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Naja, zumindest wenn man bei Zasta so seine Auslassungen liest. Nur irgendwas will eben jeder zum Mampfen haben und nicht jeder bäckt selber Brot, außerdem sucht sich richtigerweise ja jeder seine Rolle selber aus. Man kann das natürlich schlecht sehen, ist es aber nicht vielmehr so, dass normal das Rollenspiel am Superheldensyndrom leidet? Zu viele Häuptlinge, Clark Kents und zu wenig Indianer? Nun gibt es also mal eine alltägliche Rolle, die offenkundig keine Besetzungsprobleme hat, also sollte man sich darüber doch mal freuen und fertig.

Ja und Nea regt sich über Handels-RP mit G&S auf, das kann ich gut verstehen. Früher war es eben das NLS, das die Gemüter erregte, heute ist es eben das. Zuerst einmal ist es ja nur ein Werkzeug, im Grunde aber ist es ein Kajirabeschäftigungstool für Leute mit zu viel Zeit und zu wenig Phantasie, die sonst kaum etwas mit sich selbst anzufangen wissen. Für solche Leute kommt so etwas doch gerade recht, quasi wie ein Gottesgeschenk und der Hersteller von G&S freut sich, dass er daran auch noch ständig verdienen kann.

Georg dafür greift den Ball wiederum bei sich auf und macht sich seinem Unmut gegenüber Event-Alts freie Luft. Da sind einige der Meinung, diverse wichtige Schlüsselpositionen in Port Kar seien mit diversen Alts vom selbern Spieler belegt, damit man den Plot lenken könne. Das kommt einem dann doch bekannt vor - dasselbe machte schon vor Ewigkeiten über Kasra die Runde. Das ist also weder besonders neu noch sonst etwas, so das Rollenspiel lenken zu wollen, sofern es denn zutrifft.

Interessant sind dann eben noch die Kommentare bei Georg, weil da manche meinen, Nea hätte ihr Drehbuch im Kopf und würde das zur Not alleine spielen. Zasta gab dazu seinen Senf ab und eine gewisse Tara meinte, das Zasta das allerdings übrigens genauso handhaben würde. Auch er habe sein Drehbuch im Kopf und spiele das zur Not mit seinen Buddies alleine auf dem Schiff. Die Meinung scheint mir zutreffend zu sein, denn es war schon früher in Lydius nicht anders und alte Gewohnheiten sterben bekanntlich langsam.

Einige bellen da recht massiv gegenüber Nea, da scheint mir die alte Wendung "Mit dem Erfolg kommen die Neider" mal wieder zu passen. Und man kann gewisse Dinge im Leben nicht erreichen, ohne vorher einigen auf den Füßen herum getrampelt zu sein.

Ja und Bäcker in Port Kar: als ich seinerzeit 2008 im englischsprachigen Port Kar mit Gor anfing, das war damals eine der Fundi-BTB-Sims überhaupt bevor das Etikett BTB groß geworden ist mit solchen bekannten Gorgrößen - man kann es nicht anders sagen -  wie Melisande Moisant als Chefschreiberin, Sie Alcott als Chef der Roten, Dark Starr als First Captain, Eve Cartier und anderen mehr, was hatten wir da auf dieser Sim gehabt, und zwar im Hafenbereich und nicht in den Stadtmauern? Richtig: eine Bäckerei. Genauer gesagt gab es eine Bäckerin, gespielt von Cybele Darkstone, die spielte gut und war auch gut ins Rollenspiel integriert.

Also Bäcker in Kar haben eine lange Tradition und sind nun nichts wirklich Neues.

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Brom, der allseits bekannte Krieger mit dem berühmten Speer, will sterben (natürlich soll nur die Rolle sterben, keine Sorge).

