Dieses Jahr feiert ja Second Life sein offizielles, zehnjähriges Jubiläum. Wobei: ist es wirklich zehn Jahre alt? Im Grunde ist es sogar noch etwas älter, denn man feiert nicht die Gründung des Grids - das existierte schon einige Zeit vorher - sondern die Zeit ab der offizellen Beta im April 2003. Natürlich muss man aber irgendwo einen Punkt setzen, und so wurde eben dieser gewählt.

Zehn Jahre also nun sind es bereits und was war das nicht bisher für eine Fahrt auf der Achterbahn. Second Life und ehemals Linden Lab nun Linden Research gibt es, trotz aller Unkenrufe, bis heute. Was wurde nicht schon das Grid und die dahinter stehende Firma dauernd und in Serie tot gesagt, aber allen Schwarzsehern zum Trotze konnte es sich bis heute halten. Das zeigt letzten Endes doch, dass trotz diverser CEO-Wechsel und Strapazen und Querelen zuminedst die Grundrichtung der Firma nach wie vor stimmt.

Die Träume vom 3D-Web allerdings haben sich nicht wirklich bewahrheitet, vielmehr kann man es nun als - Lindensprech - "shared creative space" ansehen, eine geschlossene Insel mit sehr vielen einzigartigen, benutzergenerierten Inhalten, die nach wie vor gut funktioniert. Second Life ist sicherlich kein Hypethema mehr, aber es hat nach wie vor eine fanatisch-treue Fangemeinde, ist glücklich in seiner eigenen, kleinen Nische und existiert da munter vor sich hin.

Die Firma mag dabei inzwischen für Investoren so sexy sein wie ein Buchhalter oder eben AOL: man hat sich auf einem gesunden Niveau eingependelt, ist profitabel, wächst nicht großartig, aber kann davon gut leben und wird das wohl noch einige Zeit weiterhin tun können.

Der Gründer von Second Life, Philip Rosedale, hat sich ja inzwischen nach diversen Startups, die hauptsächlich darauf zielten, reale Menschen für Dienstleistungen und ähnliches zu vernetzen (Coffee&Power beispielsweise), wieder der Thematik der virtuellen Welten zugewandt und mit "High Fidelity" da ein neues Pferd im Stall, dessen erklärtes Ziel es nunmal ist, die nächste Generation von virtuellen Welten ins Leben zu rufen. Wenn man sich anschaut, was Rosedale mit Second Life geleistet hat, dann ist er sicherlich visionär, charismatisch aber auch pragmatisch genug, das Ziel in annehmbarer Zeit wirklich zu erreichen. Man darf da gespannt sein und es ist ja auch kein Wunder, dass Linden Research da einer der Investoren ist.

Was bleibt zu Second Life zu sagen? Die Lindens sind so bastelfreudig wie schon seit langem nicht mehr, arbeiten munter an der Infrastruktur und investieren in diese und ein Haufen verschiedener Projekte wie CHUI, Materialsystem, Serverside Avatar Baking und dergleichen ist gerade in der Mache oder steht kurz vor der Beendung und gridweiten Einführung. Linden Lab zeigt sich da wieder im Vergleich zu früher äußerst innovationsfreudig und gibt in dem Bereich den Takt an.

Totgesagte leben ja bekanntlich länger, und das bewahrheitet sich eben auch für Second Life. Es ist sicherlich da längst nicht alles Gold, was glänzt und nicht alles so gut, wie es sein könnte aber auch längst nicht so schlecht, für wie manche es inzwischen empfinden. Es wird uns auch noch die nächsten Jahre begleiten, erfreuen und zur Verzweiflung bringen, aber man regt sich letzten Endes nur über Sachen auf, die man mag. Und so wird es für viele von uns auch weiterhin sicherlich ein fester Bestandteil der Onlinepräsenz und -möglichkeiten sein und bleiben.

Und mit der Unterstützung für Oculus Rift ergeben sich auch interessante Möglichkeiten, die man so noch gar nicht absehen kann. Man darf also darauf gespannt sein, was noch alles auf uns zukommt.

In dem Sinne: Happy Birthday Second Life!

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Du weißt, dass Linden Lab mal wieder massiv am Basteln ist, wenn du online gehst und nach 10 Minuten ist die ganze Sim immer noch grau. So ging es mir jedenfalls heute bei meinem Abspecher ins Black Heaven Asylum. Die Prims luden teilweise, aber keine Texturen noch Height Maps bei Sculpties, es sah einfach nur gruselig aus und so schlimm wie schon lange nicht mehr.

