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Lydius befindet sich unerwartet wieder im Krieg. Diesmal geht es aber nicht gegen die Kassler, wie sie die Kassauer intern liebevoll gerne bezeichnen, sondern gegen den Gründervater der Sim überhaupt, Schweini Spitteler. Es handelt sich um einen ausgewachsenen OOC-Konflikt.

Über die Gründe kann man nur spekulieren, der Stein des Anstoßes aber ist gewesen, dass Schweini Spitteler nach eigenem Bekunden nach Port Lydius teleportieren wollte und erstaunt feststellte, dass das nicht mehr ging, da er auf einmal dort gebannt ist. Über die Gründe des Banns und dergleichen ist auch öffentlich nichts bekannt, aber es ist immer eine schlechte Idee, ausgerechnet denjenigen Avatar zu bannen, dem grob gesagt nach wie vor die Hälfte der verbauten Prims auf der Sim gehört und noch diverse andere zur Sim gehörenden Sachen, wie das Forum oder die Lesergruppe zur Zeitschrift "Drei Monde."

Es kam so, wie es kommen musste, Spitte war extrem sauer und reagierte entsprechend. In der Lesergruppe von Drei Monde ging eine Nachricht von ihm herum, dass das Magazin für ihn ab sofort Geschichte sei und er die Gruppe bald auflösen werde. Bedanke solle man sich bei denen, die zwar wissen, was alles koste aber nicht, was es wert sei.

Nun ja. Machen kann er das sicherlich, aber ob das Magazin "Die Drei Monde" weiter besteht oder nicht liegt längst nicht mehr in seiner Hand. Wenn der Rest der Mannschaft weitermachen will, dann ist in SL eine neue Gruppe schnell gegründet und der Rest kann weitergehen wie bisher. Das ist ja das Schöne an Second Life und letzten Endes sind wir alle ersetzbar. Es geht durchaus auch ohne ihn, wenn der Rest es denn so machen will.

Weiter schloss er zeitweilig das Forum Dreimonde.siteboard.eu, das inzwischen aber wieder erst einmal offen ist. So oder so ist das Forum an dem Ort aber sicherlich inzwischen bald Geschichte, da sich die Verantwortlichen schon nach Alternativen umsehen dürften. Ich würde es machen und da ich persönlich über genügend Webspace verfüge, wäre das innerhalb von einigen Minuten aus dem Hut gezaubert. Aber auch so gibt es Forenanbieter wie Sand am Meer und es gibt keinen vernünftigen Grund, sich da weiterhin in der Abhängigkeit zu befinden.

Wäre ich die Simleitung, würde ich dieses Verhalten zum Anlass nehmen, um mich endgültig vom Gründer zu trennen, denn was passiert, wenn einem sonst irgendwann die Prims direkt zurückgegeben werden sollten. Das heißt nichts anderes, als alle noch von ihm vorhandenen Prims zurückzugeben und die Sim neu aufzubauen. Sicher sähe das Ergebnis dann anders aus, vielleicht auch nicht mehr so aus einem Guss, in erster Linie aber kommt es zuerst auf die Spieler an und dann auf die Bauten.

Denn eines ist klar: so geht es einfach nicht, wenn jedes Mal wieder mit ähnlichem Verhalten zu rechnen ist, wenn ihm etwas sauer aufstösst, ihm dabei quer im Magen liegt und er dann erstmal so ähnlich handelt wie jetzt anstelle nachzufragen. Besser ist es da wirklich, nun gleich den schmerzhaften Schnitt zu vollziehen, um in Zukunft einfach mehr Sicherheit vor ähnlichen Aktionen zu haben.

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Es gab ja gestern den ersten Zusammentreff von der holden Lady mit dem schönen Namen Adolphine, einer Schreiberin aus dem schönen Ort Belenus nahe des Vosk-Delta mit dem Administrator Zasta von Lydius im Teehaus der Stadt. Zasta, den unsere Frauen weil rothaarig, große Nase und klein gewachsen auch gerne mal liebevoll als Pumuckl titulieren, war vom Anblick der holden Maid sowas von der Rolle, dass er wie ein scheues Reh kaum ein Wort aus dem Munde rausbekam und dann innerlich frohlockte, als sie das Teehaus gen Herberge verliess. Sowas aber auch.