Den Ideenwettbewerb für die verrückteste Weise des abrupten, fremdverschuldeten Ablebens habe ich gewonnen. Ich empfahl ihm es so zu tun, wie seinerzeit Xenia Onatopp in James Bond: Goldeneye. Die brachte ihre Liebhaber während des Geschlechtsverkehrs mit der Beinschere des Todes um, wie das genau aussieht, kann man hier gut erkennen:

http://www.youtube.com/watch?v=OI3-YslbFi4

Brom ist davon begeistert und will genau das so nun haben, also habe ich das Rennen in dem Ideenwettbewerb gemacht und er sucht nun Damen, die gewillt sind, dieses cineastische Vorbild im Rollenspiel an ihm in die Tat umzusetzen. Also, ihr Ladies - nur zu, meldet euch fleißig bei Brom und bringt es hinter euch!

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Ich bin mir sicher, dass viele diesen Film um das Murmeltier Phil noch kennen, in dem ein extrem zynischer Wetterfrosch in einer Zeitschleife gefangen ist. Er erlebt denselben Tag wieder und wieder, bis er es geschafft hat ein besserer Mensch zu werden und bekommt dafür obendrein noch seine Traumfrau als Freundin.

Nun gibt es viele Diskussionen um goreanisches Rollenspiel die schon einen Bart wie Methusalem haben. Einer der Dauerbrenner ist dabei das Thema "Nehmt uns Kajirae gefälligst ernst!" In dem Fall hat es Hoshi erwischt, die endgültig die Nase voll hatte vom schön anzusehen als besseres Haustier dumm rumsitzen und ihr platzte der Kragen. Die Folge: sie hat erst einmal vorläufig das Rollenspiel dran gegeben wie so viele vor ihr bereits auch. Ja, das kommt vor und ist nun wirklich nichts neues, es passiert oft genug.

Nur: einen passenden Spielort zu finden ist und bleibt recht schwierig. Das Grundproblem an der Sache ist doch dieses: man hat irgendeine recht harte, martialische Vorstellung einer von Männern dominierten Welt. Harte, kantige Kerle, die nicht lange fackeln sondern einfach unberechenbar außerhalb der Stadtmauern handeln, die Frauen haben besser zu kuschen und was weiß ich. Diese Vorstellung haben viele im Kopf, und dann schauen sie sich kurz mal an, was man in Wirklichkeit in Second Life so spielt und kriegen die Krise.

Da hat es dann Prinzessinnenkajirae, die man nicht mal lüstern anschauen darf, schon kriegt der Besitzer die Krise, Panther, die in einer Stadt offen herum als solche laufen und Krieger noch verhöhnen und vieles mehr. Das Grundproblem ist also, dass mehrheitlich von der werten Spielerschaft die Rollen in der ursprünglichen Form unmöglich gemacht werden. Einen Krieger kann man eben nur dann so spielen, wenn der Rest es auch mitmacht und nicht wenn dann im Pew Pew Kampf der Combat Meter eine andere Sprache spricht, und das Pirattenweib den mal eben mit seinem Maschinengewehrbogen umlatzt. Aua aua.

Ebenso trifft es die freien Frauen, Kajirea, vor allem aber die Assassinen und was weiß ich noch. Die meisten Rollen scheitern einfach daran, dass der Großteil der Spielerschaft sie zu irgendwelchem Wischiwaschizeug verklärt und ihnen nicht den Entfaltungsspielraum gibt, den sie brauchen um im Sinne der Rollenspielgrundidee authentisch zu wirken.

Stellen wir uns doch mal folgendes vor: man selber als freie Frau ist in einer fremden Stadt unterwegs, die eigene Begleitung kurz irgendwo um die Ecke und man trifft auf einen Krieger der Stadt. Man hat da also ein muskelgestähltes Kampfpaket vor sich, das nur dem Wohl der Stadt gegenüber verpflichtet ist, seit Jahrzehnten womöglich Kampferfahrung gesammelt hat und trainiert, mit einem Schwert in der Hand, das schon viel Blut vergossen hat, sein Körper narbenüberzogen von erfolgreichen Kämpfen. Jemand, der mit ordentlichem Selbstbewußtsein auftritt, der berechenbar ist aber den man auch besser nicht reizen sollte, weil man ganz genau weiß, zur Not frägt der nicht lange sondern handelt erst einmal. Vielleicht ist es gar ein Tarnreiter, der ab und an mal zur Entspannung mit seinem Riesenvogel in andere Städte fliegt und freie Frauen entführt, um sie zu versklaven. Kommt ja vor und daher haben viele Städte eben auch Tarnnetze überall gespannt.

