Cogito, ergo sum.

"Ich denke, also bin ich." - so sagte der französische René Descartes. Was aber steckt genau dahinter? Nichts anderes als die Frage, was eigentlich den Menschen antreibt und den Mensch zum Menschen macht.

Denn wenn man sich den Menschen rein wissenschaftlich betrachtet, dann gibt es ein Problem: der Mensch ist eine Anhäufung von Materie, in der ständig mehr oder weniger komplexe Reaktionen und elektrochemische Vorgänge passieren. Den stofflichen Aufbau des Menschen begreift man inzuwischen sehr gut, ebenso viele der im Organismus statt findenden Prozesse.

Genau so wissenschaftlich kann man sich denn auch die Aktivitäten des Gehirns betrachten, und hierbei beginnt dann das Problem: keiner wird jemals auf die Idee kommen, das beispielsweise ein Stuhl aus Holz etwas denkt, empfindet oder gewisse Absichten hat. Der Mensch ist stofflich gesehen eine wandelnde Anhäufung von Biomatsch, mehrheitlich Wasser, dazu kommt dann noch Eiweiß, Fette und andere Bausteine.

Wenn der Mensch aber tatsächlich nur eine solche Anhäufung von Biomatsch ist, wie kommt es dann, dass der Mensch im Gegensatz zum Stuhl Gedanken hat, Absichten hegt und empfindet? Wie genau lässt sich das erklären? Lässt sich das überhaupt wissenschaftlich erklären oder gibt es noch eine Art Wahrheit hinter der Wissenschaft, eine bisher nur in Teilen sichtbare und nicht wirklich verstandene Metaphysik?

Oder anders gesagt: Materie verfolgt keine Absichten. Wenn aber Mentales zur Materie gehört, woher kommt dann die Intention?

Einfache Antworten gibt es dazu nicht, und die Antwortversuche sind auch nicht wirklich für jeden befriedigend.

Früher war es in den meisten Betrieben einfach: es gab die Stammbesetzung, diese wurde hoffentlich meistens anständig bezahlt und das war es dann gewesen. Lange Zeit funktionierte dieses System recht ordentlich und sicherte den Wohlstand vieler Facharbeiter. Dann aber begannen in den 90ern die Verwerfungen und eine neue Dienstleistungsbranche trat auf den Plan, die Zeitarbeitsfirmen.

Und mit Hilfe dieser Firmen und später dem Verrat der SPD an ihrer Wählerschaft, nämlich den Hartz-Reformen, ist diese innerbetriebliche Sache massiv aufgebrochen worden. Zuerst hat man vielen Mitarbeitern gesagt, man könne sie nicht mehr länger beschäftigen, weil die Profite des Betriebs in Gefahr seien, aber es gäbe da diese Zeitarbeitsfirma, da könnten sie dann für zwar deutlich weniger Geld immer noch im selben Betrieb schaffen, und das sei allemal immer noch besser, als auf das Sozialsystem angewiesen zu sein.

So kam es dann, dass in vielen Betrieben die Belegschaft inzwischen zwiegespalten ist, ein Teil ist nach wie vor als Stammbelegschaft tariflich bezahlt, der andere Teil leistet zwar dieselbe Arbeit, aber das für deutlich weniger Lohn. Der Mensch als Wegwerfware, und oh du magst nicht mehr zu diesem Lohn arbeiten? Ja Pech gehabt, hinter dir stehen schon mindestens zehn Leute, die aber sowas von scharf auf deinen Arbeitsplatz sind, solltest du es noch nicht gemerkt haben, also gebe ich dir einen freundlichen Rat: überlege es dir besser dreimal, was du tust, denn in die tarifliche Entlohnung kommst du in diesem Betrieb hier jedenfalls nicht mehr.

Wenn die Wirtschaft so verfährt, dann meckert darüber keiner und alles ist gut. Solche Betriebe, in denen es vielleicht noch eine Rumpfstammbelegung gibt und der Rest stammt von Zeitarbeitsfirmen, gibt es leider viele. In solchen Betrieben wurde von Seiten des Unternehmens die viel beschworene Tarifeinheit ausgehöhlt und abgeschafft, aber für das Unternehmen ist das gut, es ist immerhin dieselbe Arbeit für deutlich weniger Geld, für die Belegschaft ist es aber schlecht und für die Volkswirtschaft im Grunde auch.

