Die Drei Monde von Gor

Fredi besuchte das neue Talbot in Avination und ist recht begeistert. Fein. Wer mehr dazu erfahren will, da gibt es auch noch eine Homepage http://www.dreimonde.de zu dem Verbund, da sieht man was geplant ist und gesucht wird sowie wer da baut.

Nun ist es so, dass die Veranstaltung in Avination stattfindet. Was aber ist Avination? Avination ist ein auf Opensim basierendes Grid, bei dem die Macher sehr viele Komponenten von Opensim durch eigene Entwicklungen und lizenzierte Software ausgetauscht haben. Damit soll es besser und stabiler laufen als rein auf Vanilla Opensim basierende Grids, man hat das CCS lizenziert und andere Sachen mehr.

Wichtig dabei ist aber, dass es sich eben um ein eigenes Grid handelt: wer da anfängt, der fängt wieder bei Null an und muss sich erstmal Kleidung, Skins, Haare und alles weitere für den Avatar organisieren. Da Avination früher auch massiv etwas gegen Freebies hatte, gibt es da nicht allzuviele davon und man kann sie aktuell maximal bis ins Alter von 30 Tagen abgreifen. Die Simpreise sind dabei so, wie man sie gerne in Second Life wohl hätte.

Naja, nun ist die Sache dabei aber diese: wieso sollte man sich von der Gefangenschaft eines Grids in die Gefangenschaft des nächsten Grids begeben? Second Life funktioniert nun einmal als in sich geschlossenes System mit sehr vielen Inhalten und sehr vielen Avataren, man kann es woanders hin nicht mitnehmen. Avination ist um Größenordnungen kleiner, aber auch dieses Grid ist in sich geschlossen, es gibt viel weniger Inhalte und auch nicht viele Avatare. Seine Inhalte von Second Life nach Avination mitnehmen klappt nun einmal nicht.

Der Aufbau einer Rollenspiel-Community dort könnte klappen, vorausgesetzt eben es wechseln wirklich genügend Leute in dieses Grid. Das zu erreichen aber dürfte eine Menge an Arbeit sein. Sich in ein solches geschlossenes Grid zu begeben ist immer ein Risiko, wenn der Betreiber irgendwann mal den Betrieb einstellen sollte oder pleite geht, dann sind die Sachen eben einfach weg. Und sage bitte keiner, das sei unrealistisch, schließlich ist das seinerzeit auch überraschend schnell mit dem Meta 7 Grid passiert, als die auf einmal der Markenrechtsverletzung beschuldigt worden sind, die Macher strichen damals sehr schnell die Segel und machten überraschend flott die Bude dicht. Da hatte man wohl bei der Namenswohl schludrig gearbeitet und für einen Prozess war wohl einfach nicht genügend Geld da.

Avination selber mag eine nette Angelegenheit sein, ein ähnliches Grid wäre InworldZ, aber ich bin da immer ein wenig skeptisch: ist es wirklich auf Dauer ausreichend genug, eine Art Sammelbecken für die SL-Unzufriedenen zu sein? Bei Avination gab es schon immer kleinere Hype-Phasen, also SL-Designer las davon, dache sich da kann man ja Geld verdienen, ging rein freute sich über die Simpreise, stellte Produkte zu SL-Preisen zur Verfügung, dann wunderte er sich, dass er kaum nennenswerte Umsätze hat - und ging nach einigen Wochen/Monaten. Wer im Web recherchiert, der wird solche Geschichten zu Avination haufenweise finden.

Dazu ein paar Zahlen: nach den aktuellen Opensimstatistiken von Hypergrid Business hat Avination 574 Regionen mit 51061 Avataren, von denen im letzten Monat 2397 aktiv gewesen sind. Für ein Opensimgrid ist das schon mehr als ordentlich, aber wenn man sich ähnlich große Grids betrachtet bedeutet dies, dass mehr als 100 eingeloggte Avatare egal zu welcher Tageszeit in etwa das höchste der Gefühle sein dürfte .

Es ist also recht klein und familiär, das muss ja kein Nachteil sein, man kennt sich eben viel mehr als in SL und fertig. Hypergrid selber ist nicht verfügbar, möglicherweise wird sich das mit HG2.0 irgendwann aber mal ändern. Bis dahin aber bleibt es ein in sich geschlossener Bereich.