Was würde denn die Frau da tun? Natürlichst nur alles mögliche um den Mann nicht zu erzürnen, nicht auffallen und hoffen, dass die eigene Eskorte baldmöglichst wieder da ist.

Was aber tut Frau meistens in SL-Gor? Rumpöbeln, den Mann nerven, möglicherweise auch noch mit der Absicht, ihn dann niederzuschießen, ein zu sacken un mit ihm Spaß zu haben, dem Combat Meter sei Dank.

Ja, das ist natürlich in SL-Gor möglich und genau das ist der Knackpunkt, an dem das Rollenspiel im Sinne der Grundidee versagt. Das stört zwar nicht längst alle, aber viele genug, die dann entweder sich ihre eigenen Refugien schaffen oder einfach irgendwann dann eben gehen. So war das, ist das und wird es eben immer sein.

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Es gibt auf Gor eine neue Masche, wie es zu sein scheint, nämlich Kajirae, die von ihrem zukünftigen Spielpartner verlangen, dass er ihnen ein hochwertiges Collar, wie z.B. Amethyst kauft. Opencollar akzeptieren sie nicht, und sie meinen der Zukünftige müsse schon dadurch eben zeigen, dass er es mit einem ernst meine.

Wenn derjenige das dann nicht mitmacht, wird er von der Frau beschimpft und sie kommt mit so lustigen Sachen wie "ich könnte mir die Sim kaufen und blabla noch dazu." Im Grunde eine Abwandlung einer alten Sache, nur sollte man sich diesen Stress am Besten gar nicht erst geben.

Die Spielerin hat mit ihren Alts schon diverse Simbanns kassiert. Sollte man auf so jemand treffen, dann macht am Besten einen Bogen um die Person und fertig.

In der Telepolis gibt es heute einen interessanten Beitrag zu dem Thema, wie ein Mensch eigentlich stirbt. Vieles, was wir eben im Fernsehen zu Gesicht bekommen, basiert auf Halbwissen oder ist gar falsch. Natürlich weiß man heutzutage dank der Wissenschaft sehr genau, was da passiert und in welcher Reihenfolge.

Wer also schon immer mal einen Tod so richtig realitätsnah ausspielen will und eine realistische Leiche abgeben, der wird in dem Artikel fündig. Der Rest lässt ihn wohl lieber links liegen.

Auf meinen Eisenbahnfahrten auf dem Mainland habe ich einen mir bis dato unbekannten Laden entdeckt, der auf der Sim Mormo ist und sich "Citizen D" schimpft. So sieht das Teil von außen aus:

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Und was ist drin? Genau das hier:

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Star Guys. Nun wird die Ähnlichkeit der Figuren zu Star Wars offensichlich. Der Macher verkauft natürlich Objekte, die auf Star Wars basieren und nennt sie nur anders, um Copyrightproblemen aus den Weg zu gehen. Avatare hat er übrigens auch im Angebot:

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Die Qualität der Avatare sieht schon auf den Fotos mehr nach mittelmäßig bis schlecht aus. Das wären Sachen, die vielleicht 2007 noch gerade so als schick durchgegangen wären, heutzutage ist man aber technisch einfach weiter. Zum Rest kann ich wenig sagen, die Roboter sehen einigermaßen ok aus, man kann sich auch Holocrons kaufen, die zu Stichwörtern dann Wikipedia befragen oder aber oben einen ultimativen Tannenbaum.

Alles in allem ein Laden, in dem ich selber nichts kaufen würde.

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Ja, Souvenirs besang schon einst der gute Bill Ramsey, der nach wie vor mit über 80 Jahren auf der Jazzbühne steht und einfach singen kann. Das ist auch kein Wunder, wenn man bedenkt, dass er vom Jazz seinerzeit zum Schlager kam, denn wer wie er 1957 in Polen Jazz singen will der muss eben singen können.