Nun, warum schreibe ich das? Weil bei der Deutschen Bahn eben die GDL dieses Spiel genau anders herum treibt, also eben mal nicht zugunsten des Unternehmens, sondern für die Arbeitnehmer. Und auf einmal ist dann dort die eine Sache, nämlich die Tarifeinheit, die die Bahn schon de facto selber vor langem zugunsten von Billigstlöhnen abgeschafft hat, wieder der hehre Gral, den man ja hüten will wie den Augapfel.

Nur: wozu? Dass die Tarifeinheit verfassungswidrig ist, wurde 2010 höchstrichterlich festgestellt. Und die GDL treibt eben genau dasselbe Spielchen wie die Deutsche Bahn es jahrelang getrieben hat, nur in dem Fall versucht sie es zugunsten ihrer Mitglieder, also der Arbeitnehmer bei der Bahn. Und das ist der Grund, warum die Medien so dagegen gelenkt Sturm laufen, weil es könnten ja in anderen Betrieben die Mitarbeiter auch aufwachen und so das für die Unternehmen natürlich günstige Billiglohngefüge versuchen, aufzubrechen.

Dabei ist es im Grunde nur die Anwendung derselben Taktik nach dem Aufbrechen einer Tarifeinheit, die viele Betriebe intern seit Jahren gefahren haben, unter anderem Vorzeichen, nämlich mit Löhnen nach oben mal anstelle von unten. Und genau das ist der Grund, warum es in Grund und Boden geredet wird.

Der Volkswirt Prof. Dr. Holger Flassbeck wirft in seinem Artikel "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit" mal einen anderen Blick auf den bisherigen Streik der GDL. Sehr lesenswert und er bringt einem doch die eine oder andere neue Erkenntnis, so finde ich.

Ich wohne schon seit einigen Monaten auf einer privaten Sim in einer Skybox. Es ist ganz schön da und ein alter Recke, der früher Gor spielte, ist da nun mein Nachbar, was auch nicht schadet.

Aber eines an der Sim nervt dennoch furchtbar, und zwar ein spezieller Kundendienst: ein Mitarbeiter des Landbarons nämlich startet die Sim grundsätzlich einmal täglich vormittags neu. Das wird da wohl als Dienst am Kunden angesehen, mich aber nervt es nur noch. Der Simulator sollte normalerweise nach Jahren der Existenz von Second Life stabil genug sein, dass man den auf einer Wohnsim nicht täglich neu starten muss, nur damit er rund läuft.

Bei einer Sim mit einem Club und anderem mag es ja andere Erfahrungen geben, besonders, wenn man im Beta Channel ist oder der aktuelle Server ein Memory Leak hat. Aber eine ruhige Wohnsim? Da finde ich das dann doch ein wenig übertrieben.

Oder sehe ich das einfach falsch und der Simulator ist da unfähig, mehrere Tage lang stabil zu laufen? Ich denke nicht.

Eines der neuen Features in vielen Smartphones ist ja der Fingerabdruckssensor. Viele finden das hipp, toll und überhaupt... ich dagegen halte das für eine extrem bescheuerte Idee.

Warum? Der Fingerabdruck ist im Zweifelsfall ja ein wichtiges Erkennungsmerkmal. Durch das freiwillige Scannen landet der eigene Fingerabdruck sicherlich in zig Datenbanken von verschiedenen Ländern, und man weiß es nicht einmal. NSA, GHCQ, was auch immer - unwahrscheinlich, dass die nicht versuchen, diese Daten abzugreifen.

Dann kommt dazu, dass die meisten Biometriesensoren bisher eben extrem einfach zu überlisten sind: ob man nun eine Wachsreplik eines Fingerabdrucks hinhält oder den Finger selber, macht bei vielen keinen großen Unterschied. Man ist drin. Und man kommt recht einfach an die Fingerabdrücke von Personen dran, ohne dass diese das merken. Als Wolfgang Schäuble noch Bundesinnenminister war, da machte der CCC das einmal vor, wie das geht.

Und dann ist es eben so, wenn man wirklich mal in den Genuß von Ermittlungen gegen einen selber kommt, dann kann man sich ja darauf berufen, dass man Passwörter nicht nennen muss. Oder man hat es vergessen. Das behindert die Ermittlungen dann bei all den forensischen Werkzeugen der Polizei meistens zwar auch nicht wirklich, aber immerhin.

Beim Fingerabdruck dagegen werden sie nur sagen: "Halt mal deinen Finger hin!" - und das war's. Den kann man eben nicht vergessen, weil den hat man ja ständig bei sich.

Solch ein Sensor gaukelt einfach eine Sicherheit vor, die in Wirklichkeit bisher nicht gegeben ist und eröffnet eine ganze Büchse neuer Probleme, wenn man ihn denn benutzt.