Am Viewer kann es jedenfalls nicht gelegen haben, es war der Singularity 1.8.0 und aktuelle Firestorm. Beide haben nur so herrlich rumgesponnen, dass es krachte. Ich hoffe mal, dass Linden Lab diesen Mist relativ bald wieder in den Griff bekommt, denn Spaß machte das nun wirklich mal gar keinen.

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http://www.youtube.com/watch?v=m8WPRMq5Obk

Es ist zwar eine Satire, könnte aber so oder so ähnlich wahr werden, wenn denn die Telekom ihr Pläne ungehindert verwirklichen darf.

Es gibt ja viele Blogger und SL-Fotografen, die ihre Bilder gerne bei Flickr reinstellen und dort bewundern lassen. Flickr gehört nun schon seit Ewigkeiten zu Yahoo! und ist ein typischer Freemiumdienst: die Basisleistung - 200 Bilder pro Konto - ist kostenlos und wer dort mehr hosten will, der muss eben 20 US$/Jahr berappen.

An und für sich ist das Modell auch eine gute Sache, denn so kann man sich sicher sein, dass der Betreiber nicht so schnell pleite macht oder den Dienst dicht macht, weil er keinen Profit macht. Das Problem an Flickr ist aber, dass man seine Daten einem US-Unternehmen in den Rachen kippt und das mitunter eben auch Entscheidungen treffen kann, die in unserem Kulturkreis ein wenig merkwürdig aufgefasst werden könnten.

Eine Sache dabei sind eindeutig die Richtlinien zu "pornografischen Inhalten", also Flickr hat da früher immer mal wieder gerne Bilder zensiert, die bei uns offen in Form der BILD-Zeitung bei jedem Bäcker aufliegen. Da kann man geteilter Meinung darüber sein, aber es muss ja nicht jedem gefallen.

Der Hauptgrund, warum viele ihre Photos bei Flickr online stellen, ist aber sicherlich nicht die tolle "Leistungsfähigkeit" der Webplattform, die schon länger ein wenig vor sich hin stagniert, sondern die darauf existierende Community. Flickr ist eben auch und vor allem eine riesige Bilderdatenbank und man kann sich viele Kommentare einfangen, wenn man es denn will und eben weiß, wie.

Nur ist Flickr eben auch ein Datensilo und das spürt man dann mitunter denn, wenn man nicht daran denkt. Wer beispielsweise einen Pro-Account hat und diesen auslaufen lässt und dann dabei nicht rechtzeitig daran denkt, seine Fotos zu sichern, der hat eben keinen Zugriff mehr darauf. Das ist dann ein typischer Fall von Pech gehabt.

Nun muss man das nicht mögen noch müsste das einen überraschen, denn das steht ja in den Nutzungsbedingungen so drin, nur wer liest die schon? Wer also Flickr nutzt und da vor unliebsamen Überraschungen sicher sein will, der sollte sich eben rechtzeitig und regelmäßig Backups seiner Daten ziehen, fertig.

Eine Möglichkeit dazu ist parallel-flickr. Schön, wenn man denn ein Backup hat, denn wenn man erst merkt dass man eines braucht und keines hat, dann ist es meistens viel zu spät.

Es gibt zwei alte Sprichwörter, nämlich "Gleich und gleich gesellt sich gern" sowie "Gegensätze ziehen sich an." Während das erstere oft genug zutrifft, so ist das Letztere einfach nur Mumpitz.

Das Ergebnis einer solchen Flockung von Leuten ist, dass man irgendwann nur noch in seiner eigenen, kleinen hübsch anzusehenden Wahrnehmungsblase gefangen ist, aber dabei gleichzeitig oft völlig unfähig, noch überhaupt über den eigenen Tellerrand hinaus zu sehen. Aber das ist völlig in Ordnung, denn so lebt man eben in seiner eigenen, kleinen Welt und man kennt sich da ja.

Solch ein sich selbst verstärkender Mechanismus kann denn entweder positiv ausfallen, sofern man auf ein gemeinsames Ziel hinarbeitet oder auch negativ, wenn die ganze Welt nur noch eine ach so traurige Bühne ist, alles so rundum furchtbar und einem am Ende nicht mehr viel als der eigene Spott bleibt, weil man einfach so einen gewissen Weltschmerz pflegt, am Leben selbst schier nur noch zu verzweifeln scheint und wenn man gewisse Sachen ertragen mag, dann nur noch mit Sarkasmus, Spott und Galgenhumor.

