mal ab und an einzelne Lydianer gefragt, wieso denn ausgerechnet ich als von den Ideen her buchnaher Spieler nicht in Lydius spielen würde, manchmal gab es auch Abwerbungsversuche, die ich immer freundlich lächelnd abwiegelte.

Der Grund dafür ist ganz einfach: weil es in Lydius nichts gibt, was ich nicht schon habe und ich mich kenne, wäre ich in der lydianischen Spielgruppe drin, dann würde ich da ziemlich sicher erst einmal intern ordentlich mit der Keule reinschlagen, dass es so richtig schmerzt. Dazu kommt, dass ich seit August 2010 in Ivalo aktiv bin und mich da wohl fühle, ich bin gut integriert und habe da genug zu tun. Ivalo ist seit über drei Jahren existent, etabliert und stabil, auch hat das Betreibermodell - nur zwei Leute, die die Sim leiten und finanzieren - gegenüber dem Multiownermodell von Lydius inkl. den innewohnenden Reibungsverlusten und möglichen Hang zur Kakophonie etliche Vorteile.

Auch finde ich es prima, dass man sich auf Ivalo bisher einem Rat der Stadt strikt verweigert hat und der nicht kommen wird, in kaum einer andern Angelegenheit wird im RP mehr unnötig Energie verpulvert wie im Stadtrat, am Ende kommen die Leute dann meistens doch wieder direkt zum Scheffe und die Arbeit bleibt an ihm kleben, der einzige Unterschied zwischen einem Rat der Stadt und Ubar ist, dass beim Rat der Stadt noch zusätzlich alle Leute, die sonst nichts zu sagen haben, dann stundenlang darüber diskutieren, wieso ein dreibeiniger Tisch nicht wackelt, man zu den relevanten Details sowieso nicht kommt weil dann alle schlafen gehen müssen, aber Hauptsache man hat es einmal gesagt und sie haben Dampf abgelassen. Na danke aber auch!

Es ist keine explizit buchnahe Sim und die Stadt als solche nimmt auch grob nur 1/4 der Simfläche ein, aber man ist durch das Konzept im Umgang mit Fremden recht offen, durch die Schänke gibt es auch einen Ort an dem man meistens Leute antrifft und es so zu offenem RP kommt. Ivalo ist eben einfach meine Heimat im RP, und es wird so schnell auch keine andere Sim mehr geben, die genau dies mir bieten können wird, es hat nach meinem Weggang aus Port Kar lange genug gedauert, bis ich wieder auf solch eine Sim gestoßen bin, da wäre ich auch schön blöde es so einfach wegzuwerfen.

Dazu kommt, dass ich in meinen rollenspielerischen Ansichten flexibel wie Kaugummi bin, das heißt ich weiß zwar, wie es richtig sein sollte, aber mir bricht im Gegensatz zu anderen BtBlern, die schon die Krise kriegen wenn sie mal in einer Stadt keine Zylinder sehen kein Zacken aus der Krone, wenn das nicht der Fall sein sollte. Je nachdem auf welche Sim ich gehe, gehe ich da mit unteschiedlichen Erwartungen hín und habe da dann mein Spiel und fertig, allerdings gibt es auch gewisse Sims, auf die ich nicht gehen muss, aber die wird fast jeder Spieler haben.

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Epic Fail
Epic Fail

Es gibt nach Partikeln und den Avatar Rendering Costs (ARC) eine neue Sau, die durch das Dorf getrieben wird und für eine ordentliche Hexenjagd auf alle möglichen Avatare sorgt, nämlich die Möglichkeit der an einem Avatar gleichzeitig aktiven Skripte auszulesen und auf einer Tafel darzustellen.

Gesetzt den Fall, jemand geht zum Beispiel auf die Rollenspiel-Sim Stadt Schendi und er hat 101 aktive Skripte am Avatar laufen (Haare, Schuhe, HUD-Objekte usw.), wo liegt dann dort das Problem? Er bekommt einen automatisierten Arschtritt nach Hause nur mit einem lapidaren Hinweis, dass er zuviele Skripte gleichzeitig aktive hätte - und das war es gewesen.

