Der Einbau des Mesh-Deformers ist in Gefahr!

Wie alle wissen, die bereits mit Meshkleidung Erfahrung haben, ist das Hauptproblem daran, dass man die Kleidung nicht seinem Shape anpassen kann, sondern seien Shape bisher der Kleidung anpassen muss. Das ist für viele ein großer Hemmschuh, sich Mesh zuzulegen, da sie dazu nicht bereit sind. Seit November 2011 nun arbeitet Qarl Fizz an einem Stück Software, den sog. parametrischen Meshdeformer, dessen Programmierung von SL-Bewohnern finanziert worden ist und dass genau diesen Umstand beheben soll. Damit würde sich dann die Kleidung dem Shape anpassen und gut, die Designer würden mehr verkaufen und Linden Lab selber erklärte sich dazu bereit, das in seinen Viewer einzubauen. Inzwischen gibt es sogra einen Projektviewer von Linden Lab mit dem Feature und Qarl arbeitet wieder heftig daran, also dachten alle das wird gut. Bis heute!

Denn im zugehörigen Jira STORM-1716 schlägt nun ausgerechnet der bisher in der Community wohl geschätzte Oz Linden, der sich für die Viewerentwicklung bei Linden Lab insgesamt verantwortlich zeigt, ganz andere Töne an.

Es begann damit, dass Oz Linden am 3. Mai einen Aufruf im JIRA startete, dass Linden Lab zu Testzwecken von Designern Meshes bräuchte, um das Feature zu testen und Regressiontests zu bauen, für den Fall des Einbaus der Funktion.

Am 8. Mai - also nicht mal fünf Tage nach dem Aufruf nur im JIRA! - dann kam von Oz folgender Kommentar, der mit Sorge aufgenommen wurde:

Perhaps this issue really isn't all that important, or worth the trouble to integrate.

So far, only one designer has responded with one test garment.

Let me be clear - the lack of test material is a major blocker for testing, and therefor accepting, this proposed feature. If you want it, step up and do it soon.

Oz zeigt sich darüber enttäuscht, dass bisher nur ein Designer Material zur Verfügung gestellt hätte. Daher sei die Funktion vielleicht gar nicht so wichtig, wie viele tun würde oder es gar überhaupt wert, integriert zu werden. Der Mangel an Testmaterial sei ein Problem beim Testen und damit letztendlich für den Einbau dieser Funktion. Wenn man das immer noch wolle, solle man endlich seinen Arsch kriegen und Linden Lab schnell Testmaterial schicken.

Danach startete natürlich ein entsetzter Aufruhr, was denn dieser Tonfall solle und überhaupt sei JIRA dafür das falsche Medium, es seien zwar viele Designer als Abonennten des Tickets mit dabei, aber längst nicht alle würden Mesh erstellen. Also bekam Oz umgehend die Retourkutsche zu hören, das läge an schlechter Kommunikation von Seiten Linden Labs, wenn dann müsse man das an besserer Stelle kommunizieren.

Oz antwortete darauf dann damit:

Good suggestion, Sabina... done.

I don't think it's fair to say that no one knows.. there are 175 Watchers on this issue who got mail when I posted the request, and it did get picked up in at least one fairly popular blog.

However, the forums may reach a wider audience... let's see.

Oz findet also die Idee gut und hat das nun bereits getan. Allerdings findet er es unfair zu sagen, keiner würde von dem Aufruf wissen, denn 175 Leute hätten das Ticket abonniert und damit den Aufruf per Email bekommen, außerdem sei er in zumindest einem populären Blog geposted worden. Allerdings könnten die Foren vielleicht ja eine bessere Reichweite haben und genau das probiere er nun aus.

Mit seinem recht harschen Tonfall sowie auf einmal der Eile, die Linden Lab nun in der Sache an den Tag legt, hat Oz viele Leute verstört. Dazu kommt, dass er von den Einsendern für Testmaterial verlangt, dass sie eine Mitwirkungserklärung unterschreiben sollten. Diese gibt es aber nicht im Wiki, sondern wohl nur bei Oz per Email und darüber, was darin steht, hüllt er sich im JIRA in Schweigen. Vermutlich geht es darum, dass Linden Lab die Teile für seine Regressionstests verwenden darf und man ihnen so dafür ein uneingeschränktes, dauerhaftes Nutzungsrecht einräumt.

Damit geht zunächst einmal der Appell an alle Designer: wenn ihr mithelfen wollt, dass der Meshdeformer kommt und ihr Mesh im Angebot habt, dann schickt doch Linden Lab Testobjekte. Letzten Endes profitieren wir dann alle davon.