Nun ist ja Turmus Geschichte. In dem Fall gilt eben einfach "wer zahlt, schafft an", die wenigsten Sims werden demokratisch geführt. Das muss ja auch nicht sein, jedenfalls hat die abrupte Art der Beendigung der Sim bei einigen Spielern zu geringen Verstimmungen geführt.

Das wäre nicht mehr berichtenswert, nun ist aber das neue Projekt baulich bereits weit fortgeschritten, nämlich Selnar auf Cos. Es sieht soweit auch schön aus, da wird jeder zustimmen denke ich. Spieler werden da nun auch schon per Blog gesucht, also ist die Öffnung der Sim für den Spielbetrieb nur eine Frage der Zeit, also wohl Tage oder einige, wenige Wochen.

Beachtenswert ist aber, dass die alte Sim keine zehn Tage dicht war schon das nächste Projekt eben ziemlich fertig gebaut ist. Das zeugt von erfahrenen Baumeistern, die wissen, was sie tun. Die Grundidee liest sich dabei nach altem Wein in neuen Schläuchen, also wieder ein Städtekonflikt, nur diesmal anders herum und anstelle in einer großen Stadt spielt das Ding nun in einem Dorf.

Der kurze, zeitliche Abstand führte nun wiederum zu offenen Verstimmungen. Tja, das kommt vor. Einige ehemalige Spieler beklagen sich auch, dass ihre - wohl deftigen - Kommentare dazu in den Blogs der Simbetreiber gelöscht und gar nicht erst veröffentlicht wurden. Auch das kommt vor, denn jeder Blogbetreiber hat ein virtuelles Hausrecht und kann entscheiden, was er als Kommentar zulässt und was nicht. Für die Leute aber, deren Kommentare nicht veröffentlicht werden, riecht es dann eben nach Zensur und es verstärkt deren Frust und Meinung.

Nun gibt es da ja so einige Aspekte: wäre es vielleicht anders gelaufen, wenn die neue Perspektive bereits vor dem Untergang der Sim bekannt gewesen wäre? Wobei natürlich auch da die Frage sein muss, ob diese neue Perspektive überhaupt schon als Idee existierte. Vermutlich mehr so ein deutliches Jein, denn man kann es in solchen Angelegenheiten ja niemals allen recht machen.

Was bleibt ist ein extrem kurzer Abstand zwischen dem Schließen der einen Sim und den Bildern der neuen Sim im Baustadium plus Veröffentlichung des Spielergesuchs. Es ist eine bemerkenswerte kreative, bauliche Leistung, aber sowas gerade einmal dann in zehn Tagen Abstand ist dann doch ein wenig kurz. Vermutlich viel zu kurz für den Geschmack einiger, alter Spieler während andere sicherlich darauf nun brennen, dort anfangen zu können.

Ob das dem Erfolg des neuen Projekts nachhalten schaden wird? Ich denke mal: nein, denn die Nachfrage nach einer solchen Sim ist ja offenkundig gegeben. Aber einige verprellte Altspieler werden sich dort ziemlich sicher nicht mehr engagieren noch dort wohl zeigen.

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Weil mir gerade danach ist, will ich noch eine kleine Nachlese zum Abgang von Turmus vornehmen.

Zunächst einmal ist es natürlich so: wer zahlt, der schafft an. Und Simbesitzer zu sein ist mit der undankbarste Job in Second Life überhaupt, denn man ist im Grunde Kindermädchen und Kummerkasten für alles und jeden, das ist ein gewaltiger Akt neben dem Rollenspiel, den man zu stemmen hat. Schön, dass es dennoch nach wie vor so viele idealistische Menschen gibt, die einfach etwas wagen, etwas probieren und dabei testen, ob etwas eben klappt oder eben nicht.

Die Schließung von Turmus scheint, wenn ich mir einige der Reaktionen so anschaue, für Manche doch sehr abrupt und überraschend gekommen sein. Isabell und Gerd sind jedenfalls alles andere als begeistert davon, und ihre Meinung dazu kann man hier und hier nachlesen.