Woher kommen aber nun die Namen? Adolphine ist der Name der weiblichen Hauptfigur einer kleinen Geschichte von Heinrich Clauren aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, die dem romantischen Kitsch zugeordnet wird. Belenus wiederum ist einer der Stammesgötter von Asterix und Obelix, der andere wäre Teutates. Allerdings war auch Adolphine durchaus ein gängiger Frauenname im 19. Jahrhundert gewesen. Ach ja, und der erste Teil des Textes geht dann so:

Adolphine streckte ihre zarten Glieder auf das weiche Moos; das heilige Rauschen in den Wipfeln der uralten
Bäume, das Plätschern des zum Vater Rhein hinabeilenden Baches, lullten die Schlummermüde ein. Der Champagner
und die Freude hatten den Liliensammet ihrer Wangen gerötet; das Köpfchen lag in der rechten Schwanenhand;
die linke (sic!) ruhte auf dem schwellenden Moose. Freundlich lächelten die Purpurlippen, als schwebe
ihr der Scherz des Tages vor der freudetrunkenen Seele, der kleine Mund war halb geöffnet, wie eine eben sich
entfaltende Rosenknospe; der Lilien-Busen wogte ruhig, und das niedlichste aller Füßchen im ganzen Rheingau
war nur bis zur Zwickelspitze des blütenweißen Strümpfchens sichtbar. Leise Lüfte vom flutenden Rhein herauf
küßten ihr kühlend die brennende Stirn und das geschlossene Auge und spielten heimlich mit dem lockigen
Haar und den flatternden Bändern, und der lose Gott der Träume, der ihr auf des Champagners leichtem
Schaume ein ganzes, mit mancherlei Gaukelwerk der Phantasie befrachtetes, buntgeflaggtes Schiffchen in des
Herzens stillen Hafen gesandt, umfing sie jetzt mit seinen Blumenarmen.

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Im GIC gibt es bis Freitag noch den Halloween-Hunt. Irgendwie finde ich zwar immer viel, aber greife von Vigo meistens Frauenkrempel ab. Heute auch so wieder, diverse Roben für Schreiberinnen und Heilerinnen, ich kann damit inzwischen locker einige Avatare ausrüsten. Also kann man das Zeug doch auch mal anziehen und was damit anfangen, wenn man es schon umsonst nachgeworfen bekommt.

Gesagt, getan und so sieht das Ergebnis aus, ein bekannter Männeravatar in Frauenklamotten im Hafen von Lydius im Tower, wie es sich gehört und mit einigen Freien am Plaudern, bitte sehr:

In der Robe liegt die Kraft!

Und was sonst noch so daraus werden wird, das werde ich bald feststellen. 😀

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Es gab heute mal wieder einen der nun doch eher seltener stattfindenden Besuche der Black Shark. Die griffen in der Überzahl an, sie gingen dann sogar ohne Gefangene davon, zeigen sich also in einem gewissen Grad lernfähig.

Für mich ist die Sache einfach: wenn ich online gehe und auf dem Kanal mitbekomme, dass diese Genossen mal wieder wüten, dann gehe ich erst gar nicht nach Belnend hin. Dafür ist mir einfach meine Zeit zu schade. Etwas anderes ist es, wenn ich in Belnend das spielen anfange und die dann eben angreifen, das gehört zum Wohnort durchaus dazu und muss man auch mal in Kauf nehmen. Das heißt ja nicht, dass man dann dennoch unbedingt länger als nötig mit denen spielen muss.

Jedenfalls wurde einer der Piraten in eine Diskussion verwickelt, eine der freien Frauen wollte wissen, ob er eigentlich über freie Frauen und Kastenwesen Bescheid wisse. Der meinte nur lapidar, weil er Pirat ist, zähle das alles sowieso nichts.