Wer Objekte dafür beisteuern will, hier ist die Anleitung, wie man das mit dem Projektviewer tun kann.

Das Problem an der Sache ist: im JIRA wird man wohl kaum in der Masse an die Designer herankommen, die Oz braucht um seine Testobjekte zu bekommen. Er hat nun ebenfalls im offiziellen SL-Forum einen Aufruf gepostet, aber auch dort ist es fraglich, ob er seine Zielgruppe gut erreicht. Es ist wohl mal wieder einer derjenigen Fälle, in denen Linden Lab ein Feature fundamental anders bewertet als seine Benutzer und in der Kommunikation zu versagen droht.

Was tun? 
Nun, ganz einfach wenn ihr den Deformer wirklich haben wollt, dann sprecht alle euch bekannten Designer die in Mesh machen darauf an, dass genau dieses Feature gerade auf er Kippe steht, weil Linden Lab händeringend Testobjekte für seinen Viewer sucht und gebt ihnen den Link mit dem Aufruf, was Linden Lab genau sucht. Noch ist es nicht zu spät!

Hat Second Life seine besten Zeiten hinter sich?

Auf Sluniverse gibt es gerade einen sehr interessanten Thread, der sich erfreulich sachlich und unaufgeregt dem Thema widmet, ob Second Life seine besten Zeiten inzwischen hinter sich habe - oder nicht.

Der Thread ging damit los, dass der Threadstarter Jauani die Frage stellt, was mit Second Life passiert sei - früher sei es hip gewesen, drin zu sein, heute dagegen wäre es vielen seiner alten SL-Freunde peinlich, noch mit Second Life in Verbindung gebracht zu werden. Was also ist passiert?

Zuerst gibt es ein wenig Geschichte - früher war es tatsächlich so, dass bis 2006 Linden Lab noch den Clubs für Events Geld bezahlte. Man wollte wohl eine lebhafte, interessante Szene haben und förderte diese so, aber irgendwann in 2006 wurde das Programm ersatzlos gestrichen und die Clubs waren fortan auf sich alleine sgestellt.

Einige sehen ein Problem darin, dass Linden Lab keine Geschäftsstrategie habe, wieder andere bringen es auf die einfach Formel: Second Life ist eine fantastische Idee und Linden Lab eine grottenschlechte Firma.

Die in meinen Augen beste Analyse aber in dem Thread stammt dabei von Penny Patton; hier ist ins Deutsche übersetzt, was sie dazu zu sagen hat:

Second Life war und ist eine großartige Idee, aber Linden Lab hat jedesmal den Ball fallen lassen, wenn sie die Möglichkeit hatten sich ihn zu schnappen. Nun haben wir Rodvik, der sich in Schadensbegrenzung übt. Es wird sehr, sehr lange brauchen, die zwölf Jahre an schlechten Entscheidungen und an Entwicklung in Schlüsselgebieten rückgängig zu machen.

Linden Lab hat versagt, die Inhaltsersteller mit den Werkzeugen und Funktionen zu unterstützen, die diese brauchen würden um Inhalte zu erstellen, die für normale Bewohner interessant und bezaubernd wären. Dieser Mangel an Unterstützung und Werkzeugen hat eine große Menge an potentiellen Inhaltserstellern aus Second Life vertrieben. Warum sollte man für Second Life etwas bauen, wenn es viel einfacher ist, Sachen für Unity, CryEngine, iDtech, Unreal usw. zu erstellen? Die letzteren könnten einem zudem helfen, einen Job zu bekommen, der besser bezahlt wird als die besten Inhaltsersteller in Second Life jemals zu träumen wagten.

Linden Lab hat darin versagt, die Community mit den sozialen Werkzeugen zu versorgen, die notwendig sind um einfach und intuitiv die diversen Communities und Inhalte zu finden. Die meisten ihrer Versuche, die sozialen Werkzeuge zu verbessern hatten den gegenteiligen Effekt.

Linden Lab hat darin versagt, Second Life kompetent zu fördern. Alles, angefangen von den schlechten Starteravataren zu den hässlichen, Linden gehörenden Umgebungen und DPW Projekten verjagt die potentiellen, neuen Benutzer durch das schlechte Aussehen. Das ist einfach nicht der Weg, wie man Leute nach Second Life bekommt und ihnen das Potential zeigt, was sie erschaffen könnten.