Nun ist eine Rollenspielsim sicherlich nichts, was normal demokratisch geführt wird und man kann es so entscheiden, wie es hier eben geschehen ist. Damit meine ich nun nicht so sehr das Ergebnis, sondern die Art und Weise, wie man zu dem Ergebnis eben kam. Hier sieht es für mich so aus, als habe die Führung entschieden und dann den Rest vor vollendete Tatsachen gestellt. Das ist ein möglicher Weg, und wenn auch sonst alles auf der Sim so entschieden sein mag, ein legitimer Weg - aber eben längst nicht der Beste.

Ich weiß nicht mehr, zu welchem Vorgang mal Cry genau dies hier sinngemäß sagte, aber er hat damit Recht und es passt:

Ihr mögt vielleicht zu etwas die Idee gehabt haben, aber spätestens ab dem Zeitpunkt, an dem ihr zur Verwirklichung eurer Idee euch weitere Leute ins Boot geholt hattet, war sie nicht mehr länger nur eure Idee, sondern es wurde eine gemeinsame Idee und ein gemeinsames Projekt.

Und genau das ist es wohl, was hier so manchen verärgert. Man wurde nicht gefragt, was man nun wirklich will oder auch nicht, sondern erstmal abrupt vor vollendete Tatsachen gestellt, mit der Option dass man die Idee irgendwie irgendwo weiter am Laufen halten könnte. Aber zuerst einmal war und ist da nun das Loch. Das empfinden dann sicher Einige als dumpfen Schlag in die Magengrube. Und damit ist es klar, solch eine Aktion kommt niemals nur gut an.

Umgekehrt bedeutet dies aber auch, wenn der Rest zusammenhält und weiterhin diese Idee verwirklichen will, dann klappt das mitunter auch gut ohne seine Urheber. Ein Teil scheint es ja auf der Insel zu probieren, ob es klappt oder nicht wird die Zeit zeigen.

Das neue Projekt der Macher von Turmus übrigens nennt sich "Everest Hills - Roleplay for open minded people" und ist, wie es aussieht, seit Anfang August aktiv. Mit Gor jedenfalls hat es überhaupt nichts zu tun, es ist vielmehr eine Art Fortsetzung von Forfax.

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Bazillus, der Arzt.
Bazillus, praktischer Arzt.

Mit den Grünlingen auf Gor ist es ja so eine Sache: einerseits gibt es durchaus eine gewisse Ausbildung, die diese durchlaufen können und eine wie auch immer organisierte Kaste. Das ist gut, weil man so echte Neulinge an die Hand nehmen und ausbilden kann. Schlecht daran ist aber, dass die frühere Gründerin dieser Kaste im wirklichen Leben nunmal Humanmedizin studiert hat und so ihr immenses Fachwissen dieser grünen Kaste quasi übergestülpt hat.

Böse formuliert: wer in dieser Kaste wirklich was werden will und lernen will, der ist besser extrem leidensfähig und noch besser hat er/sie gleich gute Kenntnisse in der Medizin. In der In Character Ausbildung dieser grünen Kaste gabs damals ernsthaft solche Themen wie Spalthauttransplantationen, inklusive Bildern aus chirurgischen Lehrbüchern und realen Krankenhäusern! Solch einen Krampf bekam man seinerzeit ernsthaft in dieser Kaste gelehrt, was nun wirklich und eindeutig zu viel des Guten ist!

Denn das "Wissen" um die goreanische Medizin ist, wie so vieles, rudimentär. Im Grunde ist sie vor allem Plotdevice, nicht mehr und nicht weniger und muss daher auch nicht besonders gut beschrieben sein. Wichtig ist doch einzig und alleine nur, dass man irgendwie für ein Fantasysetting logisch erklären kann, warum a) Goreaner wie die Karnickel durch die Gegend vögeln können, ohne dass die Frauen ungewollt schwanger werden und b) warum sie so lange leben. Für beides hat es eine Erklärung in Form von Sklavenwein und den Seren. Der Rest ist nicht wirklich weiter interessant und entsprechend unbekanntes Land.