Und das ist das Problem: genau mit der Haltung macht man anderen das Spiel kaputt. Wer auf ein Fußballfeld geht kann da nicht anfangen, Handball zu spielen. Aber nichts anderes machen viele Piraten und werden eben daher als störend empfunden.

Dazu fällt mir dann nur noch das hier ein:

http://www.youtube.com/watch?v=ZLsJyfN0ICU

Richtig gelesen, das oft unterschätzte und viel geschmähte Mittelmaß, es lebe hoch, hoch, hoch!

Was wären wir nur alle ohne das Mittelmaß, welches hoffentlich auf einer gewissen, guten Basis steht? Man könnte einerseits nicht nach unten sehen, um sich von diesen Bereichen abzugrenzen, andererseits aber auch nicht die Elite bewundern oder das, was sich für die Elite hält bzw. man für die Elite hält. Wenn es ständig nur Höchstleistungen gäbe, dann würden diese Höchstleistungen das neue Mittelmaß und es wäre ungleich schwerer, noch neue Höchstleistungen zu erreichen. Das ist ein Problem, mit dem übrigens inzwischen seit einigen Jahrzehnten ja der Spitzensport zu kämpfen hat, der biomechanische Bewegungsapparat Homo Sapiens hat einfach gewisse theoretische Maximalgrenzen, die in vielen Sportarten schon erreicht worden sind und ohne Doping ist da mit dem Verschieben der Meßlatte nach oben kaum noch etwas zu erreichen.

Natürlich benötigt man in vielen Bereichen ein gesundes Mittelmaß, und seien wir ehrlich, wir wollen es sogar und profitieren alle davon. Nicht jeder will zum Beispiel in diversen Rollenspielsettings dauernd täglich Höchstleistungen abliefern müssen. Manchmal ist es auch einfach schön, nur ein wenig abzuschalten, das Spiel fließen zu lassen und es einfach zu konsumieren. Warum auch nicht! Auch so können durchaus interessante Begebenheiten entstehen.

Gäbe es nur noch eine selbsternannte RP-Elite, die bestimmen würde, was wie wann wo gespielt werden darf oder auch nicht, dann wäre die Basis an Spielern ungleich schmaler und die verbliebenen Spieler würden früher oder später irgendwann in Schönheit sterben, vielleicht glücklich über ihre Leistungen aber unglücklich über das wenige Spiel, wenn nicht etwas unvorhergesehenes geschieht. Es hilft da durchaus schon einmal, wenn eine etablierte Sim dicht macht und die Hälfte deren Bevölkerung zu einem übersiedelt, so wie in Kassau geschehen.

Ebenso lässt sich das auf viele, andere Bereiche übertragen, wie zum Beispiel Musik. Ein mittelmäßiger Sänger kann durchaus auch ab und an ganz unterhaltsam sein, Paul Potts ist so ein Beispiel dafür. Man merkt ihm an, wenn er schwitzend auf der Bühne steht, er arbeitet wirklich ehrlich für seine Töne, liebt auch jeden Ton, der seine Kehle verlässt und liebt einfach seine Musik. Die Kunst besteht normal darin, dass man dem Sänger die Anstrengung eben nicht ansieht.

So ist das auch bei vielen Sängern in Second Life, und ich habe schon einige kennengelernt. Es gibt über sehr schlecht bis sehr gut sicherlich alles, wer zum Beispiel eine mittelmäßige Sängerin hört, die mehr Töne versemmelt als die Töne richtig trifft, der weiß immerhin auch, das ist ehrliche Musik, sie steht ehrlich dazu und traut sich etwas, was viele Musiker sich nicht trauen. Da werden Aufnahmen in Tonstudios bis zur Unkenntlichkeit aufgehübscht, und wer z.B. mal Britney Spears wirklich in natura hörte, dem fielen vor Schreck die Ohren ab. Heutzutage gilt da ja in der Branche mehr Schein als Sein, viele populäre Künstler sind in Wirklichkeit nicht mehr besser als das.