Das Paradebeispiel für eine solch negative Entwicklung ist Zastas Blog mit seiner dort heimisch-boshaften Clique an Lästerschwestern. Nun bin schon ich nicht gerade in der Hinsicht ein Heiliger und ledere mal gerne ab, aber was in letzter Zeit dort so abgeht, das ist nun wirklich nicht mehr besonders feierlich. Die Welt besteht da nur noch aus lauter Lulz, wie es aussieht, und man gibt sich da nicht viel besser als vor zwei Jahren die Hackergruppe LulzSec, die der Welt mit ihren diversen Aktionen vor allem nur mächtig auf den Sack ging. Man braucht da seine tägliche Portion Lulz zur Unterhaltung, und wenn diese aufgebraucht ist, dann sucht man sich eben die Nächste und freut sich so des Lebens.

Wem denn die ganze Welt nur noch ein Lieferant für Lulz zu werden scheint, der wird eben mitunter komisch, aber so ist das eben im Leben. In dem Sinne: for the lulz!

lulz

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Der Gedanke kam mir, als ich von der "Whore Couture Fair" und der "Big Boobies Fair" las. Schon alleine "Whore Couture" als Wortschöpfung ist ein Unding, denn wer bitte würde sich ernsthaft das Etikett "Nuttenschneiderei" an die Backe kleben wollen?

Nun gibt es noch die "Fantasy Faire", und was kommt denn als nächstes? Die Eierkocher-Messe? Mehr Küchen braucht das Land, Toiletten sowieso, wieso nicht gleich sowas? Oder eine kleine Golfermesse, Brummifahrermesse, Fußballmesse?

Ich weiß es nicht, nur gefühlt wird die Schlagzahl an allen möglichen und unmöglichen vermeintlich verkaufsfördernden Messen in Second Life immer höher und immer absurder. Wirklich schön finde ich das nicht mehr, aber ob man dann hingeht oder auch nicht muss ja auch jeder wieder für sich selbst entscheiden.

Es gibt ja von Kafka das alte Gleichnis von der Katze und der Maus, wo die Maus am Ende ihre Laufrichtung änderte und dann freiwillig in den Schlund der Katze rannte.

Nun hat mich Rollenspiel schon seit längerem nicht mehr wirklich interessiert, denn es gab nur noch Extreme - entweder die Marke Schnarch oder Kampf und das übliche Tralala drum herum und in der Mitte kaum noch was - und die Rolle des Schreibers ist auch inzwischen von solch epischen Dimensionen, dass ich ihn eigentlich manchmal nur noch am liebsten umbringen würde. Nun ja.

Also was macht man da, wenn einen alles nur noch so anödet? Richtig - eine neue Rolle und einen neuen Alt. Das habe ich vor einiger Zeit getan und gewinne so neue Ansichten, die doch recht interessant sind und vor allem unterhaltsam.

Vielleicht schreibe ich später einmal ein wenig mehr darüber, momentan darf der sich (oder sie?) so richtig im Spiel austoben und ein wenig Spaß haben. Das muss ja auch ab und an mal sein, und genau dafür sind sie ja schließlich denn auch da und gedacht.

 

Strawberry Singh hat momentan wohl eine kreative Tiefphase und wirft ohne Ende mit Bloggerstöckchen in einer Frequenz um sich, dass es nur so kracht.

Während ja ein oder zwei so Dinger ganz interessant sein können, so ist die Geschwindigkeit mit der sie das in letzter Zeit tat doch schon ein wenig zu viel des Guten, so finde ich.

Gut, es muss ja keiner daran teilnehmen der nicht mag, aber beachtenswert finde ich es denn eben doch schon.

 

Ich bin gerade ein wenig beim Frühjahrsputz hier und habe im Rahmen meiner Aufräumarbeiten hier im Blog Feedburner rausgeworfen.

Was das bedeutet? Ganz einfach, dass der RSS-Feed dieses Blogs wieder direkt vom Server hier und nicht mehr von Googles Infrastruktur geliefert wird. Es sollte zwar normal alles klar gehen, kann aber ggf. nötig sein, dass ihr den Feed neu abonniert.

http://blog.no-carrier.info/feed/ ist dabei die URL zum normalen Feed des Blogs hier.