Kategorie: Personal

Mein Problemchen mit Fashion Feeds

Als ich heute mal wieder bei Momo las, dass „Fashion Feed of SL“ nun dicht ist, geriet ich ein wenig über Sinn und Unsinn dieser Einrichtungen ins Grübeln.

Zunächst einmal ist ein Fashion Feed das, was man allgemeiner und vor allem auch gebräuchlicher als Planet bezeichnet. Technisch gesehen ist das nichts anderes als ein Stück Software, dem man eine gewisse Menge an RSS-Feeds zum Fraß vorwirft und welches daraus eine lesbare Seite generiert. Eigentlich ist ein Planet damit ein einfach gestrickter RSS-Client, der als Ausgabe aber eben wieder eine Webseite erstellt und fertig. Auf Englisch hat sich neben Planet dafür auch die Bezeichnung „River of news“ eingebürgert, die von Dave Winer geprägt wurde. So sieht das übrigens am Beispiel der New York Times aus.

Dabei gibt es eine gewisse Anzahl an Implementierungen, zwischen denen man wählen kann, angefangen vom simplen Python-Skript, das dann statische Seiten generiert. Das geht los bei Planet in Python, geht weiter zu Planet Venus und diversen PHP-Systemen, die das so nebenher erledigen können wie WordPress oder Drupal. Es gibt sie in genügend Auswahl.

Das Problem ist nicht, solch ein System zu installieren und ans Laufen zu bekommen, das schafft man wenn man Übung hat in unter zehn Minuten. Danach lässt man stündlich einen Cronjob laufen, und das Ding grast die Feedliste nach Neuigkeiten ab, baut sie ggf. in die lokale Seite ein und das war’s.

Nein! Das Problem an der Sache ist etwas anderes: die Auswahl der Feeds! Wenn man schon einen eigenen Planet gründet, meinetwegen beispielsweise einen deutschsprachigen RP-Geschichtenplanet über Second Life, dann muss man erstmal eine gewisse kritische Masse an Feeds finden, die es sich zu integrieren lohnt. Der Maßstab, was man aufnimmt und was nicht, ist man dabei selber.

Dann muss man noch seinen eigenen Planet auch bewerben und darauf achten, dass die Autoren der feedenden Blogs nicht aufmucken. Kann ja sein, manche mögen’s nicht, wenn sie dann in einem solchen Planet gelistet werden und wollen da lieber raus. Darauf muss man dann eben achten.

Und natürlich muss man das Ding dann auch noch irgendwie bewerben, damit es eben bekannt wird.

Also alles in allem gewisse Arbeiten, die man leisten muss plus auch regelmäßig die Feeds warten, ggf. nicht mehr existente Blogs rauswerfen und neue aufnehmen. Wobei bei neuen Blogs es so eine Sache ist, wenn der Planet dann bekannt genug ist, klopfen die Autoren häufig und gerne von alleine mit der Bitte um Aufnahme an. Aber man kann eben nicht alleine darauf bauen, denn manches interessante Blog will so gefunden werden.

Das Problem an Fashion Feeds in Second Life ist dabei aber nicht die Software, sondern einfach die Mode an sich. Es wird wohl schwerer, geeignete Blogs für einen qualitätvollen Feed zu finden, wenn man denn nicht unbedingt die üblich-modischen Hackfressen sehen will, sondern beispielsweise sowas hier wie Maci Restless.

Von einem gut geführten Planet haben im Endeffekt sowohl der Betreiber als auch die Blogs was, denn es macht die aufgeführten Blogs bekannter und der Betreiber bildet eine Art Knotenpunkt der Szene. Sowas aufzubauen bedeutet aber einiges an Recherche, dann ständiger Wartungsarbeit und auch einiges an Ärger. Das darf man nicht unterschätzen.

Goodbye MySQL, hallo MariaDB!

Unter der Haube des Blogs hier habe ich das alt gediente MySQL 5.1.X in den Ruhestand geschickt und nun durch MariaDB 5.5.X ersetzt.

Warum? Weil mir zunehmend Oracles Verfahrensweisen bei MySQL auf den Keks gehen und MariaDB als Dropin-Replacement sich einfach geradezu anbot, zumal der Gründer von MariaDB Monty Wirzenius ist, der ursprüngliche Autor von MySQL. Der Mann weiß also, was er tut. Unter der Herrschaft von Sun ging’s noch mit MySQL, aber seitdem Oracle eben Sun aufgekauft hat, ist das so eine Sache.

Im Blogbetrieb selber sollte man keinen Unterschied bemerken, ich bin mal gespannt, wie sich nun die gute Maria eben so schlagen wird.