Linden Lab ruhte sich auf seinen Lorbeeren aus und versagte selbst im Bedienen von einfachsten Funktionen. Uns wurde bis zu dieser Woche gesagt, dass clientseitige AOs unmöglich seien (trotz des Faktes, dass Phoenix&Co. das bereits seit Jahren erfolgreich vorgemacht hatten). Uns wurde bis vor zwei Jahren gesagt, dass das Maskieren von Avataren unmöglich sei, bis auch das sich als falsch herausstellte.

Materialien und Normal Maps gibt es nicht. Der Aussehen-Editor ist auf so vielen Ebenen kaputt, dass er Avatare mit 2,50 m Körperhöhe und ellenlangen Armen garantiert. Die Kameraplatzierung ignoriert konsequent Jahrzehnte des Experimentierens und Praxis in der Videospielindustrie. Linden Lab hat kürzlich ein Alignment-Tool verworfen, welches Second Life eine der besseren und einfacheren Lösungen im Vergleich zu anderen 3D-Editoren gebracht hätte.

Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen. Übrigens ist einer der Gründe, der wirklich bis jetzt Opensim daran hindert Second Life zum Frühstück zu verspeisen, dass die Opensim-Entwickler sich selbst dadurch klein machen, dass sie viele der fatalen Fehler von Linden Lab kopieren. Würden sie das realisieren und diese Fehler beheben, dann wäre Linden Lab in ernsthaften Schwierigkeiten.

Wie auch immer, Rodvik scheint die Probleme anzugehen, aber es wird ihn einige Zeit beschäftigen. Er muss die innere Einstellung von Linden Lab grundlegend ändern, all diese Probleme lokalisieren, herausfinden wie man sie am Besten lösen kann und all das braucht seine Zeit.

Wie man sich selbst über Second Life am Laufenden hält

Ab und an werde ich gefragt, wie ich persönlich es denn schaffe, mich über Second Life und dessen aktuelle Entwicklungen so am Laufenden zu halten. Die Antwort darauf ist eigentlich ganz einfach: man muss nur wissen, wo sich die wichtigsten Informationsquellen für den Neugierigen befinden und dann diese lesen. In der Mehrzahl sind diese auf Englisch, also braucht man einigermaßen gute Englischkenntnisse oder nutzt Dienste wie den Übersetzer von Google. Diese Übersetzungen sind dann zwar nicht besonders schön, aber der Sinn wird erkennbar und das reicht dann allemal damit aus.

Was sind also die wichtigsten Informationsquellen? Nun, wie ich finde diese:

  • Second Life Grid Status Reports - wenn es zu ungeplanten Problemen im Grid, Abschaltungen oder Wartungsarbeiten kommen sollte, dann informiert dort Linden Lab darüber, ebenso ab wann das Problem behoben ist. Darüber hinaus finden sich dort Informationen über geplante Rolling Updates an den Servern.
  • Offizielles Second Life Blog - wenn es etwas wirklich grundlegendes, bahnbrechendes oder ähnliches gibt, dann wird das hier veröffentlicht. Das Blog spielt allerdings längst nicht mehr die wichtige Rolle, welche es früher innehatte, das hat sich deutlich verlagert. Die wichtigsten Meldungen sind unter "Featured News" zu finden. Die Blogs beider Schlagzeilen sind auch auf Twitter erhältlich.
  • Die Profilseite von Rodvik Linden - wer den Account nicht zuordnen können sollte: Rodvik Linden, mit wirklichem Namen Rod Humble, ist der aktuelle Geschäftsführer von Linden Lab. Manche wichtigen Neuerungen, aber auch teilweise interessante Diskussionen finden sich kurioserweise zuerst dort, obwohl man mit dem Blog deutlich mehr Bewohner erreichen könnte. So oder so - das Beobachten dieser Seite ist ein Muss.
  • Second Life in Google+ - meist dient es nur Reposts von Infos aus dem Blog, manchmal aber entstehen da interessante und sehr themenfokussierte Diskussionen.
  • Sluniverse - eindeutig das größte internationale Forum mit Themenschwerpunkt Second Life überhaupt. Daher eine weitere, sehr gute Quelle für interessante Informationen, ab und an meldet sich dort innerhalb von wichtigen Diskussionen ein Linden oder gar Rod Humble selber zu Wort.
  • Dwell on it - das Blog von Tateru Nino, mit allerlei interessanten Statistiken zu Second Life selber und Posts zu Second Life.
  • New world notes - das Blog von Wagner James Au, der früher als von Linden Lab bezahlter Blogger für Second Life Werbung machte und nach dem Aufhören der Tätigkeit als eingebetteter Journalist das Blog bis heute in Eigenregie weiterführt. Auch wenn er manchmal recht komische Posts schreibt und manchmal ungefragt einen Haufen guter Ratschläge von sich gibt, so sollte man das Blog dennoch gut verfolgen. Es ist und bleibt einfach eine der wichtigsten Informationsquellen in der Blogosphäre überhaupt.
  • The Alphaville Herald - Second Lifes am längsten laufendes Boulevardblatt (eigentlich eine Parodie auf das Format). Man sollte es nicht unterschätzen, hat es doch in der Vergangenheit mehrere unschöne Dinge ans Tageslicht gefördert, die auch dort zuerst thematisiert worden sind und wirklich alle etwas angingen, wie beispielsweise die diversen Machenschaften von Entwicklern des früheren Emerald-Viewers oder das Gemini CDS-System.
  • Second Life Grid Survey - ein Haufen aggregierter Zahlen und daraus abgeleiteter Statistiken, die sich um die Entwicklung des Grids drehen. Da Linden Lab viele Statistiken nicht mehr veröffentlicht, eine der wichtigsten Informationsquellen dazu überhaupt.
  • Metaverse Business - ein weiterer Statistikanbieter mit vielen Zahlen zu Second Life, Opensim und mehr.
  • Second Thoughts - das Blog von Second Lifes bekanntester Kassandra namens Prokofy Neva. Wer schon immer der Meinung war, Second Life ginge den Bach runter, findet dort sicherlich viele, viele Mitstreiter - und das seit 2004. Muss also was dran sein oder anders gesagt: kann man oft nicht so ernst nehmen. 
  • Gwyneth Llewelyn - ein Blog aus Portugal, in dem mehr gemächlich publiziert wird, wenn dann dafür entweder Bilder oder äußerst lange Artikel. Der Einfluss dieses Blogs und seiner Postings wird gerne unterschätzt.
  • Twitter - genauer eine Suche nach dem Hashtag #Secondlife. Damit findet man sehr schnell heraus, was sonst noch gerade der Aufreger des Tages ist.
  • Blog vom Phoenix Viewer - auch das ist für viele wichtig, immerhin ist dies mit beiden Versionen nach wie vor der am meist genutzte TPV überhaupt.
  • Second Life Mailinglisten - wer sich für speziellere Themen interessiert, wie Server-Betas, Viewerentwicklung und anderes, dann ist das für denjenigen eine sehr wichtige Infoquelle.
Sicher gibt es noch mehr Quellen, die interessant sein könnten, dies hier sind aber Knotenpunkte in der Community. Wer sich dort informiert, und natürlich vor allem auch an den offiziellen Quellen, der dürfte gut auf dem Laufenden sein und kaum eine Entwicklung verschlafen. Wer nur das Wichtigste braucht, der ist mit den beiden offiziellen Blogs eindeutig am Besten bedient, wer noch die Aufreger der Community mitbekommen will, nimmt Sluniverse und die diversen Blogs dazu.

Jaja, die Ewiggestrigen 1er-Viewer-Benutzer - mal historisch aufgedröselt

Zasta hat es heute mal wieder in seinem Blog mit den Leuten hat, die noch die 1er-Viewer wie Phoenix und dergleichen benutzen und nicht mehr versteht, wieso man diese Viewer noch freiwillig einsetzen kann, wo ihnen doch z.B. ganz einfach die multiplen Tattoolayer fehlen und der aktuelle Lindenviewer mit Abkömmlingen wie Firestorm inzwischen um einiges weiter ist. Dabei ist die Antwort darauf recht einfach, wenn auch vielschichtig.

Die wichtigste Erkenntnis dabei ist diese: der Viewer ist für die Bewohner von Second Life das Tor nach SL, damit ihr Werkzeug und wichtigstes Programm zur Nutzung von Second Life überhaupt.

Machen wir uns dabei ruhig nichts vor: der 1er-Viewer war und ist von der Usability her gesehen eine Katastrophe gewesen, ein historisch gewachsenes Chaos, das innerhalb von fast 9 Jahren entstand und immer mehr und mehr üppig wucherte. Er hatte dabei einige wirklich gute Ideen gehabt, wenn man sie entsprechend zu nutzen weiß, wie das Tortenmenü. Jaja, ich weiß manche können das nicht leiden, aber es ist auch nicht totzukriegen. Während sie im offiziellen Lindenviewer verschwanden gibt es Spekulationen darüber, ob in MS Office 15 nicht diese eingeführt werden, um die Nutzung auf Touchscreens zu erleichtern.