Damit ist es sicherlich eine nette Sache für alle Leute, die mit SL unzufrieden sind und billig bauen wollen, aber mehr eben auch nicht. Von der technischen Entwicklung her liegt es hinter Second Life zurück, und wer sich dort umtun sollte, der wird eben Abstriche in Kauf nehmen müssen.

Mich persönlich zieht weil es ein weiterer Walled Garden ist nicht wirklich etwas dahin, es fühlt sich für mich mehr wie ein Second Life 2007/2008 an und da kann ich auch gleich im Second Life 2012 bleiben, da habe ich wesentlich mehr Möglichkeiten, Kontakte und Inhalte zu meiner Verfügung.

7 thoughts on “Die Drei Monde von Gor

  1. Fredi

    Das mit dem maximalen Alter von 30 Tagen für Freebies stimmt so nicht. Gibt es zwar noch aber der größte Teil der angebotenen Freebies sind ohne Einschränkung. Ich bin ja schon über 60 Tage alt und fand mehr als genug.

    Talbot sieht klasse aus, da bin ich wirklich begeistert. Ich rechnete mit SL 2007 Optik aber das kann man echt nicht sagen. Viel was Anderes habe ich aber noch nicht gesehen, mache ich heute vielleicht.

    Mal sehen wie es sich entwickelt, zur Zeit ist es wohl mehr etwas für Pioniere und Bastler, für reine Konsumenten gibt es zu wenig. Es läuft sehr stabil und bei mir funktionierte alles. Wer ab und zu mal in anderen Grids schaute weiss, dass das nicht selbstverständlich ist. ^^ Die Preise, 60 USD für 45.000 Prims sind aber schon ein Hammer und ich frage mich wie das geht.

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    1. Bartholomew Gallacher

      Das ist ganz einfach: Avination hat viel weniger Personalkosten als Second Life, die Server werden irgendwo günstig gemietet und fertig.

      Beispiel: ein Server bei Hetzner mit 16 GB RAM, Intel i7-CPU (Vier Kerne) kostet im Monat 49 Euro Miete.

      Die Kernkomponente des Grids, Opensim, wird von ihnen so übernommen, da entwickeln sie ja nicht direkt mit selber dran (wobei Melanie Thielker im Coredevteam mit drin ist) und auf so einem Server kann man locker mindestens vier Regionen hosten. Also ganz einfache Mathematik.

      Natürlich kommt da noch weiteres dazu, wie Kundenservice, Backupsysteme, Redundanz etc.pp., das es ein wenig teurer macht, aber weil sie eben den Viewer nicht selber entwickeln müssen, sondern von Linden Lab übernehmen können bzw. TPVs für ihre Zwecke anpassen können und Opensim jeder nutzen kann, der mag, können sie eben günstiger arbeiten als Linden Lab.

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  2. Diabolus Svenska

    Ich bin in Avination und kenne schon seit Jahren Opensim-Grid. Avination kann man eigentlich nicht in die "Schublade" Opensim legen denn es hat im Gegensatz zu den anderen Opensim-Grids echte Physic. Fahrzeuge bewegen sich wie in sl und können auch Sim-Grenzen überqueren. Das kenne ich so aus keiner Opensim. Wir haben dort einen Schadensmeter, Schwerter und Bögen die wie in sl funktionieren. OpenCollar funktioniert ebenso wie RLV.
    Für mich ist neben den günstigen Sim-Preise das Bauen mit Mesh dort wie im Paradies. Dort zählt 1 Mesh auch nur 1 Prim und die Uploadkosten entsprechen rund 10 Linden $. Bei 45000 Prim auf einem Sim kann man recht viel auch stehenlassen von dem was man gebaut hat.
    Avination hat gerade 2 jähriges Bestehen gefeiert. Betreiber ist ein solides Unternehmen und keine Privatperson oder Einzelfirma wie sonst oft bei Opensim-grids. Von daher ist das Risiko, das Avination "dicht macht" wohl nicht höher als Linden Lab mal das Handtuch schmeisst oder das Konzept so verändert, was ja gemunkelt wird.