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Bei all den Säuen, die momentan durch die Medien getrieben werden, ist auch ständig die Mär dabei, dass Russland durch die Wirtschaftssanktionen und die Ölflut in den USA (die in Wirklichkeit eine Schiefergasflut ist) Milliardenverluste an Einnahmen hätte.

Komisch dabei ist nur, dass die staatliche Nachrichtenagentur Ria Novosti am 9. Oktober vermeldet hat, dass Rußland von Januar bis August 2014 einen Haushaltsüberschuss von 30 Milliarden Euro erreicht habe. Und es wird noch besser, der Überschuss habe sich im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres sogar fast verdoppelt.

Wenn die Meldung von Ria Novosti also stimmt, dann wirken die Wirtschaftssanktionen ja gerade zu vernachlässigbar. Und natürlich liest man diese Meldung in der schmierenhaften Kampagnenberichterstattung über Rußland kein Stück weit.

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Da in einigen Facebook-Seiten und auch lustigerweise Gorblogs das Thema die GDL und der Streik bei der Deutschen Bahn herumgeistert, gebe ich hier nun auch meinen Senf dazu:

Ich erkläre mich mit der GDL und ihren Zielen solidarisch! Weiter so!

Zu den Gründen, die man genauer hier bei den Nachdenkseiten nachlesen kann und die in den meisten Medien einfach nur mal wieder wie üblich tot geschwiegen werden: die GDL, also Gewerkschaft der Lokführer, war früher ein Teilbereich des Deutschen Beamtebunds (DBB). Warum? Weil die Bahn ja früher Staatskonzern war und alle möglichen Arbeiter dort eben Beamte.

Mit der Privatisierung der Bahn wurde aus der GDL dann eine eigenständige Gewerkschaft. Historisch gesehen gab es bei der Bahn schon immer mehrere Gewerkschaften, früher eben die Transnet und GDBA, aus der dann die heutige EVG hervorging, die Mitglied im DGB ist, und die GDL.

Die Gewerkschaft EVG hat im Bereich der Bahn deutlich mehr Mitglieder als die GDL. Die EVG und ihre Vorgängergewerkschaft Transnet aber haben sich bei der Bahn wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert: sie waren in den 90ern für die Privatisierung der Bahn, sie sorgten 2007 dafür, dass man Lokführer als "Mitarbeiter mit eisenbahnspezifischer Ausrichtung" für einen Stundenlohn von 7,50 Euro einstellen konnte und anderes mehr. Der frühere EVG-Vorsitzende Norbert Hansen wurde als Belohnung dafür Vorstand bei der Deutschen Bahn und erhielt nach weniger als zwei Jahren im Amt noch eine satte Abfindung von 3,3 Millionen Euro. Da weiß man doch gleich, was man von dieser lichternen Gestalt und der Gewerkschaft, der er angehörte, zu halten hat.

Die EVG als solche ist traditionell arbeitgeberfreundlich, die eigentlichen Funktionen einer Gewerkschaft hat inzwischen die GDL übernommen. 2008 begann diese mit ihrer Kampfeslust und musste als erster Schritt von der Bahn als eigenständiger Tarifpartner für die Lokführer anerkannt werden. Die EVG ging dann 2010 aus einer Fusion von Transnet mit der deutlich kleineren GDBA hervor. Die EVG zeichnet sich vor allem dadurch aus, extrem arbeitgeberfreundlich zu sein.

Im Zeitraum von 2008 bis 2011 konnte die GDL sehr viele Sünden der Allianz EVG und Deutsche Bahn wieder wett machen. Das bedeutet natürlich, dass dies dem Konzern mehr Geld kostet, was er für sein Personal nicht ausgeben will. Und weiteres Geld wird lieber in sinnlosen Großbauprojekten wie Stuttgart 21 verpulvert, die beispielsweise in Baden-Württemberg die Pflege und den Ausbau der Infrastruktur für mindestens ein Jahrzehnt lahm legen.

Nun ist es so, dass der bisherige Grundlagentarifvertrag der GDL in diesem Sommer auslief und im Bereich Zugpersonal ist überraschenderweise die GDL die größte Gewerkschaft: laut Bahn gibt es da ca. 37.000 Mitarbeiter, also Lokführer, Zugbegleiter, Bordgastronomen, Disponenten, Rangierführer und Ausbilder. Davon sind 19.000 Mitglied in der GDL, 8.000 Mitglied in der EVG und 10000 gewerkschaftslos.