Aber wie auch immer: der 1er-Viewer war von der Usability her gesehen die reinste Katastrophe, der Punkt dabei ist allerdings der: wir kannten und hatten nichts besseres zur Hand gehabt. Jeder, der früh genug mit Second Life anfing, musste sich erst einmal mühsam durch diesen Viewer quälen und sich mit ihm anfreunden - oder er hörte irgendwann in dieser Arbeit einfach auf. Die Lernkurve zur Beherrschung dieses Viewers war extrem steil gewesen und für viele frustrierend hoch, zu hoch. Es gab zwar Projekte wie Imprudence, die sich auf die Fahnen schrieben, alles besser machen zu wollen und es in Details auch taten, aber niemals den Drive und die Masse entwickelten, in Second Life wirklich relevant zu werden.

Wer noch heute davon schwadroniert, wie leicht und einfach die 1er-Viewer zu bedienen seien, der lügt sich selbst in die Tasche. Es fällt einem nur deswegen leicht, weil man es eben so gewohnt ist und sich da inzwischen mit schlafwandlerischer Sicherheit bewegen kann, aber bis man diese Sattelfestigkeit erreicht hatte, das dauerte mitunter Wochen! Ein wirklich einfach und intuitiv zu bedienendes Programm sieht anders aus, mir fallen da beispielsweise von früher Kais Power Tools unter Windows ein.

Das ist auch der Grund, weswegen Linden Lab irgendwann einmal damit anfing, seinen Viewerdschungel 1 genauer zu analysieren und - ich finde zu Recht - einen der Hauptgründe, warum viele Benutzer nur einmal einloggten und danach nie wiederkamen in der absolut unterirdischen Usability dieses Viewers ausmachte. Im Klartext: das Programm hat einfach die Mehrheit der potentiellen Benutzer so dermaßen überfordert gehabt, dass sie genau einmal einloggten und dann nie wiederkamen, weil sie sich einfach diesen Mist nicht geben wollten.

Die richtige Entscheidung von diesem Desaster ist gewesen, dass man den Viewer grundauf von der Benutzeroberfläche her renovieren wollte - und das auch tat. Damit wollte man die Zahl der Benutzeranmeldungen steigern und dafür sorgen, dass man sich sofort einfacher zurecht findet in Second Life. Das ist im Prinzip eine Entscheidung gewesen, die nach wie vor richtig ist, nur die Umsetzung an sich ist das absolute Debakel gewesen.

Es ist nunmal so, und da kann man sich auf den Kopf stellen und mit den Beinen wackeln wie man will, das ändert nichts daran: der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Hat er sich erst einmal an eine Plattform gewöhnt, dann will er diese auch in der Art und Weise damit arbeiten können, wie er es gelernt hat und sich nicht auf einmal durch eine neue Version der Software wieder vorkommen wie ein kleiner Pennäler in der Schule. Er erwartet einfach, dass die Menüs genauso weiterhin aufgebaut sind, wie er es gewohnt ist, die Buttons da sind, wie er es gewohnt ist und genauso aussehen, und und und...

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Viper Viewer oder: only no publicity is bad pulicity

Mitte Dezember 2011 macht ein Video die Runde, welches viele begeisterte: ein neuer Viewer wurde angekündigt, der sich anschickte, den Kirstens Viewer mit neuen, geradezu revolutionären Features beerben zu wollen. Wer sich nicht mehr daran erinnern sollte, hier ist eines der Promovideos:

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Der Macher dieses Viewers war ein Machinimatograf namens Takif Viper und erscheinen sollte er Mitte bis Ende Januar. Viele waren nach diesen Videos geradezu heiß darauf, endlich dieses Wunderwerk der Programmierkunst in ihre Finger zu bekommen.

Doch was ist in der Zwischenzeit passiert? Nichts geschah, dieses vermeintliche Wunderwerk an Viewer war nur Vaporware, reinste heiße Luft, es gab nie einen solchen Viewer und wird ihn niemals geben. Takif Viper selbst erklärt in seinem Blog, dass diese Videos einzig und alleine Übungen im Filmen gewesen sind, nicht mehr, nicht weniger. Als Viewer zum Anfertigen von Machinimas empfiehlt er Exodus.

Auf gut Deutsch: Takif Viper hat die Residents angeschwindelt. Er hat einen Viewer beworben, den es niemals gegeben hat, und somit ein virales Marketing in Gang gesetzt, das vor allem einen Effekt hatte: sein Name ist sehr vielen Leuten damit bekannt geworden. Das ist natürlich geschickt gemacht, aber erzeugt auch ein entsprechendes Echo, wie er selber schrieb, bekam er auch einige Hatemails. Wer so etwas macht, der muss eben auch das abkönnen.

Amtlich: die Nachnamen kommen wieder!