Der weitere, gute Aspekt des Mittelmaßes ist eben, dass es einen für das Außergewöhnliche und Spitzenleistungen sensibilisiert und lernt es, solche Momente auch zu schätzen. Es mag auch für Viele ein Ansporn sein, sich zu verbessern, während andere auf ihrem Sessel doch bequem sitzen bleiben mögen, und wieso auch nicht.

Kurz und gut, ein gesundes Mittelmaß ist wichtiger, als viele meinen und es gibt keinen Grund, es zu schmähen, im Gegenteil, es ist gut, dass es dies gibt!

Es gibt ja nichts, was es nicht gibt, und sei es noch so schwachsinnig. Dabei gibt es aber dennoch immer wieder Zeitgenossen, die es schaffen die untere Messlatte weiter nach unten zu verschieben und das will schon etwas heißen. Manche kommen dabei auf Ideen, die so hirnverbrannt und schwachsinnig sind, dass man mit normaler Denkweise gar nicht erst auf so etwas kommt.

Heute las ich im Profil eines RP-Avatars das: "Piercings sind OOC." Ja, wat denn nu? Bisher hielt man es aus gutem Grund im RP noch immer so, dass alles, was man an einem Avatar sieht, auch IC verwendet werden kann. Wenn man es nicht im RP einbezogen sehen will, dann trägt man es einfach nicht und fertig, denn wer mag schon 30 Leuten erklären, dass diese Ohrringe da OOC sind und nicht anzeigen sollen, dass man früher mal Sklavin gewesen ist?

Aber so, was kommt da als nächstes? "Mein Dolch ist OOC, damit der sich nicht so schnell abnutzt und ich mir einen neuen kaufen muss?" Keine Ahnung!

So bleibt mir da nur noch das hier:

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Jedes Rollenspiel besitzt gewisse Grundtypen an Rollen, die man spielen kann. Diese Grundtypen sind dabei mehr oder minder gut beschrieben und voneinander auch unterscheidbar. Häufig ist ja eines der Grundprobleme im Rollenspiel das Prinzessinnen-Problem: wenn man schon im reellen Leben der Meinung ist, nichts zu sein, dann will man wenigstens im Rollenspiel mal so richtig die Sau rauslassen, sei es als Räuberhauptmann, Superheld oder gar König. Für scheinbar schlichte Rollen werden sich viel weniger Spieler auftreiben lassen können, die diese dann mit Begeisterung dauerhaft ausfüllen als für diese Extreme.

Ein weiteres Problem ist, und da fallen viele nur zu gerne schnell herein: die Grundtypen sind so etwas wie Rahmenvorgaben. Sie geben den Spielraum vor, innerhalb dessen sich die eigene Rolle bewegen kann, aber nicht auch in der Konstellation bewegen muss. Rollen, die allzu glatt oder zu mächtig sind, sind dabei meistens ein Problem und einfach langweilig. Wirklich interessant wird eine Rolle meistens erst dann, wenn man ihr einige Macken spendiert, die ins Rollenbild passen. So kann ein Krieger, der seine Tochter durch Feinde verloren hat, zum Beispiel zu einem desillusionierten Säufer mutieren und sich mächtig gehen lassen. Die Bäckerin betüttelt vielleicht alles, was auch nur entfernt wie Tier aussieht und kann da die Finger nicht davon lassen. Jemand drittes meint vielleicht, dass die Tiere zu ihm sprechen, und und und...

Wichtig ist also, wenn man ein Rollenspielsetting buchnah umsetzen will, dass man nicht versucht, die Ereignisse aus dem Buch einfach nur nachzuspielen, sondern es als Rahmenvorlage für eigene Abenteuer. Dazu kommt, dass manche Sachen auch einfach die in Büchern stehen auf Dauer für Spieler langweilig sein können. Wenn zum Beispiel jemand ständig nur kuschen muss, wie der Herr es will, kommt sicher dabei dauerhaft wenig Freude auf. Wenn man ständig nur unter sich ist, weil man vor Siedlungen Angst hat, ebenfalls, da bekommen viele dabei dann einen Koller.