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    1. Bartholomew Gallacher

      Hinter Meta 7 steckte auch eine Firma und keine Privatperson. Das ist aber nicht mein eigentliches Problem damit eben. Avinations Geschäftsmodell besteht in meinen Augen hauptsächlich darin, den zunehmend wachsenden Schwarm an SL-Unzufriedenen aufzusaugen und denen eine Heimat zu bieten. Das mag für eine Weile gut gehen, ist aber auf Dauer einfach zu wenig.

      Was sie getan haben ist, das Geschäftsmodell von Linden Lab auf Basis einer ähnlichen Technologie zu kopieren und preisgünstiger zu sein. Sicher mag das eine schöne Sache sein, wenn man deren Stand im Vergleich zum Plain Vanilla Opensim betrachtet, aber damit hat es sich dann eben auch schon.

      In Sluniverse brachte es mal einer so auf den Punkt, und diese Meinung teile ich:

      "Kommerzielle Opensim-Grids sind wie MMOs.

      Sie nehmen ihren Betrieb auf.
      Die Bevölkerung wächst exponentiell, solange Interessierte das Grid ausprobieren.
      Einige bekannte Content Designer eröffnen Geschäfte für den Fall, dass das Grid wirklich einen unerhofften Besucheransturm erleben sollte.
      Die Bewohner benutzen die Designer als Zugnummer.
      Die Währung geht in den Keller.
      Die Content Designer verlassen das Grid wegen des Mangels an Profit und den Landkosten.
      Die Zahl der Regionen sinkt.
      Einige wenige bleiben und versuchen jeden davon zu überzeugen, wie gut es nun ist.
      Die Anzahl der registrierten Benutzer bleibt auf hohem Niveau, weil da drin noch immer all diejenigen erfasst sind, die es nur einfach mal probiert haben.

      Das nächste Grid öffnet seine Pforten.
      Dort geht dasselbe Spiel von vorne los.

      Fakt am Rande: normal sagen sie nicht, dass sie mit Second Life konkurrieren aber Second Life Benutzer sind die Zielgruppe ihrer Verkaufsargumente."

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  3. Tharkan

    Da hat bestimmt jeder so seine Vorstellungen was noch in Ordnung ist oder auch nicht. Beschränkte Auswahl, weniger Mitstreiter, gewisse Instabilitäten etc. etc. ...... all das wäre für mich angesichts einer relativen Laienveranstaltung und der erheblich niedrigeren Kosten vermutlich annehmbar.

    Was für mich ein No-Go ist, ist die Entscheidung der Betreiber es als geschlossenes Grid zu betreiben, wodurch das stärkste Argument der Hypergrid-Alternative einfach negiert wird.

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  4. Fredi

    Das erklärt es zum Teil, trotzdem wundere ich mich über den enormen Unterschied. Es sind ja nicht mal eben 30 oder 50% was eine Sim bei LL mehr kostet, es ist das Vierfache. Seit 2008 wurde einiges im Bereich IT günstiger oder effektiver aber die Simpreise bleiben konstant. Ich meckere nicht über die Preise aber seltsam finde ich das schon.

    Achja und eine Bitte... kannst du mal den Link zu mir aktualisieren? http://frediszweitesleben.blogspot.com/ wird in ein paar Tagen dicht gemacht und es geht nur noch im Neuen weiter. Danke.

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    1. Bartholomew Gallacher

      Das ist an und für sich eine ganz simple Angelegenheit: Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis, und jede Firma versucht immer genau den Preis am Markt zu erzielen, den die Nachfrager zu zahlen bereit sind. Will heißen: solange die Anzahl der Sims in Second Life nur leicht, wie es momantan der Fall ist, stagniert, solange hat Linden Lab keinerlei Veranlassung etwas an den Landpreisen zu ändern.

      Würden natürlich in einem Monat 5000 Sims verschwinden, ja dann sähe es anders aus. Würde natürlich ein vollwertiger Konkurrent mit kostengünstigerer Preisstruktur auf den Plan treten, beispielsweise irgendwann mal Cloud Party, ja dann müsste sich Linden Lab da mal bewegen. Solange das aber nicht geschieht, bleibt es weitestgehend so, wie es ist.

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