Es ist amtlich: die Nachnamen als Feature kommen zurück! Die Frage ist nicht ob, sondern nur noch in welcher Form genau und ab wann.

In einem Post, den man hier nachlesen kann, schreibt Rodvik Linden persönlich dies:

Hey Sera Lok. Last names under active discussion. We are trying to figure out how to do it in a way which would be excellent rather than just ok. We want it intuitive with extra features. Hopefully we will roll out what we are thinking early January latest.
Identity is very important so as we touch it we need to make sure we are adding something great.

Übersetzt bedeutet dies in etwa:

Hey Sera Lok. Momentan diskutieren wir aktiv über die Nachnamen. Wir versuchen, diese in einer Art und Weise durchzuziehen, die eher exzellent als nur in Ordnung ist. Wir wollen es so intuitiv als möglich mit vielen Extrafunktionen. Wir werden hoffentlich das, worüber wir momentan nachdenken, spätestens Anfang Januar 2012 einführen.

Identität ist sehr wichtig, also müssen wir uns sicher sein, wenn wir schon daran Hand anlegen, etwas großartiges zu leisten!

Na denn... das klingt doch schon einmal vielversprechend. Ich bin gespannt!

Die Überdehnung der Landmasse Gors

Momentan scheint die deutsche, goreanische Gemeinschaft mal wieder an einem Punkt in ihrer Entwicklung angelangt zu sein, in der die Bauwut fröhliche Urstände feiert. Wie Fredi schon bei sich drüben schrieb, gibt es im Moment so viel an der Pilgerreise teilnehmende Orte und Sims wie noch nie zuvor. Das ist ein Trend, der natürlich auch Folgen hat, es ist immer so eine Pendelbewegung, mal gibt es mehr, mal weniger Sims.

Momentan also gibt es so viele Sims wie wohl schon lange nicht mehr in der Geschichte des deutschen Gors seit 2008. 2008 war, das dürfen wir alle nicht vergessen, das Jahr in dem die Homesteadsims umgestellt worden sind - die waren damals billig, gut fürs RP geeignet und so gab es derer viele. Als die Preise erhöht und das Avatarlimit halbiert wurde, da schrumpften auf einmal viele der großen Verbünde drastisch zusammen, wie sollte das auch anders sein.

Nun ist es so, dass zwei Gegebenheiten zusammen kommen: ein bei vielen gefühlter Rückgang der Menge an Spielern, der sich mit verschiedenen Faktoren erklären lässt, unter anderem der gesunkenen Spitze der täglichen Logins, was auf sowieso weniger aktive Leute in Second Life schließen lässt als auch dem Fakt, dass Gor nicht mehr der Hype wie früher ist, sondern in den Köpfen etabliertes RP. Die zweite Sache ist nun, dass es mehr Spielfläche als jemals zuvor gibt.

Das bedeutet schon alleine rein rechnerisch gibt es pro Sim weniger Avatare als früher, die da noch spielen könnten, wenn sie wollten. Da nicht jede Sim aber von Mieteinnahmen unabhängig ist, sorgt das dafür, dass sich die Sims nun die darauf angewiesen sind um die Mieter teilweise mit Kampfpreisen balgen und skeptisch auf die Sims schauen, die erst einmal furios gestartet sind, ihre realistischen Preise unterbieten und jeden nehmen, der da so ankommen mag. Auf Dauer ist das eine Sache, die nicht gut gehen wird und es ist schon jetzt absehbar, dass in spätestens zwei, drei Monaten einige der jetzt noch existierenden Sims einfach nicht mehr da sein werden. Die Landmasse ist mehr oder minder auch ein Markt, und spätestens wenn bei einigen Besitzern sich die Erkenntnis durchsetzen wird, dass es mehr Angebot als Nachfrage gibt, werden sie ihre Sims verkleinern oder ganz abstossen und es dabei wieder zu einer Schrumpfung kommen.

Momentan sind wir aber davon noch weit entfernt, es ist mal wieder ein richtiger Gründungsschwung, jeder bäckt sich irgendwie gerade sein eigenes Lieblingsgor, so scheint es, und alle Nase lang macht eine neue Sim auf. Dann aber wundern sich die Leute wiederum, sofern es sich dabei nicht um bereits etablierte Gruppen handelt, wieso sie ausser dem typischen Wanderzirkus der unzufriedenene/ungern gesehenen Spieler, also den Gruppenhoppern, keine Spieler für all ihre ach so wichtigen Rollen finden.