Daher unterscheiden die Macken und Hobbies durchaus einen gut gespielten von einem sehr gut gespielten Charakter. Superman zu geben auf Dauer ist langweilig, wer wirklich Abwechslung reinbringen will, macht sich vorher Gedanken über die Rolle, spendiert der Rolle dabei gewisse Eigenschaften und Macken, auf der dann anderes Spiel aufbauen kann.

Weiterhin ist es so, dass viele Settings auch mächtige Überwesen kennen. Diese Überwesen sind, sofern sie nur spärlich auftreten, vollkommen in Ordnung und legitim. Meistens sind das Rollen, deren Besetzung am Besten von Spielleitern genehmigt werden muss, damit alles in geordneten Bahnen verläuft, denn häufig gilt hier: gibt es zu viele davon, dann wird es affig.

Ein Beispiel: wenn man ein Star Trek Rollenspiel aufzieht, dann kann es durchaus interessant sein, ab und an mal den nahezu allmächtigen Q auftreten zu lassen. Diese Auftritte werden dann sparsam dosiert und vorher auch gut durchdacht, damit das Spiel nicht zu sehr aus der Balance gerät. Wenn aber nun die Rollenwahl auch hier prinzipiell freigegeben ist und es treten auf einmal fünf Qs gleichzeitig auf, die dazu noch machen, was sie wollen, dann wird oft das Spiel für den Rest der Teilnehmer meistens sehr schwierig bis uninteressant, weil man dagegen nicht wirklich ankommen kann.

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Nachdem ich einige Zeit lang mal WoW ausprobierte, dazu meine persönlichen Gedanken zu dem Spiel. Es macht ja stark das Wort von der WoW-Sucht die Runde; sicher, diese Leute gibt es durchaus, das Schwierige an der Sache ist dann aber erst einmal, wie man diese Leute erreicht. Solange sie nicht selber zur Einsicht gelangen, dass mit ihnen etwas nicht stimmt, ist jeder Hilfsversuch vergeben.

WoW als Spiel ist von Blizzard so gestaltet worden, dass man als Normalo einige Zeit braucht, um das Ziel (Level 80, ab Anfang Dezember Level 85) auch zu erreichen. Je länger der Kunde sein Abonnement von 12 € pro Monat aufrecht erhält, desto mehr Geld verdient man natürlich mit ihm und die drei Erweiterungen (The Burning Crusade, Wrath of the Lich King und Cataclysm) wollen schließlich auch an den Mann gebracht werden.

Dabei ist das Levelsystem geschickt gemacht, der Aufstieg geschieht am Anfang recht einfach, aber danach wird der Abstand von Level zu Level natürlich mehr. Die Erfahrungspunkte wachsen nicht linear, sondern steiler als das.

WoW weckt im Menschen einen der Urinstinkte überhaupt, den Jäger und Sammler. Man ist ständig auf der Jagd nach EPs und sammelt gute Items, seien das Waffen, Rüstungen und dergleichen, die einen weiterbringen. So funktioniert das. Dazu kommt, dass man ab einem gewissen Grad der Entwicklung seines Avatars sich stark mit der Idee konfrontiert sieht, in irgendeine der vielen Gilden einzutreten, da man so besser vorankommt und es Rätsel gibt, wo man einfach nur als Gruppe bestehen kann. Damit hat man dann einen Haufen neuer Freunde, die es aber natürlich nur in WoW gibt und außerhalb des Spiels gibt es meistens weniger Kontakt. Je nach Art der Gilde aber auch, vor allem wenn es eine Raidgilde ist, ist man damit dann gezwungen, seine Onlinezeiten stark auszuweiten, um mit dem Rest der Gruppe mithalten zu können. Gut, es zwingt einem keiner dazu, in eine Raidgilde einzutreten, aber sobald man es macht, hat man besser massiv Zeit für Gruppenkämpfe zur Verfügung.

