Früher war vieles schlechter aber was hatten wir für einen Spass!

Es ist momentan mal wieder die Zeit in der viele, langgediente Gorspieler so ein wenig das Sinnieren anfangen und sich über die diversen Modeerscheinungen auslassen, die auf Gor rumrennen aber nicht wirklich Gor sind.

Fredi zum Beispiel schreibt etwas über beratungsresistente Nordmänner, die auch bei Eiseskälte im tiefsten Norden es noch schaffen mit nacktem Oberkörper ihren Sixpack zur Schau zu zeigen - der Skin für 2000 L$ will schließlich der Damenwelt gezeigt werden - um so ihre Chance auf ein paarungswilliges Weibchen massiv zu erhöhen. Das Auge isst schließlich mit, und wenn alle im Herdentrieb so rumrennen wird man sich selber auch dem kaum verschließen können, nicht wahr, und Baggy Pants sind ja auch ganz ok, die hat man wohl irgendeinem Erdling mal abgenommen und ein unbekannter Schneider fertigt sie seitdem auf Gor in Serie. Es sagt ja schließlich keiner, dass jeder Furz in den Büchern beschrieben wird und das ist dann nunmal ein goreanischer Furz, nicht wahr, also wozu darüber aufregen? Fredi schreibt weiter, sie habe es inzwischen aufgegeben solche Leute bekehren zu wollen, denn das sei meistens hoffnungslos.

Mila sieht auch irgendwie eine Invasion der Baggy Pants und schreibt ähnliches. Beliebt sind auch Piercings bis zum Abwinken, Ganzkörpertattoos vom Kopf hin bis zum Arsch, Totenköpfe kommen auch nicht schlecht oder viele, viele Blümchen am Bogen, das macht den Raid doch gleich ein wenig friedvoller.  Sie fragt sich dann am Ende, wieso man nicht einfach mal getreu nach dem Setting spielt und mehr so einen Dark-Urban-Mischmasch-Ramsch.

Ja, woher kommt das wohl? Unwissen plus man wird nicht gezwungen richtige Kleidung zu tragen gepaart mit Herdentrieb. Angenommen es macht eine neue Marke für Kleidung auf, dann will die einen gewissen Markt bedienen. Weil nunmal Kilts sowieso überall sind, gelten dann Kilts schon als goreanisch, und wenn die dann noch cool aussehen verkaufen die sich prima. Dazu kommt auch das Manche das einfach nicht so eng mit der Kleidung sehen und wenn sie erstmal ihre Wohlfühlkleidung erworben haben nur wenig dazu bereit sind, sich akkurate Kleidung anzuziehen. Dazu kommt das die Mehrheit mit wirklich akkurater Kleidung nichts anfangen kann, und wenn man dann zum Beispiel mit einer Tunika rumläuft als Mann und die Frauen verulken das als Röckchen ist nicht jeder so stark genug gestrickt, das einfach nach dem Motto "Ja, wat redet ihr ein Blech!" zu ignorieren.

Nun ist es ja so, dass gewisse Themen einfach Evergreens sind und ständig mal wieder hochkochen, weil das einfach in gewissen Modewellen kommt und man sich dann damit gefühlt wieder stärker befasst. Ich tröste mich inzwischen damit, dass früher alles noch schlechter war. Es gab einfach noch keinen wirklichen oder nur einen recht kleinen Markt für akkurate Bekleidung, schon alleine mal eine gescheite Tunika mit Sandalen zu finden war nicht einfach und den Damen dürfte es ähnlich ergangen sein, die hatten ja vor allem Probleme mal flache Schuhe zu finden, die Mehrheit der Schuhe hatte immer mehr oder minder hohe Absätze gehabt. Auch damals gab es schon das Diskutieren über Baggy Pants und ähnlichem im Rollenspiel, Beispielsweise hier eine Diskussion über Piraten und Outlaws aus dem Jahre 2009, dazu als Parodie auf die marodierenden Schwarzhorden die megamächtigen Tri'tra Trullas, dann "Gor oder eher Görchen" aus dem Jahr 2008 und aus demselben Jahr "Sind RPler eine aussterbende Art?" - die Frage kann man getrost mit Nein beantworten. Interessant auch aus dem Jahr 2007 die Diskussion "Kuschelgor und der Sittenverfall", die auch jeder von uns kennt.

Im Endeffekt müsste man gar nichts mehr in der Art diskutieren, denn alles ist schon mal dagewesen und wurde bis zum Erbrechen durchgekaut. Es reicht eigentlich völlig aus in den einschlägigen Foren nur mal die dicksten Diskussionen zu dem Thema unter dem Hinweis "Da lies das da!" zu suchen und dann jemanden zur Lektüre zu geben. Aber da ständig neue Spieler nachkommen, die auch eine Entwicklung durchlaufen und möglicherweise selber Sims gründen, kehren diese Diskussionen auch ständig wieder, aber auch die Erscheinungen wie Baggy Pants und dergleichen mehr.

Die alten Spieler sind in der Hinsicht eben einfach weiter als der Rest, weil sie sich möglicherweise (Alter bedeutet ja nicht gleichzeitig Entwicklung im RP) intensiver mit der Materie beschäftigt haben und daher auch ein differenzierteres, kritischeres Bild bekommen haben. Und weil sie länger im Geschäft sind, fallen den alten Spielern auch die Wellen stärker auf.

Dabei ist es aber bei manch alten Spielern so, die heute sehr strikt gestrickt sind, dass sie auch früher möglicherweise recht ballermässig unterwegs gewesen sind, man wusste manches einfach nicht besser, man sah daher manches aber auch nicht so eng und hatte dennoch eine Menge Spass gehabt. Es gibt durchaus einige, die sich nach dieser unbeschwerteren Zeit sogar zurücksehnen - andere dagegen sind so geblieben, wie sie anfangs waren, wiederum andere finden nun im buchnahen Spiel ihre Erfüllung.