Wenn man dann aber anfängt, die Schulmedizin nach Gor zu transportieren, dann verschenkt man sich damit einfach sehr viel an Spielmöglichkeiten, es tötet nur jede Kreativität ab und sorgt dafür, dass die Rolle ziemlich langweilig und uninteressant wird. Und genau so ist es doch auch, es gibt kaum eine Rolle mit der man weniger gerne spielt als mit den Heilern (die eigentlich Ärzte heißen müssten, nur hält sich daran kein Schwein), bis ja vielleicht noch auf die Mambas. Aber das ist eine andere Geschichte.

Man vergibt sich durch dieses wissenschaftlich durchdeklinierte Rollenmodell einfach sehr viele Spielmöglichkeiten und Spaß. Was viele überhaupt nicht beachten ist, dass bevor die Medizin auf Erden eine exakte Wissenschaft wurde, es sehr viele Quacksalber und Scharlatane gab, die manchmal dennoch die Medizin voran brachten. Und genau das ist es, war mir bei fast allen im Gor-RP fehlt: die Quacksalber, Scharlatane und Tunichtgute der grünen Kaste. Diese Erdenhumanmedizin-Wir-machen-alle-Kreativität-darnieder-Kaste hat sie ziemlich erfolgreich ausgemerzt. Viele halten diesen Schwachsinn, um es mal deutlich zu sagen, den diese Kaste predigt, für das Maß aller Dinge. Nur ist das eben nicht so, und es ist da noch Platz für viel mehr.

Es gab beispielsweise früher in Kasra den Prototyp eines praktischen Arztes, Eranius Silberstein. Der Charakter wird schon lange nicht mehr gespielt. Eranius selber war ein Wirrkopf, der zu wenig Sonne gesehen hatte und seine Kuren schadeten meistens den Patienten mehr, als dass sie ihnen nutzten. Hübsch anzusehen war er auch nicht, er machte gerne Versuche an minderwertigen Sklavinnen, hatte fettige Haare und man ging ihm lieber aus dem Weg, bevor er einen interessant fand.

Der Spieler dahinter war, wie ich auch, der Ansicht, dass das Rollenspiel der grünen Kaste viel zu steif, langweilig und uninteressant ist, und dass es in Wirklichkeit ausreiche, sich mal die zwanzig Seiten der Bücher reinzuziehen, wo die grüne Kaste beschrieben wurde, dazu benötige man noch ein paar anatomische Grundkenntnisse und fertig sei der Arzt. Wozu kompliziert, wenn es mit diesem einfachen Gerippe eben auch geht.

Und der Ansicht bin ich eben auch: die grüne Kaste braucht weniger Humanmediziner mit Zulassung aller Krankenkassen, die einen ständig impfen wollen, sondern Kurpfuscher, Hallodris und was weiß ich. Das würde sicherlich das Spiel beleben, aber diese Gattung stirbt eben aus. Ein anderer, ähnlicher Fall für so eine Heilerin war ja Kusa.

Wie auch immer, ich habe mir neulich mal aus Jux und Dollerei eine Art Eranius V2 gebaut. Also so einen richtig hässlich anzusehenden Eierkopf von Arzt mit Halbglatze, grüner Tunika, pickeliger Haut im Teint eines Liter Vollmilchs, die schon darauf hin deuten lässt, dass da irgendso ein komisches Kellerkind kommt, das eindeutig zu wenig Sonne in seinem Leben gesehen hat und auch ansonsten etwas leicht gaga zu sein scheint.

Der gute Mann horcht auf den schönen Namen Bazillus, wenn schon denn schon. Nur bei meinen paar Versuchen, mit dem mal ein wenig Rollenspiel zu betreiben, habe ich auch gemerkt, dass für diesen Ansatz im verknöcherten, deutschsprachigen Gor nicht wirklich mehr Platz zu sein scheint.

Auch das ist das Ergebnis der grünen Kaste. Wie schön für euch. Geht doch einfach alle mal gepflegt mit eurem scheiß-pedantischem Kleingeistgetue und eurer Korinthenkackerei  sterben und macht wieder Platz für mehr Kreativität und Spielfreude in der Rolle, denn die habt ihr gründlich aus dem Spiel heraus geschult!