Irgendwann sind dann viele soweit, dass sie sich eben von WoW gehörig ihr Leben diktieren lassen, "Ja, ich brauche nur noch Item XY", "Nur noch schnell den Quest" usw., weil der nächste Level ja nur noch X EPs entfernt ist und hey, das schafft man doch noch locker heute, wenn man sich ranhält.

Manche wollen auch am Ende ihren Avatar von den Items perfektionieren und den mit Gegenständen ausrüsten, die es nur in Dungeons mit diversen Bossen gibt, wobei die Wahrscheinlichkeit, dass Boss X das gesuchte Item Y beim Tod fallen lässt, mehr oder minder gering ist. Also macht man den Dungeon, dessen Durchwanderung dann durchaus auch je nach Größe lange genug dauert, mehrfach, bis man es eben hat.

Daneben enthält ja auch WoW Berufe, die man üben kann, aber zum Üben braucht man auch Zeit, wenn man sie in Meisterschaft perfektionieren will. Manche Rohstoffe gibt es eben nicht im Handel erhältlich, wenn dann nur im Auktionshaus oder man holt sie sich selber. Farmen nennt man das.

Und wenn dann manche mit ihrem Hauptavatar am Ende der Fahnenstange angelangt sind, weil er alles hat, was es zu erringen gab, fangen sie einen neuen an, entweder in einer anderen Klasse oder gar Rasse, um mal zu schauen, wie das denn so ist.

Die Quests sind in WoW dabei integraler Bestandteil des Wachstums, da man durch das Questen schneller nach oben klettern kann als ohne. Allerdings sind die Quests dabei nicht besonders einfallsreich, sondern laufen in der Mehrheit immer nach Schema F ab. Entweder ist es "Bring Gegenstand von A nach B" oder aber "Töte die Anzahl N von Monstern dort und dort und bring mir Y Zungen/Herzen/sonstwas von denen mit."

Das macht aber auch nichts, da das Hauptaugenmerk von WoW eindeutig auf dem Kampf liegt, zu komplexe Rätsel will man da gar nicht haben, es soll ja für den werten Kunden einfach sein. Dabei steigt der Schwierigkeitsgrad ständig sanft nach oben, fast unmerklich aber dennoch, an.

Die NPCs selber, die man dann angreift, haben auch meistens die Intelligenz von Monstern aus "Serious Sam" oder anders gesagt: sie sind dumm wie Stroh. Ihre einzige Intelligenz besteht darin, wenn es sich um aggressive Monster handelt, sich auf den Spieler alleine oder in Pulks zu stürzen um diesen anzugreifen, wenn er einem zu nahe kommt und fertig. Mehr ist da meistens nicht dahinter. Das macht aber auch nichts, denn so funktioniert das doch ganz gut.

Im Gruppenkampf, der ein wichtiger Bestandteil des Konzepts ist, gibt es auch meistens eine gewisse Rollenverteilung. Eine gute Gruppe besteht immer mindestens aus einem Nahkämpfer, der vorne kämpft und die Monster vom Rest der Gruppe fernhält, der Tank genannt wird (engl. Tank für Panzer), dann idealerweise mindestens aus einem Heiler (Healer genannt) sowie den Fernkämpfern, die zwar massig Schaden austeilen, aber nicht Einstecken können (Damage Dealers, also Magier und dergleichen).

Kurz und gut: WoW an sich ist ein Spiel, das natürlich von seinen Machern darauf getrimmt worden ist, dass es den Spieler möglichst lange an den Computer fesseln soll, für soziale Bindungen an das Spiel sorgt und dass dieses auch erstaunlich gut schafft. Logisch, je länger er es spielt, desto mehr Geld gibt er dafür aus, später gibt er vielleicht alleine das Geld dafür aus, dass man seine Avatare nicht löscht.

Solange man Geld dafür ausgibt, sagen sich auch viele "Hey, ich gebe dafür Geld aus, also spiele ich es auch weiter!" - und so kommt es dann.

Man kommt schnell rein und wieder raus, es gibt ein klar vorgegebenes Ziel und bis man das Ziel (momentan noch Level 80) als Normalsterblicher erreicht hat, dürften mindestens 2-3 Monate vergehen. Spieler, die bereits WoW-Erfahrung haben, schaffen das dann mitunter auch schneller, aber anfangs rennt sicher keiner nur so durch die Level durch.