Skripte sind etwas technisches, fraglos können sie zum Lag einer Sim beitragen, aber sie sind nicht die einzige Komponente, die dazu beitragen kann. Wenn man schon also dafür sorgt, dass die Skripte beim Betreten einer Sim gezählt werden, dann wäre es für den technisch unbegabten Spieler doch besser, man gibt ihm eine Handreichung an die Hand, wie er seine Skriptlast reduzieren kann und man erkläre ihm überhaupt mal, wieso zu viel Skripte nicht gerne gesehen sind. Denn aus diesem Wissen um die Grundlagen könnte dann ja so etwas wie Einsicht entstehen und daraus Taten folgen.

So aber kriegt man in Schendi nur einen gepflegten Arschtritt, der sich mit Hilfe anderer auch ganz simpel umgehen lässt und sorgt da nur für gehörigen Frust. So umgesetzt aber ist es ein einziger, epischer Fail.

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Es gab im Forum "Gor auf Deutsch" einen Thread in dem es darum geht, was denn so die Pro und Contras von Mambas im RP sind. Ich persönlich bin, und daraus mache ich auch keinen Hehl, absolut kein Freund dieser Rolle, denn ich kann mit Mambas im RP wenig bis gar nichts anfangen und gehe ihnen lieber so gut es geht aus dem Weg. Ich halte sie für eine Nischenrolle, die sich hochgehyped hat und irgendwann auch wieder von alleine wie früher die Tuchuk oder Kurii einschlafen wird, wenn all die hippen und coolen Mambas nämlich feststellen, dass kaum noch ein normaler Rollenspieler mit ihnen spielen mag. Dann wird es entweder wie bei vielen anderen Nischenrollen auch so werden, dass sie einfach aussterben werden, denn alleine im Lager rumsitzen ist nur öde und/oder ein Teil des Tribes wird zu vagabundierenden Mambas werden, der mal hier und da spielt, aber nicht mehr wirklich fest. Man wird es ja sehen, was da kommen wird.

Meine Probleme mit Mambas als Rolle an sich sind vielgestaltig, als da unter anderem wäre:

  • die Mambas sind eine extrem kleine Nischenrolle, in den Büchern sehr vage beschrieben und örtlich im Auftreten begrenzt. Erst einmal die harten Fakten: es handelt sich dabei um ein Eingeborenenvolk des Dschungels, durchaus ernstzunehmende Kämpfer, die ihre Eckzähne feilen und Menschen fangen, um sie zu fressen. Ihre Feinde dabei sind unter anderem die Talunas, und sie sprechen sicher nicht alle Goreanisch, das war es denn auch gewesen. Für ein kleines RP mag das reichen, für ein Lagerleben an sich ist das aber als Basis viel zu dünn und daher haben die ersten Tribes, die es in SL so gab, auch auf Basis irdischer Naturvölker auf das Norman'sche Mambafundament einen mächtig großen Eigenbau gestellt. Das ist eine Sache, die ja im Gor-RP nicht unüblich ist und auch in anderen Rollen, wie z.B. den Assassinen oder Heilern, stattgefunden hat.
    Aber gerade im Falle der Mambas ist eben die Basis besonders dünn!
  • Mambas sind also in den Büchern im Vorkommen lokal beschränkt um die Dschungel um Schendi herum. Wenn man sich eine Gorkarte schnappt und da mal die Entfernungen anschaut, was soll dann bitte ein Mamba-Stamm meinetwegen in Kasra, Lydius oder Belnend? Es ist einfach unwahrscheinlich, dass er den schützenden Urwald überhaupt verlässt, und in solchen Städten könnte man auf Gor auch nichts mit Mambas anfangen, sondern würde sie einfach nach ihrem Aussehen behandeln, dazu später noch mehr.
  • Weiterhin sprechen die Mehrzahl der Mambas nicht mal Goreanisch, wenn man dann so einen Mamba im RP hat, der nur mit Ushindi-Translator vor sich herbrabbelt und ansonsten nichts emotet, was bitte soll man mit solch einem Genossen groß anfangen außer Freilassen oder Töten, wobei Freilassen noch mehr OOC-motiviert wäre?
  • Überhaupt ist mein Kardinalsproblem einfach, dass es nicht wirklich viel Möglichkeiten gibt, was man mit Mambas so im Fall einer Gefangennahme anfangen kann. Versklaven ist nicht wirklich drin, das wird sich keiner antun wollen, also bleibt dabei auch entweder nur Freilassen oder Töten.
  • Dazu kommt dann noch, dass es einfach nervt wenn ein Gruppe wie das manchmal Mambas (und auch Piraten, Panther, Outlaws, tralala...) auf eine Sim teleportieren und ohne großes, vorheriges RP eine Stadt angreifen, nur weil sie selber zu blöde sind, nicht eigenes RP auf die Reihe zu kriegen und zu etablieren neben dem üblichen Combat-Capture-Kennel-Rape-Ritus.

