Ein Ausflug in die Politik: Mutti macht das schon

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Es gibt sie also doch noch, Politiker mit Weitsicht die erkennen, wie der Hase läuft. Dummerweise nur noch aber in den Randparteien wie hier Frau Dr. Sarah Wagenknecht von der Linken, die allerdings mit ihrem Redebeitrag absolut ins Schwarze trifft. Da allerdings Debatten im Bundestag mehr und mehr zu Scheinveranstaltungen verkommen in unserer Postdemokratie, ist das nun auch so eine Sache, die daher nur wenige mitbekommen. Man schaue sich mal alleine an, wie wenige Abgeordnete da wirklich im Hause sitzen.

Ja, unsere Mutti macht das schon, eiskalte Realpolitikerin, die sie ist. Die hat schon sehr lange gemerkt, dass Peer "Mr. Fettnäpfchen" Steinbrück von der SPD der Beste Wahlhelfer ist, den man nur haben kann und sie rüstet im Geiste bereits für die nächste Legislaturperiode bis 2017. Steinbrück wird alles daran setzen, Merkel auch diese zu ermöglichen, denn mal ehrlich: warum sollte man ausgerechnet ihn wählen wollen? Nur weil er mit Helmut Schmidt beim Schachspielen posiert hat und er einem sympathisch ist, weil er ehrlich im Vorfeld anmerkte, ihm sei das Gehalt des Bundeskanzlers zu wenig, weil jeder Sparkassendirektor mehr verdienen würde? Sicher nicht!

Und Merkel ist da ja flexibel wie Kaugummi, wenn es darum geht, an der Macht zu bleiben. Sie hat die FDP nicht nötig, wenn es nicht anders geht, dann bildet man eben mit den Grünen eine Koalition oder gleich wieder mit der SPD eine große Koalition, bei der allerdings eines sicher ist: Steinbrück würde dieser dann nicht angehören. Denn wer mit am Anspruch antritt, den aktuellen Kanzler zu beerben kann es sich nicht leisten, unter diesem dann beim Verlieren der Wahl erneut Minister zu werden. Oppositionsführer steht dabei auf einem anderen Blatt.

Bis dahin schreitet die Neoliberalisierung unter Merkel, deren Ideal ja die marktkonforme Demokratie ist, in unserem Lande weiter munter voran, und genau das ist das Schlimmste, was dem Lande passieren kann. Pech nur, dass sich die Sozialdemokraten inzwischen selbst ad absurdum geführt haben und mit der Linkspartei, die in dem Feld ein scharfes Profil haben, keiner spielen mag und die Presse auch massive Kampagnen gegen diese fährt. Hätte man seinerzeit im Nachkriegsdeutschland gegen die CDU/SPD/FDP agitiert, weil auch diese Parteien mit ehemaligen Nazigrößen durchsetzt waren, man hätte es schwer gehabt, ein Parlament bilden zu können.

Wieso es eigentlich die Medien bisher nicht gewagt haben, den Nimbus um Merkel zu zerstören, verstehe ich nicht, denn der Kaiser steht schon lange nackt da. Spätestens dann, wenn es darum geht, mal in Geschichtsbüchern etwas über sie zu schreiben werden die Historiker sich sehr schwer damit tun, zu würdigen, was sie nun eigentlich wirklich geleistet hat. Denn besonders viel ist es nunmal gerade nicht. Und nach 2017 selber dürfte es dann schwer werden, unter Merkel eine weitere Legislaturperiode zu bestreiten, denn irgendwann wird der Wähler auch ihrer überdrüssig. Nur was hat dann die CDU personell zu bieten? Nichts, da beginnt dann das große Nichts, die CDU steht und fällt mit Merkel, sie ist für die CDU alternativlos geworden. Nur ist dann ein möglicher Kanzlerkandidat Sigmar Gabriel von der SPD auch nicht wirklich besser.

Fest steht für mich nur eines: wir werden es ja noch erleben. So oder so, und solange die SPD nicht mit der Agenda 2010 bricht um wieder zu ihren sozialdemokratischen Wurzeln zurückzukehren, solange wird das mit der Wahl eines SPD-Kanzlerkandidatens auch nichts mehr werden.

Übrigens Politik: am Freitag soll über das unsägliche Leistungsschutzrecht abgestimmt werden. Da hat man es nun wohl eilig damit, das im Parlament durchzudrücken, nachdem inzwischen doch vielen Abgeordneten ein Licht aufgegangen ist, was für ein Mist das eigentlich ist. Kann aber auch sein, die Abstimmung wird wieder einmal verschoben, wer weiß das schon.

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