So oder so, früher war wirklich vieles schlechter, entweder weil es einfach noch die nötige Ausstattung nicht gab oder man es nicht besser wusste. Spass aber hatte man schon damals entgegen allen Unkenrufen eine Menge, und mal ehrlich schon damals gab es reihenweise Cassandren die an allen Ecken und Enden ständig den Untergang des Abendlandes witterten, das Setting aber besteht bis heute und die Anzahl der Spieler ist recht stabil geblieben. Das zeigt dann nur, was man von den mahnenden Rufen der Cassandren zu halten hat.

4 thoughts on “Früher war vieles schlechter aber was hatten wir für einen Spass!

  1. Kessy

    Ach.. das hat Spaß gemacht, mal in den alten Beiträgen zu schnüffeln... voralllem der über die TRitra Trullas.
    Wir hatten unendlich Spaß gehabt....

    Naja... Spaß beiseite....
    das Feeling von Gor, das findest du doch heute extrem selten.
    Warum? Weil die meisten vergessen haben ( oder es sie gar nicht interessiert) was Gor ist : "Eine harte archaischen Welt in der die Männer dominieren."
    Was haben wir?
    Eine Welt wo die Männer Angst haben das ihre Prinzessinkajira oder die Gefährtin, sie mächtig anmotzen könnten *g*
    Eine Welt, in der die wenigsten noch Wert auf SEttings legen.
    Da wird der Süden mal eben zum Norden gemacht.. weil es einem persönlich so gefällt....und so weiter und so weiter...

    Ohne Frage ..es gibt, den Priesterkönigen sei Dank, auch noch viele gute Spieler. Aber wenn ein bis zwei Vollpfosten dazwischen hauen, haben sie in Sekunden die ganze Stimmung zerstört. Leider haben die wohl einen Stimmungsradar eingebaut und tauchen immer dort auf, wo sie möglichst viel Schaden anrichten können.

    Ja... das gab es damals auch schon alles..
    Aber damals saß man wirklich mit einem Adrenalinschub vor dem Pc...
    Krieger weil sie den Kampf ernst nahmen und den Tod....
    Sklaven weil sie Angst hatten, das sie getötet werden könnten.

    Wer hat das heute noch ???

    ...................... schade .....

    Reply
    1. Bartholomew Gallacher

      Sicher, das Gefühl der Gefahr geht bei vielen verloren. Aber das liegt einfach daran, dass man mit zunehmender Erfahrung auch abgebrühter wird.

      Der Witz ist ja, all das worüber die Leute jammern darüber jammerten sie schon vor vier Jahren. Es hat sich also nichts geändert in der Art und Weise. Oder doch? Heute kommt man an viele Sachen leichter ran und man findet auch sicherlich Eckchen leichter, wo die Leute so ticken wie man selber.

      Wer es will, der zimmert sich eine entsprechende Sim und kann da den Schub auch heute noch haben. Das sind dann meist die Sims, wo ein Tod der Rolle permanent ist, da gibt es durchaus einige.

      Reply
  2. Kendrick McMillan

    Vieles ist besser geworden im Vergleich zu der Zeit vor 4 Jahren, sei es Klamoten oder Bautechnisch. Das was über alles wohl einen dunklen Schatten legt ist dieses stängige Buchzitatewerfen und Regelreiterei, was immer wieder zu OOC Palaver führt.

    @Cassy
    Also ich hatte noch nie das Gefühl, das SL Gor eine von Männern dominierte Welt ist, in 4 Jahren nicht einmal 🙂
    Und die Kajirae spielen heute doch besser als damals, damals war doch jede vom Herrn restricted und unantastbar. Heute gibts ja sogar Münzmädchen und echte Pagaschlampen.
    Und Kontinentalverschiebungen auf Gor hat auch schon immer gegeben, Thentis im hohen Norden oder der Vosk, der plötzlich nicht mehr von Ost nach West sondern von Norden nach Süden führt......sowas sollte einen nicht mehr aufregen. Aufregen sollte man sich erst wieder wenn einer die Oase der 2 Longhalls in der Tahari baut.

    Reply
  3. Celina

    an das thentis im norden erinnere ich mich auch noch; das war klein ein fall von "wir lesen eine notecard und interpretieren das herein was wir gerne hätten"

    ich glaube nicht das die baggypants unbedingt ein problem von frischen spielern sind. ich denke diese fraktion ist auch eine altgewachsene. diese extrem-evolved-leute sind seit jahren die selben und ganz ehrlich: sollen sie spielen was sie wollen.
    MIR wäre nur wichtig das sie mich (ich spreche also nur aus meiner sichtweise) damit nicht belästigen. Gerade da gibts aber das Problem das viele einfach sich einen dreck darum scheren was wir "anderen" wollen und Toleranz einfordern; andersherum aber nicht bereit sind soviel Toleranz zu zeigen das ihr Gor eben das was ich gerne möchte zerstört.

    Schön wäre es und sicherlich auch hilfreich, wenn man sich solidarisieren würde; eine Gruppe entsteht oder eine reaktiviert wird, die wirklich nur Gor ohne evolved bietet. Vielleicht kann das ja die Gruppe "Gor auf deutsch" werden. Daraus könnte wirklich dieses Gütezeichen werden, womit schon einige grandios gescheitert sind.

    Grüße

    Zena

    (ja ich weiss, ich bin abgeschweift)

    Reply

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.