Mein Hauptproblem aber mit Mambas ist, dass die meisten eigentlich in Städten bei Erkennen Kill on sight sein müssten und selbst Panther/Talunas sind da um einiges flexibler in der Bandbreite, aber dass das Töten von Mambas nur eine sich endlos drehende, ständig steigende Gewaltspirale nach sich ziehen würde, also das aus reinen OOC-Überlegungen nicht empfehlenswert ist und man eigentlich so diese Rolle nicht wirklich so IC bearbeiten kann, wie es sein müsste. Das ist natürlich nicht nur bei ihnen der Fall, gilt für die Mambas aber besonders...

Warum, nur warum, versuchen die Leute ständig irgendwelche Nischenrollen aufs Biegen und Brechen zu beleben und reagieren dann nur verstockt und sauer, wenn die Mehrheit der Spieler eben darauf nicht gewartet hat und sie wegen der Rolle lieber meidet? Hätten sie sich mal eine normalere Rolle gewählt, dann hätten sie vielleicht auch mehr RP als nur unter sich in der Gruppe, so aber können sie das nicht wirklich erwarten.

Vermutlich wird sich das Problem Mamba aber, so wie die Kurii auch, von selbst erledigt haben, wenn es den Spielern zu dumm wird vom Rest der RP-Welt weitgehend wegen ihrer selbstgewählten Rolle gemieden zu werden und dann suchen sie sich eben etwas Normaleres aus und fertig.

Ich habe an meiner Blogroll hier einige Änderungen vorgenommen, als da wären:

  • "Das zweite Leben und wir" entfernt, da das Blog nicht mehr existiert und der dazugehörige Handelsposten auch nicht.
  • "Elenas Second Life" hinzugefügt, featuring Elena Gallacher.
  • Fatale von Mila Vendetta hinzugefügt.
  • Asinay, ein Blog aus Anango, hinzugefügt.
  • Kajirarolls hinzugefügt.
  • "Dinas zweites Leben" hinzugefügt.
  • "Kasra und mehr" hinzugefügt, der offizielle Blog des Feuerkrugs.

Mal schauen, was sich in Zukunft noch so tun wird...

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Beim Googlen durch das WWW habe ich durch Zufall den englischsprachigen Baukasten entdeckt, aus dem sich einige der auf Deutschgor spielenden Mamba-Tribes munter bedient haben, und hier ist er: Nocraphilia.

Wer sich das auf Englisch durchliest, der wird merken: es ist so, wie ich es schon ab und an vermutete. Das, was die Mambas spielen, basiert als Basis auf den wenigen Hard Facts aus den Büchern und darauf aufgebaut sind sehr viele, eigene Ideen, Interpretationen und Interpolationen.

Einer der dortigen Blogposts, in dem die dort erfundene Kultur gründlich erklärt wird, ist dieser: "Mamba Culture."

Alles in allem ist das mal schon interessant zu lesen, aber nichts was ich da drin lese bestärkt nun mein Verlangen darin, mit Mambas überhaupt RP zu machen noch würde ich es vermissen, wenn es im RP-Gebiet keine Mambas mehr gäbe. Die Rolle ist mir einfach zu vage in den Büchern, es wurde zu viel eigenes hinein interpretiert und vor allem ist die IC-Bandbreite dessen, was man mit einer gefangenen Mamba machen sollte - entweder freilassen oder töten - doch verdammt gering, dazwischen gibt es nicht viel.

Der Blog in 2010
Der Blog in 2010

Anbei ein lustiges Fundstück, so sah dieser Blog im Jahre 2010 aus. Für alle, die es interessieren sollte das war vor meinem Umstieg auf WordPress als Blogengine, damals lief der Blog hier noch mit Serendipity. Letztendlich gab die viel größere Anzahl an frei verfügbaren Themes und Plugins unter WordPress dann für mich den Ausschlag den gesamten Content nach WordPress zu migrieren. Bisher habe ich diesen Schritt auch nicht bereut.