Die GDL will natürlich auch jetzt neben der bisherigen Berufssparte Lokführer die Mitglieder dieser anderen Arbeitsbereiche tariflich mit vertreten können und für dieses Recht streitet und streikt sie gerade, denn die Deutsche Bahn will eben genau das nicht. Man will einfach keine kämpferische Gewerkschaft im Hause haben, die sich noch tatsächlich für Arbeitnehmerrechte stark macht, sondern lieber den lahmen Papiertiger EVG, den man ordentlich geschmiert hat.

Natürlich gefällt das der Bahn nicht, und natürlich gefällt das auch der EVG nicht, die in dem Bereich einen massiven Machtverlust fürchtet. Und so kommt es eben in den Medien zu der Schmierenkampagne gegen die GDL, die wir gerade erleben dürfen und in denen der GDL-Chef Wesselksy als eine Art Attila, der Lokführerkönig gebrandmarkt wird.

Dabei sollte es einem aus Prinzip schon aufhorchen lassen, wenn sich regierende Politiker und Gewerkschafter in den Medien einig sind, dass eine andere Gewerkschaft es übertreiben würde. Denn bei einem solchen Schulterschluss kann einfach etwas nicht stimmen und das tut es auch nicht.

Man muss nur mal einen der üblichen, Schmierenberichte im Spiegel, Focus und wie sie alle heißen über den Streik genau lesen und analysieren: meistens besteht er zu 2/3 nur darin, wie frustriert Fahrgäste über den Streik sind, wie schrill und stark die Politik und Gewerkschafter und Wirtschaftsvertreter dann noch die GDL rund machen. Aber wo liest man in diesen Artikeln jemals wirklich etwas von den Forderungen der GDL und den Hintergründen? In einer ausgewogenen Berichterstattung müsste man der GDL mindestens 50% Platz in einem Artikel einräumen, aber das passiert fast nirgends.

Ergo haben wir es damit auch nicht um eine seriöse und objektive Berichterstattung zu tun, sondern um eine gezielte Schmierenkampagne, um den Streik der GDL und ihr Anliegen in den Dreck zu ziehen - und das Erschreckende daran ist, dass sogar ausgesprochen gut funktioniert. Anstelle das viele mal ihr Hirn einschalten und die Schmierenberichte kritisch lesen und hinterfragen, nein, auf die GDL wird nur eingedroscihen, wie es im Buche steht, weil die sind jetzt der Buhmann.

Ja, das ist traurig. Ja, das kennt man ja fast nicht mehr so heutzutage: eine Gewerkschaft, die noch wirklich streikt und für ihre Mitglieder in der Vergangenheit wirklich was erreicht hat und das auch weiterhin will und den Bereich ihrer Mitglieder noch ausdehnen will! Die GDL will eben nicht nur eine Spartengewerkschaft für Lokführer bleiben, sondern ja für alle Berufe im Bereich Zugpersonal verhandeln dürfen.

Und wenn jetzt einer fragt: warum kann es nicht nur eine Gewerkschaft und einen Tarifvertrag geben, wieso müssen sich denn da nun zwei Gewerkschaften darum streiten? Das liegt daran, dass es im Jahr 2010 dazu ein Grundsatzurteil gab, welches eben genau das möglich macht, denn damals kippte das Bundesarbeitsgericht die betriebliche Tarifeinheit.

Die Begründung der Richter damals war diese: "Es gibt keinen übergeordneten Grundsatz, dass für verschiedene Arbeitsverhältnisse derselben Art in einem Betrieb nur einheitliche Tarifregelungen zur Anwendung kommen können."

Und seitdem ist eben genau das, was nun die GDL erreichen will, möglich. Über allem schwebt dabei das hohe Grundrecht des Streiks, und das frühere Verhältnis wiederherzustellen ist daher nur schwer möglich. Das, was jedenfalls Bundesarbeitsministerin Nahles wolkig als Gesetzentwurf für eine Tarifeinheit plant, wird höchstwahrscheinlich vor dem Hintergrund eben nicht sehr lange Bestand haben.

Außerdem ist Nahles' Entwurf eine Beschneidung des Streikrechts und - natürlich - Versuch, die Expansion der ungeliebten GDL einzudämmen. Die Politik mischt sich da eben massiv in das Geschehen ein, und wen wundert es, die Bahn ist ja nach wie vor im Grunde ein Staatskonzern.

Das Bundesarbeitsgericht hat das schon einmal gekippt, also ist es unwahrscheinlich, dass solch ein Ansinnen, dies erneut einzuführen, lange Bestand haben wird.