Was übrigens ist ein realistischer Mietpreise? Viele begreifen schon nicht, dass sie wenn sie auf einer Sim sich einmieten, sie nicht nur für ihre eigenen Prims zahlen, sondern auch die sonstige Infrastruktur ja je nach Finanzierungsmodell bezahlt werden muss. Wenn sich z.B. ein Pantherstamm wo ansiedelt, was wäre der denn ohne Wald? Eben... nichts, aber die Bäume und all das müssen auch bezahlt werden, irgendwer bezahlt letzten Endes immer die Rechnung, denn sonst ist die Sim schneller weg bei Linden Lab als man Piep sagen kann!

Eigentlich sind realistische Preise für Simmiete nichts weiter als simple Rechnerei. Aber oft sind dazu viele Menschen unfähig, wie es scheint. Was wäre auf einer Fullprim-Sim also ein realistischer Preis, den es zu nehmen gilt, wenn die Vermieter noch einen Teil der Sim selber tragen, aber die einmietenden Gruppen ihre Prims wirklich selbst bezahlen sollten?

Ich gehe dabei von folgendem Szenario aus: jemand mietet sich eine Sim bei einem amerikanischen Vermieter, wie z.B. Highlife Rentals (von dem war z.B. das frühere Scagnar der Feuerbringer), bei dem man die Miete in world per Linden Dollar bezahlen kann. Das hat den Vorteil, dass man als Europäer nicht die Mehrwertsteuer bezahlen muss und so bekommt man das Ding um einiges deutlich günstiger im Vergleich zum eigenen Kauf direkt bei Linden Lab. So.

Die Rechnung ist dabei einfach: eine private Region mit 15000 Prims Kapazität zu mieten kostet bei Linden Lab im Monat 295 US$, das sind umgerechnet etwa 76.000 Linden Dollar bzw. 218 Euro. Nun wird der Vermieter natürich noch ein wenig drauf schlagen. Würde ich die Sim direkt bei Linden Lab mieten, dann hätte ich als Kosten im Monat 218 Euro + 19% Mwst., also ca. 260 Euro zu bezahlen, das macht in etwa 90000 L$ im Monat.

Schon aus der Rechnung kann man sehen: wer es schaffen sollte, seine Sim bei einem US-Amerikaner zu mieten, der kann doch einiges im Monat sparen und so sein Land entweder billiger anbieten oder aber zu normalen Preisen und macht dennoch einen besseren Schnitt. Gewusst wie.

Natürlich werden die Vermieter die Sims kaum zum Selbstkostenpreis weiter reichen, sondern auch noch eine gewisse Marge für sich einbehalten, es kann aber sein, man findet einen, der sich dennoch schon alleine deswegen rentiert. So kostet eine Fullprimsim gemietet bei High Life Rentals 90.000 L$, das ist z.B. gegenüber Anshe Chung wo eine Fullprimsim im Monat ca. 100.000 L$ und mehr kostet, günstig. So oder so... wer ein wenig recherchiert, der kann schon recht günstige Mietpreise in world finden.

Aber gehen wir mal von 90.000 L$ im Monat aus, was ist dann ein realistischer Preis pro Prim, den man nehmen müsste, um die Selbstkosten herein zu bekommen? Nun... man nehme die 90.000, teile die durch 15.000 und kommt so auf 6 L$ pro Prim im Monat. Das ist also eine Art Richtwert, da aber viele RP-Sims aus Gründen der Spielbarkeit meistens 2-3000 Prims frei lassen, die so niemals genutzt werden, aber dennoch bezahlt werden müssen, muss er also schon höher liegen.

Wenn ich mal vom unteren Limit, also ständig 2000 freie Prims, ausgehe, dann ist auch das einfache Prozentrechnung: 2000 / 15000 = 0,13 - also etwa 13 Prozent, die der monatliche Primpreis höher sein muss. Das macht dann 6 L$ * 0,13 = 7,8 L$ oder in etwa 8 L$ pro Prim im Monat.

Dieser Wert - acht Lindendollar pro Prim und Monat oder zwei Lindendollar pro Prim und Woche - ist daher eine Richtgröße, die viele Vermieter aus betriebswirtschaftlichen Gründen nicht dauerhaft unterbieten können werden oder wollen. Wer dauerhaft weniger nimmt, der hat entweder einen starken Geldgeber im Hintergrund, der ständig Zuschüsse gibt oder kann schlicht und einfach nicht rechnen.

Da natürlich nicht jeder die Sim für 90000 L$ im Monat mieten kann bzw. das bezahlen wird, realistischerweise liegt bei den meisten wohl die monatliche Spanne für 15000 Prims zwischen 90000 - 100000 L$ - sind 8 L$/Monat für mich wirtschaftlich als absolute Untergrenze anzusehen, was man pro Prim verlangen sollte.