Wenn man sich das vor Augen führt, sollte man sich auch im Vorfeld darüber Gedanken machen, wie man damit umgeht. Das Spiel kann süchtig machen, damit das aber auch wirklich im Einzelfall geschieht, muss die Person dafür anfällig sein.

Wer wirklich mit WoW anfangen will, der sollte sich im Vorfeld wirklich ein hartes Zeitbudget dafür einteilen, meinetwegen nicht mehr als zwei Stunden am Tag das spielen und das dann eisern einhalten, sich ggf. dabei auch selbst kontrollieren. Ansonsten kann es sehr schnell und vor allem schneller, als einem lieb ist, uferlos werden, denn der Moment wo man sich sagt "Ey, der Level geht heute noch, WENN..." und dann auch geneigt ist, so zu handeln, ist manchmal sehr schnell erreicht.

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Erst einmal dazu herzlichen Glückwunsch und mein herzliches Beileid, Zasta. Du wirst es brauchen denn ich glaube die Reichweite und Folgen dieser Wahl ist dir noch nicht ganz richtig bewußt.

In seinem Blog schreibt er das hier:

Angestrebt habe ich es OOC definitiv nicht – das wäre völliger Quatsch! Das ist doch hier nicht der Generalsekretärsposten der kommunistischen Partei! *schüttelt den Kopf*
Aber vor allem hätte ich nicht gedacht, dass das als so gravierend wahrgenommen wird. Es ist ein IC-Posten. Genau wie der Wissende einen Posten hat oder die Heilerin. Es ist ein SPIEL, liebe Leut! Wir SPIELEN eine Rolle. Beim Siedler-von-Cathan-spielen macht sich doch auch keiner Gedanken, ob ihn die längste Straße jetzt zu sehr belastet.
Die OOC-Entscheidungen laufen nach wie vor übers Gremium, über die Gruppen, über ALLE Spieler. Und IC werd ich auch nicht plötzlich zum Lydius-Hitler. Meine Fresse! Echt jetzt – das ist doch nicht das Leben…..
Ich habe nicht vor, mich an irgendwas aufzureiben. Ich bin nicht der Typ, der sich da einsam verfrühstücken lässt.

Ich bin nicht Lydius. Die SPIELER sind Lydius. ´nuff said.

Und damit liegst du falsch, es ist eben nicht nur ein IC-Posten! Das sagt dir jemand, der den Posten des Administrators selber über drei Monate ausfüllte und die Reise samt dazugehörigen Erfahrungen bereits hinter sich hat.

Wer Administrator wird, der verlässt zwangsläufig den Bereich, in dem alles nur ein Spiel ist und wird zum obersten OOC-Manager seiner Sim, zumindest aber seiner Gruppe. Man wird wirklich in die Sache reingezwängt, ob es einem gefällt oder nicht, da wirst du gar nicht erst groß gefragt, das ist so! Damit muss man leben, die Frage ist eben, wie geht man dann damit um. Als Administrator bist du mindestens zur Hälfte aus dem Spiel draussen, weil du ständig irgendwelche OOC-Sachen zu managen hast.

Es gibt jetzt niemanden mehr, auf den man die Schuld nach dem Motto "Der Chef hat gesagt.." schieben kann, weil man selbst der Chef ist. Man steht ständig im Rampenlicht, ist mit seiner Sim verheiratet und diese benimmt sich meistens dabei wie eine extrem eifersüchtige Ehefrau, die dich kaum noch aus ihren Krallen lassen will. Alles, was man sagt, tut oder auch unterlässt, wird grundsätzlich auf die berühmte Goldwaage dabei gelegt werden.

Es ist eine sehr reizvolle Position, in der man viel gestalten kann, aber auch die Position, in der man am schnellsten Frustrationen aufbauen kann bis hin zur Verheizung, man sollte sowieso dabei besser ein verdammt dickes Fell haben.