Archäologisch interessant: Second Life vor sechs Jahren

Ich bin heute beim Stöbern in Tante Google auf ein altes Blog gestoßen, welches nur über ein paar Monate im Jahr 2007 betrieben wurde, und so sieht das Ding aus:

neudeisland

Zu finden ist es unter der Adresse http://neudesecondlife.blogg.de/. Wer damit nichts anfangen kann: die Partnervermittlungsseite neu.de hatte einige Zeit lang in Second Life eine offizielle Sim und das ist das dazugehörige Blog.

Dieses wurde bis heute nicht abgeschaltet, und wer schon mal immer wissen wollte, wie man vor sechs Jahren in Second Life rumrannte und was man damals dort so trieb, der wird dort fündig. Auch finden sich auf dem Blog Fotos einiger alter Bekannter wie Franziska Flanagan, die bis heute aktiv sind.

Ich wünsche beim Stöbern viel Vergnügen, aber eine kleine Warnung noch vorweg: es dauert ein bisschen, bis das Blog denn auch wirklich lädt. Der Server dort scheint nicht der allerschnellste zu sein.

Vernetzte Gehirne arbeiten zusammen effizienter als alleine

Die interessanteste Meldung dieser Woche ist für mich eindeutig aus dem Bereich der Biologie. Es geht dabei um ein Experiment an Laborratten, die sich in Brasilien und den USA befanden.

Die Biologen haben dabei den Ratten beider Seiten Elektroden in dem Bereich des Gehirns eingepflanzt (aua!), der für die Körperbewegung zuständig ist. Dabei wurden die Signale dann mittels Internet auch noch über 6000 km weit übertragen.

In den Käfigen in Brasilien waren die Ratten darauf trainiert, wenn eine Lampe leuchtet einen kleinen Hebel zu drücken, dann bekamen sie Wasser. In den USA befand sich derselbe Versuchsaufbau, allerdings ohne Lampe.

Und nun geschieht das Interessante: dank der Signale aus Brasilien konnten die Ratten in den USA in 70% der Fälle das Problem dennoch lösen. Mehr noch, die Signalleitung funktioniert sogar in beide Richtungen, wenn sich die eine Ratte irrte, dann verstärkte die andere die Signale, um sie deutlicher zu machen und der Empfänger drückte häufiger auf den Hebel. Wie das genau funktioniert, da tappen die Forscher bisher im Dunkeln.

Warum ich diese Meldung interessant finde? Nun, was bei Ratten funktioniert und die Technik ist nunmal bereits jetzt existent, das muss im Grunde auch beim Menschen funktionieren. Denn bei aller Arroganz, die der Mensch häufig an den Tag legt, ist doch dessen Hirn aus biologischer Sicht betrachtet vereinfacht gesagt ja zwar eine erhebliche Weiterentwicklung des Rattenhirns, aber die grundlegenden Funktionalitäten sind dieselbe, da die Natur im Laufe der Evolution nunmal an ihren bewährten Grundbauplänen festhält. Die Forscher träumen ja von einer Art biologischen Rattencomputer, den sie dann vor diverse Aufgaben stellen wollen. Welche sollen das denn bitte sein? Dronen fliegen? Solche Forschungen findet wenn doch vor allem immer das Militär höchst interessant, die haben da schließlich das Abo drauf.

Was wir hier haben, ist eine funktionierende Datenaustauschschnittstelle zwischen zwei lebendigen und relativ einfach gebauten Gehirnen über eine große Entfernung. Wenn das auf diese Art und Weise funktioniert, dann werden die Forscher sicherlich alles daran setzen, die Sprache oder genauer die Codierung der Hirnströme zu entschlüsseln, um diese zu lernen, zu verstehen und per Hand nachbauen zu können. Das muss man sich mal in Ruhe durch den Kopf gehen lassen, damit sich der Gedanke sackt.

Wenn man denn erstmal die Sprache versteht, dann ist es vermutlich kein allzu großer Schritt mehr, ein biologisches Gehirn durch einen Computer zu ersetzen, der in dem Bereich tätig ist. Die Schaffung einer neuralen Hirn-Computerverbindung ist ja seit vielen Jahren ein Traum vieler Wissenschaflter.

Und wenn die Übertragung im Bereich von Bewegungsabläufen so gut funktioniert, wer sagt dann nicht, dass diese Technologie weiter entwickelt eines Tages dazu in der Lage sein wird, virtuelle Umgebungen direkt im Gehirn Wirklichkeit werden zu lassen? Das würde jedenfalls die Möglichkeiten und Grenzen unserer Wahrnehmung deutlich verschieben. 

Die Grundlagen dieser Entwicklung sind jedenfalls heute bereits vorhanden und funktionieren.  Die Frage dabei ist, wo uns diese Forschung noch hinführen wird, ich bin mir jedenfalls sicher, da ist noch viel Luft nach oben drin und der Anfang ist nunmal gemacht. Da gibt es kein Zurück mehr.