Diese Schere führt dazu, dass inzwischen manch etablierte Sim, die reelle Preise von Anfang an nehmen muss, weil eben kein zu großzügiger Geldgeber im Hintergrund wirkt, das Nachsehen hat, wenn es denn auf anderen Sims diverse Lockvogelangebote gibt, und die gibt es gerade tatsächlich oder gar manche Simbesitzer Gruppen kostenlos aufnehmen.

Beides gibt es gerade, und ich gehe davon aus, dass recht bald einige Sims wieder von der Bildfläche verschwinden werden und die Landmasse schrumpfen wird. Diese Schrumpfung wird kommen, da bin ich mir sicher, die Frage ist nicht ob sondern nur wann und manch etablierter Sim gut tun.

Mesh Jira SH-2374 läuft unter "ferner liefen"

Die Featureidee von Maxwell Graf für einen Parametric Mesh Deformer wurde von Linden Lab bearbeitet und der Idee wurde kommentarlos der Status "Maybe", also Vielleicht irgendwann einmal verpasst. Das ist schlecht.

Kurz für alle, die nicht wissen worum es geht, nochmal eine Erklärung: das Hauptproblem bei Meshkleidung besteht darin, dass diese sich nicht automatisch dem Avatarshape anpasst. Die Designer liefern daher die Kleidung meistens in mehreren Größen aus, aber mitunter bleibt es dennoch nicht aus, dass man seinen Shape verändern muss, damit die Kleidung nicht komisch aussieht. Das bedeutet für Kunden und Designer einen Haufen Mehrarbeit, für manche Kunden ist es sowieso ein absolutes No Go, ihren Avatar an Kleidung anpassen zu müssen, waren sie es doch bisher umgekehrt gewohnt. Für viele ist der Shape wichtiger Bestandteil der virtuellen Identität und wird nicht einfach mal so über Bord geworfen.

All das könnte man ändern, wenn es diesen "Parametric Mesh Deformer" gäbe. Diesen zu implementieren ist eine Sache von Linden Lab. Linden Lab aber zeigt nun offen mit dieser Einstufung überhaupt gar kein gesteigertes Interesse daran, dieses Problem beheben zu wollen, im Gegenteil. Dabei zeigt Blue Mars, dass es anders geht, denn dort ist genau solch ein Deformer implementiert und erspart den Kunden und Designern viel unnötige Arbeit.

Also wenn ihr wollt, dass Linden Lab vielleicht doch noch seine Meinung ändert, dann bleibt nur eines übrig: stimmt dort ab, sofern noch nicht geschehen, um weiterhin Flagge zu zeigen und somit Linde Lab eindrucksvoll "Wir wollen das!" zu demonstrieren.

Preisfrage: was ist hier verbesserungswürdig?

Anbei ein Bild, wie man es auf so vielen RP-Sims findet (die Sim von der das hier ist, ist dabei beliebig austauschbar und herzlich egal) mit der Preisfrage: was wurde hier nicht optimal gelöst?

Leere Skybox

Leere Skybox

Ganz einfach: man hat auf der Sim eine recht große Skybox als möglichen Marktplatz zur Miete verbaut, aber fast alle Plätze sind leer. Das ist eine Sache, die auf vielen Sims vorkommt und denkbar schlecht gemacht ist, sendet sie doch unterschwellig das Signal: "Hoppla, hier ist nichts los, hier lohnt das Werben nicht, denn sonst müsste ja hier alles vermietet sein."  Schlimmer wird es nur noch, wenn man dann die Würfel von Hipporent und ähnlichem überall deutlich sehen kann. So oder so, wer mit so einer megagroßen Skybox anfängt, der muss sich nicht wundern, wenn er sie möglicherweise schlecht bis gar nie wirklich vermietet bekommt.

Besser ist es, die Skybox anfangs bewusst klein zu bauen und dann nach Bedarf schrittweise zu vergrössern, denn so wirkt das eindeutig besser. Eigentlich sollte man meinen, dass dieser psychologische Kniff ein alter Hut ist und wohl bekannt, aber man trifft diesen Lapsus immer und immer wieder an. Dabei ist der Mechanismus einfach: solange man den potentiellen Mietern das Gefühl gibt, Platz sei knapp und beliebt, steigt die Bereitschaft zur Miete und man kann möglicherweise auch leicht höhere Mieten verlangen. Hat man dagegen riesige Leerstände in Hülle und Fülle ist das natürlich nicht mehr gegeben.